{"id":685,"date":"2014-01-11T21:19:15","date_gmt":"2014-01-11T21:19:15","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/11\/tino-flautino-und-die-zaubermelodie\/"},"modified":"2014-01-11T21:19:15","modified_gmt":"2014-01-11T21:19:15","slug":"tino-flautino-und-die-zaubermelodie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/11\/tino-flautino-und-die-zaubermelodie\/","title":{"rendered":"Tino Flautino und die Zaubermelodie"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2009\/090505flautino.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>05.05.2009 &#8212; In einem Pop- oder Jazzkonzert kann man als Zuh\u00f6rer fast nicht negativ auffallen, im klassischen Konzertsaal sehr wohl. Mit der dort herrschenden Atmosph\u00e4re \u2013 die mit dieser Art von Musik nicht zwingend verbunden sein muss, aber den traditionellen b\u00fcrgerlichen Konzertbetrieb nach vor dominiert \u2013 kommt klar, wer von Kindesbeinen damit vertraut ist. Nicht selten sind es Schl\u00fcsselerlebnisse in sehr fr\u00fchen Lebensjahren, die f\u00fcr den Rest des Lebens den Zugang zu diesen fragilen akustischen Welten schaffen \u2013 oder eben verschliessen. Die Einsicht setzt sich auch bei Orchestern und Veranstaltern mehr und mehr durch, und so widmen sie sich (als Subventionsempf\u00e4nger mit soziokulturellen Verpflichtungen) zunehmend der Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. So ist mittlerweile eine F\u00fclle an p\u00e4dagogischen Materialien entstanden, die alle guten Nutzen bringen, aber nicht selten dem Zeitgeist vepflichtet sind, auf Interaktion und Experiment abzielen und gerade das Bem\u00fchen zeigen, ja keine steife oder innige Atmosph\u00e4re aufkommen zu lassen.<\/p>\n<p> Aller neuen P\u00e4dagogik zum Trotz scheinen die Kinder Klassiker wie Prokofiews zeitlos-schlichte Geschichte von Peter und dem Wolf, die von ihnen nichts anderes verlangt als staunendes und innerlich miterlebendes Zuh\u00f6ren, aber nach wie vor zu lieben.<\/p>\n<p> \u00c4hnliches will das musikalische M\u00e4rchen \u00abTino Flautino und die Zaubermelodie\u00bb von Rodolphe Schacher (Musik), Maurice Steger (Blockfl\u00f6te), Jolanda Steiner (Erz\u00e4hlung), Sibylle Heusser (Illustration) und dem Musikkollegium Winterthur unter der Leitung von Marc Kiss\u00f3czy. Es geht zur\u00fcck auf ein bereits 2003 \u2013 damals noch mit dem Z\u00fcrcher Kammerorchester \u2013 realisiertes Projekt, f\u00fcr welches die Figur des fl\u00f6tenspielenden Prinzen erstmals das Licht der Kinderwelt erblickte.<\/p>\n<p> \u00abTino Flautino und die Zaubermelodie\u00bb nutzt geschickt zeitlose Ingredienzen aus M\u00e4rchen- und Sagenwelt: Der adlige Held muss sich auf einer Reise Bew\u00e4hrungsproben stellen, n\u00e4mlich einen b\u00f6sen Drachen bek\u00e4mpfen, der \u00fcber ein phantastisches \u00abKlingklangland\u00bb Ungl\u00fcck und dessen Musik zum Verstummen gebracht hat. Ein Vogel, der Mozarts Zauberfl\u00f6te entflogen sein k\u00f6nnte, weist ihm dazu den Weg. In Klingklangland ist alles verkehrt: Die Blumen wachsen von oben nach unten und die Zwerge, die es bewohnen, sprechen alles r\u00fcckw\u00e4rts. Schliesslich befreit Tino Flautino das Land von dem Untier und kehrt im Triumph in sein Reich zur\u00fcck. Dieses ist w\u00e4hrend seines Ausfluges (doch noch eine kleine Konzession an feministischen Zeitgeist) von seiner Frau regiert worden, die sich in dem Amt zun\u00e4chst behaupten musste. <\/p>\n<p> Greifbar ist die Geschichte in Form einer CD, auf der Jolanda Steiner sie (in Schweizer Dialekt) erz\u00e4hlt. Die anmutige Musik Rodolphe Schachers, eine Art epochenlos barock-klassisches Blockfl\u00f6tenkonzert, biedert sich nicht mit oberfl\u00e4chlicher Effekthascherei an. Sie will, wie Maurice Steger an der Pr\u00e4sentation des Projektes in Winterthur bekr\u00e4ftigte, die europ\u00e4ische Kunstmusik \u00abnicht auf Kinder-Niveau\u00bb reduzieren. Vielmehr sei es darum gegangen, sie \u00abso zu pr\u00e4sentieren, dass sie f\u00fcr Kinder zug\u00e4nglich sei\u00bb. Das ist dem Team zweifelsohne gelungen. Das Mittel dazu ist in erster Linie eine musikalische Struktur \u00abaus vielen kleinen Edelsteinen, die der Aufmerksamkeitsspanne von Kindern Rechnung tr\u00e4gt\u00bb, wie Steger die Partitur umschreibt. <\/p>\n<p> Daneben ist im Z\u00fcrcher Lehrmittelverlag ein sehr sch\u00f6n illustriertes Kinderbuch greifbar, in dem die Geschichte auf vierzig Seiten in Hochdeutsch niedergeschrieben ist, ein Werk das in der besten Tradition einheimischer Kinderbuchkunst steht und weit \u00fcber die Schweiz hinaus kleine Freunde finden k\u00f6nnte. <\/p>\n<p> Dank der engagierten Unterst\u00fctzung der Z\u00fcrcher Drosos Stiftung kann das Team mit Tino Flautino auch zahlreiche Workshops in Winterthurer Primarklassen realisieren. Die musikalische Arbeit mit den Kindern, die f\u00fcr die Schulen unentgeltlich ist, hat grosse Resonanz gefunden. Bei weitem nicht alle interessierten Schulen konnten ber\u00fccksichtigt werden. <\/p>\n<p> Zum Projekt sind beim Schweizer Acanthus-Verlag auch die Noten zu einer \u00abSuite concertante\u00bb Rodolphe Schachers mit den Motiven aus dem Musikm\u00e4rchen greifbar. Sie werden mit einer \u00abPlay-along\u00bb-CD ausgeliefert, auf der Maurice Steger die St\u00fccke begleitet vom Musikkollegium Winterthur spielt, und auf der sich der Orchesterpart ohne die Solostimme einmal als Klaviersatz zum \u00dcben des Blockfl\u00f6tenparts und einmal mit dem Orchester zum Mitspielen findet. <\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>wb<\/em>)<\/span><\/p>\n<p><\/p>\n<p> <center> <\/p>\n<table style=\"width: 430px;\" summary=\"linie\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"9\" bgcolor=\"#666666\" height=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/grafiken\/dbrown1x1.gif\" border=\"0\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-s-black\">Tino Flautino und die Zaubermelodie, Jolanda Steiner (Autorin), Sibylle Heusser (Illustrationen), Rodolphe Schacher (Musik), Musikkollegium Winterthur, Marc Kiss\u00f3czy (Leitung),Maurice Steger (Blockfl\u00f6te). CD, Buch und Noten.<br \/> Bezugsnachweis: <a href=\"http:\/\/www.tinoflautino.ch\" target=\"blank\" rel=\"noopener noreferrer\">www.tinoflautino.ch<\/a> <\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>05.05.2009 &#8212; In einem Pop- oder Jazzkonzert kann man als Zuh\u00f6rer fast nicht negativ auffallen, im klassischen Konzertsaal sehr wohl.&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[11],"tags":[],"class_list":["post-685","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-buchbesprechungen","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/685","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=685"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/685\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=685"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=685"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=685"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}