{"id":703,"date":"2014-01-11T21:28:45","date_gmt":"2014-01-11T21:28:45","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/11\/musikpsychologie-im-instrumentalunterricht\/"},"modified":"2014-01-11T21:28:45","modified_gmt":"2014-01-11T21:28:45","slug":"musikpsychologie-im-instrumentalunterricht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/11\/musikpsychologie-im-instrumentalunterricht\/","title":{"rendered":"Musikpsychologie im Instrumentalunterricht"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2010\/100105mitzscherlich.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>08.01.2010 &#8212; Der s\u00e4chsischen Stadt Zwickau wird dieses Jahr in der Musikwelt h\u00f6here Aufmerksamkeit als \u00fcblich zuteil. Es ist die Geburtsstadt Robert Schumanns. Der Komponist hat dort 1810, also heuer vor 200 Jahren, das Licht der Welt erblickt. Zwickau hat aber noch mehr zu bieten \u2013 als eines der Gravitationszentren eines regionalen Entwicklungsprogrammes, das auf Musik fokussiert und neben Instrumentenbau auch musikmedizinische Aktivit\u00e4ten umfasst. Das ist ein Gl\u00fccksfall, denn die Zusammenarbeit von Fachleuten aus den Gesundheits- und Pflegewissenschaften der Wests\u00e4chsischen Hochschule Zwickau, des Robert-Schumann-Konservatoriums und zahlreicher weiterer Institutionen hat dazu gef\u00fchrt, dass in der Gegend aus neuen, teils \u00fcberraschenden Perspektiven \u00fcber das praktische Musizieren nachgedacht wird.<\/p>\n<p> Eines der Resultate dieser Prozesse ist das vom Leipziger Hofmeister Verlag sehr sch\u00f6n gestaltete Buch \u00abMusikpsychologie im Instrumentalunterricht \u2013 eine Einf\u00fchrung\u00bb. Es stammt aus der Feder der musikkundigen Professorin f\u00fcr Pflegeforschung Beate Mitzscherlich. Der vorangestellten Danksagung ist \u00fcberdies zu entnehmen, dass der Autorin bei der Erarbeitung des Textes alles, was in der deutschsprachigen Musikphysiologie und -medizin Rang und Namen hat, beratend zur Seite stand. <\/p>\n<p> In essayistischer Form n\u00e4hert sich Beate Mitzscherlich ihrem Thema in Kapiteln, die mit \u00abWahrnehmung\u00bb, \u00abMotivation\u00bb, \u00abSpielbereitschaft\u00bb, \u00abLehrer-Sch\u00fcler-Beziehung\u00bb oder \u00abLeistung und Wettbewerb\u00bb \u00fcbertitelt sind. Aus der Aussensicht auf die Praxis vermeidet es die Psychologin, konkrete und praktische Handlungsanweisungen zu geben. Die St\u00e4rken des Textes liegen andernorts. <\/p>\n<p> Tats\u00e4chlich werden in dem Band auf \u00fcberaus sensible Art vor allem die nicht gerade an der Oberfl\u00e4che liegenden und von Musiklehrpersonen h\u00e4ufig ungern thematisierten Aspekte der Interaktionen zwischen Sch\u00fclern und Lehrern angesprochen: die vielf\u00e4ltigen Hoffnungen, \u00c4ngste, Erwartungen und Verhaltensweisen aller Akteure im Unterricht, von den subtilen \u00c4usserungen, die motivieren, demotivieren, anspornen oder dem\u00fctigen k\u00f6nnen, bis hin zu Tabuthemen wie der Intimit\u00e4t der Musiklektionen, die auch Integrit\u00e4tsgrenzen sprengen und sexuellen oder psychologischen Missbrauch f\u00f6rdern kann. All dies schafft die Autorin ohne jegliche Skandalisierung, ohne Voyeurismus und mit erfrischend empathischer Sachlichkeit. <\/p>\n<p> Sie zeichnet so ein stark an der Praxis abgelesenes, differenziertes Bild des Musikunterrichts und verficht dabei implizit eine zeitgem\u00e4sse Form des aufgekl\u00e4rten Humanismus, f\u00fcr den die Bed\u00fcrfnisse des einzelnen Menschen im Zentrum stehen. Vieles dabei dreht sich um die f\u00fcr die vielf\u00e4ltig belasteten Berufsmusiker so schwer zu erreichende Balance aus Engagement und Entspannung und die Kommunikation mit Sch\u00fclern als Spiel wechselseitiger Beeinflussungen. <\/p>\n<p> Erg\u00e4nzt ist das Buch um eine klug zusammengestellte, sehr informative Literaturliste zum Thema Musikpsychologie in der Praxis. Rund drei Dutzend neuere Publikationen werden kurz beschrieben und bewertet.<\/p>\n<p> <strong><em>Zitat aus dem Buch: <\/em><\/strong><br \/> \u00abWir denken, dass es vielleicht sogar das Wesen der Musik ist, dass sie eine Ausdrucksm\u00f6glichkeit f\u00fcr Menschen er\u00f6ffnet, die sich in den gesellschaftlich \u00fcblichen \u201aWortgefechten\u2019 nur unzureichend \u00e4ussern k\u00f6nnen.\u00bb (Seite 64) <br \/> <\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>wb<\/em>)<\/span><\/p>\n<p><\/p>\n<p> <center> <\/p>\n<table style=\"width: 430px;\" summary=\"linie\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"9\" bgcolor=\"#666666\" height=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/grafiken\/dbrown1x1.gif\" border=\"0\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-s-black\">Beate Mitzscherlich: <em>Musikpsychologie im Instrumentalunterricht \u2013 eine Einf\u00fchrung<\/em>, Friedrich Hofmeister Verlag, Leipzig 2008, ISBN 3873500442, 144 Seiten, 19.80 \u20ac<br \/> Bezugsnachweis: <a href=\"http:\/\/www.hofmeister-musikverlag.com\" target=\"blank\" rel=\"noopener noreferrer\"> www.hofmeister-musikverlag.com<\/a> <\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>08.01.2010 &#8212; Der s\u00e4chsischen Stadt Zwickau wird dieses Jahr in der Musikwelt h\u00f6here Aufmerksamkeit als \u00fcblich zuteil. Es ist die&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[11],"tags":[],"class_list":["post-703","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-buchbesprechungen","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/703","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=703"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/703\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=703"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=703"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=703"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}