{"id":627,"date":"2014-01-11T16:38:28","date_gmt":"2014-01-11T16:38:28","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/11\/reclams-kirchenmusik-und-konzertfuehrer\/"},"modified":"2014-01-11T16:38:28","modified_gmt":"2014-01-11T16:38:28","slug":"reclams-kirchenmusik-und-konzertfuehrer","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/11\/reclams-kirchenmusik-und-konzertfuehrer\/","title":{"rendered":"Reclams Kirchenmusik- und Konzertf\u00fchrer"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2007\/latkimus111106.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>03.01.2007 &#8212; W\u00e4hrend \u00fcber eineinhalb Jahrtausenden war Latein weltweit die Hauptsprache der r\u00f6misch-katholischen Kirche. Das Zweite Vatikanische Konzil (1962\u20131965) brachte die Einf\u00fchrung der Volkssprache in den Gottesdienst, was eine Marginalisierung des Lateinischen nach sich zog. Dem gregorianischen Gesang und der seit dem Mittelalter f\u00fcr die Liturgie komponierten lateinischen Musik war damit weitgehend der Boden entzogen; sie verschwand bis auf wenige Ausnahmen aus dem Dienst in der Kirche, verlagerte sich in ausserliturgische Bereiche, ins Konzertleben, in die Aufnahmestudios. Und, nicht zu vergessen, im Zeichen der historisch informierten Auff\u00fchrungspraxis r\u00fcckte sie st\u00e4rker ins Interesse von Vokalsolisten, Ch\u00f6ren, Ensembles, Dirigenten und Labels. <\/p>\n<p> Was fr\u00fcher Allgemeingut der katholischen Gl\u00e4ubigen war, ist heute in der Regel nur noch Musikinteressierten gut bekannt: der Wortlaut des Ordinarium Missae und des Requiem, die Texte von Te Deum, Stabat Mater oder von Vespergebeten. <\/p>\n<p> Diesem Mangel schafft Michael Wersin, Musikwissenschaftler, S\u00e4nger und Chorleiter, Dozent in St. Gallen und M\u00fcnchen, in seinem im Reclam-Verlag herausgekommenen F\u00fchrer zur lateinischen Kirchenmusik Abhilfe. Jeder der sieben Hauptteile \u2013 Messordinarium, Totenmesse, Lamentationen und Responsorien der Karwoche, Stabat Mater, Te Deum, Musik f\u00fcr die Vesper, Messproprium \u2013 ist eingeleitet durch grundlegende, auf die wichtigsten Aspekte konzentrierten Informationen und \u00dcberlegungen zu den Textvorlagen, ihren Quellen, musiktheoretischen und historischen Entwicklungen, der liturgischen Funktion. <\/p>\n<p> Die Konzentration auf die lateinische Kirchenmusik unter Ausschluss von nichtliturgischen Werken wie Motetten und Passionen erm\u00f6glichte es dem Autor, neben dem zentralen Bestand viele Kompositionen weniger bekannter Meister zu ber\u00fccksichtigen sowie Vertonungen von Lamentationen und Responsorien der Karwoche, Stundengebeten (Vespern) und den ver\u00e4nderlichen Teilen der Messe (Proprium Missae). Nicht zuletzt die Gr\u00fcndlichkeit und Breite der Darstellung, inbegriffen die Erl\u00e4uterungen des theologischen Gehalts und wichtiger Ereignisse der Kirchengeschichte, sichert dem handlichen Nachschlage- und Lesebuch Gewicht und Rang. <\/p>\n<p> Zudem: Die einl\u00e4sslichen, auf viele Details wie Choralvorbilder, Parodievorlagen und Kompositionstechniken, stilistische Besonderheiten, Satzstruktur, harmonische Verl\u00e4ufe und rhythmische Muster hinweisenden Einzelbesprechungen f\u00fcgen sich zu einem informationsdichten \u00dcberblick \u00fcber die Gattungen, Stationen und Traditionen, \u00fcber den Wandel der liturgischen Auff\u00fchrungspraxis lateinischer Kirchenmusik vom Sp\u00e4tmittelalter bis zur Gegenwart. <\/p>\n<p> In chronologischer Fortschreitung vom 14. Jahrhundert bis zum Ende des 20. stellt Michael Wersin mehr als 150 Komponisten vorab europ\u00e4ischer Herkunft und \u00fcber 400 Werke dar. Auf Notenbeispiele wurde verzichtet. Die Gliederung des Inhalts nach Gattungen bringt es mit sich, dass die besprochenen Werke eines Komponisten in verschiedenen Teilen des Buchs zu finden sind; ein die Kompositionen enthaltendes Namenregister sorgt f\u00fcr bequemes Nachschlagen. <\/p>\n<p> Im Anhang finden sich die lateinischen Texte der besprochenen Werke samt ihrer w\u00f6rtlichen \u00dcbersetzung, eine Liste von CD-Empfehlungen des Autors und Fachworterkl\u00e4rungen. <\/p>\n<p> <strong>Reclams Konzertf\u00fchrer. Orchestermusik<\/strong> <\/p>\n<p> <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2007\/reckonz111106.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>Ein bew\u00e4hrtes Kompendium hat bereits die 18. Auflage erreicht: Reclams Konzertf\u00fchrer zur Orchestermusik, erstmals 1952 vorgelegt durch Hans Renner. Eine grundlegende Neufassung hatte die 16. Auflage durch die Professoren Arnold Werner-Jensen (vom Barock bis Mitte 19. Jahrhundert) und Klaus Schweizer (bis Gegenwart) erfahren. <\/p>\n<p> Die neue, erweiterte Auflage ist nun in biografischen Daten aktualisiert und um Namen und Werke einer j\u00fcngeren, im Konzertleben des ausgehenden 20. Jahrhunderts erfolgreichen Generation erg\u00e4nzt worden: Emmanuel Nunes, Peter E\u00f6tv\u00f6s, G\u00e9rard Grisey, Salvatore Sciarrino, Kaija Saariaho, Isabel Mundry, Olga Neuwirth, Thomas Ad\u00e8s und J\u00f6rg Widmann. <\/p>\n<p> Die Entdeckungsreise zu Komponisten und ihren Werken (Orchester, z. T. mit Singstimmen und Chor, Instrumentalkonzerte) beginnt Ende des 16. Jahrhunderts, f\u00fchrt durch Kulturlandschaften mit ihren Besonderheiten und Entwicklungen, verweilt bei herausragenden Meistern (die ersten sind Vivaldi, Telemann, H\u00e4ndel und Bach), denen jeweils ein eigenes Portr\u00e4t gewidmet ist mit Biografie, Verzeichnis der Werke f\u00fcr Orchester, Charakterisierung des Schaffens und einl\u00e4sslichen W\u00fcrdigungen der zentralen Kompositionen mit Notenbeispielen. Ein weiterer Pluspunkt: Den dem 20. Jahrhundert zugerechneten Komponisten sind \u00fcber 400 Seiten \u2013 mehr als ein Drittel des Umfangs \u2013 vorbehalten. Gut erschlossen ist das Handbuch durch das Namenregister mit Verzeichnis der besprochenen Werke.<\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>ws<\/em>)<\/span><\/p>\n<p><\/p>\n<p> <center> <\/p>\n<table style=\"width: 430px;\" summary=\"linie\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"9\" bgcolor=\"#666666\" height=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/grafiken\/dbrown1x1.gif\" border=\"0\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-s-black\">Reclams F\u00fchrer zur lateinischen Kirchenmusik. Von Michael Wersin. Philipp Reclam Verlag, Stuttgart 2006. 527 Seiten. \u20ac 29,90. Fr. 52.20. <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/3150105692?ie=UTF8&amp;tag=codexflores-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3150105692\">bei Amazon kaufen<\/a><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.assoc-amazon.de\/e\/ir?t=codexflores-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3150105692\" border=\"0\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" style=\"border: none !important; margin: 0px !important;\" \/><\/p>\n<p> Reclams Konzertf\u00fchrer. Orchestermusik. Von Klaus Schweizer und Arnold Werner-Jensen. Mit 366 Notenbeispielen. 18., aktualisierte und erweiterte Auflage. Philipp Reclam Verlag, Stuttgart 2006. 1159 Seiten. \u20ac 22,90. Fr. 40.10. <a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/gp\/product\/3150106028?ie=UTF8&amp;tag=codexflores-21&amp;linkCode=as2&amp;camp=1638&amp;creative=6742&amp;creativeASIN=3150106028\">bei Amazon kaufen<\/a><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.assoc-amazon.de\/e\/ir?t=codexflores-21&amp;l=as2&amp;o=3&amp;a=3150106028\" border=\"0\" alt=\"\" width=\"1\" height=\"1\" style=\"border: none !important; margin: 0px !important;\" \/><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>03.01.2007 &#8212; W\u00e4hrend \u00fcber eineinhalb Jahrtausenden war Latein weltweit die Hauptsprache der r\u00f6misch-katholischen Kirche. Das Zweite Vatikanische Konzil (1962\u20131965) brachte&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[11],"tags":[],"class_list":["post-627","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-buchbesprechungen","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/627","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=627"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/627\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=627"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=627"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=627"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}