{"id":709,"date":"2014-01-12T09:10:14","date_gmt":"2014-01-12T09:10:14","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/12\/musik-und-humor\/"},"modified":"2014-01-12T09:10:14","modified_gmt":"2014-01-12T09:10:14","slug":"musik-und-humor","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/12\/musik-und-humor\/","title":{"rendered":"Musik und Humor"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"> <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2010\/mushum14310.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>21.03.2010 &#8212; Ein altbew\u00e4hrtes Gespann: Gibt man \u00abMusik und Humor\u00bb in die Google-Suchmaske ein, erntet man 216&#8217;000 Ergebnisse. Da kann einem sogar das Trotzdem-Lachen vergehen. <\/p>\n<p> \u00dcberschaubar dagegen der Inhalt des Bandes \u00abMusik und Humor\u00bb, dessen 21 in mehr oder weniger chronologischer Folge geordnete Beitr\u00e4ge basieren auf den 2005 am musikwissenschaftlichen Kongress in K\u00f6ln gehaltenen Referaten zum Thema \u00abScherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung in der Musik\u00bb.<\/p>\n<p> Humor in der Musik ist, die Lekt\u00fcre best\u00e4tigt dies, eine seri\u00f6se, eine tiefsch\u00fcrfende Angelegenheit. Und vorab eine M\u00e4nnerdom\u00e4ne \u2013 das Buch vereinigt Referate von 3 Autorinnen und 18 Autoren. Herausgegeben wurde es von Hartmut Hein und Fabian Kolb (ihre Kurzbiografien sind bedauerlicherweise die einzigen dieses Bandes). <\/p>\n<p> Ein \u00abkompositions- und kulturgeschichtliches Kaleidoskop\u00bb verspricht das Vorwort, \u00abzusammengesetzt als dynamische Folge von Ann\u00e4herungsversuchen an einzelne, gleichwohl immer auch exemplarisch gedachte musikhistorische Gestalten und Aspekte\u00bb.<\/p>\n<p> Als Einstieg ins Thema wird in witziger Art Erving Goffmans Rahmen-Theorie (\u00abFrame Analysis\u00bb, publ. 1974) pr\u00e4sentiert.<\/p>\n<p> In f\u00fcnf Bl\u00f6cke geordnet ist die Erkundung des Ph\u00e4nomens Humor und seiner Schattierungen. Mit der \u00abFr\u00fchlese\u00bb am Beginn korrespondiert die \u00abNachlese\u00bb zum Ausklang mit Beitr\u00e4gen zur Fiktion in der Musikgeschichte, zu Don-Quijoterien in Worten und Kl\u00e4ngen und zu Gerard Hoffnungs Humor in Karikatur und musikalischer Praxis. \u00abFr\u00fchlese\u00bb behandelt Humor in \u00e4lterer Musik: Satire und Erotik in sp\u00e4tmittelalterlichen Klosterschriften, musikalische Komik im 16. Jahrhundert und der \u00abgo\u00fbt burlesque\u00bb in Fran\u00e7ois Couperins Pi\u00e8ces de clavecin. <\/p>\n<p> F\u00fcnf Referate widmen sich dem \u00abklassischen\u00bb Humor anhand von Haydns Streichquartetten, Mozarts \u00abCos\u00ec fan tutte\u00bb, E. T. A. Hoffmanns \u00abDon Giovanni\u00bb-Rezeption sowie Werken Beethovens (Klaviersonate op. 31\/1, Finale der Achten, Lied \u00abAdelaide\u00bb).<\/p>\n<p> \u00abBr\u00fcche und \u00dcberg\u00e4nge um 1900\u00bb stellen Richard Strauss\u2019 \u00abDon Quixote\u00bb, vierh\u00e4ndige Klavierst\u00fccke von Strawinsky, das Groteske in der Musik, ferner Programmmusik und Offenes Kunstwerk bei Charles Ives in den Mittelpunkt.<\/p>\n<p> Ebenfalls vier Beitr\u00e4ge beleuchten neue Spielformen im 20. Jahrhundert anhand der Komponisten Paul Hindemith und Eric Satie (um 1920), Darius Milhaud (\u00abop\u00e9ras-minute\u00bb), Hanns Eisler (musikalische Sp\u00e4sse) und Mauricio Kagel und anderen, die nach dem Zweiten Weltkrieg den Humor in die Neue Musik gebracht haben. <\/p>\n<p> Die mit Abbildungen und Notenbeispielen bereicherte Kongress-Dokumentation, als Festschrift f\u00fcr Wolfram Steinbeck, Direktor des Musikwissenschaftlichen Instituts der Universit\u00e4t zu K\u00f6ln, zum Sechzigsten gewidmet und als Band 9 der Reihe Spektrum der Musik bei Laaber erschienen, f\u00fchrt mal beschwingten Schrittes, mal schweren Trittes kreuz und quer durch die musikalische Landschaft (mit Seitenblicken auf literarische und bildnerische Anh\u00f6hen), wo sich Ernst und Humor samt Anverwandten begegnen und mit Bedeutung durchdringen. Erkenntnis und Lesevergn\u00fcgen gehen da Hand in Hand. <\/p>\n<p> <strong><em>Zitat aus dem Buch: <\/em><\/strong><br \/> \u00abDas lustige Lied, in heiterer Gesellschaft vorzutragen, oder die Opera buffa gehen mit bestimmten ,performativen Rahmen\u2019 einher; \u00e4sthetische und soziale Funktionen einer musikalischen ,Performance\u2019 erscheinen weitgehend durch Gattungsnormen und einen spezifischen institutionalisierten Raum der Auff\u00fchrung indiziert und reguliert. Das hie\u00dfe allerdings, dass man zun\u00e4chst (wenngleich oftmals unreflektiert) etwas von diesen kulturellen Kontexten verstehen muss, um von der vorgetragenen Musik \u2013 und ihren eventuell humorvollen Tendenzen \u2013 etwas zu verstehen.\u00bb (Vorwort, Seite 10) <br \/> <\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>ws<\/em>)<\/span><\/p>\n<p><\/p>\n<p> <center> <\/p>\n<table style=\"width: 430px;\" summary=\"linie\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"9\" bgcolor=\"#666666\" height=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/grafiken\/dbrown1x1.gif\" border=\"0\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-s-black\">Hartmut Hein und Fabian Kolb (Hrsg.): Musik und Humor. Scherz, Satire, Ironie und tiefere Bedeutung in der Musik. Festschrift Wolfram Steinbeck zum 60. Geburtstag. Spektrum der Musik, Band 9. Laaber-Verlag, Laaber 2010. 400 Seiten mit Illustrationen und Notenbeispielen. \u20ac 39,80.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>21.03.2010 &#8212; Ein altbew\u00e4hrtes Gespann: Gibt man \u00abMusik und Humor\u00bb in die Google-Suchmaske ein, erntet man 216&#8217;000 Ergebnisse. 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