{"id":657,"date":"2014-01-11T21:03:01","date_gmt":"2014-01-11T21:03:01","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/11\/der-tod-in-musik-und-kultur\/"},"modified":"2014-01-11T21:03:01","modified_gmt":"2014-01-11T21:03:01","slug":"der-tod-in-musik-und-kultur","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/11\/der-tod-in-musik-und-kultur\/","title":{"rendered":"Der Tod in Musik und Kultur"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2008\/phil100208.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>02.03.2008 &#8212; Es war ihm nur ein kurzes Leben beschieden: Herzog Philipp der Sch\u00f6ne, 1478 in Br\u00fcgge geboren, starb 1506 im spanischen Burgos im Alter von 28 Jahren. Bekannter \u2013 wenigstens dem Namen nach \u2013 ist die Frau, mit der sich Philipp, der Habsburger, zehn Jahre zuvor verm\u00e4hlt hatte: Juana la Loca, Johanna die Wahnsinnige. An herausragender Stelle in die Geschichte eingegangen sind zwei ihrer sechs Kinder: Karl V., Kaiser von 1530 bis 1556 (\u00abIch spreche Spanisch zu Gott, Italienisch zu den Frauen, Franz\u00f6sisch zu den M\u00e4nnern und Deutsch zu meinem Pferd\u00bb), und Ferdinand I., dessen Nachfolger (Stichwort: Augsburger Religionsfrieden von 1555). <\/p>\n<p> Zur Erg\u00e4nzung (denn Dynastien, Familienbande und Banden spielen in der Geschichte eine der Hauptrollen): Philipps Eltern waren Kaiser Maximilan I. und Maria von Burgund. Seine Schwester Margarete von \u00d6sterreich machte sich einen Namen als M\u00e4zenin und als bedeutende Sammlerin von Manuskripten, Folianten und Kompositionen (siehe <a href=\"http:\/\/212.60.37.143\/rezensionen_ind2.php?art=314\">Rezension<\/a> vom 24.10.2006).<\/p>\n<p> Anl\u00e4sslich des 500. Todestags Philipps des Sch\u00f6nen (den Zunamen soll er nicht seinem Antlitz, sondern seinen wohlgeformten Waden verdankt haben) f\u00fchrte das Institut f\u00fcr Musikwissenschaft der Universit\u00e4t Wien eine Tagung durch unter dem Titel \u00ab,cum maioribus lachrymis et fletu immenso\u2019 \u2013 Der Tod in Musik und Kultur des Sp\u00e4tmittelalters und der Fr\u00fchen Neuzeit\u00bb.<\/p>\n<p> W\u00e4hrend viele Fakten zur Organisation der Funeralien von Kaisern, K\u00f6nigen und F\u00fcrsten in Quellen aus dem 15. und 16. Jahrhundert gut dokumentiert sind, mangelt es an konkreten Informationen \u00fcber die bei Begr\u00e4bnisfeierlichkeiten erklungene Musik, deren Ausf\u00fchrung und Interpreten. <\/p>\n<p> In interdisziplin\u00e4rem methodischem Ansatz griff eine Reihe internationaler Experten im Wiener Symposium Themen des Totengedenkens auf und diskutierte zeitgen\u00f6ssische Vorstellungen und Konzeptionen von Tod, Trauer und Jenseits. Im vorliegenden Band sind 15 Beitr\u00e4ge versammelt, vier davon in englischer Sprache. <\/p>\n<p> Mit dem pl\u00f6tzlichen Tod Philipps und der Krise des Hauses Habsburg befasst sich Alfred Kohler. Franz R\u00f6mer untersucht die Lobschriften auf Philipp von Erasmus (1504), von Bartolini und Remacle d\u2019Ardenne und ein Trauergedicht aus einer Wiener Matrikel. <\/p>\n<p> In ein weites Blickfeld nimmt Meta Niederkorn-Bruck die Lebenswelt und das Lebensgef\u00fchl des ausgehenden Mittelalters (Visionen, Totentanz, Artes-moriendi-Literatur, bildende Kunst, Pilgerfahrt, Ablasshandel). Totenrituale, Requiem-Messe (noch ohne Dies-irae-Sequenz) und die Feierlichkeiten f\u00fcr Philipp in Dijon und Br\u00fcssel stehen im Zentrum der (engl.) Studie von Barbara Haggh. Franz K\u00f6rndle erforscht Ritual und Repertoire der Memorialfeierlichkeiten im Rahmen des Konstanzer Reichstags von 1507. Den im 14.\/15. Jahrhundert verbreiteten Vorstellungen \u00fcber die Engelsmusik, welche die Verstorbenen im Jenseits erwartet, widmet sich Bj\u00f6rn R. Tammen in seiner musik-ikonografischen Abhandlung. <\/p>\n<p> Verschiedene Aspekte des eigentlichen Repertoires von Totenmusik werden in den folgenden Studien behandelt von Honey Meconi (Korrelation von Tonumf\u00e4ngen; engl.), Hartmut Krones (Tonartencharakteristik), Wolfgang Fuhrmann (Pierre de la Rues vier Trauermotetten und die Quis-dabit-Tradition), Markus Grassl (Vertonungen von Jeremias\u2019 Klageliedern) und Paula Higgins (Trauermotetten von und f\u00fcr Ockeghem; engl.). Einen Einblick in Organisation, Bedeutung und Kosten von Trauerfeiern beim Adel gibt Andreas Zajic. <\/p>\n<p> Auf Italien ausgerichtet sind die drei letzten Aufs\u00e4tze von Iain Fenelon (die Funeralien von Dogen in Venedig und der Medici in Florenz; engl.), von Katelijne Schiltz (die burlesken Lamenti f\u00fcr Adran Willaert) und von Bernhold Schmid (Monteverdis \u00abBallo delle ingrate\u00bb von 1608 und der Totentanz). <\/p>\n<p> Im Anhang finden sich ein detailliertes Register (Personen und Werke) sowie die Kurzbiografien der Autorinnen und Autoren. Der mit vielen Schwarzweiss-Abbildung und Notenbeispielen ausgestattete, gediegen in Leinen gebundene Band bietet neue Erkenntnisse und eine F\u00fclle von Anregungen auch auf den Gebieten Geschichte, Literatur und bildender Kunst. <\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>ws<\/em>)<\/span><\/p>\n<p><\/p>\n<p> <center> <\/p>\n<table style=\"width: 430px;\" summary=\"linie\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"9\" bgcolor=\"#666666\" height=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/grafiken\/dbrown1x1.gif\" border=\"0\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-s-black\">Stefan Gasch und Birgit Lodes (Hrsg.): Tod in Musik und Kultur. Zum 500. Todestag Philipps des Sch\u00f6nen. Wiener Forum f\u00fcr \u00e4ltere Musikgeschichte, Band 2. Mit Abbildungen und Notenbeispielen. Verlag Hans Schneider, Tutzing 2007. 421 Seiten. \u20ac 55,\u2013. Fr. 84.30.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>02.03.2008 &#8212; Es war ihm nur ein kurzes Leben beschieden: Herzog Philipp der Sch\u00f6ne, 1478 in Br\u00fcgge geboren, starb 1506&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[11],"tags":[],"class_list":["post-657","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-buchbesprechungen","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/657","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=657"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/657\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=657"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=657"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=657"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}