{"id":655,"date":"2014-01-11T21:02:04","date_gmt":"2014-01-11T21:02:04","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/11\/peter-ryoms-vivaldi-werkverzeichnis-rv\/"},"modified":"2014-01-11T21:02:04","modified_gmt":"2014-01-11T21:02:04","slug":"peter-ryoms-vivaldi-werkverzeichnis-rv","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/11\/peter-ryoms-vivaldi-werkverzeichnis-rv\/","title":{"rendered":"Peter Ryoms Vivaldi Werkverzeichnis (RV)"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2008\/viv90208.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>10.02.2008 &#8212; K, BWV, Wq, KV, Hob, D, Sz: Diese und manch andere K\u00fcrzel bedeuten den im Gebiet der Musik sich Ergehenden unentbehrliche Wegmarken durch die Dickichte der ausgedehnten Werklandschaft von Komponisten. Aus Verehrung, Hingabe, Enthusiasmus, Findigkeit, Ordnungssinn, Forscherehrgeiz, Beharrlichkeit und umfassender Kenntnis wachsen in jahrzehntelanger Knochenarbeit die grossen Verzeichnisse, in denen das \u0152uvre eines Meisters penibel katalogisiert, nummeriert, beschrieben und mit Kommentaren versehen wird. <\/p>\n<p> Der stolzeste Lohn des Wissenschafters f\u00fcr sein umfangreiches thematisch-systematisches Koordinatennetz: Sein Name wird im gleichen Atemzug erw\u00e4hnt mit jenem des Komponisten. Kirkpatrick und Scarlatti, Wotquenne und Carl Philipp Emanuel Bach, Hoboken und Haydn, K\u00f6chel und Mozart, Deutsch und Schubert. Nicht allen ist dergleichen Glanz geg\u00f6nnt: Schmieder versteckt sich hinter dem grossen Bach, Sz\u00f6ll\u00f6sy wird (bei Bart\u00f3k) nur als Sz genannt, und wer die umfangreichen Hinterlassenschaften von Sch\u00fctz, Purcell, H\u00e4ndel, Telemann und Zelenka geordnet hat, wissen auf Anhieb nur Eingeweihte. Bei Chopin sieht ohnehin kaum noch einer durch \u2013 die Wahl hat man unter K bzw. KK, B bzw. BI, C bzw. CT und der Opus-Zahl. Unerl\u00e4sslich dabei die Liste der Konkordanzen. (Apropos Opus: Allzu oft f\u00fchrt die bei Drucklegung von Sammlungen Anfang des 17. Jahrhunderts aufgekommene Opus-Nummerierung auf schwankenden Boden. So ist Schuberts op.1 laut Deutsch-Verzeichnis sein 328. Werk.) <\/p>\n<p> Was nun Antonio Vivaldi (1678\u20131741) angeht, so verh\u00e4lt es sich mit ihm \u00e4hnlich wie mit Chopin: Man trifft auf Werkverzeichnisse von Mario Rinaldi (1945), Marc Pincherle (1948) und Antonio Fanna (1968), \u00fcberdies auf einige Opus-Nummern. Vivaldi-Standard seit gut dreissig Jahren aber ist das RV, das Ryom-Verzeichnis. <\/p>\n<p> Der 1937 in Kopenhagen geborene Peter Ryom wurde nach musikwissenschaftlichen Studien mit einem Staatsstipendium ausgestattet, das es ihm erm\u00f6glichte, ein Vivaldi-Verzeichnis auszuarbeiten. 1974 legte er nach intensiven Forschungsarbeiten und kritischen Quellenstudien die Kleine Ausgabe vor (Deutscher Verlag f\u00fcr Musik, Leipzig), in der er s\u00e4mtliche bekannten Werke durch eindeutige Nummerierung bezeichnete. Er zog auch die \u00e4lteren Werkverzeichnisse bei, die ihm, wie er nun schreibt, \u00abjedoch wegen ihrer in mehreren F\u00e4llen unzuverl\u00e4ssigen Ausk\u00fcnfte nur als Ausgangspunkt f\u00fcr die bibliographische Arbeit dienten\u00bb.<\/p>\n<p> Die Vivaldi-Forschung ist in den vergangenen drei Jahrzehnten in Fluss geblieben: Bisher nicht registrierte Werke wurden entdeckt, Fehlzuschreibungen erkannt, neue Einsichten \u00fcber Vivaldis Schaffen in Monografien, Aufs\u00e4tzen, Studien, Einzelpublikationen \u2013 viele in den Reihen des Istituto Italiano Antonio Vivaldi (Mailand, Florenz) \u2013 ver\u00f6ffentlicht. Die Ergebnisse der gesammelten reichhaltigen Fachliteratur haben zusammen mit eigenen umfangreichen Untersuchungen nun auch Eingang gefunden in das bei Breitkopf &amp; H\u00e4rtel erschienene thematisch-systematische Verzeichnis der Werke Antonio Vivaldis (RV), Peter Ryoms Opus magnum. <\/p>\n<p> Es enth\u00e4lt, gegliedert in die beiden Teile Instrumentalwerke und Vokalwerke (geistliche und weltliche und szenische Werke), erstmals s\u00e4mtliche Kompositionen Vivaldis mit Notenincipits jedes einzelnen Satzes und mit allen wesentlichen Angaben zur Besetzung, Entstehung, \u00dcberlieferung, Publikation und Rezeption. Die Nummerierung der Kleinen Ausgabe von 1974 wurde beibehalten; die seither neu entdeckten und integrierten Werke tragen die RV-Nummern 751 bis 809. <\/p>\n<p> Der Katalog der Instrumentalkompositionen ist geordnet nach Besetzungen (Anzahl und Art der Instrumente), beginnend mit den Werken f\u00fcr ein Instrument und Basso continuo, jeweils sortiert nach Tonarten in chromatischer Reihenfolge ab C-Dur, endend mit den Werken f\u00fcr mehrere Solo-Instrumente, zwei Streichorchester und Basso continuo (RV 581\u2013585). Die Vokalwerke rangieren innerhalb der einzelnen Gattungen nach Titeln bzw. Textanf\u00e4ngen; die alttestamentlichen Psalmen folgen der Nummerierung der Vulgata, die Oratorien der Chronologie. <\/p>\n<p> Erstaunlich und respektheischend diese das kaum \u00fcberschaubare Chaos b\u00e4ndigende Ansammlung von Fakten zu Titel und Text, Auff\u00fchrungsorten, Spielzeiten, Werkfassungen und Werkanlage, zu Besetzung, Entstehungszeit, \u00dcberlieferung, Kopisten, Literatur, Quellen (Autographen, Abschriften, Partituren, Stimmen, Drucke, Inventare, Kataloge, Libretti). Ein Genuss zudem f\u00fcrs Auge dank grossz\u00fcgig dimensionierten Incipits, gediegener Typografie und \u00fcbersichtlichem Layout. <\/p>\n<p> Einerseits konnte Vivaldis immenses \u0152uvre um \u00fcber f\u00fcnfzig Nummern bereichert werden, darunter Sonaten, Concerti, Kantaten, wurden Chronologie, Entstehungszeit und Quellenwert hier und dort pr\u00e4zisiert oder korrigiert, andrerseits f\u00fchrten neuere Studien auch zu Abschreibungen bzw. Zuschreibungen an andere Verfasser, darunter Albinoni, Sammartini, Alessandro Marcello, Telemann, Hasse, Keiser, Johann-Ernst von Sachsen-Weimar und den Composer X. Aufgelistet sind diese Werke unter RV Anh. 1 bis 134. <\/p>\n<p> Im Anhangsteil des Bandes finden sich zudem die Werksammlungen, gedruckten Quellen, Inventare und Kataloge sowie die Konkordanzentabelle (Pincherle, Fanna). Der Registerteil (Werktitel und Textanf\u00e4nge der Vokalkompositionen, die Namen der in Opern und gr\u00f6sseren Vokalwerken auftretenden S\u00e4ngerinnen und S\u00e4nger und der auf das 18. Jahrhundert beschr\u00e4nkten Personen) erm\u00f6glicht raschen Zugriff auf den Inhalt des magistralen Ryom-Verzeichnisses, dem f\u00fcr wissenschaftliche Forschung und musikalische Praxis in Sachen Vivaldi unverzichtbaren Referenzwerk. <\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>ws<\/em>)<\/span><\/p>\n<p><\/p>\n<p> <center> <\/p>\n<table style=\"width: 430px;\" summary=\"linie\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"9\" bgcolor=\"#666666\" height=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/grafiken\/dbrown1x1.gif\" border=\"0\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-s-black\">Peter Ryom: Antonio Vivaldi. Thematisch-systematisches Verzeichnis seiner Werke (RV). Verlag Breitkopf &amp; H\u00e4rtel, Wiesbaden 2007. 633 Seiten. \u20ac 98,\u2013. Fr. 155.20.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>10.02.2008 &#8212; K, BWV, Wq, KV, Hob, D, Sz: Diese und manch andere K\u00fcrzel bedeuten den im Gebiet der Musik&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[11],"tags":[],"class_list":["post-655","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-buchbesprechungen","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/655","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=655"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/655\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=655"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=655"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=655"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}