{"id":680,"date":"2014-01-11T21:16:45","date_gmt":"2014-01-11T21:16:45","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/11\/orgeln-in-deutschland\/"},"modified":"2014-01-11T21:16:45","modified_gmt":"2014-01-11T21:16:45","slug":"orgeln-in-deutschland","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/11\/orgeln-in-deutschland\/","title":{"rendered":"Orgeln in Deutschland"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2009\/orgeln10209.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/> 10.03.2009 &#8212; Zu einer Reise durch ganz Deutschland und durch f\u00fcnf Jahrhunderte l\u00e4dt Martin Balz mit seinem grossformatigen Bildband \u00abG\u00f6ttliche Musik. Orgeln in Deutschland\u00bb. 73 Instrumente von Dorf-, Stadt-, Stifts-, Abteikirchen und Domen sind hier charakterisiert und dokumentiert in konzentriertem Text und ganzseitigem Farbbild. <\/p>\n<p> Der Autor \u2013 Orgelspezialist und Schriftleiter der von der internationalen Gesellschaft der Orgelfreunde herausgegebenen Zeitschrift \u00abArs Organi\u00bb \u2013 gliedert das Gebiet in vier auf Charakteristika des Orgelbaus, der Orgeltypen und der Orgelliteratur abst\u00fctzende Regionen: Norddeutschland (vorgestellt werden 20 Instrumente), Sachsen und Th\u00fcringen (21), West- und S\u00fcdwestdeutschland (20) und S\u00fcddeutschland (12). Eingetragen sind die Orte (ausser N\u00e4gelstedt) auf einer \u00dcbersichtskarte. <\/p>\n<p> Nicht nur auf grosse Werke, deren m\u00e4chtigste in den Domen zu Schwerin, Berlin und Zwickau stehen, hat sich Martin Balz konzentriert, sondern manches kostbare kleine Instrument einbezogen, darunter das pedallose von Worfelden mit sechs Registern samt Tremulant und jenes mit elf Registerz\u00fcgen und angeh\u00e4ngtem Pedal in Veldhausen. Einige Orgeln konnten nicht ber\u00fccksichtigt werden, weil sie wegen Restaurierungsarbeiten ausgebaut waren. <\/p>\n<p> Geordnet sind die Orgeln unter den vier Regionen nach dem Jahr der Entstehung oder Fertigstellung: Die zwei \u00e4ltesten der historischen Instrumente gehen zur\u00fcck auf 1624 (Tangerm\u00fcnde, Worfelden), die beiden j\u00fcngsten Orgeln stammen von 1974 (grosse Domorgel in Trier) bzw. 1990 (Katharinenkirche Frankfurt a. M.). Selbstverst\u00e4ndlich erfuhren alle Instrumente im Lauf der Zeit mehr oder weniger starke Eingriffe in ihre Substanz, wurden in j\u00fcngerer Zeit aber in Aussehen und Klang so weit wie m\u00f6glich in den urspr\u00fcnglichen Zustand zur\u00fcckgef\u00fchrt. <\/p>\n<p> Der Betrachter findet in den ganzseitigen Farbfotografien der Orgeln die visuellen Aspekte; dem Textteil auf der gegen\u00fcberliegenden linken Seite entnimmt er Informationen zum sakralen Bauwerk, seiner Lage, seinem Innenraum; zur Orgel selbst erf\u00e4hrt er Einzelheiten zum Erbauer und zur Baugeschichte, zu inneren und \u00e4usseren Konstruktionsmerkmalen, zu Ver\u00e4nderungen, Umbauten und Restaurierungen im Zeitenlauf. Detailliert aufgef\u00fchrt bei jedem Werk sind seine Disposition, der Tonumfang, die Art der Traktur und Besonderheiten. Regelm\u00e4ssig sind in der Textseite kleinere, ebenfalls farbige Abbildungen einger\u00fcckt wie Fotos der Kirche, des Innenraums, der zweiten Orgel, der Spielanlage, Ausschnitte von Registerz\u00fcgen, Pfeifen und Prospekten. <\/p>\n<p> \u00dcppig und von hohem \u00e4sthetischem Reiz ist der Augenschmaus. Hier und dort indes erkennt man, wie heikel das Fotografieren der Orgelprospekte ist in R\u00e4umen mit Seiten- und\/oder Gegenlicht, in denen der Kontrast zwischen einfallendem Sonnenschein und Schattenbereichen nicht auszugleichen ist. Es f\u00fchrte gelegentlich zum Ausbleichen heller Stellen oder bei den beiden Abbildungen der Orgel der Augustinerkirche Mainz zu zwei grunds\u00e4tzlich differierenden Farbtemperaturen. (Immerhin nicht uninteressant als Beleg daf\u00fcr, wie der Farbklang des Raums die Eigenfarbe eines Objekts \u00fcbert\u00f6nen kann.) <\/p>\n<p> Dem typografisch elegant gestalteten Band hat Martin Balz ein 30-seitiges kenntnisreiches Einf\u00fchrungskapitel mitgegeben, in dem er die Fr\u00fchgeschichte und die Geschichte der Orgel, des Orgelbaus, der Orgellandschaften und der Orgelmusikformen in Deutschland vom 9. Jahrhundert bis zur Gegenwart darstellt. Die Anschriften der Gottesh\u00e4user, Literaturverzeichnisse, ein Glossar mit Fachausdr\u00fccken und ein Register der Orgelbauer finden sich im Anhang.<\/p>\n<p> <strong><em>Zitat aus dem Buch: <\/em><\/strong><br \/> \u00abFast jede \u00e4ltere Orgel ist sp\u00e4teren Stilepochen mehr oder weniger angepasst worden. ,Originalinstrumente\u2019 im strengen Sinn sind also umso seltener, je \u00e4lter sie sind. Der heutige Standard von Restaurierungen gleicht dies freilich in gewisser Weise aus, sodass doch eine ansehnliche Zahl von Orgeln den Originalzustand wenn nicht verk\u00f6rpert, so doch spiegelt. [\u2026] Im Gebiet der ,alten Bundesl\u00e4nder\u2019 der Bundesrepublik Deutschland standen in den Nachkriegsjahrzehnten ausreichende Mittel f\u00fcr die Orgelpflege zur Verf\u00fcgung, sodass es hier heute einen gut gepflegten Orgelbestand gibt. Das war in der DDR nicht der Fall. [\u2026] Immer noch sind viele Orgeln in den neuen Bundesl\u00e4ndern in ihrem Bestand gef\u00e4hrdet.\u00bb <br \/> <\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>ws<\/em>)<\/span><\/p>\n<p><\/p>\n<p> <center> <\/p>\n<table style=\"width: 430px;\" summary=\"linie\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"9\" bgcolor=\"#666666\" height=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/grafiken\/dbrown1x1.gif\" border=\"0\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-s-black\">Martin Balz: G\u00f6ttliche Musik. Orgeln in Deutschland. 230. Ver\u00f6ffentlichung der internationalen Gesellschaft der Orgelfreunde. Konrad Theiss Verlag, Stuttgart 2008. 140 farbige Abbildungen. 208 Seiten. \u20ac 49.90. Fr. 83.90.<\/p>\n<p> Siehe auch: <br \/> <a href=\"http:\/\/212.60.37.143\/rezensionen_ind2.php?art=440\">Geschichte der Klavier- und Orgelmusik<\/a><br \/> <a href=\"http:\/\/212.60.37.143\/rezensionen_ind2.php?art=412\">Lexikon der Orgel<\/a><br \/> <a href=\"http:\/\/212.60.37.143\/rezensionen_ind2.php?art=375\">Lexikon Orgelbau<\/a><\/span><a href=\"http:\/\/212.60.37.143\/rezensionen_ind2.php?art=375\"><br \/><\/a><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>10.03.2009 &#8212; Zu einer Reise durch ganz Deutschland und durch f\u00fcnf Jahrhunderte l\u00e4dt Martin Balz mit seinem grossformatigen Bildband \u00abG\u00f6ttliche&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[11],"tags":[],"class_list":["post-680","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-buchbesprechungen","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/680","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=680"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/680\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=680"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=680"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=680"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}