{"id":701,"date":"2014-01-11T21:27:45","date_gmt":"2014-01-11T21:27:45","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/11\/werkeinfuehrung-bachs-h-moll-messe\/"},"modified":"2014-01-11T21:27:45","modified_gmt":"2014-01-11T21:27:45","slug":"werkeinfuehrung-bachs-h-moll-messe","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/11\/werkeinfuehrung-bachs-h-moll-messe\/","title":{"rendered":"Werkeinf\u00fchrung: Bachs h-Moll-Messe"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2009\/bachmesse211209.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>24.12.2009 &#8212; Erste Spuren der h-Moll-Messe finden sich bereits 1714, doch die Entstehungsgeschichte dieses weltweit am h\u00e4ufigsten aufgef\u00fchrten Grosswerks Bachs erstreckt sich \u00fcber drei Jahrzehnte und kam in zwei Phasen in autographen Niederschriften zum Abschluss: 1733 und 1748\/49. <\/p>\n<p> Licht und Ordnung in die komplexe Werkgeschichte bringt der renommierte Bach-Spezialist Christoph Wolff im ersten Teil seiner den aktuellen Stand der Forschung widerspiegelnden Einf\u00fchrung. Er geht den historischen Perspektiven nach, den Stufen der eigentlichen Werkentstehung, dem Schriftbild, den Ursachen des heterogenen Befunds der Originalpartitur, den Parodievorlagen, die Bach einbezog, um sie vor dem Vergessen zu bewahren \u2013 eine spannende Spurensuche mit Einsichten, offenen Fragen und manchen Vermutungen. <\/p>\n<p> In den Blick nimmt der Autor auch Bachs fr\u00fchere lateinische Kirchenmusik und ihre Tradition im protestantischen Deutschland. Neue Erkenntnisse betreffen den Wandel der Auff\u00fchrungsm\u00f6glichkeiten liturgischer und geistlicher Musik in den Leipziger Hauptkirchen St. Nicolai und St. Thomae. <\/p>\n<p> Im zweiten Teil seiner Werkeinf\u00fchrung setzt sich Wolff mit den musikalischen Aspekten der h-Moll-Messe auseinander, erl\u00e4utert die Vielfalt an Stilen und Ausdrucksformen, das Wort-Ton-Verh\u00e4ltnis, den theologischen Bedeutungsgehalt. Jeweils am Anfang der beiden Teile (Teil I: Missa mit Kyrie und Gloria; Teil II: Symbolum Nicenum mit Credo, Sanctus, Osanna, Benedictus, Agnus Dei und Dona nobis pacem) findet sich ein Gesamt\u00fcberblick mit Angabe der Besetzung, Taktbezeichnung und Tonart. Es folgt die einl\u00e4ssliche Besprechung der einzelnen S\u00e4tze (12 in Teil I; 15 in Teil II). An der Spitze steht der vertonte Text (lateinisch und deutsch), und die Analyse wird durch viele Notenbeispiele unterst\u00fctzt. <\/p>\n<p> Eingebettet sind zwei Exkurse: die lateinische Weihnachtsmusik BWV 191 und Hinweise zur Continuogruppe in der h-Moll-Messe. Abgerundet werden die \u00dcberlegungen zu den Teilen und zum Ganzen mit einer Bilanz von Bachs \u00abgro\u00dfer catholischer Messe\u00bb.<\/p>\n<p> Der Anhang bringt den Text des Ordinarium Missae mit historischen Erl\u00e4uterungen und Text- und Melodievarianten. \u00dcbersichten listen Fr\u00fchfassungen, nachweisliche \u00dcbernahmen und vermutete Parodien sowie bibliografische Materialien auf. <\/p>\n<p> Christoph Wolff ist eine konzentrierte und auch musikwissenschaftlich Ungeschulten verst\u00e4ndliche Einf\u00fchrung zu verdanken, in der erhellt, wie sich die Charakteristika der h-Moll-Messe integrieren in den Kosmos des Bachschen Denkens und Komponierens.<\/p>\n<p> <strong><em>Zitat aus dem Buch: <\/em><\/strong><br \/> \u00abDas Ph\u00e4nomen <em>h-Moll-Messe<\/em> l\u00e4sst sich kaum erkl\u00e4ren ohne Blick auf den reflektierenden Musiker Bach, der seinen Stoff intellektuell durchdringt und ihn musikalisch zum Klingen und Sprechen bringt. Dass er sich der geschichtstr\u00e4chtigen Gattung der Messe zuwendet, kommt nicht von ungef\u00e4hr. Es ist das Bewusstsein eigener Geschichtlichkeit, ein f\u00fcr Bach bezeichnendes Charakteristikum. [\u2026] So pr\u00e4sentiert sich Bachs <em>h-Moll-Messe<\/em>, auch ohne dass es ihre prim\u00e4re Zweckbestimmung gewesen w\u00e4re, als ein musikalisches Verm\u00e4chtnis und trifft darin zusammen mit der 1748\/49 in Druck gegebenen <em>Kunst der Fuge<\/em>. Die gro\u00dfe Messe f\u00fchrt freilich mit ihrer Durchdringung von theologischer Gedankenwelt und musikalischer Materie eine zus\u00e4tzliche, der Instrumentalmusik fehlende Dimension ein.\u00bb (Seite 127) <br \/> <\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>ws<\/em>)<\/span><\/p>\n<p><\/p>\n<p> <center> <\/p>\n<table style=\"width: 430px;\" summary=\"linie\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"9\" bgcolor=\"#666666\" height=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/grafiken\/dbrown1x1.gif\" border=\"0\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-s-black\">Christoph Wolff: Johann Sebastian Bach \u2013 Messe in h-Moll. B\u00e4renreiter Werkeinf\u00fchrungen. Mit Abbildungen und Notenbeispielen. B\u00e4renreiter-Verlag, Kassel 2009. 148 Seiten. \u20ac 14,95. Fr. 26.90.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>24.12.2009 &#8212; Erste Spuren der h-Moll-Messe finden sich bereits 1714, doch die Entstehungsgeschichte dieses weltweit am h\u00e4ufigsten aufgef\u00fchrten Grosswerks Bachs&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[11],"tags":[],"class_list":["post-701","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-buchbesprechungen","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/701","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=701"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/701\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=701"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=701"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=701"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}