{"id":702,"date":"2014-01-11T21:28:14","date_gmt":"2014-01-11T21:28:14","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/11\/reclams-komponistenlexikon\/"},"modified":"2014-01-11T21:28:14","modified_gmt":"2014-01-11T21:28:14","slug":"reclams-komponistenlexikon","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/11\/reclams-komponistenlexikon\/","title":{"rendered":"Reclams Komponistenlexikon"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2010\/reckomplex3110.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>05.01.2010 &#8212; Zwei Besonderheiten fallen beim ersten Durchbl\u00e4ttern ins Auge: Reclams Komponistenlexikon stellt in eigenen Eintr\u00e4gen auch mehr als 80 komponierende Frauen vom Mittelalter bis zur Gegenwart vor und erweitert die \u00fcber 700 Einzeldarstellungen zudem mit 16 themen- bzw. personenzentrierten Essays. <\/p>\n<p> Drei Leitgedanken waren, wie die Herausgeberin Melanie Unseld im Vorwort schreibt, massgebend f\u00fcr die Auswahl der Pers\u00f6nlichkeiten der sog. klassischen Musik: a) die europ\u00e4ische Musikkultur samt Kunstschaffenden, die (noch) nicht im popul\u00e4ren Kanon verankert sind; b) die Globalisierung, wie sie sich zeigt in Komponisten aus aussereurop\u00e4ischen L\u00e4ndern, die in Europa rezipiert wurden; c) Ber\u00fccksichtigung von Komponistinnen, deren Anteil \u00abzumindest eine Vorstellung davon geben, welcher Reichtum an Werken hier bereitliegt, in der gegenw\u00e4rtigen Musikkultur wahrgenommen zu werden\u00bb.<\/p>\n<p> An der Spitze der Artikel stehen Name und Lebensdaten, am Schluss Hinweise auf Werkverzeichnisse, Quellen, Repertorien, Dokumente, Internetadressen. Die Biografien erhellen nicht nur die Ausbildung, die T\u00e4tigkeitsbereiche, die Lebensstationen und das Schaffen, sondern auch die \u00e4usseren Einfl\u00fcsse und Anregungen, die musikgeschichtlichen, gesellschaftlichen, politischen, kulturellen Hintergr\u00fcnde und Zusammenh\u00e4nge. <\/p>\n<p> Die Werke oder Werkgruppen (konsequent genannt im Originaltitel und \u2013 ausser im Englischen, Franz\u00f6sischen, Italienischen und Spanischen \u2013 mit \u00dcbersetzung) werden in umfangreicheren Beitr\u00e4gen detailliert und entsprechend ihrer Bedeutung f\u00fcr die Entwicklung, das Renommee und die Rezeption des Komponisten gew\u00fcrdigt. K\u00fcnstlerische Prinzipien und musik\u00e4sthetische Vorstellungen, Schulen, Gruppen, Kunstrichtungen, Gattungen, Tonsprache, Stil, Kompositionstechnik kommen da zur Sprache. <\/p>\n<p> Und immer wieder weitet sich das Panorama: auf Musiker, die im europ\u00e4ischen Konzertleben (noch) Nebenrollen spielen, auf Autoren von Operetten und Musicals. <\/p>\n<p> Ungew\u00f6hnlich in einem Personenlexikon sind Schwerpunktartikel. Hier f\u00fchren die eingestreuten Essays in mancherlei Hinsicht zusammen, verflechten, erweitern und beleuchten aus anderen Blickwinkeln, was in verschiedenen Komponistenartikeln erl\u00e4utert wird. Einige Beispiele: Nadia Boulanger und ihre Schule; Groupe des Six; Das M\u00e4chtige H\u00e4uflein; Musikerfamilien; Die Neudeutschen; Zweite Wiener Schule; \u00abEntartete Musik\u00bb \u2013 Exilmusik; Theresienst\u00e4dter Komponisten; Schule von Notre Dame; Renaissance in England und die English Musical Renaissance. <\/p>\n<p> Optisch heben sich die Essays innerhalb des zweispaltig umbrochenen, mit vielen Portr\u00e4tillustrationen bereicherten Lexikons durch gr\u00f6ssere Schrift samt entsprechendem Durchschuss und seitenf\u00fcllendem Zeilenlauf ab. Gemeinsam sind Lexikon- und Schwerpunktartikeln die mit Zur\u00fcckhaltung gesetzten Verweispfeile. <\/p>\n<p> 700 Portr\u00e4ts von Abel bis Zimmermann, 16 Essays zu Personenkreisen, \u00e4sthetischen Schulen und Gruppierungen \u2013 und Information und Anregung in H\u00fclle und F\u00fclle. Die 61 Autorinnen und Autoren haben es verstanden, trotz den lexikalischen Einschr\u00e4nkungen die Fakten und Daten mit Interpretationen auf individuelle und anregende Art zu verbinden und frei von unreflektiert \u00fcbernommenen Beurteilungen neue Akzente zu setzen. <\/p>\n<p> <strong><em>Zitat aus dem Buch: <\/em><\/strong><br \/> \u00abAnkn\u00fcpfend an eine Tradition, die sich \u00fcber die franz\u00f6sische Konversationskultur des 16. Jahrhunderts und die italienische Renaissance-Geselligkeit bis hin zu den antiken Symposien zur\u00fcckverfolgen l\u00e4sst, avancierte der Salon sp\u00e4testens im Frankreich des 17. und 18. Jahrhunderts zu einer wichtigen soziokulturellen Gr\u00f6\u00dfe, die den politischen, k\u00fcnstlerischen und wissenschaftlichen Diskurs ma\u00dfgebend bestimmte und sich rasch \u00fcber den gesamten Kontinent ausbreitete. Der Einfluss des Salons auf die europ\u00e4ische Kultur- und Geistesgeschichte war zweifellos immens, wenngleich nicht immer nachweisbar. [\u2026] Innerhalb der m\u00e4nnlich dominierten Gesellschaft fanden Frauen im Salon ihre geistigen und kulturellen Entfaltungsm\u00f6glichkeiten; hier verband sich die Vorstellung des Dialogs gleichberechtigter Partner unterschiedlicher gesellschaftlicher Herkunft mit kulturellem Elitebewusstsein.\u00bb (Aus dem Essay von Fabian Kolb: Virtuosentum und Salonmusik im 19. Jahrhundert, Seite 606) <br \/> <\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>ws<\/em>)<\/span><\/p>\n<p><\/p>\n<p> <center> <\/p>\n<table style=\"width: 430px;\" summary=\"linie\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"9\" bgcolor=\"#666666\" height=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/grafiken\/dbrown1x1.gif\" border=\"0\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-s-black\">Reclams Komponistenlexikon. Hrsg. von Melanie Unseld. Reclam-Verlag, Stuttgart 2009. 672 Seiten mit 163 Abbildungen. Subskriptionspreis bis 28.02.2010: \u20ac 39,90; Fr. 67.90; danach \u20ac 49,90; Fr. 83.90. <\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>05.01.2010 &#8212; Zwei Besonderheiten fallen beim ersten Durchbl\u00e4ttern ins Auge: Reclams Komponistenlexikon stellt in eigenen Eintr\u00e4gen auch mehr als 80&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[11],"tags":[],"class_list":["post-702","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-buchbesprechungen","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/702","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=702"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/702\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=702"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=702"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=702"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}