{"id":605,"date":"2014-01-11T16:25:59","date_gmt":"2014-01-11T16:25:59","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/11\/ulrich-konrad-wolfgang-amade-mozart\/"},"modified":"2014-01-11T16:25:59","modified_gmt":"2014-01-11T16:25:59","slug":"ulrich-konrad-wolfgang-amade-mozart","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/11\/ulrich-konrad-wolfgang-amade-mozart\/","title":{"rendered":"Ulrich Konrad: Wolfgang Amad\u00e9 Mozart"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2006\/amade26306.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>28.03.2006 &#8212; Seraphischer G\u00f6tterliebling oder umtriebige Pop-Ikone? Oder Kombinationen der beiden Extreme? \u00abJede Generation, die sich ihr Bild vom Komponisten macht, ist davon \u00fcberzeugt, den ,wahren\u2019 Mozart zu besitzen \u2013 was an ihren Vorstellungen richtig oder falsch war, entscheiden die Nachgeborenen (falls richtig und falsch \u00fcberhaupt Kriterien gegen\u00fcber einer Wahrheit der Vergangenheit sein k\u00f6nnen).\u00bb <\/p>\n<p> Er sei sich \u00abder Zeitgebundenheit und der pers\u00f6nlichen F\u00e4rbung\u00bb auch seines Mozart-Bildes bewusst, r\u00e4umt der deutsche Mozart-Forscher Ulrich Konrad im Vorwort seines Buchs \u00abWolfgang Amad\u00e9 Mozart. Leben \u2013 Musik \u2013 Werkbestand\u00bb ein. Doch er habe sich \u00abnach Kr\u00e4ften um eine m\u00f6glichst sachbezogene Darstellung bem\u00fcht\u00bb. Das heisst nun allerdings nicht, dass seine von erz\u00e4hlerisch-spekulativer Phantasie freie Erkundung des Lebens und Schaffens Mozarts sich in Distanz statt Ann\u00e4herung niedergeschlagen hat. Denn Konrad gewinnt durch seine detailreiche Bestandesaufnahme und unemotionale Darstellung ein grundlegendes Werk der gesicherten Fakten \u00fcber Mozart. <\/p>\n<p> Die Basis hat das Buch in Ulrich Konrads f\u00fcr die Enzyklop\u00e4die \u00abDie Musik in Geschichte und Gegenwart (MGG)\u00bb verfasstem Beitrag \u00fcber Mozart. Was der Autor dort in engen Grenzen \u00abm\u00f6glichst umfassend, verl\u00e4\u00dflich und verst\u00e4ndlich\u00bb darstellte, hat er nun f\u00fcr die vorliegende Publikation breiter ausgef\u00fchrt, verdeutlicht und erg\u00e4nzt. \u2013 Konrad verfasste \u00fcbrigens auch Band VIII (Einf\u00fchrung und Erg\u00e4nzungen) zum 2005 vorgelegten Nachdruck der Gesamtausgabe von \u00abMozart. Briefe und Aufzeichnungen\u00bb.<\/p>\n<p> Ulrich Konrad st\u00fctzt sich auf die prim\u00e4ren Quellen: Briefe und Aufzeichnungen Mozarts und seiner Familie, Dokumente aller Art und das kompositorische Schaffen. Indem er L\u00fccken aufzeigt, benennt, was seines Erachtens falsch interpretiert wurde oder fragw\u00fcrdig geworden ist, Ausschm\u00fcckungen, Vermutungen, Ungewisses und dokumentarisch nicht Belegtes eliminiert, schminkt Konrad das bei den meisten Mozart-Fans beliebte faltenlose Bild des Meisters gr\u00fcndlich ab. Daf\u00fcr treten die Wesensz\u00fcge in scharfer Belichtung hervor, das R\u00e4tselhafte, Widerspr\u00fcchliche in seinem Charakter, nicht zuletzt auch all das Unfassbare, Unerkl\u00e4rliche in Leben und Werk. <\/p>\n<p> Kein geringes Verdienst von Konrads bis ins Stilistische hinein frischer k\u00fchler Luft der Gelehrtendisziplin ergibt sich f\u00fcr die Lesenden daraus, dass sie sich auf dem festen Boden der Tatsachen bewegen, andrerseits (vom Autor wohl nicht intendiert) ihre Phantasie angeregt wird, eigene Erkl\u00e4rungen zu entwerfen. Denn darauf, dass manche Aspekte sich einer Deutung, einer Auslegung f\u00f6rmlich aufdr\u00e4ngen, weisen auch einige Bemerkungen des Autors hin: \u00abes liesse sich spekulieren\u00bb; \u00abvielleicht\u00bb; \u00abeher unwahrscheinlich\u00bb; \u00abbeweisbar ist das nicht\u00bb; \u00abwenn nicht alles t\u00e4uscht\u00bb.<\/p>\n<p> Teil I mit dem umfangreichen, in chronologischer Folge geschilderten biografischen Stoff leitet Konrad ein mit Bemerkungen zur Mozart-Forschung und zu Mozart-Bildern. Die sechs folgenden Kapitel sind gegliedert nach wichtigen Lebensabschnitten: Kindheit und Jugend 1756\u20131773, Zeit der Orientierung 1773\u20131781, Die ersten Jahre der Selbst\u00e4ndigkeit in Wien 1781\u20131783, Erfolgsjahre in Wien 1784\u20131787, Wendezeit 1787\u20131789, Die sp\u00e4ten Jahre 1789\u20131791. Ein abschliessendes Kapitel ist Mozarts \u00e4usserer Erscheinung (mit einer Zusammenstellung der authentischen bzw. als unecht geltenden Portr\u00e4ts) und seiner Pers\u00f6nlichkeit gewidmet. <\/p>\n<p> Auf wesentliche Merkmale von Mozarts Musik kommt Ulrich Konrad in Teil II zu sprechen, darunter auf Mozarts Schaffensvorgang (idealtypisch in vier Phasen gegliedert), auf Periodisierung, Stil und Wirkung. Die \u00abstilistische Vielf\u00f6rmigkeit und die gro\u00dfe Beweglichkeit in der Anwendung von Mitteln aus unterschiedlichen Genera bei gleichzeitig waltender Kraft der Synthese\u00bb mache den charakteristischen Wert von Mozarts musikalischer Kunst aus. Mozart habe \u00abkeine abstrakten \u00e4sthetischen Reflexionen\u00bb angestellt, \u00absondern seine aufs Ganze gesehen ohnehin eher seltenen Aussagen zur Musik immer an die Evidenz des komponierten Notentextes und des klingenden Werks\u00bb gebunden. <\/p>\n<p> \u00abAus der Erkenntnis der Distanz zwischen Mozarts eigener musikalischer Gegenwart und derjenigen seiner nachgeborenen H\u00f6rer, im deutlichen Bewu\u00dftsein des eingetretenen Unterschieds also, erw\u00e4chst die M\u00f6glichkeit, die Bedingungen unseres Verstehens und damit das zu Verstehende selbst besser zu erfassen als in der blo\u00dfen Wahrnehmung vermeintlich zeitenthobener, autonomer Musik\u00bb, h\u00e4lt der Autor im Abschnitt \u00fcber Funktion und ,Ort\u2019 der Musik fest. <\/p>\n<p> <strong> Mozart-Werkverzeichnis<\/strong> <\/p>\n<p> <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2006\/mozverz26306.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>Unverzichtbar f\u00fcr eine vertiefte Auseinandersetzung mit Mozart ist das systematische Verzeichnis seiner rund 825 Werke. Ulrich Konrad hat auf 250 Seiten s\u00e4mtliche Kompositionen erfasst, nach Gattungen und Sachgruppen geordnet und mit allen wichtigen Angaben versehen. Das materialreiche, mit Register versehene Nachschlagewerk ist einerseits Bestandteil des Buchs \u00abWolfgang Amad\u00e9 Mozart. Leben \u2013 Musik \u2013 Werkbestand\u00bb, andrerseits liegt es auch als selbst\u00e4ndige Publikation vor. <\/p>\n<p> Das Mozart-Werkverzeichnis erschliesst den heute bekannten Bestand: die authentischen Werke (auch eine Auswahl zweifelhafter und unterschobener Kompositionen), die Bearbeitungen fremder Werke, die kompositorischen Fragmente, Studien, Skizzen und Entw\u00fcrfe, die eigenh\u00e4ndigen Abschriften fremder Werke, die Gelegenheitsgedichte, Stammbucheintr\u00e4ge und Lustspielentw\u00fcrfe. <\/p>\n<p> Hauptziel des Verzeichnisses sei es, so Konrad, \u00abdem Benutzer eine Hilfe zur Orientierung im \u0152uvre des Komponisten sowie in den bibliographischen und historischen Prim\u00e4rdaten anzubieten, wie sie nach aktuellem Wissensstand m\u00f6glich ist\u00bb. Die Werk-Systematik mit den tabellarischen Listen (KV; Titel\/Textanfang; Textdichter; Besetzung; Tonart; Datierung; AMA; NMA; Anmerkung) folgt der Neuen Mozart-Ausgabe. Bei jeder Komposition werden alle ihr bislang zugeteilten KV-Nummern verzeichnet. <\/p>\n<p> Wer denkt, das alles sei doch eine recht trockene Sache, liegt falsch. Denn selbst der Antworten auf ungestellte Fragen sind viele. Etwa: Das Schlaflied, das Wolfgang bis ins 10. Lebensjahr gesungen haben soll? (\u00abOragna figata f\u00e0\u00bb) \u2013 Die nach Takten umfangreichste Messe? (KV 66) \u2013 Die erste Verwendung von Klarinetten in einer Originalkomposition? (Divertimento KV 113 von 1771) \u2013 Wer hat den korrekten Zunamen des Klavierkonzerts KV 271 eruiert? (Michael Lorenz, 2004: Jenamy-, nicht Jeunehomme-Konzert) \u2013 Wie verh\u00e4lt es sich mit der Sinfonie KV 444? (Sie stammt von Michael Haydn, nur die Einleitung von Mozart) \u2013 Wie lautet der mozartsche Textanfang des sechsstimmigen Kanons KV 231, publiziert als \u00abLa\u00dft froh uns sein\u00bb? (\u00abLeck mich im Arsch\u00bb)<\/p>\n<p> Im Anhang des mit Illustrationen und Notenbeispielen bereicherten Bandes \u00abWolfgang Amad\u00e9 Mozart. Leben \u2013 Musik \u2013 Werkbestand\u00bb findet sich eine umfangreiche Bibliographie. Ein Personen- und ein Orteregister, ebenso ein Verzeichnis der Werke nach KV-Nummern enthalten beide Publikationen. <\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>ws<\/em>)<\/span><\/p>\n<p><\/p>\n<p> <center> <\/p>\n<table style=\"width: 430px;\" summary=\"linie\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"9\" bgcolor=\"#666666\" height=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/grafiken\/dbrown1x1.gif\" border=\"0\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-s-black\">Ulrich Konrad: Wolfgang Amad\u00e9 Mozart. Leben \u2013 Musik \u2013 Werkbestand. Mit Abbildungen und Notenbeispielen. B\u00e4renreiter-Verlag, Kassel 2005. 486 Seiten. \u20ac 34,95. Fr. 62.90. <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/exec\/obidos\/redirect?link_code=as2&amp;path=ASIN\/3761818211&amp;tag=codexflores-21&amp;camp=1638&amp;creative=6742\">Bei Amazon kaufen<\/a><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.assoc-amazon.de\/e\/ir?t=codexflores-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3761818211\" border=\"0\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" style=\"border: none !important; margin: 0px !important;\" \/><\/p>\n<p> Ulrich Konrad: Mozart-Werkverzeichnis. B\u00e4renreiter-Verlag, Kassel 2005. 251 Seiten. \u20ac 19,95. Fr. 35.90. <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/exec\/obidos\/redirect?link_code=as2&amp;path=ASIN\/3761818475&amp;tag=codexflores-21&amp;camp=1638&amp;creative=6742\">Bei Amazon kaufen<\/a><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.assoc-amazon.de\/e\/ir?t=codexflores-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3761818475\" border=\"0\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" style=\"border: none !important; margin: 0px !important;\" \/> <\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>28.03.2006 &#8212; Seraphischer G\u00f6tterliebling oder umtriebige Pop-Ikone? 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