{"id":547,"date":"2014-01-11T14:52:12","date_gmt":"2014-01-11T14:52:12","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/11\/wagners-ring-kurzweilig\/"},"modified":"2014-01-11T14:52:12","modified_gmt":"2014-01-11T14:52:12","slug":"wagners-ring-kurzweilig","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/11\/wagners-ring-kurzweilig\/","title":{"rendered":"Wagners \u00abRing\u00bb, kurzweilig"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/ring260204.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>01.03.2004 &#8211; Zentralgott Wotan, der Ein\u00e4ugige mit der Weltesche (warum verlor er das andere Auge?), hat \u00fcber sich noch seine Gattin (wie heisst sie doch gleich?), die ihm am Zeug flickt und die Leviten liest. Im Rhein klaut der tauchkundige Zwerg (ists Nibelung oder eher Mime?) das Gold aus dem Riff, schockt damit die drei Walk\u00fcren (oder die Nornen). Siegfried mit der Tarnkappe freit Krimhild (oder Waltraute) \u2013 jedenfalls am Schluss endet Siegfried mit einem Speer im R\u00fccken, und irgendwer fackelt wegen irgendeines Schmuckst\u00fccks (Halsband, Brosche?) die sch\u00f6ne Bergburg ab, wo die G\u00f6tter thronen. Und die Oper heisst so wie \u00abWagnerd\u00e4mmerung\u00bb.<\/p>\n<p> Wenns um Richard Wagners \u00abRing des Nibelungen\u00bb geht, will niemand nicht im Bilde sein, doch die Bilder sind in der Regel unscharf, meist verzerrt, verworren, l\u00fcckenhaft. Tats\u00e4chlich \u00fcberaus verwirrlich ist es, das monumentalste Werk des Musiktheaters, mit dessen Urauff\u00fchrung 1876 das eigens daf\u00fcr gebaute Bayreuther Festspielhaus eingeweiht wurde. <\/p>\n<p> Robert Maschka, Musikjournalist und ausgewiesener Opernkenner, bietet sich an als gewiefter und witziger Cicerone durch die \u00abRing\u00bb-Tetralogie. Er bringt Ordnung in die Welt der G\u00f6tter, Riesen, Drachen, Walk\u00fcren, Helden und Menschen, die Tatorte zu Land und unter Wasser, die Handlungskn\u00e4uel, und er tr\u00e4gt die Mythen und die Quellen zusammen, aus denen Wagner gesch\u00f6pft hat, zeichnet die Entstehungsgeschichte und die Rezeption des \u00abRings\u00bb von 1876 bis ins 20. Jahrhundert nach. Dem Lauftext eingeschoben sind Charakterisierungen der Protagonisten und Erl\u00e4uterungen zum Werk und zu einzelnen Handlungen. Besondere Aufmerksamkeit richtet der Autor auf die musikalischen Leitmotive und ihre Beziehungen; im Anhang finden sich die entsprechenden Notenbeispiele. <\/p>\n<p> Robert Maschka gewinnt, gest\u00fctzt auch auf Wagners Zeugnisse zum \u00abRing\u00bb, aufschlussreiche Hinweise auf die Wirkungsabsicht des Werks: \u00abWagners k\u00fchne Mythen-Uminterpretation ist ein k\u00fcnstlerisches Mittel zur Zukunftsgewinnung, der R\u00fcckgriff wird im Sinne einer konkreten Utopie zum Vorgriff.\u00bb Der \u00abRing\u00bb spiele eigentlich \u00abzur Zeit der Industrialisierung, mitten im Manchester-Kapitalismus des 19. Jahrhunderts\u00bb. Der Autor exemplifiziert Wagners Sozialutopie anhand der Personen und ihres Wirkens und Verhaltens schl\u00fcssig, kundig und anregend. <\/p>\n<p> Das B\u00fcchlein f\u00fcr Wagner-Novizen und Wagner-Experten ist urspr\u00fcnglich im Piper Verlag erschienen; in 3. Auflage kommt es bei B\u00e4renreiter heraus \u2013 leider mitsamt etlichen unkorrigiert gebliebenen Setzfehlern. <\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>ws<\/em>)<\/span><\/p>\n<p><\/p>\n<p> <center> <\/p>\n<table style=\"width: 430px;\" summary=\"linie\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"9\" bgcolor=\"#666666\" height=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/grafiken\/dbrown1x1.gif\" border=\"0\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-s-black\">Robert Maschka: Wagners \u00abRing\u00bb kurz und b\u00fcndig. 3. Auflage. B\u00e4renreiter Verlag, Kassel 2004. 125 Seiten. \u20ac 9,95. Fr. 17.90.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>01.03.2004 &#8211; Zentralgott Wotan, der Ein\u00e4ugige mit der Weltesche (warum verlor er das andere Auge?), hat \u00fcber sich noch seine&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[11],"tags":[],"class_list":["post-547","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-buchbesprechungen","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/547","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=547"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/547\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=547"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=547"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=547"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}