{"id":716,"date":"2014-01-12T09:14:12","date_gmt":"2014-01-12T09:14:12","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/12\/anekdoten-aus-der-welt-der-oper\/"},"modified":"2014-01-12T09:14:12","modified_gmt":"2014-01-12T09:14:12","slug":"anekdoten-aus-der-welt-der-oper","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/12\/anekdoten-aus-der-welt-der-oper\/","title":{"rendered":"Anekdoten aus der Welt der Oper"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2010\/opan5910.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>06.09.2010 &#8212; \u00ab,Wir Baritone sind die \u00e4rmsten Schweine der Oper!\u2019, stellte Bernd Weikl fest. ,Immer bekommt der bl\u00f6de Tenor die Dame, nie bin ich dran. Denn entweder sind wir Baritone von Anfang an verheiratet wie im &#8218;Falstaff&#8216;, oder der Nebenbuhler ist attraktiver. Im &#8218;Tannh\u00e4user&#8216; kriegt der Wolfram seine Elisabeth nicht, und in der &#8218;Salome&#8216; rei\u00dft die Titelpartie dem Jochanaan regelrecht den Kopf herunter. Hundertzwanzig Partien gibt es in dieser Art, und in keiner krieg ich das M\u00e4del. Und immer bleibe ich allein!\u2019\u00bb<\/p>\n<p> Manchmal und auf den zweiten Blick ist allein zu bleiben allerdings keine Strafe, wie man etlichen der in diesem B\u00fcchlein gesammelten Anekdoten entnehmen kann. Denn selbst den Opern-Ten\u00f6ren winkt nicht immer eitel Gl\u00fcck mit ihren Holden. Und der Gerechtigkeit halber nicht zu unterschlagen: Was Sopranistinnen erleben, ist oft auch kein Honiglecken. Die Bassisten dagegen sind mit einer derben Haut gesegnet und einem selten verw\u00fcstlichen Humor. <\/p>\n<p> Involviert in die von Traditionen strotzende Welt der Opernb\u00fchne sind nicht nur singende und agierende Protagonisten. Bev\u00f6lkert wird das Musiktheater-Universum auch von Librettisten und Komponisten, Regisseuren und Dirigenten, Claqueuren und Paparazzi. Es treten vor enthusiasmiertem, pr\u00fcdem oder protestierendem Publikum auf: eitle Rivalen und z\u00e4nkische Damen, Ritter vom hohen C und Star-Kastraten, Hund und Hahn, Panther, Elefanten und Pferde. <\/p>\n<p> Ges\u00e4ttigt ist die Luft mit grossen Gef\u00fchlen und kleinen Gemeinheiten, innigen Freund- und heissen Feindschaften, Beleidigungen und Sp\u00e4ssen, deftigen Spr\u00fcchen und folgenreichen Streichen. Vom ersten Striptease der Operngeschichte ist da zu lesen (geschehen 1830), von Plagiatsstreiterei, tadelnswerten Finanzierungsmethoden, von Zensur, Aberglauben und b\u00f6sem Blick, von Triumph und Schiffbruch, Skandalen und Kinderballetten, B\u00fchnentod und Todesst\u00fcrzen. <\/p>\n<p> Das Beispiel: \u00abNachdem Jules Massenets Oper &#8218;Werther&#8216; am 16. Februar 1892 zum ersten Mal gezeigt wurde, meinte der Konzertmeister Josef Hellmesberger: ,Bei dieser Oper von Massenet is a Masse net vom Massenet!\u2019\u00bb \u00fcberzeugt durch das Wortspiel, steht grammatikalisch auch f\u00fcr einen Verstoss gegen die Consecutio temporum. Nicht der einzige dieses im Ganzen ebenso am\u00fcsanten wie bildenden B\u00e4ndchens mit Operngeschichten und Bonmots aus vier Jahrhunderten: eine kleine Com\u00e9die humaine et musical. <\/p>\n<p> <strong><em>Zitat aus dem Buch: <\/em><\/strong><br \/> \u00abFrauen auf der B\u00fchne, das war seit Papst Sixtus V., der im Jahr 1588 den Frauen im Kirchenstaat untersagte, bei Lustbarkeiten wie Theaterspielen oder Musikmachen mitzuwirken, ein heikles Thema. Mehr als hundert Jahre sp\u00e4ter hatte sich in dieser Hinsicht immer noch nichts ge\u00e4ndert, denn Papst Clemens XI. lie\u00df verlauten: ,Das wissen Wir wohl, dass eine Sch\u00f6nheit, die auf dem Theater singen und dennoch ihre Keuschheit bewahren wollte, nichts anderes tut, als wenn man in den Tiber springen und dennoch die F\u00fc\u00dfe nicht nass machen wolle!\u2019 Aber er stand schon auf verlorenem Posten.\u00bb (Seite 86) <br \/> <\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>ws<\/em>)<\/span><\/p>\n<p><\/p>\n<p> <center> <\/p>\n<table style=\"width: 430px;\" summary=\"linie\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"9\" bgcolor=\"#666666\" height=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/grafiken\/dbrown1x1.gif\" border=\"0\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-s-black\">Friederike C. Raderer \/ Rolf Wehmeier: Immer bekommt der bl\u00f6de Tenor die Dame. Opern-Anekdoten. Originalausgabe. Reclam-Verlag, Stuttgart 2010. 192 Seiten. \u20ac 10,\u2013. Fr. 18.90. <\/p>\n<p> siehe auch: <br \/> <a href=\"http:\/\/212.60.37.143\/rezensionen_ind2.php?art=563\">Musiker-Anekdoten<\/a> <\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>06.09.2010 &#8212; \u00ab,Wir Baritone sind die \u00e4rmsten Schweine der Oper!\u2019, stellte Bernd Weikl fest. ,Immer bekommt der bl\u00f6de Tenor die&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[11],"tags":[],"class_list":["post-716","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-buchbesprechungen","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/716","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=716"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/716\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=716"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=716"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=716"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}