{"id":679,"date":"2014-01-11T21:16:15","date_gmt":"2014-01-11T21:16:15","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/11\/haendels-messias\/"},"modified":"2014-01-11T21:16:15","modified_gmt":"2014-01-11T21:16:15","slug":"haendels-messias","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/11\/haendels-messias\/","title":{"rendered":"H\u00e4ndels \u00abMessias\u00bb"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2009\/messias11209.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>20-02-2009 &#8212; Uraufgef\u00fchrt wurde H\u00e4ndels popul\u00e4rstes Oratorium, entstanden 1741 in nur 24 Tagen, nicht in London, wo der Stern des Komponisten am Sinken war, sondern \u2013 im April 1742 \u2013 in Dublin. Der (lokale) Erfolg war enorm, immerhin der Substanz des Opus zu verdanken, nicht etwa der Gr\u00f6sse des Chors, der nur etwa zwanzig Stimmen umfasste. <\/p>\n<p> 1743 stellte H\u00e4ndel das Werk ohne seinen Titel, angek\u00fcndigt als \u00abA New Sacred Oratorio\u00bb, auch in der Hauptstadt vor. Die Resonanz hielt sich in Grenzen, ebenfalls bei den Wiederaufnahmen von 1749 und 1750 im Covent Garden Theatre. Der Durchbruch stellte sich erst nach Auff\u00fchrungen im Mai 1750 in der Kapelle des Londoner Foundling Hospital ein, und seither hat sich der \u00abMessias\u00bb international als eines der popul\u00e4rsten Oratorien durchgesetzt. <\/p>\n<p> Andreas Waczkat, Professor f\u00fcr Historische Musikwissenschaft an der Universit\u00e4t G\u00f6ttingen, befasst sich in seinem in der Reihe der B\u00e4renreiter Werkeinf\u00fchrungen vorgelegten Band \u00fcber H\u00e4ndels \u00abMessias\u00bb mit allen wichtigen Aspekten des Themas, dessen Materialf\u00fclle er gut gliedert, \u00fcberschaubar konzentriert und sprachlich sorgf\u00e4ltig darstellt. Fast \u00fcberfl\u00fcssig zu erw\u00e4hnen, dass s\u00e4mtliche relevanten Quellen beigezogen und kritisch reflektiert werden (so die Werkbetrachtungen von Steglich, Serauky, Larsen, Burrows und auff\u00fchrungspraktische Erkenntnisse). <\/p>\n<p> Auch wer mit H\u00e4ndels Biografie wenig vertraut ist, findet hier die wichtigsten Koordinaten, so im ersten Teil dieser Einf\u00fchrung, in dem H\u00e4ndels englische Jahrzehnte und die Entstehungsgeschichte des \u00abMessias\u00bb res\u00fcmiert sind. In Teil zwei nimmt Waczkat das Libretto von Charles Jennens und die Musik des dreiteiligen Oratoriums in den Fokus, erl\u00e4utert und interpretiert Satz f\u00fcr Satz Aufbau und musikalische Gestaltung, die theologischen Aspekte, Stilvorbilder und Stilpluralit\u00e4t. <\/p>\n<p> Inhaltliche Deutung des Texts und die Betrachtung der jeweiligen Kompositionsmerkmale greifen ineinander, wobei nicht Werkanalyse im engeren Sinn intendiert ist, sondern eine \u00abdetaillierte Beschreibung, die das H\u00f6ren, Musizieren und Lesen der Musik strukturieren soll\u00bb, wie der Verfasser betont. Dem entsprechend ist das Beiziehen der Partitur bzw. des Klavierauszugs nicht vordringlich. <\/p>\n<p> Am Beginn der einzelnen Abschnitte wird der englische Originaltext samt deutscher \u00dcbersetzung zitiert, erg\u00e4nzt mit den Besetzungsangaben. Zu wichtigen Einzelheiten der anschliessenden Besprechung treten Notenbeispiele. <\/p>\n<p> Teil drei des Buches ist der Wirkungsgeschichte des \u00abMessias\u00bb gewidmet, jener in England nach H\u00e4ndels Tod und einl\u00e4sslich mit Schwerpunkt auf dem deutschsprachigen Raum (erste deutsche Fassungen, Klopstocks \u00abMessias\u00bb-Epos, Telemanns Vertonung, Mozarts \u00abMessias\u00bb-Bearbeitung). <\/p>\n<p> \u00abDer Blick auf H\u00e4ndels unterschiedliche Einrichtungen des ,Messias\u2019 zeigt, dass es eine ,definitive\u2019 Fassung des ,Messias\u2019 nicht gibt. Weder ist eine lineare Entwicklung hin zu einer optimalen Fassung zu erkennen, noch lassen sich alle Bearbeitungen als Reaktion auf \u00e4u\u00dfere Bedingungen interpretieren\u00bb. Im Schlusskapitel vergleicht Andreas Waczkat die \u00abMessias\u00bb-Fassungen und -Editionen anhand einer \u00fcbersichtlichen tabellarischen Auflistung. Im Anhang finden sich Verzeichnisse der Ausgaben und der Literatur. <\/p>\n<p> <strong><em>Zitat aus dem Buch: <\/em><\/strong><br \/> \u00abWie sehr der ,Messias\u2019 noch vor anderen Oratorien H\u00e4ndels, erst recht vor denen anderer Komponisten, zum Idealfall des Repertoires wurde, l\u00e4sst sich auch anhand der Zahl der \u00dcbersetzungen ermessen. [\u2026] Neben den englischsprachigen Originaltext traten ab 1768 italienische, deutsche, schwedische und sogar lateinische Fassungen, die zu ungez\u00e4hlten Auff\u00fchrungen herangezogen wurden. Beil\u00e4ufig, fast zuf\u00e4llig hatte die musikalische \u00d6ffentlichkeit auf diesem Wege H\u00e4ndels ,Messias\u2019 als jenes Werk entdeckt, in dem das musikalische Interesse der b\u00fcrgerlichen Chorvereinigungen und das politische Streben nach nationalstaatlicher Verbundenheit eine Allianz eingingen.\u00bb (Seite 13) <br \/> <\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>ws<\/em>)<\/span><\/p>\n<p><\/p>\n<p> <center> <\/p>\n<table style=\"width: 430px;\" summary=\"linie\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"9\" bgcolor=\"#666666\" height=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/grafiken\/dbrown1x1.gif\" border=\"0\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-s-black\">Andreas Waczkat: Georg Friedrich H\u00e4ndel \u2013 Der Messias. B\u00e4renreiter Werkeinf\u00fchrungen. B\u00e4renreiter-Verlag, Kassel 2008. 146 Seiten. \u20ac 14,95. Fr. 26.90. <\/p>\n<p> Siehe auch: <br \/> <a href=\"http:\/\/212.60.37.143\/rezensionen_ind2.php?art=501\">H\u00e4ndel und seine Zeitgenossen<\/a><br \/> <a href=\"http:\/\/212.60.37.143\/dossiers_ind9.php?art=57\">H\u00e4ndels Oratorium \u00abTheodora\u00bb <\/a><br \/> <a href=\"http:\/\/212.60.37.143\/rezensionen_ind2.php?art=260\">Musik-Konzepte: H\u00e4ndel unter Deutschen<\/a><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>20-02-2009 &#8212; Uraufgef\u00fchrt wurde H\u00e4ndels popul\u00e4rstes Oratorium, entstanden 1741 in nur 24 Tagen, nicht in London, wo der Stern des&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[11],"tags":[],"class_list":["post-679","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-buchbesprechungen","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/679","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=679"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/679\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=679"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=679"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=679"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}