{"id":586,"date":"2014-01-11T15:13:17","date_gmt":"2014-01-11T15:13:17","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/11\/der-koelner-schostakowitsch-zyklus\/"},"modified":"2014-01-11T15:13:17","modified_gmt":"2014-01-11T15:13:17","slug":"der-koelner-schostakowitsch-zyklus","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/11\/der-koelner-schostakowitsch-zyklus\/","title":{"rendered":"Der K\u00f6lner Schostakowitsch-Zyklus"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/schostak020805.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>25.07.2005 &#8212; Nicht immer will gut Ding Weile haben. Das Label Capriccio wollte die erste Gesamtaufnahme des sinfonischen \u0152uvres Dmitrij Schostakowitschs im SACD-Format vorlegen. Das zu diesem Zweck im Hinblick auf den 100. Geburtstag des grossen Russen im Jahr 2006 initiierte K\u00f6lner Projekt, seine 15 Sinfonien einzuspielen, ben\u00f6tigte in der Grobabstimmung nur gerade ein Vierteljahr. <\/p>\n<p> In Leipzig hatte sich das Label eine Absage geholt. In K\u00f6ln waren die Umst\u00e4nde g\u00fcnstiger. Das G\u00fcrzenich-Orchester musste nach dem Abgang von James Conlon (2002) und dem Amtsantritt von Markus Stenz (ab 2004\/2005) zwei chefdirigentenlose Saisons \u00fcberbr\u00fccken. Nach einem Gastspiel mit Schostakowitschs 7. Sinfonie war der Wunschdirigent gefunden: Dmitrij Kitajenko. <\/p>\n<p> Dank freigiebigen Sponsoren, dank dem Enthusiasmus des Orchesters und der Grossz\u00fcgigkeit seines F\u00f6rdervereins konnte das K\u00f6lner Schostakowitsch-Projekt im Jahr 2002 in Angriff genommen werden; nun liegen die Aufnahmen in einer zehn Alben umfassenden, optisch apart ausgestatteten Edition vor. <\/p>\n<p> Dmitrij Kitajenko, 1940 in St. Petersburg (damals Leningrad) geboren, nimmt sich mit besonderer Intensit\u00e4t der Musik russischer Komponisten an. Im Dezember 1953 erlebte er mit seinem Vater, einem Ingenieur, der zehn Jahre in ein sibirisches Gulag verbannt war, die Urauff\u00fchrung von Schostakowitschs 10. Sinfonie. 1971, bei seiner Einstudierung der Oper \u00abKaterina Ismailowa\u00bb, lernte Kitajenko den Komponisten pers\u00f6nlich kennen und blieb ihm und seinem Schaffen, den Umst\u00e4nden der Entstehung der Werke verbunden. \u00abSeine st\u00e4rkste Genialit\u00e4t war, mit Musik ohne Worte \u00fcber Wahrheit zu reden\u00bb, sagt Kitajenko in dem der letzten CD beigegebenen Rundfunk-Feature \u00fcber das K\u00f6lner Schostakowitsch-Projekt. Und: \u00abEine philosophische Vision gegen das B\u00f6se in der Welt steht in seiner Musik.\u00bb <\/p>\n<p> W\u00e4hrend 14 Jahren bis zu seiner \u00dcbersiedlung in den Westen 1990 war Kitajenko Chefdirigent des Moskauer Philharmonischen Orchesters \u2013 sp\u00e4ter gleich lang (bis 2004) Chef des Berner Symphonie-Orchesters, das sich unter seiner Leitung als eines der f\u00fchrenden Schweizer Orchester etablierte. Aus welchem Grund in Kitajenkos offizieller Biografie die k\u00fcrzeren Engagements in Frankfurt und Bergen aufgef\u00fchrt sind, die Berner Chefposition jedoch mit keinem Wort erw\u00e4hnt wird, ist schleierhaft. Seit 1999 ist Kitajenko Chefdirigent des Sinfonieorchesters des koreanischen Rundfunks in Seoul. <\/p>\n<p> Das innerhalb von nur zwei Jahren 2004 abgeschlossene K\u00f6lner Schostakowitsch-Projekt vereint neun Studio- und sechs Liveaufnahmen. Im Studio eingespielt wurden die Sinfonien 2, 3, 5 und 6, 9 und 10 sowie 12 bis 14, live aufgezeichnet in der Philharmonie K\u00f6ln die Nummern 1, 4, 7 und 8, 11 und 15. <\/p>\n<p> Die einl\u00e4sslichen Kommentare in den in identischem Layout gestalteten Booklets (leicht abweichend davon jenes zur 8. Sinfonie, die bereits im vergangenen Jahr einzeln vorgelegt wurde) stammen von \u00c9va Pint\u00e9r und Hartmut L\u00fcck. Deren deutsche Fassung ist ins Englische und ins Franz\u00f6sische \u00fcbersetzt worden. (Irrt\u00fcmlicherweise wurde ins Booklet zu den Sinfonien 2 und 5 die franz\u00f6sische Version des Kommentars zur 12. Sinfonie einger\u00fcckt.) Die in den Sinfonien 2, 13 und 14 vertonten russischen Texte sind nicht in kyrillischer Schrift, sondern hilfreich in Transliteration abgedruckt (der Text der 3. Sinfonie erscheint nur in \u00dcbersetzungen). <\/p>\n<p> Kein Zweifel: Das K\u00f6lner Schostakowitsch-Projekt, eine singul\u00e4re Tat und eine Geburtstags-Hommage hohen Rangs, z\u00e4hlt zu den exemplarischen Auseinandersetzungen mit dem bedeutenden sinfonischen \u0152uvre des Russen. \u2013 In k\u00fcnstlerischer Hinsicht: Dmitrij Kitajenko und das G\u00fcrzenich-Orchester \u2013 zudem die Sopranistin Maria Shaguch, der Bass Arutjun Kotchinian und der Prager Philharmonische Chor \u2013 fesseln mit dynamisch und emotional weit gespannten, bis ins Detail klar disponierten und intellektuell beherrschten Interpretationen. Nicht auszumachen sind Unterschiede zwischen der Intensit\u00e4t der Live- und der Studioaufnahmen. \u2013 In technischer Hinsicht: Das SACD-Surround-Verfahren (kompatibel mit Standard-CD-Playern) sichert den Aufnahmen \u00fcberragende r\u00e4umliche Plastizit\u00e4t und Brillanz der Klangfarben. <\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>ws<\/em>)<\/span><\/p>\n<p><\/p>\n<p> <center> <\/p>\n<table style=\"width: 430px;\" summary=\"linie\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"9\" bgcolor=\"#666666\" height=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/grafiken\/dbrown1x1.gif\" border=\"0\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-s-black\">Dmitri Shostakovich: The Symphonies. Complete Recording. G\u00fcrzenich-Orchester K\u00f6ln. Leitung: Dmitrij Kitajenko. (Capriccio 71 029; 12 Hybrid Multichannel Super Audio CDs in 10 Alben in Schuber)<\/p>\n<p> Siehe auch unseren Beitrag <a href=\"http:\/\/212.60.37.143\/rezensionen_ind2.php?art=116\">\u00abStalin und Schostakowitsch\u00bb<\/a> <\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>25.07.2005 &#8212; Nicht immer will gut Ding Weile haben. 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