{"id":566,"date":"2014-01-11T15:02:04","date_gmt":"2014-01-11T15:02:04","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/11\/sprachbilder-in-bachs-vokalwerk\/"},"modified":"2014-01-11T15:02:04","modified_gmt":"2014-01-11T15:02:04","slug":"sprachbilder-in-bachs-vokalwerk","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/11\/sprachbilder-in-bachs-vokalwerk\/","title":{"rendered":"Sprachbilder in Bachs Vokalwerk"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/bach151204.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>27.12.2004 &#8212; Was hat es mit Amalek, Belial, Gilead, Joab und Zeboim auf sich? Was bedeuten Adler und L\u00f6we, Schlange und Taube, Isop und Ophir, Schilo und Salem? Sie kommen vor in Kantaten-, Motetten-, Oratorien- und Passionentexten, welche Johann Sebastian Bach vertonte. Doch auch vertraute W\u00f6rter wie Angst, Arm, Bahn, Blitz, brennen, Dornen, Glaube, Gnade, Herz, Seele, Stab, suchen, Welt lassen sich in ihren oft mehrfachen Bedeutungen heute nicht mehr einfach entschl\u00fcsseln: Dieweil Bachs Zeitgenossen mit der blumigen Sprache in Gottesdienst und Predigt auf vertrautem Fusse standen, bieten uns die anspielungsreichen barocken Sprachbilder Widerst\u00e4nde im Verstehen und ad\u00e4quaten Interpretieren des Textes wie der ihn auslegenden Musik. <\/p>\n<p> Mit ihrem Bach-Textlexikon hat die \u00f6sterreichische Musikwissenschaftlerin, Germanistin und Volkskundlerin Lucia Haselb\u00f6ck ein hilfreiches, gr\u00fcndliches und anregendes Nachschlagewerk geschaffen, das in \u00fcber 300 Stichworten von Abba bis Zorn Gottes Begriffe und Bilder des bachschen Sprachlabyrinths und der barocken Poesie erschliesst. Denn selbstredend gilt das Erl\u00e4uterte f\u00fcr alle geistlichen (und viele weltliche) Texte des ausgehenden 17. und der ersten H\u00e4lfte des 18. Jahrhunderts, da dessen Kenntnis Allgemeingut jener Zeit war. <\/p>\n<p> Im einf\u00fchrenden Kapitel widmet sich die Autorin den Quellen der geistlichen Barockdichtung (Bernhard von Clairvaux, Martin Luther), der geistlichen Lyrik des Barocks im Spannungsfeld der Theologie ihrer Zeit (Reformorthodoxie, Pietismus, Compassio-Verst\u00e4ndnis), dem Einfluss der Sprachgesellschaften im 17. Jahrhundert, der barocken Bildersprache und Bachs Textverst\u00e4ndnis. Eine marginale Rolle spielt dabei die Autorenfrage, da zwei Drittel der Textdichter von Bachs Kantaten ohnehin unbekannt sind. <\/p>\n<p> Das durch fast sechzig zeitgen\u00f6ssische emblematische Kupferstiche sinnvoll illustrierte Lexikon \u00fcberrascht durch fundierte, facettenreiche und mit Querverweisen verbundene Auslegung und Kommentierung von Herkunft und Bedeutungen der Ausdr\u00fccke, verwandten Motive, Allegorien, Tropen, Metaphern und Symbole im Zusammenhang mit den entsprechenden Textstellen aus Bachs Werken. Dabei weitet die Autorin den Blick \u00fcber die Bibel und die christliche Theologie hinaus auf die geistliche Lyrik, auf die Quellen in Mythologie, im Orient und im j\u00fcdischen Glauben.<\/p>\n<p> Im Anhang finden sich eine Liste von W\u00f6rtern in Alt- und Neuform, ein ausf\u00fchrliches Literaturverzeichnis und das alphabetische Register der geistlichen Vokalwerke Bachs mit Verfassern, Bibelquellen und den vorkommenden Begriffen. <\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>ws<\/em>)<\/span><\/p>\n<p><\/p>\n<p> <center> <\/p>\n<table style=\"width: 430px;\" summary=\"linie\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"9\" bgcolor=\"#666666\" height=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/grafiken\/dbrown1x1.gif\" border=\"0\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-s-black\">Lucia Haselb\u00f6ck: <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/exec\/obidos\/ASIN\/3761816790\/codexflores-21\">Bach-Textlexikon<\/a> . Ein W\u00f6rterbuch der religi\u00f6sen Sprachbilder im Vokalwerk von Johann Sebastian Bach. Mit 57 Illustrationen. B\u00e4renreiter-Verlag, Kassel 2004. 225 Seiten. \u20ac 19,95. Fr. 35.90.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>27.12.2004 &#8212; Was hat es mit Amalek, Belial, Gilead, Joab und Zeboim auf sich? 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