{"id":690,"date":"2014-01-11T21:22:05","date_gmt":"2014-01-11T21:22:05","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/11\/haendels-opern-das-handbuch\/"},"modified":"2014-01-11T21:22:05","modified_gmt":"2014-01-11T21:22:05","slug":"haendels-opern-das-handbuch","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/11\/haendels-opern-das-handbuch\/","title":{"rendered":"H\u00e4ndels Opern. Das Handbuch"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2009\/hand10809.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>03.08.2009 &#8212; Seine Oratorien, Orchesterkompositionen, Klavierwerke und Kammermusiken haben H\u00e4ndels Ruhm stets wachgehalten. \u00dcber die mehr als f\u00fcnf Dutzend B\u00fchnenwerke, das Schwergewicht in seinem Schaffen, legte sich jedoch nach dem Tod ihres Sch\u00f6pfers alsbald der Staub des Vergessens. Und dies, obwohl der Grossteil seiner Opern unmittelbar nach der Urauff\u00fchrung im Druck vorgelegt worden ist. Das Interesse an einzelnen Opern erwachte erst wieder Anfang der 1920er Jahre im Zug der H\u00e4ndel-Renaissance. <\/p>\n<p> Dem Opernschaffen des Barockmeisters, das 1704 mit \u00abAlmira, K\u00f6nigin von Kastilien\u00bb f\u00fcr Hamburg begann und 1741 mit \u00abDeidamia\u00bb beendet wurde (zu den 42 Originalwerken kommen noch 9 Pasticci und diverse Bearbeitungen und Fragmente), ist Band 2 des umfangreichen sechsb\u00e4ndigen H\u00e4ndel-Handbuchs gewidmet, das der Laaber-Verlag anl\u00e4sslich des H\u00e4ndel-Jahrs 2009 ediert. <\/p>\n<p> Die Herausgeber Arnold Jacobshagen und Panja M\u00fccke haben die enorme Stofff\u00fclle in zwei Teilb\u00e4nde von je 483 Seiten Umfang gegliedert. Teilband I versammelt in vier grossen Hauptkapiteln dreissig Beitr\u00e4ge, die sich aller relevanten Bereiche von H\u00e4ndels Musiktheaterschaffen annehmen. <\/p>\n<p> Im Kapitel \u00abSchaupl\u00e4tze\u00bb werden die Opern in den europ\u00e4ischen Zusammenhang gestellt und H\u00e4ndels Wirken in den einzelnen Stationen (Hamburg, Rom, Florenz, Venedig, London) gew\u00fcrdigt. \u2013 \u00abKontexte\u00bb geht den Voraussetzungen nach, die f\u00fcr H\u00e4ndels Opernschaffen wesentlich waren (zeitgen\u00f6ssische Auff\u00fchrungspraxis, S\u00e4ngerinnen und S\u00e4nger, Kastratenrollen, Kost\u00fcme, Tanz, Librettisten, H\u00e4ndels kulturpolitische Strategien). \u2013 Das Kapitel \u00abStrukturen\u00bb befasst sich mit den Charakteristiken der Libretti, Ouvert\u00fcren, Rezitative, Arien, Ensembles, Ch\u00f6re, mit dem Tanz und der Orchesterbesetzung. \u2013 Im abschliessenden Kapitel \u00abRezeption und Interpretation\u00bb stehen Probleme der H\u00e4ndel-Forschung und der Auff\u00fchrungspraxis im Mittelpunkt (z. B. Quellen, \u00dcberlieferung und Editionen, H\u00e4ndel-Renaissance, Regietheater, Tontr\u00e4ger). <\/p>\n<p> Durchwegs liegt der Fokus nicht etwa ausschliesslich auf H\u00e4ndels Wirken als Komponist und Impresario, vielmehr weitet sich das Blickfeld regelm\u00e4ssig auf die musik- und theaterhistorischen Voraussetzungen seiner Epoche, auf die politischen, sozialen, wirtschaftlichen und kulturellen Zust\u00e4nde in den Wirkungsst\u00e4tten. Zur Darstellung kommen auch die Stationen der Wiederbelebung von H\u00e4ndels Opern in den G\u00f6ttinger H\u00e4ndel-Festspielen vor acht Jahrzehnten \u00fcber die Vereinnahmung H\u00e4ndels als \u00abdeutscher Wikinger\u00bb bei den Nazis und als Volkserzieher in der DDR bis zu den H\u00e4ndel-Renaissancen seit Mitte der Achtzigerjahre. <\/p>\n<p> Teilband II enth\u00e4lt die Einzeldarstellungen s\u00e4mtlicher Opern H\u00e4ndels in chronologisch geordneter Folge, wie sie der Nummerierung im H\u00e4ndel-Werke-Verzeichnis (HWV) entspricht. Die einzelnen Artikel sind identisch aufgebaut. Der Titelkopf fasst die technischen Angaben zusammen (Gattungsbezeichnung, Aktzahl, Datum, Theater und Ort der Urauff\u00fchrung, Librettist, Personenverzeichnis mit Stimmfach, Orchesterbesetzung). Nicht nur summarisch, sondern bis ins Detail erz\u00e4hlt wird die (oft verwickelte) Handlung, wo n\u00f6tig auch die Vorgeschichte. Der anschliessende Kommentar bringt alle zum fundierten Verst\u00e4ndnis wichtigen Aspekte zur Sprache, dar\u00fcber hinaus eine Vielzahl von Einzelheiten etwa zum Opernstoff, zu den Personen aus Mythologie und Historie, zu den Umst\u00e4nden der Urauff\u00fchrung, zu Libretto, B\u00fchnenbild, Balletteinlagen, den politischen Implikationen, den Auff\u00fchrungen bis in die Gegenwart. <\/p>\n<p> Ein gesonderter Teil ist den Pasticci (samt tabellarischen Aufstellungen der darin verwendeten Kompositionen), den Bearbeitungen und Opernfragmenten, Schauspielmusiken und \u00abSecular dramas\u00bb vorbehalten. <\/p>\n<p> Im Anhang untergebracht sind Kurzbiografien der Autorinnen und Autoren, Abk\u00fcrzungs- und Literaturverzeichnis sowie das Personenregister f\u00fcr beide Teilb\u00e4nde. Die Anmerkungen sind durchgehend am Schluss der einzelnen Artikel zusammengefasst, wo sich auch Querverweise finden. <\/p>\n<p> Respekt heischt die vorliegende facettenreiche Auseinandersetzung mit H\u00e4ndel, mit dessen Musiktheaterschaffen, seiner Zeit und seiner Nachwirkung. Innerhalb von knapp zwei Jahren haben \u00fcber vierzig Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aus Deutschland, Grossbritannien, Italien, \u00d6sterreich, der Schweiz und den USA \u00fcber achtzig Texte zu diesem Handbuch beigetragen, der ersten derart umfassenden Publikation in deutscher Sprache zu H\u00e4ndels Opern. <\/p>\n<p> Begleitet wird der Textteil von Notenbeispielen und Schwarzweiss-Illustrationen wie Portr\u00e4ts, Karikaturen, Titelbl\u00e4ttern von Drucken, B\u00fchnenbildentw\u00fcrfen, darunter viele zeitgen\u00f6ssische Dokumente. Und nicht zuletzt zu loben sind die stilistische und sprachliche Sorgfalt, die Typografie und das Layout. <\/p>\n<p> Zusammen mit Band 1 (H\u00e4ndel und seine Zeitgenossen) f\u00fcgt sich das Opern-Handbuch zu einem inhaltsdichten, farben- und kontrastreichen Mosaik von H\u00e4ndels Pers\u00f6nlichkeit und Kunst vor dem Hintergrund einer Jahrhunderte umfassenden Musik- und Geistesgeschichte mit Zentrum Barock.<\/p>\n<p> <strong><em>Zitat aus dem Buch: <\/em><\/strong><br \/> \u00abH\u00e4ndel pflegte Retrospektivit\u00e4t sowohl dem Hof zuliebe als auch um ihrer selbst willen, ja als Ausdrucksqualit\u00e4t. Er blickte zur\u00fcck in die Opern-Vergangenheit durch die Brille der mitteleurop\u00e4isch-h\u00f6fischen und der r\u00f6misch-arkadischen Traditionen und Loyalit\u00e4ten seiner Jugendzeit. Andererseits verr\u00e4t eine solche Zuspitzung des Interesses auf die Vergangenheit \u2013 die kreative Inbesitznahme der Vorbilder oder der Dialog mit ihnen \u2013 ein historisches Bewusstsein. [\u2026] H\u00e4ndel \u2013 und durchaus auch seine Londoner Mitstreiter in Literatur und Kunst \u2013 behandelten Oper und Oratorium als Importware aus humanistischer Vergangenheit, als Luxus des Geistes und der Sinne, der einem noch weitgehend ,barbarischen\u2019 Publikum zu unterbreiten war. Diese Ideologie war es wohl, die seine Werke wiederum sp\u00e4teren Jahrhunderten anempfohlen hat.\u00bb (Reinhard Strohm, H\u00e4ndels Opern im europ\u00e4ischen Zusammenhang, Seite 13\/I)<br \/> <\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>ws<\/em>)<\/span><\/p>\n<p><\/p>\n<p> <center> <\/p>\n<table style=\"width: 430px;\" summary=\"linie\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"9\" bgcolor=\"#666666\" height=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/grafiken\/dbrown1x1.gif\" border=\"0\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-s-black\">H\u00e4ndels Opern. Das Handbuch. Herausgegeben von Arnold Jacobshagen und Panja M\u00fccke. 2 B\u00e4nde, zusammen 966 Seiten mit zahlreichen Notenbeispielen und \u00fcber 50 schwarzweissen Abbildungen. Das H\u00e4ndel-Handbuch 2. Laaber-Verlag, Laaber. \u20ac 172,\u2013. Fr. 274.\u2013.<\/p>\n<p> siehe auch:<br \/> <a href=\"http:\/\/212.60.37.143\/rezensionen_ind2.php?art=501\">H\u00e4ndel und seine Zeitgenossen<\/a> (H\u00e4ndel-Handbuch, Band 1)<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>03.08.2009 &#8212; Seine Oratorien, Orchesterkompositionen, Klavierwerke und Kammermusiken haben H\u00e4ndels Ruhm stets wachgehalten. \u00dcber die mehr als f\u00fcnf Dutzend B\u00fchnenwerke,&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[11],"tags":[],"class_list":["post-690","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-buchbesprechungen","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/690","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=690"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/690\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=690"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=690"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=690"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}