{"id":573,"date":"2014-01-11T15:05:54","date_gmt":"2014-01-11T15:05:54","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/11\/die-operette-portraet-und-handbuch\/"},"modified":"2014-01-11T15:05:54","modified_gmt":"2014-01-11T15:05:54","slug":"die-operette-portraet-und-handbuch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/11\/die-operette-portraet-und-handbuch\/","title":{"rendered":"Die Operette \u2013 Portr\u00e4t und Handbuch"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/operette300105.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>08.02.2005 &#8212; F\u00fcr viele geh\u00f6rt sie nicht zur Noblesse der musikalischen Gattungen \u2013 die Operette, generell als kleinb\u00fcrgerlich und oberfl\u00e4chlich, verstaubt und abgeschmackt etikettiert, k\u00e4mpft seit \u00fcber einem halben Jahrhundert um ihren einstigen guten Ruf. Einen vehementen und kenntnisreichen F\u00fcrsprecher hat sie in Volker Klotz, Professor f\u00fcr Literaturwissenschaft an der Universit\u00e4t Stuttgart, Theaterkritiker, Dramaturg und Regisseur. Sein erstmals 1991, wiederum 1997 vom Piper-Verlag ediertes vitales, gross angelegtes Pl\u00e4doyer ist nun bei B\u00e4renreiter in erweiterter und aktualisierter Neuausgabe erschienen. <\/p>\n<p> Volker Klotz, wortgewaltiger, keineswegs unkritischer K\u00e4mpe f\u00fcr die Operetten-Komponisten und die Charakteristiken und Werte ihrer Werke, widmet seinen Band zwar den Theater-Praktikern, um \u00fcber sie einzuwirken \u00abauf Spielpl\u00e4ne und Auff\u00fchrungspraktiken der B\u00fchne und anderer Auff\u00fchrungsorte wie Funk, Fernsehen, Tontr\u00e4ger\u00bb. Zweifelsohne aber findet die gewichtige Publikation Anklang unter \u00abwissbegierigen Liebhabern, doch auch Beargw\u00f6hnern des musikalischen Theaters namens Operette\u00bb. Es mangelt dem Buch an nichts, um dieser \u00abunerh\u00f6rten Kunst\u00bb neue Freunde zu gewinnen. <\/p>\n<p> Der Verfasser charakterisiert aus verschiedenen Perspektiven die szenische, an Einzelz\u00fcgen reiche Physiognomie der Operette und ihren musikalischen Ausdrucksspielraum. Die produktive Spanne der Gattung setzt er zwischen den 1850er und 1930er Jahren an.<\/p>\n<p> Zweckm\u00e4ssig gegliedert ist das Kompendium, eigentlich zwei B\u00fccher in einem. In dessen 200 Seiten umfassenden Teil I \u2013 \u00abDurchg\u00e4ngige Eigenschaften der Gattung\u00bb \u2013 grenzt der Autor die Operette (auch Op\u00e9ra bouffe oder comique, musikalisches Lustspiel, Comedia lirica, Sainete l\u00edrico) von anderen Spielarten des Theaters ab, w\u00e4hrend Teil II \u2013 \u00abBesondere Eigenschaften der Gattung. Komponisten und Werke\u00bb \u2013 als Handbuch angelegt ist, in dem wichtige Werke einl\u00e4sslich besprochen werden. <\/p>\n<p> In der weiten Umschau von Teil I gehen Praxis und Theorie Hand in Hand. An Meisterst\u00fccken, Musterbeispielen und an Gegensatzpaaren zu diversen Themen arbeitet Klotz die Grundprinzipien dieser \u00abbesonderen Spielart von Musik-Theater\u00bb heraus; dazu geh\u00f6rt, um nur dies zu nennen, die Inversion der Machtverh\u00e4ltnisse des Alltagslebens, die illusionszersetzende Darstellung, die subversive Sprengkraft. Ausweitend deckt der Autor Bez\u00fcge auf zu Oper, Tanz, Schauspiel, Cabaret, Volks- und Avantgardetheater. Was in deutschsprachigen Lexika nur knapp abgehandelt wird, kommt hier in einem eigenen Kapitel zur Darstellung: die Zarzuela, die spanische Sonderform der Operette und deren herausragende Komponisten. <\/p>\n<p> Sechzehn ganzseitige Farbtafeln (Titelbl\u00e4tter von Klavierausz\u00fcgen) setzen einen aparten Akzent zwischen beiden Teilen des durch viele Schwarz-weiss-Abbildungen und Notenbeispiele bereicherten Bandes. Von Paul Abraham bis Carl Zeller sind im zweiten Teil 123 auff\u00fchrungswerte Operetten von Komponisten aus elf europ\u00e4ischen L\u00e4ndern versammelt, darunter auch 15 Zarzuela-Meister mit ihren Hauptwerken. Die nach Komponisten geordneten Artikel beginnen mit einer ausf\u00fchrlichen Biografie, gefolgt von detaillierten Besprechungen der Operetten bzw. Zarzuelas mit technischen Angaben (Librettist, Urauff\u00fchrung, Fassungen, Personen, Orchesterbesetzung, Aufbewahrungsort des Autographen, Ausgaben), gr\u00fcndlicher interpretierender Schilderung der Handlung und einem in der Regel ausgedehnten pers\u00f6nlichen Kommentar. <\/p>\n<p> An die Theater-Praktiker appelliert der Verfasser ausserdem mit einer Auswahlliste weiterer Vorschl\u00e4ge f\u00fcr deren Spielpl\u00e4ne. Ein Werk-Verweisregister und ein Personen- und Werkregister erm\u00f6glichen raschen Zugriff auf den \u00fcppigen Inhalt des Bandes. <\/p>\n<p> Wie der Autor gr\u00fcndlich argumentierend die Spreu vom Weizen trennt, wie er in weitem Umblick zeitgeschichtliche, literarische, dramaturgische, soziale, psychologische und musikalische Analysen zu einer Gesamtschau f\u00fcgt, mit Witz, Humor und Ironie, macht die Lekt\u00fcre zu einem facettenreich ausgeleuchteten Portr\u00e4t, zu einer eloquenten Erkundung der bunten Welt der Operette. Das engagierte Pl\u00e4doyer von Volker Klotz ist ein spannendes, am\u00fcsantes, anregendes Standardwerk der \u00abverkannten Kunst\u00bb. <\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>ws<\/em>)<\/span><\/p>\n<p><\/p>\n<p> <center> <\/p>\n<table style=\"width: 430px;\" summary=\"linie\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"9\" bgcolor=\"#666666\" height=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/grafiken\/dbrown1x1.gif\" border=\"0\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-s-black\">Volker Klotz: Operette. Portr\u00e4t und Handbuch einer unerh\u00f6rten Kunst. Erweiterte und aktualisierte Auflage. Mit vielen Abbildungen und Notenbeispielen. B\u00e4renreiter Verlag, Kassel 2004. 869 Seiten. \u20ac 64,-. Fr. 115.-<\/p>\n<p> <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/exec\/obidos\/ASIN\/3761815964\/codexflores-21\">Bei Amazon kaufen<\/a><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>08.02.2005 &#8212; F\u00fcr viele geh\u00f6rt sie nicht zur Noblesse der musikalischen Gattungen \u2013 die Operette, generell als kleinb\u00fcrgerlich und oberfl\u00e4chlich,&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[11],"tags":[],"class_list":["post-573","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-buchbesprechungen","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/573","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=573"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/573\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=573"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=573"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=573"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}