{"id":669,"date":"2014-01-11T21:11:02","date_gmt":"2014-01-11T21:11:02","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/11\/die-musikwelt-des-barock\/"},"modified":"2014-01-11T21:11:02","modified_gmt":"2014-01-11T21:11:02","slug":"die-musikwelt-des-barock","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/11\/die-musikwelt-des-barock\/","title":{"rendered":"Die Musikwelt des Barock"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2008\/barock51008.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>06.10.2008 &#8212; \u00abDass in unserer Welt gerade die Musik des Barock zur Hintergrundmusik bzw. gar zu einer Art Ger\u00e4uschkulisse erniedrigt wird, kann man beklagen. Aber verhindern kann man es nicht. Deshalb ist es sinnvoll und aus Respekt zu den Menschen, die in der Barockzeit musikalisch kreativ waren, geradezu geboten, sich einmal den urspr\u00fcnglichen Bedeutungszusammenhang \u2013 also die Musikwelt des Barock \u2013 zu vergegenw\u00e4rtigen. Wenn man unsere enorme Distanz zu dieser Welt erkennt, gewinnt man eine neue N\u00e4he zu ihrer Musik \u2013 hoffentlich.\u00bb (Zitat aus Kapitel 6) <\/p>\n<p> Bernhard Morbach, Programmgestalter und Moderator f\u00fcr Alte Musik am Rundfunk Berlin Brandenburg, holt in seinem Buch \u00fcber die Musikwelt des Barock weit aus und sch\u00fcrft tief, um alle wesentlichen Aspekte auszuleuchten und den \u00aburspr\u00fcnglichen Bedeutungszusammenhang\u00bb zu kl\u00e4ren. Wie er aus der Distanz, der zeitlichen, der emotionalen, der \u00e4sthetischen, der kompositionstheoretischen, N\u00e4he und frische Aktualit\u00e4t zu formulieren versteht, macht die Lekt\u00fcre Seite f\u00fcr Seite zu einer erfrischenden Auseinandersetzung mit der Epoche und dem Zeitgeist zwischen etwa 1600 und 1750. <\/p>\n<p> Es geht dem Autor \u2013 er hat dies bereits in den beiden fr\u00fcheren B\u00e4nden \u00ab<a href=\"http:\/\/212.60.37.143\/rezensionen_ind2.php?art=142\">Die Musikwelt des Mittelalters<\/a>\u00bb und \u00ab<a href=\"http:\/\/212.60.37.143\/rezensionen_ind2.php?art=279\">Die Musikwelt der Renaissance<\/a>\u00bb \u00fcberzeugend realisiert \u2013 nicht lediglich um Komponisten und ihre Werke, vielmehr auch um die bestimmenden sozialen, politischen, geistes- und kulturgeschichtlichen Hintergr\u00fcnde ihres Denkens und Schaffens. Das \u00f6ffnet den mit den Themen Vertrauten neue Zug\u00e4nge, schafft Querverbindungen und \u00dcbersicht, macht diese Trilogie durchaus auch interessant f\u00fcr eine in der Musik weniger heimische Leserschaft. <\/p>\n<p> Das mit schwarzweiss reproduzierten ikonografischen Quellen sowie einigen Notenbeispielen gediegen und informativ illustrierte Buch besticht durch \u00fcberlegten Aufbau, klare, mittels typografischer Elemente betonte Gliederung und didaktisch wie sprachlich lebendig und facettenreich dargestellte Inhalte. <\/p>\n<p> Neben den zentralen Themenbereichen (wie etwa Gattungen und Formen in Instrumental- und Vokalmusik, Affektenlehre und \u00c4sthetik, Naturbegriff und musikalisches Ordnungsdenken, die musikalische Temperatur, Komponisten und die Bedeutung ihres Schaffens, Musik als politische Machtdemonstration, massgebende Musiktheoretiker, historische und moderne Auff\u00fchrungspraxis) finden sich unerwartete und originell aufbereitete Stoffe: Musik und Musikleben in f\u00fcnfzehn ausgew\u00e4hlten Metropolen in Deutschland, \u00d6sterreich, Italien, den Niederlanden, Frankreich und England (ein umfangreiches Kapitel); Komponistinnen vom Mittelalter bis zum Barock, von denen Werke als CD-Einspielungen vorliegen; die Barockmusik in Nord- und S\u00fcdamerika sowie auf Kuba. <\/p>\n<p> Der Anhang enth\u00e4lt Hinweise zu Quellenwerken und zur Sekund\u00e4rliteratur, eine \u00dcbersicht \u00fcber verschiedene Ostinato-Formen (notiert im Klaviersatz), das Register (Personen; Sachen und Orte) und listet den Inhalt der beiliegenden CD-ROM auf. Mit den einzelnen Buchkapiteln verzahnt sind deren pdf-Dateien und die hoch aufgel\u00f6sten, \u00fcberwiegend farbigen Reproduktionen von 56 Grafiken und Gem\u00e4lden im jpg-Format (in der Marginalienspalte wird an betreffender Stelle auf sie verwiesen); dar\u00fcber hinaus finden sich zus\u00e4tzliche Dokumente. <\/p>\n<p> Die \u00fcber sechzig Musikalien, hilfreiche pragmatische Erg\u00e4nzungen, wurden verst\u00e4ndlicherweise nicht \u2013 wie in den B\u00e4nden zum Mittelalter und zur Renaissance \u2013 mit Audio-Dateien verkn\u00fcpft. Unter den zus\u00e4tzlichen Texten finden sich Abhandlungen von Johann Rist (1663), Abraham a Sancta Clara (1685), Talander (1694) und das \u00abMusicalische Theatrum\u00bb von Johann Christoph Weigel (um 1720). \u2013 Alles in allem: eine CD-ROM mit einer F\u00fclle an Stoff zum Lesen, Studieren, Betrachten und, nicht zuletzt, Am\u00fcsieren. <\/p>\n<p> <strong><em>Zitat aus dem Buch: <\/em><\/strong><br \/> \u00abWenn man die Musikgeschichte der barocken Metropolen, die ich f\u00fcr dieses Kapitel ausgew\u00e4hlt habe, unter dem Aspekt der Komponisten-Pers\u00f6nlichkeiten betrachtet, so stellt man eine rege Wanderschaft fest: Viele Komponisten begegnen uns vielerorts. Man kann geradezu von einem internationalen Netzwerk kompositorischer Kreativit\u00e4t sprechen. An ihm hatte auch der bl\u00fchende Musikalienhandel einen gro\u00dfen Anteil. Durch diese internationale musikalische Kommunikation haben sich Stile ver\u00e4ndert und neue gebildet. Und heute reisen nur noch die Stars eines rein reproduktiven Musikbetriebs wegen des Geldes um die ganze Welt\u2026!\u00bb (Seite 126) <br \/> <\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>ws<\/em>)<\/span><\/p>\n<p><\/p>\n<p> <center> <\/p>\n<table style=\"width: 430px;\" summary=\"linie\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"9\" bgcolor=\"#666666\" height=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/grafiken\/dbrown1x1.gif\" border=\"0\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-s-black\">Bernhard Morbach: Die Musikwelt des Barock. Neu erlebt in Texten und Bildern. Mit \u00fcber 50 Werken auf CD-ROM. B\u00e4renreiter-Verlag, Kassel 2008. 301 Seiten. \u20ac 26,95. Fr. 48.50.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>06.10.2008 &#8212; \u00abDass in unserer Welt gerade die Musik des Barock zur Hintergrundmusik bzw. gar zu einer Art Ger\u00e4uschkulisse erniedrigt&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[11],"tags":[],"class_list":["post-669","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-buchbesprechungen","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/669","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=669"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/669\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=669"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=669"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=669"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}