{"id":706,"date":"2014-01-12T09:08:38","date_gmt":"2014-01-12T09:08:38","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/12\/haendels-instrumentalmusik\/"},"modified":"2014-01-12T09:08:38","modified_gmt":"2014-01-12T09:08:38","slug":"haendels-instrumentalmusik","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/12\/haendels-instrumentalmusik\/","title":{"rendered":"H\u00e4ndels Instrumentalmusik"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2010\/hand26110.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>31.01.2010 &#8212; Wer kennt sie nicht: die Wassermusik, die Feuerwerksmusik, das Orgelkonzert \u00abDer Kuckuck und die Nachtigall\u00bb, diese und jene Cembalosuite oder Triosonate. Was noch? <\/p>\n<p> Seit seinem 20. Lebensjahr war sie eine Nebenbesch\u00e4ftigung H\u00e4ndels, die Instrumentalmusik, denn nach seinem 1705 in Hamburg uraufgef\u00fchrten Opernerstling \u00abAlmira, K\u00f6nigin von Kastilien\u00bb verstand er sich als Vokal- und Opernkomponist. W\u00e4hrend zu H\u00e4ndels Lebzeiten sein Instrumentalschaffen hohe Popularit\u00e4t genossen hatte, schwand sp\u00e4ter sein Ansehen nicht zuletzt im Zug der Bach-Renaissance. Ganz und gar zu Unrecht, wie der vorliegende Band mit opulenten Materialien und differenzierten Analysen belegt. <\/p>\n<p> \u00abH\u00e4ndels Instrumentalmusik\u00bb, der zweitletzte Band im Rahmen des im Laaber-Verlag erscheinenden sechsteiligen H\u00e4ndel-Handbuchs, ist die erste Publikation, die dem \u00fcber 300 Kompositionen umfassenden Instrumentalwerk H\u00e4ndels als eigenst\u00e4ndigem Komplex gewidmet ist. Dass sie zu einem f\u00fcr die Forschung wie die Auff\u00fchrungspraxis gleichermassen anregenden wie unentbehrlichen Grundlagenwerk geworden ist, basiert in erster Linie auf Siegbert Rampe, der als Herausgeber dieses Bandes und als Autor von 34 Kapiteln der insgesamt 44 (zudem als \u00dcbersetzer aus den Fremdsprachen) zeichnet. Weitere Beitr\u00e4ge stammen vom verdienstvollen H\u00e4ndel-Spezialisten Terence Best, von Dominik Sackmann, Guido Klemisch, Ardal Powell, Kai K\u00f6pp, Dorothea Schr\u00f6der, Hans Joachim Marx (dem Herausgeber der gesamten Reihe) und Lukas N\u00e4f. <\/p>\n<p> Im Zentrum dieser monografischen Darstellung stehen die Werke und die Auseinandersetzung mit ihrer musikalischen Gestalt und Bedeutung, dem k\u00fcnstlerischen, historischen und sozialen Hintergrund. In den Blick gefasst und erl\u00e4utert werden alle relevanten Aspekte der Gattungen wie der einzelnen Kompositionen, deren Teile und S\u00e4tze, die Umst\u00e4nde der Entstehung, die Quellen, Erstausgaben und Auflagen, Bearbeitungen, die \u00dcberlieferungs- und Rezeptionsgeschichte, die Funktion, Kompositionstechnik, Form, Borrowing-Praxis, ferner Besetzungsprobleme, Spiel- und Interpretationstechnisches in Theorie und Praxis. <\/p>\n<p> Gegliedert ist der Inhalt in Vorwort und Einleitung (\u00dcberlieferung der Werke; deren Stellung in H\u00e4ndels Schaffen), die drei umfangreichen Hauptteile Tastenmusik, Kammermusik, Orchestermusik, gefolgt von Aspekten zur Rezeption und abgeschlossen mit einem gewichtigen Anhang. <\/p>\n<p> Vor die Einzelbesprechung der Tastenmusik (Teil I) stellt Rampe drei Kapitel, deren erstes s\u00e4mtlichen Saitenclavieren aus H\u00e4ndels eigener Sammlung und anderen, auf denen er gespielt haben k\u00f6nnte, gewidmet ist; das zweite fasst die Entwicklung der Claviersuite bis H\u00e4ndel zusammen, und das dritte erhellt die Chronologie von H\u00e4ndels Tastenmusik. \u2013 Im Rahmen der breit angelegten W\u00fcrdigung von den Jugendwerken bis zu den sp\u00e4ten Suiten finden sich ausf\u00fchrliche Besprechungen der freien Improvisationstechniken und -formen (Stegreifspiel ohne Noten). Zur Sprache bringt Rampe auch die St\u00fccke f\u00fcr die mechanische Spieluhr und folgert, dass diese Tonkonserven als Hinweise f\u00fcr die aktuelle Auff\u00fchrung dienen k\u00f6nnen, weil sie \u00fcber Tempokonventionen und Ornamentikpraxis Auskunft geben. Erkenntnisse daraus wendet der Autor auch im folgenden Teil an. <\/p>\n<p> Kammermusik: Mit einem \u00dcberblick zu H\u00e4ndel, Corelli und zur Sonate des 17. Jahrhunderts beginnt Teil II. Strukturellem und spiel- und auff\u00fchrungstechnischen Fragen nimmt sich das folgende Kapitel an, in dem Takt und Tempo, rhythmische Ver\u00e4nderungen in H\u00e4ndels Musik (Punktierung und \u00dcberpunktierung, In\u00e9galit\u00e9, Tempo rubato), Ornamentik und freie Improvisation untersucht und mit \u00dcberlegungen zur Besetzung abgerundet werden. \u2013 Innerhalb der anschliessenden Besprechung des kammermusikalischen Schaffens finden sich eigene Artikel zu Instrumenten wie Block- und Traversfl\u00f6te, Oboe (H\u00e4ndels Lieblingsinstrument) und Violine. <\/p>\n<p> Teil III, Orchestermusik, wird eingeleitet mit einem Essay \u00fcber H\u00e4ndels Stellung in der Geschichte des Concerto. Rampe f\u00fchrt aus, wie H\u00e4ndel wesentliche Beitr\u00e4ge zur Entwicklung des Concerto leistete, \u00abund zwar bereits zu einem Zeitpunkt, als der um sieben Jahre \u00e4ltere Vivaldi anfing, Konzerte zu komponieren. Das \u00e4lteste erhaltene Solokonzert der Geschichte, welches s\u00e4mtliche Kennzeichen des neuen Stils vereint [\u2026], stammt von H\u00e4ndel, nicht von Vivaldi. [\u2026] Zur Entwicklung des Concerto hat kein anderer Komponist n\u00f6rdlich der Alpen Vergleichbares geleistet\u00bb. \u2013 Eingehend gew\u00fcrdigt werden die Solokonzerte und Concerti grossi, die Concerti a due cori, die Orgelkonzerte (mit einem Beitrag zum Thema H\u00e4ndels Orgeln und \u00abH\u00e4ndel-Orgeln\u00bb in Deutschland, Italien und England), Ouvert\u00fcren, Sinfonien, Einzels\u00e4tze und die Water Musick und die Musick for the Royal Fireworks. <\/p>\n<p> Aspekte der vielgestaltigen und mitunter kontroversen H\u00e4ndel-Rezeption im 19. und 20. Jahrhundert hat in Teil IV Lukas N\u00e4f aufgearbeitet, sich dabei konzentriert auf die Instrumentalmusik und Tastenmusik im deutschen Sprachgebiet (Variationen, Bearbeitungen, Editionen). <\/p>\n<p> Im Anhang schliesslich finden sich die Kurzbiografien der neun Autoren, das Werk-, Literatur- und Quellenverzeichnis, das Personen- und Werkregister sowie das Register der erw\u00e4hnten Werke H\u00e4ndels. <\/p>\n<p> Die Vorz\u00fcge der bereits fr\u00fcher publizierten B\u00e4nde des H\u00e4ndel-Handbuchs zeichnen auch den j\u00fcngsten Band aus: Informationsdichte, aktueller Kenntnisstand, neue Forschungsans\u00e4tze, anregende Einsichten und Er\u00f6rterungen offener Fragen, kritischer Umgang mit tradierten Urteilen. Die sprachliche Sorgfalt und die klar verst\u00e4ndliche Formulierung auch komplexer Sachverhalte erf\u00fcllen die Anspr\u00fcche von Fachleuten aus Wissenschaft und Praxis ebenso wie sie den interessierten Laien einbeziehen. Zum Thema Lesefreundlichkeit geh\u00f6rt, dass allen erw\u00e4hnten Personen Geburts- und Todesjahr beigef\u00fcgt sind, dass sich Seitenverweise finden, dass die fremdsprachigen Originalzitate entweder anschliessend im Lauftext oder in der inneren Marginalspalte, wo auch die Anmerkungen aufgef\u00fchrt werden, ins Deutsche \u00fcbersetzt sind. <\/p>\n<p> Welch weites, an Entdeckungen reiches Feld! Ein Panorama von H\u00e4ndels Epoche mit breiter Umschau, im Zentrum \u00abdas facettenreiche Bild eines \u00fcberaus produktiven Musikers, dem es als einzigem seiner Generation dauerhaft gelang, ausgewogen zu komponieren, d. h. ebenso publikumsnah und verst\u00e4ndlich wie geistig flexibel und intellektuell anspruchsvoll \u2013 sein wesentliches Pers\u00f6nlichkeitsmerkmal, das uns die Bach-Renaissance des 20. Jahrhunderts mitunter vergessen machte.\u00bb (Vorwort) <\/p>\n<p> <strong><em>Zitat aus dem Buch: <\/em><\/strong><br \/> \u00abEs ist zu \u00fcberlegen, weshalb H\u00e4ndel, der erste erfolgreiche Musiker und Musikunternehmer der Geschichte in Personalunion, seinen Status als bedeutendster Komponist der Zeit, welcher ihm vom sp\u00e4ten 18. bis zum fr\u00fchen 20. Jahrhundert geb\u00fchrte, nach dem Zweiten Weltkrieg an den fast gleichaltrigen Leipziger Thomaskantor Johann Sebastian Bach abzugeben hatte. Liegt es daran, dass Bachs \u0152uvre lange nur in Teilen bekannt war und inzwischen besser erforscht ist, oder haben wir uns einfach daran gew\u00f6hnt, ,vom Unsinn des Vergleichens\u2019 Abstand zu nehmen, um H\u00e4ndels Platz in der B\u00fchnen-, Bachs Dom\u00e4ne in der Kirchenmusik zu suchen? Die Instrumentalwerke beider Zeitgenossen fordern jedenfalls zur direkten Gegen\u00fcberstellung heraus und demonstrieren, dass H\u00e4ndel einen solchen Wettbewerb nie zu scheuen hatte.\u00bb (Vorwort, Seite 15f.) <br \/> <\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>ws<\/em>)<\/span><\/p>\n<p><\/p>\n<p> <center> <\/p>\n<table style=\"width: 430px;\" summary=\"linie\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"9\" bgcolor=\"#666666\" height=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/grafiken\/dbrown1x1.gif\" border=\"0\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-s-black\">H\u00e4ndels Instrumentalmusik. Das Handbuch. Herausgegeben von Siegbert Rampe. 618 Seiten mit 38 schwarzweissen Abbildungen und 50 Notenbeispielen sowie einem Werkverzeichnis. Das H\u00e4ndel-Handbuch, Band 5. Laaber-Verlag, Laaber. \u20ac 110,\u2013. Fr. 175.\u2013. <\/p>\n<p> siehe auch: <br \/> <a href=\"http:\/\/212.60.37.143\/rezensionen_ind2.php?art=501\">H\u00e4ndel und seine Zeitgenossen. Das Handbuch, Band 1<\/a><br \/> <a href=\"http:\/\/212.60.37.143\/rezensionen_ind2.php?art=554\">H\u00e4ndels Opern. Das Handbuch, Band 2<\/a><br \/> <a href=\"http:\/\/212.60.37.143\/rezensionen_ind2.php?art=530\">H\u00e4ndel &amp; Co. Die Musik der Barockzeit<\/a><br \/> <a href=\"http:\/\/212.60.37.143\/rezensionen_ind2.php?art=520\">H\u00f6rbuch zu H\u00e4ndel<\/a><br \/> <a href=\"http:\/\/212.60.37.143\/rezensionen_ind2.php?art=516\">H\u00e4ndels \u00abMessias\u00bb. Werkeinf\u00fchrung<\/a><br \/> <a href=\"http:\/\/212.60.37.143\/dossiers_ind9.php?art=57\">H\u00e4ndels Oratorium \u00abTheodora\u00bb<\/a><br \/> <a href=\"http:\/\/212.60.37.143\/rezensionen_ind2.php?art260\">Musik-Konzepte: H\u00e4ndel unter Deutschen<\/a><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>31.01.2010 &#8212; Wer kennt sie nicht: die Wassermusik, die Feuerwerksmusik, das Orgelkonzert \u00abDer Kuckuck und die Nachtigall\u00bb, diese und jene&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[11],"tags":[],"class_list":["post-706","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-buchbesprechungen","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/706","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=706"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/706\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=706"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=706"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=706"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}