{"id":625,"date":"2014-01-11T16:37:20","date_gmt":"2014-01-11T16:37:20","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/11\/albert-einstein-und-die-musik\/"},"modified":"2014-01-11T16:37:20","modified_gmt":"2014-01-11T16:37:20","slug":"albert-einstein-und-die-musik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/11\/albert-einstein-und-die-musik\/","title":{"rendered":"Albert Einstein und die Musik"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2006\/einst121106.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>27.11.2006 &#8212; Vor einem Jahrhundert revolutionierte er das Verst\u00e4ndnis von Raum und Zeit, der damals 27-j\u00e4hrige, als technischer Experte dritter Klasse am Berner Patentamt t\u00e4tige Albert Einstein. Mit seiner speziellen Relativit\u00e4tstheorie ver\u00e4nderte er das physikalische Weltbild grundlegend. Publikationen und Ausstellungen haben im vergangenen und in diesem Jahr die Leistungen des genialen, 1921 f\u00fcr seine Beitr\u00e4ge zur Quantentheorie mit dem Nobelpreis ausgezeichneten Physikers in helles Licht gestellt. Auch oder gerade weil die meisten seinen Gedankeng\u00e4ngen und Schl\u00fcssen nur insoweit folgen k\u00f6nnen, als sie \u00abE-gleich-m-c-Quadrat\u00bb ihrem Zitatenschatz einverleibt haben, besetzt der wirrfrisurige schnurrb\u00e4rtige Professor weltweit den Rang einer Pop-Ikone. Was ihn, den 1955 in den USA mit 76 Jahren Verstorbenen, zudem sympatisch macht und verbreitetem menschlichem Mass zug\u00e4nglich, war die im Elternhaus fr\u00fch erwachte Liebe zur Musik, zum intensiven, gar leidenschaftlichen Umgang mit Geige und Bogen. <\/p>\n<p> Gibt es Verbindungen zwischen Theoretischer Physik und Musik? Kaum, denn das Eine bedeutete f\u00fcr Einstein harte Denkarbeit, das Andere war ihm, der auch Klavier spielte, Erholung und Lebenselixir, bot dem Wissenschafter M\u00f6glichkeiten zum Kontakt mit ber\u00fchmten Interpreten, zum Spielen von Duowerken, Trios und Quartetten. <\/p>\n<p> Wer denkt, dass Einstein, der radikale Avantgardist, sich f\u00fcr zeitgen\u00f6ssische Kompositionen und deren Sch\u00f6pfer interessierte, irrt. Seine enge Klangwelt war die Barockmusik, war Schubert, doch im Besonderen Mozart. Den Rest fand er der Auseinandersetzung nicht wert. <\/p>\n<p> Einsteins Beziehungen zur Musik und zu K\u00fcnstlerpers\u00f6nlichkeiten seiner Zeit widmet sich das von Ivana Rentsch, Assistentin am Musikwissenschaftlichen Institut der Universit\u00e4t Z\u00fcrich, und Anselm Gerhard, Professor f\u00fcr Musikwissenschaft an der Universit\u00e4t Bern, herausgegebene Buch. Sein Titel \u00abMusizieren, Lieben \u2013 und Maulhalten!\u00bb zitiert Einsteins Antwort auf eine Umfrage im Schubert-Gedenkjahr 1928. Grosse Musik, so der Vordenker in der Physik, k\u00f6nne man nicht analysieren \u2013 basta! <\/p>\n<p> In den sieben Beitr\u00e4gen dieser Publikation, die auch um Einsteins Kontakte zum Judentum und zum Zionismus und um die Verantwortung des Wissenschafters kreisen, wird trotz des Meisters kurioser Meinung erforscht, analysiert und interpretiert. <\/p>\n<p> Hans-Joachim Hinrichsen r\u00fcckt die musikalische Bildung als Symptom j\u00fcdisch-deutscher Akkulturation im Kaiserreich am Beispiel Einsteins und dessen Familie in den Mittelpunkt seines Beitrags. Ivana Rentsch befasst sich mit Einsteins Bekanntschaft mit Bohuslav Martinu; Albrecht Riethm\u00fcller er\u00f6rtert die Briefe Arnold Sch\u00f6nbergs an Einstein. Dessen Einsatz f\u00fcr das musiktheatralische B\u00fchnenst\u00fcck \u00abThe Eternal Road\u00bb (\u00abDer Weg der Verheissung\u00bb) mit Musik von Kurt Weill beleuchtet Nils Grosch. <\/p>\n<p> Den vorgeblichen Verwandten Alfred Einstein, den renommierten Musikologen, portr\u00e4tiert Anselm Gerhard. Musikalisches aus dem Albert-Einstein-Archiv der Hebr\u00e4ischen Universit\u00e4t Jerusalem tr\u00e4gt Barbara Wolff bei. Einsteins Rolle in der modernen Oper erl\u00e4utert Arnold Jacobshagen anhand der Einstein-Kompositionen von Paul Dessau (1974), Philip Glass (1976) und Dirk D\u2019Ase (2004). <\/p>\n<p> Das Buch, das die Aufmerksamkeit auf viele bisher unbeachtete biografische Fakten oder unpublizierte Dokumente, auf manche durch die gleiche Religion oder gemeinsames Musizieren gekn\u00fcpfte pers\u00f6nliche Beziehungen lenkt, widerspiegelt Einsteins Wesen und Denken auf vielf\u00e4ltige Weise und setzt an die Stelle popul\u00e4rer Legenden neue Erkenntnisse und bedenkenswerte Einsichten.<\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>ws<\/em>)<\/span><\/p>\n<p><\/p>\n<p> <center> <\/p>\n<table style=\"width: 430px;\" summary=\"linie\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"9\" bgcolor=\"#666666\" height=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/grafiken\/dbrown1x1.gif\" border=\"0\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-s-black\">Ivana Rentsch \/ Anselm Gerhard (Hrsg.): Musizieren, Lieben \u2013 und Maulhalten! Albert Einsteins Beziehungen zur Musik. Schwabe Verlag, Basel 2006. 144 Seiten. Mit 17 Abbildungen. \u20ac 26,50. Fr. 38.\u2013. <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/3796522238?ie=UTF8&amp;tag=codexflores-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3796522238\">bei Amazon kaufen<\/a><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.assoc-amazon.de\/e\/ir?t=codexflores-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3796522238\" border=\"0\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" style=\"border: none !important; margin: 0px !important;\" \/><\/p>\n<p> siehe dazu auch den <a href=\"http:\/\/212.60.37.143\/rezensionen_ind2.php?art=204\">Codex-flores-Tagungsbericht<\/a><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>27.11.2006 &#8212; Vor einem Jahrhundert revolutionierte er das Verst\u00e4ndnis von Raum und Zeit, der damals 27-j\u00e4hrige, als technischer Experte dritter&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[11],"tags":[],"class_list":["post-625","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-buchbesprechungen","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/625","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=625"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/625\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=625"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=625"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=625"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}