{"id":654,"date":"2014-01-11T21:01:33","date_gmt":"2014-01-11T21:01:33","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/11\/hugo-wolf-enzyklopaedie\/"},"modified":"2014-01-11T21:01:33","modified_gmt":"2014-01-11T21:01:33","slug":"hugo-wolf-enzyklopaedie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/11\/hugo-wolf-enzyklopaedie\/","title":{"rendered":"Hugo Wolf Enzyklop\u00e4die"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2008\/wolf270108.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>28.01.2008 &#8212; Falls der Begriff Understatement auch auf den Buchumschlag angewendet werden kann, h\u00e4tte er hier seine Berechtigung: Ernst Hilmars Hugo Wolf Enzyklop\u00e4die gibt \u00e4usserlich nichts von ihrer inhaltlichen Bedeutung preis. Wer w\u00fcrde hinter dem bescheidenen Auftritt schon das Standardwerk der Wolf-Forschung vermuten? <\/p>\n<p> Hugo Wolf (1860\u20131903), der innerhalb von nur zwei Jahrzehnten ein umfangreiches \u0152uvre schuf, insbesondere als bedeutendster Liedkomponist in der zweiten H\u00e4lfte des 19. Jahrhunderts, steht bis heute abseits des Interesses der Musikwissenschaft (und auch nicht im Zentrum des aktuellen Musiklebens). Zwar sind im Gefolge der Wolf-Monografien von Ernst Decsey (1906) und Frank Walker (1951) weitere Biografien publiziert worden \u2013 1971 von Erik Werba, 1985 von Andreas Dorschel, 1988 von Kurt Honolka und 2003 von Dietrich Fischer-Dieskau und von Leopold Spitzer \u2013, doch selbst wenn man die vorliegenden Studien und Dissertationen zu Einzelaspekten von Wolfs Schaffen einbezieht, bleibt die Ausbeute \u00fcberschaubar. <\/p>\n<p> Der \u00f6sterreichische Musikwissenschaftler Ernst Hilmar (er hat 2004 mit Margret Jestremski eine Schubert-Enzyklop\u00e4die herausgegeben) plante ein Hugo Wolf Lexikon, das sich im Lauf der Arbeit und aufgrund der Stofff\u00fclle zur vorliegenden Hugo Wolf Enzyklop\u00e4die ausgewachsen hat. Hilmars Absicht und Ziel war, die Materialien zu und \u00fcber Wolf, die sich in den vergangenen Jahrzehnten angeh\u00e4uft haben (darunter \u00fcber 2000 Briefe), in einem Band zu konzentrieren, der ausschliesslich auf Quellenstudien beruht \u2013 eine Pioniertat. <\/p>\n<p> Allein die Vielfalt des auf fast 600 zweispaltig umbrochenen Seiten ausgebreiteten Materials, darunter 180 Abbildungen, heischt Respekt; erstaunen muss zudem, wie der Autor die in den \u00fcber 500 Einzelartikeln behandelten Inhalte klar aufbereitet und quellenm\u00e4ssig penibel verankert hat. Ausserdem: Im Impressum ist klein und bescheiden vermerkt, dass Univ. Doz. Dr. Ernst Hilmar auch Layout, Satz und Bildteil gestaltet hat. <\/p>\n<p> Die Artikel gliedern sich in drei Teile. Ein allgemeiner Teil (Kurzbiografie, Einleitung, Definition, Erl\u00e4uterung, Hinweis auf den Inhalt des Stichworts, historischer R\u00fcckblick oder wichtige Daten beinhaltend) und Literaturhinweise in kleinerer Typografie umrahmen den auf Wolf bezogenen Abschnitt. Hauptthemen sind Biografisches und Werkbetreffendes sowie das Umfeld des Komponisten. <\/p>\n<p> Viele Themen fliessen hier zusammen, charakterisieren den K\u00fcnstler, den schwierigen Menschen Wolf und dessen Eigenheiten, Vorlieben, Krankheiten und seine Exzentrik, seine Selbstdarstellung, sein Selbstverst\u00e4ndnis als K\u00fcnstler und Musikkritiker, seine Reise- und Konzertt\u00e4tigkeit, seine zigmal gewechselten Wohnst\u00e4tten. Breiter Raum kommt dem Schaffen wie den damit verbundenen Bereichen zu (Kompositionsprozess und -zeiten, \u00c4sthetik, Entwicklung, Fassungen, Form, Harmonik, Melodik, Instrumentation, auch die Rezeption, der Nachruhm, die Wolf-Vereine, Belletristik, Diskografie \u2026).<\/p>\n<p> Beitr\u00e4ge zu namhaften Pers\u00f6nlichkeiten aus Hugo Wolfs Umkreis, Gedanken- und Nachwelt, darunter musikalische Vorbilder, Komponistenkollegen, Philosophen und Dichter, Dirigenten, S\u00e4ngerinnen, S\u00e4nger und Pianisten, Sponsoren und Verleger, Frauen, Freunde, Feinde, Musikwissenschaftler und Wolf-Forscher (ohne Eintrag zu Ernst Hilmar!) \u00f6ffnen weitere Wege der Ann\u00e4herung an einen Schwierigen. Und bieten zudem detailreiche Einblicke in die Kultur- und Mentalit\u00e4tsgeschichte von Hugo Wolfs Lebenszeit. <\/p>\n<p> Die Vielzahl der zum Teil erstmals publizierten Schwarzweiss-Abbildungen ist mehr als nur schm\u00fcckende Zutat, denn eine Wolf-Ikonografie steht noch immer aus. <\/p>\n<p> Nicht nur unter sich mit Verweispfeilen gut vernetzt sind die Artikel, ausgezeichnet erschlossen wird das Ganze durch die Register von Namen, Orten und Werken. Am Anfang finden sich die Zeittafel und das Verzeichnis der Stichw\u00f6rter. <\/p>\n<p> Ernst Hilmar hat in seinem imponierenden, einem stringenten Gesamtkonzept unterstellten Opus das aktuelle Wissen der Wolf-Forschung geb\u00fcndelt, kritisch gewertet, kommentiert, auf wissenschaftlich gesicherte Basis gestellt und durch eigene Untersuchungen bereichert. Seine Hugo Wolf Enzyklop\u00e4die ist unverzichtbar f\u00fcr alle, die sich ernsthaft mit dem Komponisten, seinem Schaffen und seinem Umfeld befassen. Und ein Impuls f\u00fcr die weitere Wolf-Forschung. <\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>ws<\/em>)<\/span><\/p>\n<p><\/p>\n<p> <center> <\/p>\n<table style=\"width: 430px;\" summary=\"linie\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"9\" bgcolor=\"#666666\" height=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/grafiken\/dbrown1x1.gif\" border=\"0\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-s-black\">Ernst Hilmar: Hugo Wolf Enzyklop\u00e4die. 518 Einzelartikel zu Leben und Werk, Umfeld und Rezeption. Mit 180 Abbildungen. Verlag Hans Schneider, Tutzing 2007. 593 Seiten. \u20ac 82,\u2013. Fr. 129.90<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>28.01.2008 &#8212; Falls der Begriff Understatement auch auf den Buchumschlag angewendet werden kann, h\u00e4tte er hier seine Berechtigung: Ernst Hilmars&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[11],"tags":[],"class_list":["post-654","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-buchbesprechungen","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/654","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=654"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/654\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=654"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=654"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=654"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}