{"id":649,"date":"2014-01-11T20:58:57","date_gmt":"2014-01-11T20:58:57","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/11\/lexikon-der-orgel\/"},"modified":"2014-01-11T20:58:57","modified_gmt":"2014-01-11T20:58:57","slug":"lexikon-der-orgel","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/11\/lexikon-der-orgel\/","title":{"rendered":"Lexikon der Orgel"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2007\/orglex121107.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>12.11.2007 &#8212; Nicht immer widerspiegeln Mass und Gewicht eines Buches dessen inneres Format \u2013 im Fall des Lexikons der Orgel aus dem Laaber-Verlag tun sie dies. \u00dcber 2,6 Kilogramm wiegt der Foliant, und seine mehr als 900 Lexikonformat-Seiten ergeben einen imposanten R\u00fccken von 7 Zentimetern. <\/p>\n<p> Auch einige inhaltliche Charakteristika sind in Zahlen zu fassen: 111 Fachleute haben unter der Leitung der beiden Herausgeber Hermann J. Busch und Mattias Geuting in mehrj\u00e4hriger Arbeit Artikel zu 988 Namen und Stichw\u00f6rtern verfasst. Das Ziel dieses Grossunternehmens war, wie im Vorwort zu lesen ist, \u00abein differenziertes Bild der Orgel und ihrer Geschichte zu zeichnen \u2013 von den Anf\u00e4ngen in der Antike bis hin zur aktuellen Gegenwart\u00bb.<\/p>\n<p> Im Unterschied zu Publikationen mit Bereichen des gleichen Gegenstands \u2013 Handbuch Orgelmusik von Faber\/Hartmann (B\u00e4renreiter\/Metzler 2002), <a href=\"http:\/\/212.60.37.143\/rezensionen_ind2.php?art=375\">Lexikon Orgelbau<\/a> von Bosch\/D\u00f6hring\/Kalipp (B\u00e4renreiter 2007) und Reclams Orgelmusikf\u00fchrer (Lukas 1986\/2002, 7. Aufl.) \u2013 vereinigt das Lexikon der Orgel erstmals und weit ausgreifend alle relevanten Aspekte zum Thema in Sach- und in Personenartikeln. In konzentrierter Art erl\u00e4utert sind Begriffe aus Orgelbau (die instrumentenkundlichen Beitr\u00e4ge ber\u00fccksichtigen auch Nebenlinien wie Wasserorgel, Regal, elektronische Orgel, Kinoorgel, Oskalyd, selbstspielende Orgeln), Orgelmusik und Orgelspiel, und vorgestellt werden Komponisten, Orgelbauer und Orgelbaudynastien, Interpreten und Wissenschaftler. <\/p>\n<p> \u00dcbergeordnete Themenkreise umfassen Orgel-Epochen von der Antike bis zur Gegenwart, kompositorische Gattungen, Interpretationsprobleme, p\u00e4dagogische, architektonische und akustische Fragen, traditionelle und neue Spieltechniken, St\u00e4dte, Regionen und L\u00e4nder, die f\u00fcr Orgelbau und Orgelmusik von Bedeutung sind. Ausserdem finden sich Abhandlungen zum liturgischen Orgelspiel, zu Orgelreformen, neuer Orgelmusik, zu Orgelbewegung, Orgeldenkmalpflege und Orgelschulen, zu gesundheitlichen Seiten des Orgelspiels, \u00fcberdies zur Rolle der Orgel im Nationalsozialismus und in der Synagoge. <\/p>\n<p> Auf die Benutzerfreundlichkeit ist sichtbar Wert gelegt worden: durch das (in einem Lexikon un\u00fcbliche, aber hilfreiche) Artikelverzeichnis am Anfang, durch den zweispaltigen Satzspiegel, die gediegene Typografie, die vielen Verweispfeile. Und inhaltlich durch klare Formulierung, durch die den Artikeln angeh\u00e4ngten Listen (Werke, Schriften, Ausgaben, Neubauten, Restaurierungen), durch Auswahlbibliografie und Glossar sowie eine Zusammenstellung von Museen und eine Auswahl an Webseiten, die sich orgelspezifischen Themen widmen. <\/p>\n<p> Die Balance zwischen dem Anspruch auf m\u00f6glichst einl\u00e4ssliche und allgemeinverst\u00e4ndliche Darstellung und dem Gebot knapper Fassung ist in den Sachartikeln in idealem Mass erreicht worden. Bei den Komponisten- und Organistenartikeln entschieden sich die Autorinnen und Autoren ebenfalls f\u00fcr den richtigen Weg: Sie verknappten die (ohnehin in vielen Lexika ausgebreiteten) biografischen Fakten zugunsten werkbezogener Informationen (\u00e4sthetische, analytische, spieltechnische, auff\u00fchrungspraktische). Wie zu erwarten, steht Johann Sebastian Bach obenan (9\u00bd Seiten), gefolgt von Franck, Frescobaldi, Mendelssohn, Messiaen, Reger, Rheinberger und Tournemire mit 4 bis 4\u00bd Seiten. Nicht vergessen sind neben den Meistern und Kleinmeistern aus aller Welt auch Aussenseiter und die wichtigen Sammlungen wie Buxheimer Orgelbuch, Codex Faenza, Fitzwilliam Virginal Book, Robertsbridge Codex. <\/p>\n<p> Prominenten Raum nehmen die Orgelbauer beziehungsweise Orgelbaufamilien ein: Biografische Notizen, Werkstattgeschichte und Besonderheiten ihrer Instrumente vor dem Hintergrund der jeweiligen Epochen sind erg\u00e4nzt mit Angaben zu Standort, Gr\u00f6sse und Erhaltungsgrad der Orgeln. <\/p>\n<p> In den Textteil integriert finden sich Fotos, Zeichnungen und technische Skizzen, im Bildteil am Schluss Farbabbildungen, darunter die Prospekte bedeutender Orgeln samt genauer Disposition der Werke. <\/p>\n<p> Was die beiden Editoren als \u00absummarischer Blick auf das Ph\u00e4nomen Orgel in seinen unz\u00e4hligen Facetten\u00bb bezeichnen, erweist sich als kompetentes Nachschlagewerk und spannendes Studienbuch von beeindruckender Breite und Tiefe des Stoffs, reich durchsetzt mit Anregungen f\u00fcr entdeckungsfreudige Instrumentalisten, P\u00e4dagogen, Kirchenmusiker und Amateure. <\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>ws<\/em>)<\/span><\/p>\n<p><\/p>\n<p> <center> <\/p>\n<table style=\"width: 430px;\" summary=\"linie\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"9\" bgcolor=\"#666666\" height=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/grafiken\/dbrown1x1.gif\" border=\"0\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-s-black\">Lexikon der Orgel. Hrsg. Hermann J. Busch und Matthias Geuting. Orgelbau, Orgelspiel, Komponisten und ihre Werke, Interpreten. 906 Seiten mit 148 z. T. mehrfarbigen Abbildungen. Laaber-Verlag, Laaber 2007. \u20ac 128,\u2013 (Subskriptionspreis bis 30.6.2008, danach ca. \u20ac 148,\u2013). Fr. 216.\u2013. <\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>12.11.2007 &#8212; Nicht immer widerspiegeln Mass und Gewicht eines Buches dessen inneres Format \u2013 im Fall des Lexikons der Orgel&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[11],"tags":[],"class_list":["post-649","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-buchbesprechungen","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/649","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=649"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/649\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=649"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=649"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=649"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}