{"id":677,"date":"2014-01-11T21:15:12","date_gmt":"2014-01-11T21:15:12","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/11\/musik-konzepte-klangkunst\/"},"modified":"2014-01-11T21:15:12","modified_gmt":"2014-01-11T21:15:12","slug":"musik-konzepte-klangkunst","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/11\/musik-konzepte-klangkunst\/","title":{"rendered":"Musik-Konzepte: Klangkunst"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2009\/muskon4109.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>10.02.2009 &#8212; Eine Kombination von zwei K\u00fcnsten, die Verbindung von Musik mit Bildender Kunst: Klangkunst. Oder, im besten Fall, Klang-Kunst, wenn denn das Ganze mehr ist als nur die Summe seiner Teile und wenn das so Zusammengebrachte, Verschmolzene zu neuen \u00e4sthetischen Erfahrungen f\u00fchrt. Der vorliegende, reich illustrierte Sonderband beleuchtet in elf Beitr\u00e4gen Facetten der Klangkunst von den Anf\u00e4ngen bis in die Gegenwart; im Zentrum steht die Frage, was Klangkunst zur Klang-Kunst macht. <\/p>\n<p> \u00abEin allen Erscheinungsformen der Klangkunst gemeinsames Kriterium ist das besondere Verh\u00e4ltnis zu Zeit und Raum. In der Wahrnehmung von Klangkunst wird die musikalische Zeit unabh\u00e4ngig vom Interpreten verr\u00e4umlicht, aber auch der k\u00fcnstlerische Raum verzeitlicht, indem er zum Klingen gebracht wird.\u00bb Und des Weiteren h\u00e4lt Herausgeber Ulrich Tadday im Vorwort fest: \u00abSo wie die Klangkunst neue R\u00e4ume der \u00e4sthetischen Wahrnehmung schafft, m\u00fcssen f\u00fcr die Klangkunst neue R\u00e4ume geschaffen werden, damit sie ihre Aura \u00fcberhaupt erst entfalten kann.\u00bb <\/p>\n<p> Einen Grund legenden historischen \u00dcberblick von der Vorgeschichte ab Mitte des 19. Jahrhunderts bis heute mit Wandlungen, Parallelen und Zuordnungen leistet der er\u00f6ffnende Essay \u00abKlangkunst: Jenseits der Kunstgattungen. Weiterentwicklungen und Neubestimmungen \u00e4sthetischer Ideen\u00bb von Helga de la Motte. Wie hier, so auch in allen anderen Beitr\u00e4gen stehen immer konkrete Sch\u00f6pfungen und die Absichten ihrer Urheber zur Debatte. Und die Suche nach den Massst\u00e4ben, Kriterien und Erkl\u00e4rungsmodellen, die beitragen zur Bewertung und Einordnung. <\/p>\n<p> \u00abDas Auftauchen des neuen Genres der Klanginstallation ist [\u2026] nicht allein vor dem Hintergrund der Kunstsynthese zu verstehen, sondern mit Land Art und Konzeptkunst als Befreiung der Kunst von dem Primat ihrer sinnlichen Erfahrbarkeit.\u00bb Volker Straebel widmet sich den ab 1967 realisierten Klanginstallationen, geht der Gr\u00fcndungsgeschichte, Techniken und Verfahren nach (\u00abZur fr\u00fchen Geschichte und Typologie der Klanginstallation\u00bb). In ihrem Beitrag \u00ab\u00c4sthetische Erfahrung als Wahrnehmungs\u00fcbung?\u00bb untersucht Sabine Sanio Auff\u00fchrungssituation und Rezeption, Klangskulpturen, audiovisuelle Konzepte und Klangkunst im \u00f6ffentlichen Raum. \u00abBegreift man als entscheidendes Merkmal der Klangkunst ihre Unabh\u00e4ngigkeit vom Interpreten, dann wird deutlich, dass die Klangkunst auf einer grundlegenden Transformation der gesamten musikalischen Rezeptionssituation beruht.\u00bb Es gehe in der Klangkunst immer auch darum, \u00abdass der Besucher einer Installation \u00fcber den intensiven Wahrnehmungs- und Rezeptionsprozess schlie\u00dflich in unmittelbaren Kontakt mit sich selbst kommt. Auch darin erweisen sich Klanginstallationen als Weg zur Entdeckung einer \u2013 inneren wie \u00e4usseren \u2013 Wirklichkeit.\u00bb <\/p>\n<p> \u00abStimmung \u2013 Atmosph\u00e4re \u2013 Aura. Wahrnehmung in der k\u00fcnstlerischen Klanginstallation\u00bb ist Uwe R\u00fcths Untersuchung betitelt, in deren Mittelpunkt er die drei Wahrnehmungsebenen des Menschen und ihr Zusammenspiel analysiert. \u00abDie k\u00fcnstlerisch erschlossenen R\u00e4ume bilden durch ihre ganzheitliche sinnliche Vereinnahmung \u2013 optisch, akustisch und taktil \u2013 die Qualit\u00e4t des ,erlebten Raums\u2019 aus, der den Betrachter ganz isoliert und in Beschlag nimmt.\u00bb <\/p>\n<p> Klangkunst und Klanginstallationen seien \u00abIllusionskunst, unter anderem Nachfahren der englischen Landschaftsg\u00e4rten\u00bb, schreibt Wolfgang Heiniger in seinem Beitrag \u00abDer komponierte Besucher. \u00dcber Zeitperspektiven in Klanginstallationen\u00bb. Als Faustregel f\u00fcr eine Kategorisierung stellt er auf: Wenn die zeitliche Ausdehnung des (Klang-)Kunstwerks durch den Rezipienten nicht erlebt und erfasst werden kann, handelt es sich um eine Klanginstallation. Zur Erl\u00e4uterung untersucht der Autor diverse Arbeiten und die Inszenierung der Besucher und ihre Reaktionsm\u00f6glichkeiten. <\/p>\n<p> Ideen, emergente und performative Aspekte in Werkreihen unterschiedlicher Klangk\u00fcnstler erforscht Julia H. Schr\u00f6der in \u00abKlangkunst von Komponisten\u00bb (Tsangaris, di Scipio, Stache und Minard). \u00abTraditionell gestalten Komponisten die zeitliche Koordination verschiedener Stimmen oder Texturen. In der Klangkunst scheinen sie die r\u00e4umliche Dimension als weiteren Parameter hinzu zu nehmen, ohne die zeitliche Gestaltung aufzugeben.\u00bb <\/p>\n<p> Raumk\u00f6rper, urbanistische Konzepte, tempor\u00e4re Architekturen, Volumen, architektonische K\u00f6rper mit Klang, Stadtraum als akustischer Raum sind Stichworte, Gropius, Schwitters, Le Corbusier, Buckminster Fuller, Frank Lloyd Wright, Hans Hollein Namen aus dem Beitrag Christoph Metzgers. Unter dem Titel \u00abArchitektur \u2013 Resonanz \u2013 Installation\u00bb diskutiert er Konzepte, Motive und Entwicklungen, die zu Fundamenten installativer Kunst und Klangkunst wurden. <\/p>\n<p> \u00abKlang kuratieren\u00bb: Warum die Klangkunst im Ausstellungsbetrieb eine untergeordnete Rolle spielt und mit welchen Problemen Kuratoren von Klangkunst konfrontiert sind, diskutieren in Form eines schriftlich gef\u00fchrten Dialogs die Sound-Art-Vermittler Bernd Schulz und Carsten Seiffarth. <\/p>\n<p> Claudia Tittel erkl\u00e4rt in ihrem Aufsatz \u00abPr\u00e4senz des Immateriellen\u00bb, wie sich material\u00e4sthetische Aspekte von audiovisueller Installationskunst aus dem Verst\u00e4ndnis eines ver\u00e4nderten Materialbegriffs der Bildenden Kunst ergaben: \u00abDie Voraussetzungen f\u00fcr multimediale Installationen liegen vor allem in den grundlegenden material\u00e4sthetischen Ver\u00e4nderungen des 20. Jahrhunderts, in denen sich das Material von formal\u00e4sthetischen Kategorien und Strukturen in der Bildenden Kunst sowie der Musik emanzipierte.\u00bb (Collage, Ready Mades, Surrealismus, Minimal Art) <\/p>\n<p> Als Versuch einer Ann\u00e4herung an ein Verst\u00e4ndnis des komplexen Prozesses der Ver\u00e4nderungen medialer Konstellationen im Lauf des 20. Jahrhunderts versteht Marion Saxer ihren Beitrag \u00abKlangkunst im Prozess medialer Ausdifferenzierung\u00bb. Ihre Grundthese: Die neu entwickelten Medien, zun\u00e4chst die Tontr\u00e4ger und ihre Begleitmedien, zogen einen epochalen Umbruch in den f\u00fcr die Musikkultur grundlegenden Medienkonstellationen nach sich. \u00abDieser Umbruch hat den Prozess einer medialen Ausdifferenzierung der Musik freigesetzt, der sich nicht allein in der \u00dcberschreitung der k\u00fcnstlerischen und musikalischen Gattungsgrenzen manifestierte, sondern dar\u00fcber hinaus ein Ausl\u00f6ser f\u00fcr den Prozess der Erweiterung der Darbietungsformen war, der sich bis in die Gegenwart erstreckt. Klangkunst bzw. Klanginstallationen lassen sich als einen Teilbereich dieses Ausdifferenzierungsprozesses verstehen.\u00bb <\/p>\n<p> Der Sonderband enth\u00e4lt im Anhang die Abstracts, bibliografische Hinweise und die Kurzbiografien der Autorinnen und Autoren. <\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>ws<\/em>)<\/span><\/p>\n<p><\/p>\n<p> <center> <\/p>\n<table style=\"width: 430px;\" summary=\"linie\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"9\" bgcolor=\"#666666\" height=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/grafiken\/dbrown1x1.gif\" border=\"0\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-s-black\">Klangkunst. Sonderband der Reihe Musik-Konzepte. Neue Folge, herausgegeben von Ulrich Tadday. XI\/2008, edition text + kritik im Richard Boorberg Verlag, M\u00fcnchen. 199 Seiten mit Abbildungen. \u20ac 27,\u2013. Fr. 41.\u2013.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>10.02.2009 &#8212; Eine Kombination von zwei K\u00fcnsten, die Verbindung von Musik mit Bildender Kunst: Klangkunst. 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