{"id":656,"date":"2014-01-11T21:02:33","date_gmt":"2014-01-11T21:02:33","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/11\/rene-clemencic-feiert-seinen-80-geburtstag\/"},"modified":"2014-01-11T21:02:33","modified_gmt":"2014-01-11T21:02:33","slug":"rene-clemencic-feiert-seinen-80-geburtstag","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/11\/rene-clemencic-feiert-seinen-80-geburtstag\/","title":{"rendered":"Ren\u00e9 Clemencic feiert seinen 80. Geburtstag"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2008\/080227.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>27.02.2008 &#8212; Am 22. Juni 1958 fand im M\u00f6nchssaal des Stiftes Heiligenkreuz bei Wien ein Konzert mit sp\u00e4tgotischer Sakralmusik statt \u2212 durchgef\u00fchrt von einem noch namenlosen Ensemble, das mit viel Leidenschaft und k\u00fcnstlerischer Neugier vom damals dreissigj\u00e4hrigen Ren\u00e9 Clemencic organisiert worden war. Diese Woche feiert der Pionier der Alte-Musik-Bewegung seinen 80. Geburtstag. Das Konzert war das Vorspiel zum Konzertzyklus \u00abMusica Antiqua\u00bb im Brahmssaal des Wiener Musikvereins, der einen bedeutenden Teil des musikalischen Lebenswerks Clemencics ausmacht. Bereits vor einem Jahr ist er in der liebevoll und aufwendig gestalteten Chronik \u00abRen\u00e9 Clemencic Musica Antiqua \u2212 Lebendige Alte Musik\u00bb dokumentiert worden. 152 Konzerte z\u00e4hlte die Reihe zwischen 1966 und 2005. Der Clemencic Consort hatte dabei zun\u00e4chst selber den Namen Musica Antiqua erhalten. Nach einem Bruch 1968 mit dem alten Ensemble und einer Zwischenphase 1974, in welcher das personell erneuerte Ensemble als Capella Musica Antiqua auftrat, setzte Clemencic die Reihe in den siebziger Jahren mit seinem Clemencic Consort fort.<\/p>\n<p> Beim grossen Publikum stand Clemencic immer etwas im Schatten seines Wiener Kollegen Nicolaus Harnoncourt, der \u2212 ebenfalls 1958 \u2212 mit seinem Concentus Musicus Wien die Bewegung der historischen Musizierpraxis mitinitiiterte. Zum eine d\u00fcrfte das daran gelegen haben, dass Harnocourt auch ein ausgesprochenes Talent der Selbstvermarktung besass (und besitzt) und sich zun\u00e4chst auf die Aufarbeitung der Barockmusik konzentriert hat. Diese sind f\u00fcr das allgemeine Publikum zug\u00e4nglicher als die Renaissance- und Mittelalter-Kl\u00e4nge, denen sich Clemencic verschrieben hatte. Die Barock-Bewegung hatte in der Aufbruchszeit der f\u00fcnfziger Jahren in der Cappella Coloniensis \u00fcberdies in K\u00f6ln ein Gravitationszentrum. Initiiert worden war sie von August Wenzingers, der auch die Geschicke der Basler Schola Cantorum wesentlich mitgepr\u00e4gt hat.<\/p>\n<p> Der geistige Horizont Clemencics, der neben Musik auch Philosophie und Mathematik studiert hat, reicht aber weit \u00fcber die vorbarocke Klangwelt hinaus. Als Komponist bewegte er sich ab den neunziger Jahren in der Tradition der musikalischen Zahlenmystik. Die hindemithsche Kompositionstheorie erwarb er sich bei Hans Ulrich Staeps, und \u2212 nein nicht Sch\u00f6nbergs, sondern Hauers \u2212 Zw\u00f6lftonlehre bei Johannes Schwieger. F\u00fcr sein Oratorium \u00abKabbala\u00bb vertiefte er sich \u00fcberdies in die j\u00fcdische Mystik, und rund um die Kammeroper \u00abDer Berg\u00bb, die 2003 am Carinthischen Sommer zur Urauff\u00fchrung gelangt ist, fanden auch zenbuddhistische Denkweisen Eingang in sein spirituelles Unviersum.<\/p>\n<p> \u00dcberdies ist Clemencic ein leidenschaftlicher Sammler von Skulpturen aller Epochen. Die aus aller Welt zusammengetragenen Kunstwerke machte das Museum Belvedere vor rund vier Jahren in der Ausstellung \u00abWandlungen: Ereignis Skulptur\u00bb zug\u00e4nglich. Die Wiener Fotografin Christine de Grancy hat die Ausstellung in einem bemerkenswerten Buch dokumentiert, das im gleichen Verlag wie die hier vorgestellte Chronik erschienen ist.<\/p>\n<p> Der reich illustrierte Band \u00abRen\u00e9 Clemencic Musica Antiqua \u2212 Lebendige Alte Musik\u00bb regt an zum St\u00f6bern und tiefergehenden Entdecken von Clemencics musikalischem Kosmos. Zwei begef\u00fcgte CD geben \u00fcberdies einen lebhaften akustischen Eindruck der Konzertreihe. Da ist es zu bedauern, dass sich die kundigen Texte wegen des Fehlens von Inhaltsverzeichnis und Schlagwortregister dem eiligen Rechercheur als Nachschlagewerk nicht unbedingt andienen. <\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>wb<\/em>)<\/span><\/p>\n<p><\/p>\n<p> <center> <\/p>\n<table style=\"width: 430px;\" summary=\"linie\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"9\" bgcolor=\"#666666\" height=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/grafiken\/dbrown1x1.gif\" border=\"0\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-s-black\">\u00abRen\u00e9 Clemencic \u2212 Lebendige Alte Musik\u00bb, Bucher Verlag, Hohenhems 2007, 56.50 Euro Bezugsnachweis: <a href=\"http:\/\/www.quintessence.at\" target=\"blank\" rel=\"noopener noreferrer\">www.quintessence.at<\/a><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>27.02.2008 &#8212; Am 22. Juni 1958 fand im M\u00f6nchssaal des Stiftes Heiligenkreuz bei Wien ein Konzert mit sp\u00e4tgotischer Sakralmusik statt&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[11],"tags":[],"class_list":["post-656","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-buchbesprechungen","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/656","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=656"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/656\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=656"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=656"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=656"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}