{"id":575,"date":"2014-01-11T15:06:58","date_gmt":"2014-01-11T15:06:58","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/11\/musik-konzepte-edvard-grieg\/"},"modified":"2014-01-11T15:06:58","modified_gmt":"2014-01-11T15:06:58","slug":"musik-konzepte-edvard-grieg","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/11\/musik-konzepte-edvard-grieg\/","title":{"rendered":"Musik-Konzepte: Edvard Grieg"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/grieg220205.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>23.02.2005 &#8212; Was Jean Sibelius f\u00fcr Finnland, ist Edvard Grieg f\u00fcr Norwegen: Beide engagierten sich vehement f\u00fcr die Unabh\u00e4ngigkeit ihrer Heimatl\u00e4nder. Beide erlebten, wof\u00fcr sie mit vielen patriotisch Gesinnten gek\u00e4mpft hatten: Norwegen wurde 1905 \u2013 vor genau hundert Jahren \u2013 durch die Aufl\u00f6sung der seit 1814 bestehenden Union mit Schweden zum selbst\u00e4ndigen Nationalstaat, Finnland wurde 1919 aus russischer Herrschaft befreit und als souver\u00e4ne Republik gegr\u00fcndet. <\/p>\n<p> Wie Finnland in Sibelius besass auch Norwegen bereits vor seiner Unabh\u00e4ngigkeit in Edvard Hagerup Grieg (1843\u20131907) seinen Nationalkomponisten. Doch w\u00e4hrend das Schaffen des Finnen rasch dem musikalischen Welterbe einverleibt wurde, wird Grieg, der mit seiner Musik dazu beitragen wollte, in Norwegen nationale Identit\u00e4t zu stiften, noch immer weitgehend als Heimatkomponist wahrgenommen, verbunden der Natur und der Volksmusik seines Landes. F\u00fcr diverse Korrekturen an diesem einseitigen Grieg-Bild sorgt die j\u00fcngste Ausgabe der Musik-Konzepte; sie zeigt zudem die Bedeutung von Griegs Schaffen auf f\u00fcr den Wandel von der Sp\u00e4tromantik zur beginnenden Moderne. <\/p>\n<p> In den Beitr\u00e4gen renommierter Grieg-Forscher geht es im ersten Teil des Bandes um Bedeutung und Einfluss Griegs in der europ\u00e4ischen Musiklandschaft, um rezeptionsgeschichtliche und \u00e4sthetische Fragen, w\u00e4hrend im zweiten Teil das Klavierschaffen, musikdramatische Kompositionen und die Duosonaten analysiert werden. <\/p>\n<p> Ein neues, differenziertes Grieg-Portr\u00e4t entwirft Heinrich W. Schwab, Professor am Musikwissenschaftlichen Institut der Universit\u00e4t Kopenhagen, in seinem Beitrag \u00abNationalkomponist \u2013 Heimatk\u00fcnstler \u2013 Europ\u00e4er. Wechselnde Ansichten des Grieg-Bildes vom 19. zum 20. Jahrhundert\u00bb. Harald Herresthal, Organist und Professor f\u00fcr Kirchenmusik in Oslo, geht der Grieg-Rezeption in Frankreich nach; zur Darstellung kommen u. a. Griegs Aufenthalte und Konzerte, seine Bedeutung f\u00fcr franz\u00f6sische Komponisten (darunter die Impressionisten), sein mutiges Verhalten in der Aff\u00e4re Dreyfus. <\/p>\n<p> Im Artikel \u00abEdvard Griegs Lehrjahre\u00bb r\u00e4umt Patrick Dinslage, Professor f\u00fcr Musiktheorie in Berlin und Vizepr\u00e4sident der Internationalen Edvard-Grieg-Gesellschaft, auf mit etlichen Legenden zu Elternhaus, Kindheit und Jugendzeit und den Studienjahren in Leipzig. Finn Bennestad, Professor f\u00fcr Musikwissenschaft in Oslo, Autor diverser B\u00fccher \u00fcber Grieg, behandelt im Beitrag \u00abGrieg und der norwegische Volkston. Eine lebenslange Liebesgeschichte\u00bb die Entwicklung des Personalstils und die Ausbildung der musikalischen Identit\u00e4t Griegs: \u00abF\u00fcr Grieg war die Volkskunst Rohmaterial, das ,veredelt\u2018 werden musste, ehe es vor das grosse Publikum gebracht werden konnte.\u00bb In einer Bestandesaufnahme zeigt der Autor, in welchen Werken Grieg das Grundlagenmaterial aus der Volksmusiksammlung von Ludvig Mathias Lindeman verwendet hat. <\/p>\n<p> Grieg war einer der beliebtesten Klavierkomponisten des 19. Jahrhunderts. Den Weg von der Konvention zur Modernit\u00e4t mancher Werke des \u00abrevolution\u00e4ren Klangavantgardisten\u00bb zeichnet Joachim Dorfm\u00fcller, Professor in M\u00fcnster und Pr\u00e4sident der Deutschen Grieg-Gesellschaft, auf in seinem Beitrag \u00abNordisch geh\u00f6rt: das Lyrische. Zum Charakteristikum schlechthin in Edvard Griegs Klavierschaffen\u00bb. Der dramatischen Komponente in Griegs Werk geht Ekkehard Kreft, Leiter der Grieg-Forschungsstelle an der Universit\u00e4t M\u00fcnster, am Beispiel der Schauspielmusik zu Ibsens \u00abPeer Gynt\u00bb nach. Die drei Sonaten f\u00fcr Violine und Klavier untersucht der Beitrag des in Berlin t\u00e4tigen Musikwissenschaftlers Axel Bruch. <\/p>\n<p> Dem mit Notenbeispielen bereicherten Band sind u. a. eine Zeittafel zu Griegs Leben und Werk sowie bibliografische Hinweise beigegeben. <\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>ws<\/em>)<\/span><\/p>\n<p><\/p>\n<p> <center> <\/p>\n<table style=\"width: 430px;\" summary=\"linie\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"9\" bgcolor=\"#666666\" height=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/grafiken\/dbrown1x1.gif\" border=\"0\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-s-black\">Musik-Konzepte, Band 127: Edvard Grieg. Neue Folge, herausgegeben von Ulrich Tadday. edition text + kritik im Richard Boorberg Verlag, M\u00fcnchen. 147 Seiten. \u20ac 18,-. Fr. 31.90. <\/p>\n<p> <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/exec\/obidos\/ASIN\/3883777838\/codexflores-21\">Bei Amazon kaufen<\/a><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>23.02.2005 &#8212; Was Jean Sibelius f\u00fcr Finnland, ist Edvard Grieg f\u00fcr Norwegen: Beide engagierten sich vehement f\u00fcr die Unabh\u00e4ngigkeit ihrer&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[11],"tags":[],"class_list":["post-575","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-buchbesprechungen","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/575","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=575"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/575\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=575"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=575"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=575"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}