{"id":597,"date":"2014-01-11T15:19:08","date_gmt":"2014-01-11T15:19:08","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/11\/mozart-briefe-und-aufzeichnungen\/"},"modified":"2014-01-11T15:19:08","modified_gmt":"2014-01-11T15:19:08","slug":"mozart-briefe-und-aufzeichnungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/11\/mozart-briefe-und-aufzeichnungen\/","title":{"rendered":"Mozart. Briefe und Aufzeichnungen"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/mozbriefe1111205.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>16.12.2005 &#8212; Mozart schreibt: \u00abhaben sie einmahl etwas von einem englischen S: V: Abtritte geh\u00f6ret? \u2013 \u2013 das findet man hier fast in allen H\u00f4tels. Auf beyden seyten sind wasserpippen, die man nach der Execution umdr\u00e4hen kann; eine Macht das wasser Abwerts die andere das Wasser, das auch warm seyn kann, aufwerts spritzen. Ich weis nicht wie ich es ihnen mit h\u00f6flichen und anst\u00e4ndigen Worten mehr erkl\u00e4ren kann, das \u00fcbrige m\u00fcssen sie sich einbilden, oder mich seiner Zeit fragen.\u00bb Der Passus, entnommen einem in Paris am 4. M\u00e4rz 1764 verfassten Brief, stammt aus Leopold Mozarts Hand \u2013 das Wunderkind Wolfgang war erst achtj\u00e4hrig. <\/p>\n<p> Und am folgenden 9. M\u00e4rz notiert der Vater, gleichfalls in einem Brief an Lorenz Hagenauer, den Eigent\u00fcmer von Familie Mozarts erster Salzburger Wohnung: \u00abDer Platz la Greve ist hier der Ort, wo man die Misseth\u00e4tter in die andere Welt schicket. Wer ein Liebhaber von diesen Executionen ist, der hat fast alle Tage etwas zu sehen. Letzlich sind eine Cammerjungfer, die K\u00f6chin und der Gutscher neben einander en compagnie gehencket worden. Sie dieneten einer blinden reichen Wittwe, welcher sie bey 30000 Louis d\u2019or entwendet haben, da sie eben ihr Capital nach Haus bezahlt bekommen. [\u2026] In der vorigen Woche ward ein Notarius publicus vom Chatelet, ein Mann von 70. Jahren in Effigie gehenckt, welcher, [\u2026] eine Defraudation und falliment von einer unzahlbahren Summa gelds gemacht hat. Es war w\u00fcrklich Schade, da\u00df er nicht selbst in Persona da ware; Sie hencken aber auch hier keinen, wenn sie ihn nicht haben.\u00bb <\/p>\n<p> Sohn Wolfgang (15) h\u00e4lt in einer Nachschrift zu einem Brief seines Vaters aus Mailand lapidar fest: \u00abmeinen handkus an die mama. an alle gute freunde meine empfehlung. ich habe auf den domplatz hier 4 kerl hencken sehen. sie hencken hier wie zu lion.\u00bb \u2013 Aufschlussreich f\u00fcr den jungen Komponisten ist ein Ausschnitt, ebenfalls von 1771 aus Mailand: \u00aboben unser ist ein violinist, unter unser auch einer, neben unser ein singmeister, der lection gibt, in dem lezten Zimmer gegen unser ist ein hautboist. da\u00df ist lustig zum Componiern! giebt einen viell gedancken.\u00bb <\/p>\n<p> Sieben Jahre sp\u00e4ter schreibt er dem Vater: \u00abich kann so ziemlich, wie sie wissen, alle art und styl vom Compositions annehmen und nachahmen.\u00bb <\/p>\n<p> <strong>Ein vielseitig interessierter Zeitzeuge<\/strong> <\/p>\n<p> Ein weltoffener, k\u00fchler, nicht zu Scherzen aufgelegter Beobachter war er, Vater Leopold, ein Mann seiner Zeit, viel lebenst\u00fcchtiger und bodenverhafteter als sein genialer Sohn, \u00fcber den die Schwester Nannnerl 1792 notieren liess: \u00abausser der Musick war und blieb er fast immer ein Kind; und dies ist ein HauptZug seines Charakters auf der schattigten Seite; immer h\u00e4tte er eines Vatters, einer Mutter, oder sonst eines Aufsehers bedarfen \u2026\u00bb Wie auf seiner Bewerbungsreise nach Paris, auf der ihn, den bald 22-J\u00e4hrigen, statt des unabk\u00f6mmlichen Papas die in Sachen Antichambrieren hilflose Frau Mama begleiten musste. <\/p>\n<p> Leopold Mozart, der die Begabungen seines Sohns gottesf\u00fcrchtig und zielbewusst, keinesfalls in der ihm von mancher Seite vorgeworfenen ausbeuterischen Absicht, zu entwickeln verstand, nahm nicht nur wissbegierig Teil an seiner Umgebung und dem Lauf der Welt, er war ein zum Gl\u00fcck eifriger Briefschreiber, ein mitteilsamer Zeitzeuge, dem wir eine F\u00fclle aufschlussreicher Nachrichten verdanken: \u00fcber seine Familie, die Reisen mit seinen Kindern, das Leben zu Land, in Kleinst\u00e4dten und Metropolen, von Arbeitern, B\u00fcrgern, Adligen, gekr\u00f6nten H\u00e4uptern, und nat\u00fcrlich \u00fcber alle Facetten des Musiklebens in europ\u00e4ischen L\u00e4ndern. <\/p>\n<p> Pedantisch und einl\u00e4sslich f\u00fchrte \u00abder alte redliche Mann und Vatter\u00bb, wie er unterzeichnete, Buch bzw. Brief, und erwartete ein Gleiches von anderen. 1777 mahnte er aus Salzburg Frau und Sohn in Augsburg: \u00abEs bleiben mir manche Sachen unbeantwortet, und ihr werdet beobachten, da\u00df ich euch auf alles antworte. warum? \u2013 \u2013 weil ich, wenn ich das n\u00f6tigste geschrieben habe, dann euer Schreiben vor mir hinlege, \u2013 durchlese, und so oft etwas kommt, solches beantworte. ferner \u2013 liegt immer ein St\u00fcck Papier auf meinen tisch; so oft mir was beyf\u00e4llt, das ich Euch zu schreiben h\u00e4tte, so notiere es mit einem paar Worte. kommt es alsdann zum Briefschreiben, so kann ich nichts vergessen.\u00bb Dass sich die Tagesarbeit seines Sohns nicht im peniblen Briefschreiben ersch\u00f6pfte, h\u00e4tte Leopold eigentlich wissen k\u00f6nnen. <\/p>\n<p> <strong>Zeugnisse von 1755 bis 1857<\/strong> <\/p>\n<p> Gesammelt sind Leopolds Briefe in \u00abMozart. Briefe und Aufzeichnungen. Gesamtausgabe\u00bb, einem Kompendium, das seit seinem ersten Erscheinen (1962\u20131975) ein unverzichtbares Basiswerk der Mozart-Forschung ist. Nun, aus Anlass von Mozarts 250. Geburtstag am 27. Januar 2006, liegt das Referenzkorpus in einer achtb\u00e4ndigen erweiterten Ausgabe vor. <\/p>\n<p> Unter den gesamthaft 1643 Schriftzeugnissen aus dem Zeitraum von 1755 bis 1857 bildet der Bestand an Briefen Leopold Mozarts den Hauptharst (647), gefolgt von den Aufzeichnungen Wolfgang Amad\u00e9s (517, inbegriffen Nachschriften zu Briefen von Vater und Mutter sowie 145 Eintr\u00e4ge samt Incipits des ab 1784 gef\u00fchrten \u00abverzeichn\u00fc\u00df aller meiner Werke\u00bb). Nicht nur stammen, wie gesagt, die meisten und in der Regel ausf\u00fchrlichen Dokumente dieser Sammlung von Vater Mozart, von ihm sind auch die h\u00f6chsten Verluste (\u00fcber 100) bekannt: Die Briefe an Wolfgang zwischen April 1781 und 1787, Leopolds Todesjahr, sind verschollen; umso bedauerlicher, weil Wolfgang praktisch ausschliesslich nur mit seinem Vater ihn besch\u00e4ftigende k\u00fcnstlerische Fragen verhandelte. <\/p>\n<p> Selbstredend stehen seit jeher die Briefe Wolfgang Amad\u00e9s (er selbst nannte sich Amad\u00e8, niemals Amadeus, selten einmal Gottlieb) im Mittelpunkt des Interesses. Wer allerdings die Schriften seines Vaters links liegen l\u00e4sst, erweist sich und Wolfgang einen schlechten Dienst. <\/p>\n<p> Erhalten haben sich zudem Dokumente von Mozarts Frau Constanze (192), von Schwester Maria Anna, dem Nannerl (118, darunter Tagebucheintr\u00e4ge und Reisenotizen), von Mutter Anna Maria (46), von Mozarts S\u00f6hnen Franz Xaver (11) und Carl Thomas (6). Von sonstigen Personen stammen 106 Briefe. <\/p>\n<p> <strong>Dreizehnj\u00e4hrige Publikationsgeschichte<\/strong> <\/p>\n<p> Das fundamentale Werk zu Mozart und seiner Zeit geht auf die Initiative der Herausgeberin, der Internationalen Stiftung Mozarteum Salzburg, zur\u00fcck. Der Grazer Altphilologe und Kulturhistoriker Wilhelm A. Bauer (1888\u20131968) und der Wiener Kunsthistoriker, Bibliothekar und Musik-Bibliograph Otto Erich Deutsch (1883\u20131967) erarbeiteten die vier Textb\u00e4nde, die 1962\/1963 erschienen. Die Kommentarb\u00e4nde und das Register besorgte dann im Wesentlichen der aus Passau geb\u00fcrtige Bankkaufmann, Jurist und Mozart-Forscher Joseph Heinz Eibl (1905\u20131982); die zwei Kommentarb\u00e4nde wurden 1971, der Registerband 1975 im B\u00e4renreiter-Verlag vorgelegt. <\/p>\n<p> Als Taschenbuchausgabe ist nun das \u00abeinzigartige Dokument europ\u00e4ischer Geistesgeschichte\u00bb f\u00fcr ein \u00abbreites, musik- und kulturhistorisch interessiertes Publikum\u00bb (Ulrich Konrad) als unver\u00e4nderter Nachdruck herausgekommen. Auf Wunsch der Stiftung Mozarteum, des B\u00e4renreiter-Verlags und des Deutschen Taschenbuch Verlags (dtv) ist die Gesamtausgabe mit einem achten Band erweitert worden. <\/p>\n<p> <strong>Der Erg\u00e4nzungsband von Ulrich Konrad<\/strong> <\/p>\n<p> <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/mozbriefe2111205.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>Im Vorwort seines Erg\u00e4nzungsbandes betont der Mozart-Forscher Ulrich Konrad, dass es nicht darum gehen k\u00f6nne, \u00abdie Gesamtausgabe auf den aktuellen Stand der Materialkenntnis und der Forschung zu bringen\u00bb. Die Stiftung Mozarteum als Herausgeberin f\u00fchle sich jedoch der Aufgabe verpflichtet, \u00aban der Aktualisierung dieser Edition weiterzuarbeiten und alle gewonnenen sowie noch eintretenden Erkenntnisse in einer k\u00fcnftigen Neuausgabe vorzulegen. Bis dahin aber werden der ,Bauer-Deutsch\u2019 und der ,Eibl\u2019 sowohl der wissenschaftlich interessierten als auch der breiteren Leserschaft gute und verl\u00e4\u00dfliche Dienste leisten.\u00bb <\/p>\n<p> Der knapp 160 Seiten umfassende Erg\u00e4nzungsband enth\u00e4lt ein analysierendes Essay \u00fcber Wolfgang Amad\u00e9 Mozart, den Briefschreiber, erfasst den Bestand der Schriftzeugnisse, enth\u00e4lt gut ein Dutzend weitere Briefe von Vater und Sohn Mozart nach wieder zug\u00e4nglichen Originalen, listet die inzwischen gekl\u00e4rten bzw. neuen Besitzer von Autographen auf, bringt die im Mozart-Jahrbuch 1976 und 1980 publizierten Nachtr\u00e4ge Eibls zu seinen Kommentarb\u00e4nden, ferner eine Bibliographie der Ausgaben der Briefe Mozarts und seiner Familie sowie das Register (Namen, Werke, Orte). <\/p>\n<p> <strong>Indiskrete Blicke<\/strong> <\/p>\n<p> W\u00e4hrend in den meisten Briefkollektionen von K\u00fcnstlern, Wissenschaftlern oder Politikern nicht verborgen bleibt, dass sie (auch und zuweilen insbesondere) mit Blick auf einen weiteren Leserkreis und die Wirkung in zuk\u00fcnftigen Zeiten verfasst wurden, liegt eine der Qualit\u00e4ten der Mozart-Sammlung darin, dass der \u00f6ffentliche Aspekt von den Schreibenden (mit geringen Ausnahmen) nicht intendiert ist. So ertappt man sich bei der Lekt\u00fcre der mozartschen Familienbriefe als ungebetenen Eindringling in die Privatsph\u00e4re. <\/p>\n<p> Mozart, das Genie, zeigt sich in seinen Briefen als J\u00fcngling und als Mann mit vielen Emotionen, vielen Gesichtern, vielen Masken und \u2013 eine Parallele zum kompositorischen \u0152uvre \u2013 vielen, den Empf\u00e4ngern angepassten Stilen und Formen. Letztlich nur subjektiv und aus der Summe aller Zeugnisse zu beantworten ist die Frage, wo Mozart sich wirklich ins Innere blicken l\u00e4sst und wann er das Innere brillant kaschiert. <\/p>\n<p> Dies gilt im besonderen auch f\u00fcr die Briefe an \u00abmon tr\u00e9s cher P\u00e9re!\u00bb Die stereotype Grussformel mit dem Adjektiv im Superlativ \u00abund bin dero gehorsamster sohn\u00bb nimmt im Lauf der Jahre und mit zunehmender Spannung in der Sohn-Vater-Beziehung eine Unterk\u00fchlung an, die Wolfgangs eigenbestimmtes, zuweilen renitentes Verhalten h\u00f6chstens noch mit dem Schleier der Konvention bedeckt. Einer der faszinierendsten Aspekte des Briefwechsels zwischen dem gesellschaftskonformen Vater und dem sich aus famili\u00e4ren R\u00fccksichten und sozialen Zw\u00e4ngen befreienden Sohn ist denn auch die Spurensuche nach den Zeichen zunehmender Distanzierung zwischen Wolfgang und Leopold. <\/p>\n<p> Dass die Nachwelt \u00fcber derart viele und aussagekr\u00e4ftige Dokumente zu Mozarts Leben verf\u00fcgen kann, ist nicht zuletzt der extensiven Reiset\u00e4tigkeit und der dadurch bedingten Trennung der Familie zu verdanken. (\u00abohne reisen |: wenigstens le\u00fcte von k\u00fcnsten und wissenschaften \ud83d\ude10 ist man wohl ein armseliges gesch\u00f6pf!\u00bb, Mozart 1778 aus Paris an seinen Vater.) Ein betr\u00e4chtlicher Teil seiner Lebenszeit von gut 35 Jahren war Mozart auf Reisen \u2013 wie Joseph Heinz Eibl ausgez\u00e4hlt hat \u2013 \u00ab3720 Tage, das sind 10 Jahre, 2 Monate, 8 Tage\u00bb. Oft unterwegs mit dem gesamten Hausrat war er im letzten Lebensjahrzehnt: Als Mozart mit seiner Frau nach Wien gezogen war, logierten sie zwischen M\u00e4rz 1781 und Dezember 1791 in insgesamt 14 verschiedenen Wohnungen. <\/p>\n<p> <strong>Streiflichter auf Leben und Werk<\/strong> <\/p>\n<p> Die erstaunliche F\u00fclle der in \u00abMozart. Briefe und Aufzeichnungen\u00bb versammelten Materialien darf nicht dar\u00fcber hinwegt\u00e4uschen, dass Leben und Schaffen Mozarts und seiner Familie nur in Bruchst\u00fccken und mit Streiflichtern erhellt sind. Zudem: Auch wenn es lesend je nach eigenem Hintergrundwissen und dank plastischer Schilderung gelingen mag, hier und dort nahe an den Kreis der Personen und Ereignisse zu treten, wird man sich bewusst werden, dass uns eine lange Zeitspanne von den Akteuren und Verfassern trennt. <\/p>\n<p> Zuweilen nur mit M\u00fche \u00fcberbr\u00fcckbare Entfernung schafft auch die Sprache, die sich samt vielen Bedeutungen seit der zweiten H\u00e4lfte des 18. Jahrhunderts gewandelt hat. Als unverzichtbarer Schl\u00fcssel bew\u00e4hren sich deshalb die beiden \u00fcppigen Kommentarb\u00e4nde, die als kenntnisreiche, detailversessene F\u00fchrer dem Lesenden zur Seite stehen, ihm beispielsweise erl\u00e4utern, was in den eingangs zitierten Briefen Leopolds \u00abin Effigie\u00bb, \u00abDefraudation\u00bb und \u00abfalliment\u00bb bedeuten und wie man die Abk\u00fcrzung \u00abS: V:\u00bb aufl\u00f6st: salva venia, mit Verlaub. Was verweist auf Leopolds distinguierte, stets auf honette B\u00fcrgerlichkeit bedachte Haltung. <\/p>\n<p> Verst\u00e4ndlich ist dies nicht zuletzt, weil sein und seiner Kinder Beruf nicht zu den elit\u00e4ren z\u00e4hlte. Kaiserin Maria Theresia gab 1771 ihrem in Mailand residierenden Sohn Erzherzog Ferdinand, der Wolfgang anzustellen nicht abgeneigt war, kund (Original in Franz\u00f6sisch): \u00abSie erbitten von mir, dass sie den jungen Salzburger in Ihren Dienst nehmen d\u00fcrfen. Ich weiss nicht als was, da ich nicht glaube, dass Sie einen Komponisten oder unn\u00fctze Leute n\u00f6tig haben. Freilich, wenn Ihnen das dennoch Vergn\u00fcgen macht, will ich kein Hindernis sein. Was ich sage ist, dass Sie sich nicht mit unn\u00fctzen Leuten beschweren, und niemals Titel an solche Leute verleihen, als st\u00e4nden sie in Ihren Diensten. Das macht den Dienst ver\u00e4chtlich, wenn diese Leute dann wie Bettler in der Welt herumreisen, \u00fcbrigens hat er eine grosse Familie.\u00bb <\/p>\n<p> <strong>adio ben mio leb gesund<\/strong> <\/p>\n<p> Wolfgang Amad\u00e9 Mozart, der untr\u00fcgliche Menschenkenner, hatte das Heu nicht auf der B\u00fchne vieler Angeh\u00f6riger jener Gesellschaftsschicht, die er gern musikalisch zu unterhalten verstand und sich von ihr finanziell unterhalten liess. \u00abEs war eine menge Noble\u00dfe da\u00bb, teilt Mozart seinem Vater 1777 aus Augsburg mit, \u00abdie Duche\u00dfe arschb\u00f6merl, die gr\u00e4fin brunzgern, und dan die f\u00fcrstin riechzumtreck, mit ihrn 2 t\u00f6chter, die aber schon an die 2 Prinzen Mu\u00dfbauch vom Sauschwanz verheyrathet sind.\u00bb <\/p>\n<p> Eine Nachschrift der Maria Anna Mozartin zu einem Brief Wolfgangs von 1777 aus M\u00fcnchen an Leopold: \u00abw\u00fcr f\u00fchren ein charmantes leben, fr\u00fch auf spath ins beth, den ganzen dag haben w\u00fcr visiten, leben wie die f\u00fcrsten Kinder, bis uns holt der schinder. \u2013 adio ben mio leb gesund, Reck den arsch zum mund. ich winsch ein guete nacht, scheiss ins beth das Kracht, es ist schon \u00fcber oas iezt kanst selber Reimen.\u00bb <\/p>\n<p> Und wir machen uns einen Reim auf Wolfgang Amad\u00e9s B\u00e4sle-Briefe. <\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>ws<\/em>)<\/span><\/p>\n<p><\/p>\n<p> <center> <\/p>\n<table style=\"width: 430px;\" summary=\"linie\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"9\" bgcolor=\"#666666\" height=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/grafiken\/dbrown1x1.gif\" border=\"0\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-s-black\">Mozart. Briefe und Aufzeichnungen. Gesamtausgabe. Herausgegeben von der Internationalen Stiftung Mozarteum Salzburg. Gesammelt und erl\u00e4utert von Wilhelm A. Bauer und Otto Erich Deutsch, auf Grund deren Vorarbeiten erl\u00e4utert von Joseph Heinz Eibl. Erweiterte Ausgabe mit einer Einf\u00fchrung und Erg\u00e4nzungen herausgegeben von Ulrich Konrad. Acht B\u00e4nde mit Faksimile-Tafeln und Notenbeispielen, ca. 4550 Seiten im Schuber. Gemeinsame Ausgabe B\u00e4renreiter-Verlag, Kassel, und Deutscher Taschenbuch Verlag (dtv), M\u00fcnchen 2005. \u20ac 148,00. Fr. 224.-<br \/><a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/exec\/obidos\/redirect?link_code=as2&amp;path=ASIN\/3423590769&amp;tag=codexflores-21&amp;camp=1638&amp;creative=6742\">Bei Amazon kaufen<\/a><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.assoc-amazon.de\/e\/ir?t=codexflores-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3423590769\" border=\"0\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" style=\"border: none !important; margin: 0px !important;\" \/> <\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>16.12.2005 &#8212; Mozart schreibt: \u00abhaben sie einmahl etwas von einem englischen S: V: Abtritte geh\u00f6ret? \u2013 \u2013 das findet man&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[11],"tags":[],"class_list":["post-597","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-buchbesprechungen","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/597","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=597"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/597\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=597"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=597"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=597"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}