{"id":698,"date":"2014-01-11T21:26:19","date_gmt":"2014-01-11T21:26:19","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/11\/geschichte-der-musik\/"},"modified":"2014-01-11T21:26:19","modified_gmt":"2014-01-11T21:26:19","slug":"geschichte-der-musik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/11\/geschichte-der-musik\/","title":{"rendered":"Geschichte der Musik"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2009\/gdmus81009.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>20.10.2009 &#8212; Ein Allerweltstitel, \u00abGeschichte der Musik\u00bb, mehrfach vergeben, so dem wohl gewichtigsten Band, jenem heute 700-seitigen Studien- und Nachschlagebuch von Karl H. W\u00f6rner (W. Gratzer und L. Meierott; 1954 ff.). Mit 300 Seiten schmaler und als Einf\u00fchrung gedacht ist die \u00abGeschichte der Musik\u00bb des walisischen Schriftstellers und Musikkritikers Paul Griffiths. Die 2006 vorgelegte Originalausgabe tr\u00e4gt den bezeichnenderen Titel \u00abA Concise History of Western Music\u00bb.<\/p>\n<p> Von den Urspr\u00fcngen (ein H\u00f6hlenmensch fertigt eine Knochenfl\u00f6te und \u00abAtem wird zu Klang, und durch diesen Klang erh\u00e4lt Zeit eine Gestalt. Und so, als Klang und Gestalt gewordene Zeit, beginnt Musik\u00bb) bis in die Gegenwart erkundet der Autor pr\u00e4gende Stationen der abendl\u00e4ndischen, in Neumen und Noten festgehaltenen Musik. <\/p>\n<p> Der Ansatz, den Griffiths seinem Gang durch die westliche (die \u00abklassische\u00bb) Musik zugrunde legt, ist originell: die Zeit und das Messen der Zeit als ein Fundament der rhythmischen Notation und der Polyphonie. Die \u00dcberschriften der acht Teile, etwa \u00abGemessene Zeit: 1100\u20131400\u00bb, \u00abErkannte Zeit: 1630\u20131770\u00bb oder \u00abVerworrene Zeit: 1908\u20131975\u00bb, weisen hin auf die Gestaltung der Zeit durch den Komponisten und die Vermittlung der Zeit im Allgemeinen. Erhellende Einsichten ergeben sich da, folgt man dem Autor, ebenso wie Fragen der jeweiligen sauberen Abgrenzung: Zeit als werkimmanente Komponente? Zeit als mit Metronom und Uhr messbare Gr\u00f6sse? Zeit als bestimmte Epoche? Zeit als Prozess? <\/p>\n<p> Die Gewichtsverteilung in dieser chronologisch aufgebauten Musikgeschichte widerspiegelt die Absicht einer Einf\u00fchrung f\u00fcr Musikliebhaber und Studienanf\u00e4nger: 120 Seiten bis Ende Barock (1770), je 80 Seiten Klassik bis Sp\u00e4tromantik (1907) und Moderne bis Anfang 21. Jahrhundert. <\/p>\n<p> Griffiths zeichnet in seinem \u00abLesebuch\u00bb in 24 Kapiteln ein vielf\u00e4ltiges Panorama abendl\u00e4ndischer Musik (und Kultur), kristallisiert um die Leistung massgebender Pers\u00f6nlichkeiten. Dass hier und dort die den K\u00fcnstler beeinflussende historische Situation, die sozialen Str\u00f6mungen, die wirtschaftlichen Voraussetzungen und die Verflechtungen mit anderen K\u00fcnsten allzu knapp umrissen werden, wird man einer \u00abConcise History\u00bb nicht zum Vorwurf machen. Beispielhaft dargestellt sind die politischen Hintergr\u00fcnde des 20. Jahrhunderts, marginal abgehandelt die Beziehungen zur Popul\u00e4rmusik. <\/p>\n<p> Einzelne Meister, herausragende Werke, Musiktheoretiker, Kompositionstechniken, Gattungen, Besetzungen, Auff\u00fchrungsbedingungen, nationale Traditionen (besonders gut ber\u00fccksichtigt ist England und seine Musik, nicht vergessen sind die \u00dcberseegebiete Spaniens und Portugals) bringt Griffiths in belebter Schilderung und aus wechselnder Perspektive nahe, zieht Parallelen, deckt Zusammenh\u00e4nge auf, die anregen zum kritischen Nachdenken. <\/p>\n<p> Im Anhang findet sich ausser dem Personenregister eine Liste mit Lese- und H\u00f6rempfehlungen vom gregorianischen Gesang bis zu zeitgen\u00f6ssischen Kompositionen. <\/p>\n<p> <strong><em>Zitat aus dem Buch: <\/em><\/strong><br \/> \u00abDas gro\u00dfe Zeitalter der mechanischen Uhren \u2013 bis zum letzten Chronometer John Harrisons (1770) \u2013 war auch die Epoche in der Musikgeschichte, die sich mit einer mechanischen Eleganz und Stetigkeit durch die Zeit bewegte, die aber dennoch Mittel und Wege fand \u2013 und zwar in ebendiesen Ph\u00e4nomenen von Harmonie und Rhythmus, die ein gleichm\u00e4\u00dfiges Dahinfliessen erst m\u00f6glich machten \u2013, g\u00f6ttliche Gr\u00f6\u00dfe und menschliche Freude oder Bitterkeit auf neue Art auszudr\u00fccken. Es war die Musik, die man, als sie im 20. Jahrhundert wiederentdeckt wurde, als Barockmusik bezeichnete.\u00bb (Seite 86f.) <br \/> <\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>ws<\/em>)<\/span><\/p>\n<p><\/p>\n<p> <center> <\/p>\n<table style=\"width: 430px;\" summary=\"linie\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"9\" bgcolor=\"#666666\" height=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/grafiken\/dbrown1x1.gif\" border=\"0\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-s-black\">Paul Griffiths: Geschichte der Musik. Vom Mittelalter bis in die Gegenwart. Aus dem Englischen von Corinna Steinbach und Stephanie Staudacher. Mit Schwarzweiss-Illustrationen. Gemeinschaftsausgabe Verlag J. B. Metzler, Stuttgart, und B\u00e4renreiter-Verlag, Kassel. 302 Seiten. \u20ac 29,95. Fr. 47.\u2013. <\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>20.10.2009 &#8212; Ein Allerweltstitel, \u00abGeschichte der Musik\u00bb, mehrfach vergeben, so dem wohl gewichtigsten Band, jenem heute 700-seitigen Studien- und Nachschlagebuch&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[11],"tags":[],"class_list":["post-698","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-buchbesprechungen","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/698","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=698"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/698\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=698"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=698"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=698"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}