{"id":696,"date":"2014-01-11T21:25:12","date_gmt":"2014-01-11T21:25:12","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/11\/europaeische-romantik-in-der-musik\/"},"modified":"2014-01-11T21:25:12","modified_gmt":"2014-01-11T21:25:12","slug":"europaeische-romantik-in-der-musik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/11\/europaeische-romantik-in-der-musik\/","title":{"rendered":"Europ\u00e4ische Romantik in der Musik"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"> <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2009\/rom150909.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>21.09.2009 &#8212; Ein im buchst\u00e4blichen Sinn m\u00e4chtiges Opus: Die beiden B\u00e4nde, zusammen gut zw\u00f6lf Zentimeter dick, bringen fast dreieinhalb Kilogramm auf die Waage. Nat\u00fcrlich untaugliche Angaben zur Bestimmung des inhaltlichen Gewichts von bedrucktem und in mit Leinen \u00fcberzogenem Karton gebundenem Papier. Trotzdem ein Anhaltspunkt, der hier in Bezug auf die innere Substanz der beiden B\u00e4nde \u00abEurop\u00e4ische Romantik in der Musik\u00bb keineswegs in die Irre f\u00fchrt. <\/p>\n<p> Ein freundschaftliches Streitgespr\u00e4ch als Ausgangspunkt: 1973 diskutierten Norbert Miller und Carl Dahlhaus Franz Liszts Gedanken einer Sprache der Musik mit eigener Formenlehre und Syntax. Die zwei Jahre danach publizierten Aufs\u00e4tze weckten, wie Miller in der Einleitung zu Band 1 schreibt, den Wunsch, \u00abden Disput \u2013 aus gemeinsamer Grundauffassung und gleicher Neugier, aber in unterschiedlichster Manier des Denkens und Schreibens \u2013 miteinander fortzusetzen\u00bb. Arbeitstitel des ab 1980 geplanten Buchs: \u00abSprechende Musik\u00bb.<\/p>\n<p> Inhaltlich beabsichtigten die beiden Verfasser \u2013 sie lehrten an der Technischen Universit\u00e4t Berlin, Carl Dahlhaus (1928\u20131989) als Ordinarius der Musikwissenschaft, Norbert Miller (geb. 1937) als Ordinarius f\u00fcr Deutsche Philologie und Allgemeine und Vergleichende Literaturwissenschaft \u2013, \u00abdas Verh\u00e4ltnis der Oper als B\u00fchnenform eines intendierten Musikdramas und des reinen symphonischen Stils\u00bb an einer begrenzten Epoche zwischen 1770 und 1850 aufzuzeigen. <\/p>\n<p> Miller fasst die These des Gemeinschaftswerks so zusammen: \u00abDie Einheit der europ\u00e4ischen Romantik und ihre Vorstufen betrifft [\u2026] die K\u00fcnste insgesamt, die Musik nicht weniger als die Malerei oder die Dichtung. Das Buch will, von einer Au\u00dfen-Perspektive her, eine Ansicht der Romantik vermitteln, wie sie sich in den oft weit voneinander getrennten Ph\u00e4nomenen der Musik darstellt.\u00bb <\/p>\n<p> Das Werk, von Miller als ein \u00abl\u00e4ngeres Gespr\u00e4ch\u00bb \u00fcber die musikalische Romantik in Europa bezeichnet, gliedert sich in vier B\u00fccher: Im Band 1 Triumph und Krise des Musikdramas (Gluck, Raniero de\u2019 Calzabigi, Mozart, Johann Christoph Vogel, Cherubini) und Metamorphosen der Gattung (Haydn, Da Ponte, Mozart, Schikaneder, Peter von Winter, Beethoven, Cimarosa), im Band 2 Deutsche und europ\u00e4ische Romantik (Johann Friedrich Reichardt und E. T. A. Hoffmann \u2013 diese in vorderster Linie \u2013, Carl Maria von Weber, Spontini) sowie Zukunftsmusik (Rossini, Wagner, Meyerbeer, Berlioz, Liszt). <\/p>\n<p> Immerhin f\u00e4llt auf (die Editorische Notiz weist es nach), dass der bei weitem \u00fcberwiegende Teil aus der Feder Norbert Millers stammt; das \u00abl\u00e4ngere Gespr\u00e4ch\u00bb wird sich wohl auf die Planung der Publikation beziehen \u2013jedenfalls hat sich eine kontroverse Diskussion nicht niedergeschlagen. Pr\u00e4gend in Millers Monologen sind dessen exzellente Kenntnisse des Opernschaffens, der Libretti und B\u00fchnenbilder. Was ihn bef\u00e4higt, eine F\u00fclle an Daten, Fakten und Interpretationen auch \u00fcber weniger prominente Komponisten auszubreiten im epischen Fluss einer Darstellung, die besticht durch gescheite Analyse und tiefenscharfe Beleuchtung der behandelten Probleme. <\/p>\n<p> Schade, dass Franz Schubert, in seinem Opernschaffen eminenter Romantiker, nur marginal vorkommt in dieser Untersuchung aus deutscher Perspektive, die auch Literatur, Malerei, Philosophie, Kunst- und Musik\u00e4sthetik, historische und soziale Verh\u00e4ltnisse reflektiert. Und die Seite um Seite anregend und bereichernd zu lesen ist. <\/p>\n<p> Beide B\u00e4nde enthalten einige Notenbeispiele und zusammen 165 Schwarzweiss-Abbildungen; im 2. Band findet sich das Gesamtregister der Namen und Werke. Nicht zu vergessen: Der in kleinerem Schriftgrad gesetzte Anmerkungsteil, in der Regel mit substantiellen Erweiterungen, beansprucht nicht weniger als opulente 360 Seiten! <\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>ws<\/em>)<\/span><\/p>\n<p><\/p>\n<p> <center> <\/p>\n<table style=\"width: 430px;\" summary=\"linie\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"9\" bgcolor=\"#666666\" height=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/grafiken\/dbrown1x1.gif\" border=\"0\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-s-black\">Carl Dahlhaus \/ Norbert Miller: Europ\u00e4ische Romantik in der Musik. Band 1: Oper und sinfonischer Stil 1770\u20131820; Band 2: Von E. T. A. Hoffmann zu Richard Wagner 1800\u20131850. J. B. Metzler Verlag, Stuttgart. 810 + 1246 Seiten. Mit Schwarzweiss-Illustrationen und Notenbeispielen. Pro Band \u20ac 79,95; Fr. 123.\u2013; zusammen \u20ac 159,85; Fr. 254.\u2013. <\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>21.09.2009 &#8212; Ein im buchst\u00e4blichen Sinn m\u00e4chtiges Opus: Die beiden B\u00e4nde, zusammen gut zw\u00f6lf Zentimeter dick, bringen fast dreieinhalb Kilogramm&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[11],"tags":[],"class_list":["post-696","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-buchbesprechungen","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/696","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=696"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/696\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=696"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=696"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=696"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}