{"id":674,"date":"2014-01-11T21:13:40","date_gmt":"2014-01-11T21:13:40","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/11\/festschrift-fuer-christian-martin-schmidt\/"},"modified":"2014-01-11T21:13:40","modified_gmt":"2014-01-11T21:13:40","slug":"festschrift-fuer-christian-martin-schmidt","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/11\/festschrift-fuer-christian-martin-schmidt\/","title":{"rendered":"Festschrift f\u00fcr Christian Martin Schmidt"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2008\/081222schmidt.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>29.12.2008 &#8212; Seit 1991 ist Christian Martin Schmidt Professor f\u00fcr Historische Musikwissenschaft an der Technischen Universit\u00e4t Berlin. Er hat letztes Jahr sein 65. Lebensjahr vollendet. Das verdanken ihm nach einem \u00fcberaus produktiven und bedeutenden Leben f\u00fcr Forschung und Lehre seine Berliner TU-Kollegen Friederike Wissmann und Heinz von Loesch mit einer Festschrift (zusammen mit Thomas Ahrend, der die Eisler-Gesamtausgabe betreut). Einige der Beitr\u00e4ge des Bandes mit dem Titel \u00abVom Erkennen des Erkannten\u00bb entstammen einem Symposium zu Ehren Schmidts, das im November 2007 realisiert worden ist. Der Sammelband umfasst knapp ein halbes Hundert Artikel, und die Liste der Autorinnen und Autoren liest sich wie ein Who is Who der global vernetzten Historischen Musikwissenschaft. Das bibliophil und aufwendig editierte Buch wird \u2212 dies der Wermutstropfen \u2212 auch zu einer Art Abgesang, stellt die TU Berlin ihren Studiengang Musikwissenschaft doch in absehbarer Zeit ein und akzeptiert deshalb keine Neuzulassungen mehr.<\/p>\n<p> \u00abVom Erkennen des Erkannten\u00bb ist zwar eine Reverenz an einen wichtigen Vertreter des Faches, aber dennoch weit mehr als eine Festschrift. Vielmehr bietet der Band eine reiche Materialsammlung und einige interessante Grundsatzartikel zur Frage, wie Musik in notierte Form abgeildet werden kann \u2212 mitsamt allen ontologischen und semiotischen Problemen, die dabei aufgeworfen werden. Er wird so zum Lesebuch, das zum Schm\u00f6kern und Entdecken einl\u00e4dt und zahlreiche Aspekte der editorischen Arbeit in Sachen Musik beleuchtet, von der Frage, wie sich mittelalterliche japanische Musik schriftlich festhalten l\u00e4sst bis zu Notationsformen f\u00fcr elektroakustische Werke der europ\u00e4ischen Gegenwart.<\/p>\n<p> Zum Auftakt macht sich der an der Katholischen Universit\u00e4t von Leuven lehrende Mark Delaere grunds\u00e4tzliche Gedanken dar\u00fcber, was eine Partitur \u00fcberhaupt ist, und w\u00fcrdigt die Unvollst\u00e4ndigkleit, mit der sie ein musikalisches Werk festzuhalten vermag. Er weist aber auch auf ihre einzigartige Stellung im kulturtheoretischen Diskurs hin, und auf die Tatsache, dass \u00abdie F\u00e4higkeit eines Musikwissenschaftlers, eine Partitur lesen zu k\u00f6nnen, sich dabei die Musik vorzustellen und ihren musikalischen und \u00e4sthetischen Sinn zu ergr\u00fcnden\u00bb nahezu das einzige ist, was diesen von den Kollegen fachnaher Disziplinen unterscheidet.<\/p>\n<p> Die folgenden Artikel sind eine bunte Mischung aus Betrachtungen zur Kunst der Edition und eher theoretischen Aspekten der Editionspraxis. Zu ersteren geh\u00f6ren Beitr\u00e4ge zu Bachs Cellosuiten (Heinz von Loesch) und Wohltemperiertem Klavier (Ullrich Scheideler), H\u00e4ndels Oratorium \u00abJoshua\u00bb (Ed Noort, Paul van Reijen), Haydns Streichquartetten (James Webster), Mozarts Klaviersonaten (Ekaterina Tsareva) und \u00abZauberfl\u00f6te\u00bb (Gerd Rein\u00e4cker), zu Beethoven (Helga L\u00fchning), Etliches zu Mendelssohn (Ralf Wehner, Friedhelm Krummacher, Salome Reiser, Thomas Schmidt-Beste, Peter Rummenh\u00f6ller), Brahms (Knud Breyer, Siegfried Oechsle, Hans-Joachim Hinrichsen) und Einzelstudien bis hin zu Var\u00e8se (Helga de la Motte-Haber), Honegger (Hermann Danuser), Kurtag (Simone Hohmaier) und Ligeti (Volker Helbing, Frederik Knop).<\/p>\n<p> Die eher systematischen Artikel handeln Themen ab wie die Gleichheit und Verschiedenheit von Formteilen (Albrecht Riethm\u00fcller), virtuelle Mehrstimmigkeit (Oliver Schwab-Felisch), Fragen zur Identifizierbarkeit des Urtextes (Hartmut Krones) oder dem Einfluss schreibtechnischer Hilfsmittel auf die entstehenden Werke (Friederike Wissmann, Martin Albrecht-Hohmaier).<\/p>\n<p> <strong><em>Zitate aus dem Buch: <\/em><\/strong><br \/> \u00abIn Europa, so h\u00e4tte John Cage sagen k\u00f6nnen, wird auch die Musik eines v\u00f6llig tauben Komponisten gesch\u00e4tzt, weil die vorgestellten Tonbeziehungen dort f\u00fcr wichtiger als das direkte Klangerlebnis gehalten werden.\u00bb (Mark Delaere: \u00abWas ist eine Partitur?\u00bb, Seite 22) <\/p>\n<p> \u00abDas Ideal des nur dem Komponisten, bzw. seinem Werk verpflichteten Herausgebers verkommt aber dann zur puristischen Ideologie, wenn an Stelle des tats\u00e4chlichen Werkes lediglich das Schriftbild, bzw. der Text zur Maxime erhoben erscheint, auf das intendierte Musikwerk in seiner klingenden, also &#8218;eigentlichen&#8216; Gestalt aber nicht Bezug genommen wird.\u00bb (Hartmut Krones: \u00abWie editiert man &#8218;verloren gegangene Selbstverst\u00e4ndlichkeiten&#8216;? Urtext, Urklang oder weder\/noch?\u00bb, Seite 183) <\/p>\n<p> \u00abNoch der handschriftliche Verschreiber offenbart mitunter tiefere Schichten einer gedachten, aber nicht ver\u00e4usserten Intention, doch das Verfehlen der Tastatur ist oftmals nur physiognomisch von Interesse.\u00bb (Friederike Wissmann: \u00abDarstellungsmodi technifizierten Schreibens\u00bb, Seite 346)<\/p>\n<p> <\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>wb<\/em>)<\/span><\/p>\n<p><\/p>\n<p> <center> <\/p>\n<table style=\"width: 430px;\" summary=\"linie\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"9\" bgcolor=\"#666666\" height=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/grafiken\/dbrown1x1.gif\" border=\"0\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-s-black\">\u00abVom Erkennen des Erkannten\u00bb, Musikalische Analyse und Editionsphilologie, Festschrift f\u00fcr Christian Martin Schmidt, herausgegeben von Friederike Wissmann, Thomas Ahrend, Heinz von Loesch, Breitkopf &amp; H\u00e4rtel, Wiesbaden 2007, ISBN 978-3-7651-0361-2, 568 Seiten. <\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>29.12.2008 &#8212; Seit 1991 ist Christian Martin Schmidt Professor f\u00fcr Historische Musikwissenschaft an der Technischen Universit\u00e4t Berlin. Er hat letztes&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[11],"tags":[],"class_list":["post-674","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-buchbesprechungen","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/674","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=674"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/674\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=674"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=674"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=674"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}