{"id":686,"date":"2014-01-11T21:19:45","date_gmt":"2014-01-11T21:19:45","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/11\/erich-wolfgang-korngold\/"},"modified":"2014-01-11T21:19:45","modified_gmt":"2014-01-11T21:19:45","slug":"erich-wolfgang-korngold","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/11\/erich-wolfgang-korngold\/","title":{"rendered":"Erich Wolfgang Korngold"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"> <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2009\/korn22409.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>11.05.2009 &#8212; Er thronte auf dem Sessel des Wunderkindes, doch nach dem Zweiten Weltkrieg sass er zwischen Stuhl und Bank. Erich Wolfgang Korngold (1897\u20131957), zweiter Sohn des in Wien wirkenden einflussreichen Musikkritikers Julius Korngold, verbl\u00fcffte bereits in Knabenjahren als Pianist und Komponist. 1910 publizierte er die ersten Werke. Nach dem Grosserfolg seiner Einakter \u00abDer Ring des Polykrates\u00bb und \u00abViolanta\u00bb 1916 in M\u00fcnchen stellte Korngold 1919 als Dirigent die beiden Werke in der Wiener Hofoper vor. <\/p>\n<p> Dem fulminanten Start schloss sich Erfolg um Erfolg als Komponist, Pianist, Opern- und Konzertdirigent an. 1938, von den Nazis vertrieben, emigrierte er mit seiner Frau und den beiden S\u00f6hnen in die USA, wo er sich mit Filmmusik einen Namen schuf. Als er 1950 erstmals wieder nach \u00d6sterreich zur\u00fcckkehrte, war der einst Gefeierte samt seinem \u0152uvre im nach Avantgarde s\u00fcchtigen Nachkriegseuropa ein altmodisch sp\u00e4tromantischer Randg\u00e4nger mit dem zweifelhaften Ruf eines Hollywood-Unterhaltungskomponisten. Erst in j\u00fcngster Zeit st\u00f6sst sein Schaffen wieder auf Beachtung. <\/p>\n<p> Ein halbes Jahrhundert nach Korngolds Tod wurde in Bern im Herbst 2007 das erste Symposion durchgef\u00fchrt, das ganz der Komponistenpers\u00f6nlichkeit Erich Wolfgang Korngolds gewidmet war. Der vorliegende Band versammelt die 17 Referate dieser musikwissenschaftlichen Tagung. <\/p>\n<p> Zwei Beitr\u00e4ge biografischen Charakters er\u00f6ffnen die Reihe der Vortr\u00e4ge, die hauptgewichtig der Auseinandersetzung mit Einzelwerken und Gattungen gewidmet sind. Theo Hirsbrunner charakterisiert die Atmosph\u00e4re im Wien des Fin de si\u00e8cle, Arne Stollberg beleuchtet Korngolds \u00abmusikgeschichtliche Sendung\u00bb und dessen Verh\u00e4ltnis zur konservativen \u00c4sthetik seines Vaters. <\/p>\n<p> Die \u00abstrukturelle Virtuosit\u00e4t\u00bb in Korngolds drei Klaviersonaten (Hans-Joachim Hinrichsen), die fr\u00fche Klavier- und Kammermusik als Reflex auf den Unterricht bei Alexander Zemlinsky (Arne Stollberg), die Kammermusik (Michael Kube), das Liedschaffen (Ivana Rentsch) und das Problem des Sinfonischen in der Orchestermusik anhand der Sinfonie in Fis von 1953 (Giselher Schubert) geben, gest\u00fctzt durch viele Notenbeispiele, Einblicke in Korngolds Denken und k\u00fcnstlerische Entwicklung im kulturellen Umfeld seiner Zeit. <\/p>\n<p> Ein umfangreicher Teil befasst sich mit dem Musiktheater-Schaffen, mit den Einaktern und Opern \u00abDer Ring des Polykrates\u00bb (Klaus Pietschmann), \u00abViolanta\u00bb (Janine Ortiz), \u00abDie tote Stadt\u00bb (Harald Haslmayr), \u00abDas Wunder der Heliane\u00bb (Dirk Wegner; Jens Malte Fischer) und \u00abDie Kathrin\u00bb (Till Gerrit Waidelich). <\/p>\n<p> Korngolds Operetten und Operettenbearbeitungen (Kevin Clarke), seine Schauspielmusiken (Antje Tumat) sowie Korngold und die Geschichte der Filmmusik (Christoph Henzel) bilden einen weiteren Themenkreis. Die Frage, ob Erich Wolfgang Korngold das \u00abm\u00f6glicherweise gr\u00f6sste komponierende Wunderkind aller Zeiten\u00bb (Brendan G. Carroll) war, wird im abschliessenden Artikel bejaht. <\/p>\n<p> Der Band, dem die biografischen Daten der Autorinnen und Autoren sowie ein Personen- und Werkregister mitgegeben wurde (bedauerlicherweise aber keine Zusammenstellung von Korngolds Vita), legt in wichtigen Bereichen den Zugang frei zu Pers\u00f6nlichkeit, Wirken und Wirkung des \u00f6sterreichisch-amerikanischen Musikers. <\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>ws<\/em>)<\/span><\/p>\n<p><\/p>\n<p> <center> <\/p>\n<table style=\"width: 430px;\" summary=\"linie\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"9\" bgcolor=\"#666666\" height=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/grafiken\/dbrown1x1.gif\" border=\"0\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-s-black\">Arne Stollberg (Hrsg.): Erich Wolfgang Korngold. Wunderkind der Moderne oder letzter Romantiker? Bericht \u00fcber das internationale Symposion Bern 2007. Mit Abbildungen und zahlreichen Notenbeispielen. edition text + kritik im Richard Boorberg Verlag, M\u00fcnchen 2008. 336 Seiten. \u20ac 29,\u2013. Fr. 47.90. <\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>11.05.2009 &#8212; Er thronte auf dem Sessel des Wunderkindes, doch nach dem Zweiten Weltkrieg sass er zwischen Stuhl und Bank.&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[11],"tags":[],"class_list":["post-686","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-buchbesprechungen","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/686","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=686"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/686\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=686"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=686"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=686"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}