{"id":705,"date":"2014-01-12T09:07:54","date_gmt":"2014-01-12T09:07:54","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/12\/wagners-ring-des-nibelungen\/"},"modified":"2014-01-12T09:07:54","modified_gmt":"2014-01-12T09:07:54","slug":"wagners-ring-des-nibelungen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/12\/wagners-ring-des-nibelungen\/","title":{"rendered":"Wagners \u00abRing des Nibelungen\u00bb"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2010\/wagner13110.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>25.01.2010 &#8212; Von \u00abWeia! Waga!\u00bb \u00fcber \u00abHojotoho! Heiaha!\u00bb und \u00abHoiho! Hoiho!\u00bb bis \u00abHeiaho!\u00bb entfaltet sich die m\u00e4chtige Dichtung, das B\u00fchnenfestspiel mit \u00abRheingold\u00bb, \u00abWalk\u00fcre\u00bb, \u00abSiegfried\u00bb und \u00abG\u00f6tterd\u00e4mmerung\u00bb. Erstmals als Ganzes aufgef\u00fchrt wurde der \u00abRing des Nibelungen\u00bb im August 1876 in Bayreuth unter dem Dirigenten Hans Richter und der k\u00fcnstlerischen Leitung des Textdichters und Komponisten. <\/p>\n<p> Gut ein Vierteljahrhundert, von 1848 bis 1874, hatte Wagner an der \u00abRing\u00bb-Tetralogie gearbeitet, einen Gegenentwurf geschaffen zu den Konventionen der franz\u00f6sisch-italienischen Operntradition. Den Stoff aus Quellen des 13. Jahrhunderts sch\u00f6pfte er aus dem mittelhochdeutschen \u00abNibelungenlied\u00bb, den G\u00f6tter- und Heldensagen der altnordischen \u00abEdda\u00bb (f\u00fcr \u00abRheingold\u00bb, \u00abWalk\u00fcre\u00bb und \u00abSiegfried\u00bb insbesondere aus der \u00abVolsunga\u00bb-Saga) sowie aus dem M\u00e4rchenschatz der Gebr\u00fcder Grimm. <\/p>\n<p> Wagner schmiedete sich aus den Anregungen der Epen und M\u00e4rchen, aus den Personen, Handlungen, Motiven, Konstellationen ein in vier Teile gegliedertes Textbuch mit mythischem Hintergrund und Geschehen. F\u00fcr ihn besass diese Textbuch-Fassung eigene literarische Qualit\u00e4t; im Freundeskreis rezitierte er mit Emphase seine Textb\u00fccher und schenkte sie in Privatdrucken einem kleinen Kreis seiner Verehrer. <\/p>\n<p> Bei der Komposition der Tetralogie \u00fcbernahm Wagner aber nicht einfach diesen Text, vielmehr passte er ihn zum Zweck der Vertonung an, hier ein Detail \u00e4ndernd, dort \u2013 vorab in den Anmerkungen zu Regie und B\u00fchnenbild \u2013 st\u00e4rker eingreifend. <\/p>\n<p> W\u00e4hrend die vertonte Textfassung des \u00abRing\u00bb wiederholt publiziert worden ist, hat es der Wagner-Kenner Egon Voss, langj\u00e4hriger Leiter der Richard-Wagner-Gesamtausgabe, als Erster unternommen, dem Textbuch die Varianten der Partitur beizugeben. Seine vier fr\u00fcher erschienenen Reclam-Einzelb\u00e4nde sind nun in einem einzigen Band zusammengef\u00fchrt worden. <\/p>\n<p> Im Kommentar-Teil h\u00e4lt Voss fest: \u00abSo vertraut der <em>Ring<\/em> aber erscheint, so unbekannt ist er in mancherlei Hinsicht. Das beginnt bereits bei den Grundlagen. Die hier vorgelegte Textbuchedition tr\u00e4gt der [\u2026] Tatsache Rechnung, dass in Wagners B\u00fchnenwerken der Text in zwei Existenzformen vorkommt, derjenigen des Textbuchs und derjenigen der Partitur. Wagner hat den Text des Textbuchs bewusst nicht an den komponierten Text der Partitur angeglichen, sondern offensichtlich die Eigenexistenz des einen wie des anderen im Sinn gehabt. Man muss also, um das Werk zu erfassen, beide Formen kennen.\u00bb (Seite 450) <\/p>\n<p> Der Hauptteil dieses Reclam-Bandes umfasst die Textb\u00fccher samt Besetzung, Regie- und Szenenanweisungen der vier Musikdramen; die Verszeilen sind in jedem Werk durchnummeriert. Die Fussnoten (nur wenige der gut 420 Seiten kommen ohne aus) enthalten alle Varianten der Partitur. <\/p>\n<p> Gewichtig und umfassend und immer wieder gest\u00fctzt mit Zitaten aus Wagners Schriften ist der hundertseitige Kommentar des Herausgebers Egon Voss, der sich einl\u00e4sslich befasst mit der langen Entstehungsgeschichte der \u00abRing\u00bb-Tetralogie (auch \u00fcbersichtlich aufgelistet in einer Zeittafel von den ersten Pl\u00e4nen bis zur szenischen Gesamtauff\u00fchrung bei den ersten Bayreuther Festspielen), mit den Vorlagen und Quellen, den Intentionen, Ideen und Ideologien, dem Text, der sprachlichen Form, der Zeit, den Handlungsstr\u00e4ngen, Wagners Theaterbegriff und dem Erz\u00e4hlen als zentralem Element der Dramaturgie. <\/p>\n<p> Nicht erwarten w\u00fcrde man in diesem Zusammenhang eine derart detaillierte Auseinandersetzung mit der Musik, mit Vorbildern und Wagner-Typischem der Vertonung, mit der Einteilung der Akte, traditionellen und revolution\u00e4ren Mitteln, der Rolle der S\u00e4nger und des Orchesters, mit der Kunst des \u00dcbergangs, dem Themengewebe, dem (nicht von Wagner stammenden) Begriff des Leitmotivs (das kein starres Bauelement ist, sondern ein dynamisches, dessen semantische Bedeutung sich im Lauf der vier Werke \u00e4ndert). <\/p>\n<p> Voss schildert den Lauf der Handlung, die Motive und Variationen, die Mittel der musikalischen Darstellung aussermusikalischer Ph\u00e4nomene immer auch reflektierend in Erl\u00e4uterung und Kommentar, ohne Notenbeispiele, aber verkn\u00fcpft mit dem Textbuch durch Verweise auf die entsprechenden Verszeilen. Abschliessend finden sich Hinweise zu Ausgaben, Dokumenten und zur Literatur \u00fcber die einzelnen Musikdramen und den ganzen \u00abRing\u00bb.<\/p>\n<p> <strong><em>Zitat aus dem Buch: <\/em><\/strong><br \/> \u00abSo \u00fcberraschend es erscheinen mag, aber alle bisherige Auff\u00fchrungspraxis des <em>Ring<\/em> beruht auf Partituren, die weit davon entfernt sind, den Musikern gleichsam gesicherten Boden zur Verf\u00fcgung zu stellen. Indessen ist die Tatsache, dass die bisher verwendeten Partituren nicht jene Zuverl\u00e4ssigkeit oder Authentizit\u00e4t gew\u00e4hren, die man ihnen allgemein unterstellt, noch nicht ins allgemeine Bewusstsein gedrungen. Erst aber wenn das Wissen um diese Unzul\u00e4nglichkeiten Allgemeingut wird und die seit Jahren vorliegenden kritischen Partituren bis in alle Einzelheiten hinein von den ausf\u00fchrenden Musikern erfasst worden sind, wird man erfahren k\u00f6nnen, wie der <em>Ring<\/em> wirklich klingt.\u00bb (Nachwort, Seite 541) <br \/> <\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>ws<\/em>)<\/span><\/p>\n<p><\/p>\n<p> <center> <\/p>\n<table style=\"width: 430px;\" summary=\"linie\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"9\" bgcolor=\"#666666\" height=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/grafiken\/dbrown1x1.gif\" border=\"0\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-s-black\">Richard Wagner: Der Ring des Nibelungen. Ein B\u00fchnenfestspiel f\u00fcr drei Tage und einen Vorabend. Textbuch mit Varianten der Partitur. Herausgegeben und kommentiert von Egon Voss. Reclam-Verlag, Stuttgart 2009. 552 Seiten. \u20ac 12,\u2013. Fr. 22.50. <\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>25.01.2010 &#8212; Von \u00abWeia! Waga!\u00bb \u00fcber \u00abHojotoho! Heiaha!\u00bb und \u00abHoiho! Hoiho!\u00bb bis \u00abHeiaho!\u00bb entfaltet sich die m\u00e4chtige Dichtung, das B\u00fchnenfestspiel&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[11],"tags":[],"class_list":["post-705","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-buchbesprechungen","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/705","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=705"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/705\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=705"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=705"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=705"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}