{"id":713,"date":"2014-01-12T09:12:20","date_gmt":"2014-01-12T09:12:20","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/12\/leopold-mozart-werkverzeichnis-lmv\/"},"modified":"2014-01-12T09:12:20","modified_gmt":"2014-01-12T09:12:20","slug":"leopold-mozart-werkverzeichnis-lmv","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/12\/leopold-mozart-werkverzeichnis-lmv\/","title":{"rendered":"Leopold-Mozart-Werkverzeichnis (LMV)"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2010\/lmv19710.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>20.07.2010 &#8212; Was f\u00e4llt einem zu Leopold Mozart ein? \u2013 Vater von Wolfgang Amad\u00e9 und Nannerl. Violinist. Verfasser eines Konvoluts von Briefen. Autor des Lehrwerks \u00abVersuch einer gr\u00fcndlichen Violinschule\u00bb. Und nat\u00fcrlich: \u00abKindersinfonie\u00bb und \u00abMusikalische Schlittenfahrt\u00bb.<\/p>\n<p> Wer denkt, Vater Mozart sei nur ein Gelegenheitskomponist von Nettigkeiten gewesen, irrt. Das von Cliff Eisen, dem englischen Leopold-Mozart-Experten, vorgelegte Werkverzeichnis weist nach, dass Vater Mozart als ebenso emsiger wie vielseitiger Komponist ein reiches \u0152uvre geschaffen hat: Messen, Litaneien, Offertorien, Lieder, Musik f\u00fcr Tasteninstrumente, Sinfonien, Divertimenti, Serenaden, Solokonzerte, Kammermusik. &#8211; Leider nur: Der gr\u00f6sste Teil davon hat sich nicht erhalten. So existiert beispielsweise von den dreissig nachgewiesenen grossen Serenaden nur noch eine einzige. <\/p>\n<p> Der 1719 in Augsburg geborene Buchbinderssohn Leopold Mozart war fr\u00fch anerkannt als Schauspieler, S\u00e4nger, Organist, Cembalist und Geiger. Mit 18 begann er in Salzburg, das sein Lebensmittelpunkt werden sollte, mit Universit\u00e4tsstudien, wurde wegen Gleichg\u00fcltigkeit gegen\u00fcber den Lehrveranstaltungen relegiert. Als Kammerdiener und Musiker fand er eine Anstellung bei einem Domherrn, dem er sein Opus 1 (sechs Sonaten) widmete, die er eigenh\u00e4ndig in Kupfer gestochen hatte. Leopold Mozart \u2013 er heiratete 1747 \u2013 machte Karriere als Geiger, Musiklehrer und Kapellmeister in Hoforchestern. Seine Kompositionen und seine Violinschule machten ihn europaweit zu einer respektierten Gr\u00f6sse. In den Siebzigerjahren \u00fcberschatteten berufliche R\u00fcckschl\u00e4ge und pers\u00f6nliches Leid sein Leben. Er starb 68-j\u00e4hrig, 1787. <\/p>\n<p> Was von Leopold Mozart, dem Komponisten, sich erhalten hat, sind wenige vollst\u00e4ndige Autographen, zudem Einzelstimmen und Korrekturen, dazu Katalogeintr\u00e4ge und zahlreiche Briefstellen, die auf sp\u00e4ter dann verloren gegangene Kompositionen Bezug nehmen. Vieles ist \u00fcberliefert in Abschriften der dem Salzburger Hof verbundenen Kopisten, die nachweislich f\u00fcr Mozart gearbeitet haben. Manches aber l\u00e4sst sich nicht mit Sicherheit Leopold Mozart zuordnen. F\u00fcr die Qualit\u00e4t einer ganzen Anzahl seiner Werke spricht, dass dessen Sohn als ihr Autor galt. <\/p>\n<p> Der immense Aufwand und die detektivische Kleinarbeit des Nachforschens, Vergleichens, Abw\u00e4gens der Authentizit\u00e4t, Herstellen der Chronologie, die Cliff Eisen f\u00fcr das vorliegende Werkverzeichnis leisten musste, fordert hohen Respekt. Nach den l\u00fcckenhaften Verzeichnissen von Max Seiffert (1908), Ernst Ludwig Thei\u00df (1942, unpubliziert) und David Morris Carlson (1976) hat Eisen erstmals die aktuellen Ergebnisse der Leopold-Mozart-Forschung zum grundlegenden, zum massgebenden Gesamt\u00fcberblick gef\u00fcgt. <\/p>\n<p> Eisen gliedert den Werkkorpus in 17 Abteilungen (I\u2013XVII); die letzte umfasst das Lehrwerk \u00abVersuch einer gr\u00fcndlichen Violinschule\u00bb, das in vier autorisierten Auflagen (zwischen 1756 und 1800) und in \u00dcbersetzungen (niederl\u00e4ndisch, franz\u00f6sisch, russisch) herauskam. Beigef\u00fcgt sind die bekannten f\u00fcnf Besprechungen, entnommen Publikationen aus Berlin, Amsterdam und Paris. <\/p>\n<p> Grossz\u00fcgiges Layout und gut lesbare Gestaltung der neu und in den heute \u00fcblichen Schl\u00fcsseln gesetzten Incipits (auf die Wiedergabe der wenig aussagekr\u00e4ftigen Bassstimme wurde in der Regel verzichtet) fallen ins Auge. Die Nummerierung, vergleichbar etwa jener des Hoboken-Verzeichnisses (Haydn), ist gebildet aus der r\u00f6mischen Ziffer f\u00fcr die entsprechende Gattung, gefolgt von der arabischen Werkzahl, so beispielsweise XII:7 Parthia in C-Dur (genannt \u00abParthia di Rane\u00bb bzw. \u00abFrosch Parthia\u00bb) der Gattung Kammermusik f\u00fcr Streicher oder Streicher und Bl\u00e4ser. Eine Differenzierung erfolgte bei den Sinfonien \u2013 VII:D13 bezeichnet die 13. Sinfonie in D-Dur (mit dem Motto \u00abNon \u00e8 bello quello che \u00e8 bello m\u00e0 quello che piace\u00bb).<\/p>\n<p> Die technischen Angaben enthalten Datierung und Besetzung, nach den Incipits folgen Quellen, moderne Editionen, Anmerkungen und Literaturhinweise. Gegebenenfalls sind dem Werktitel die entsprechende Nummerierung der \u00e4lteren Verzeichnisse beigef\u00fcgt. Im Anhang findet sich eine Konkordanzen-Tabelle, die auch die KV-Nummern der ehemals Wolfgang Amad\u00e9 zugeschriebenen Werke auff\u00fchrt. <\/p>\n<p> Ebenfalls im Anhang des Leopold-Mozart-Werkverzeichnisses finden sich die detaillierte \u00dcbersicht \u00fcber die handschriftlichen Quellen der Vokal- und Instrumentalmusik, die Zusammenstellung der namentlich bekannten und der anonymen Schreiber (Kopisten) mit Proben ihrer (Noten-)Handschrift, die Wasserzeichen samt deren Faksimiles, das Literatur- und das Abbildungsverzeichnis sowie das Register (Personen, Bibliotheken, Archive). <\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>ws<\/em>)<\/span><\/p>\n<p><\/p>\n<p> <center> <\/p>\n<table style=\"width: 430px;\" summary=\"linie\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"9\" bgcolor=\"#666666\" height=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/grafiken\/dbrown1x1.gif\" border=\"0\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-s-black\">Cliff Eisen: Leopold-Mozart-Werkverzeichnis (LMV). Unter Mitarbeit von Christian Broy. Beitr\u00e4ge zur Leopold-Mozart-Forschung, Band 4. Herausgegeben von der Internationalen Leopold Mozart Gesellschaft. Wi\u00dfner-Verlag, Augsburg 2010. 271 Seiten. \u20ac 49,80. Fr. 65.60. <\/p>\n<p> siehe auch: <br \/> <a href=\"http:\/\/www.codexflores.ch\/rezensionen_ind2.php?art=243\">Mozart: Briefe und Aufzeichnungen<\/a> <\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>20.07.2010 &#8212; Was f\u00e4llt einem zu Leopold Mozart ein? \u2013 Vater von Wolfgang Amad\u00e9 und Nannerl. Violinist. 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