{"id":72,"date":"2014-01-06T10:52:57","date_gmt":"2014-01-06T10:52:57","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/06\/musiktherapie-und-psychosomatik-in-bellikon\/"},"modified":"2014-01-06T10:52:57","modified_gmt":"2014-01-06T10:52:57","slug":"musiktherapie-und-psychosomatik-in-bellikon","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/06\/musiktherapie-und-psychosomatik-in-bellikon\/","title":{"rendered":"\u00abMusiktherapie und Psychosomatik\u00bb in Bellikon"},"content":{"rendered":"<p>06.06.2009<\/p>\n<p><span class=\"txt-m-black\"><span class=\"txt-m-black\"><strong>Immer mehr Menschen leiden an Symptomen, bei denen psychische und soziale Belastungen eine Rolle spielen. Sie standen an der Fachtagung \u00abMusiktherapie und Psychosomatik\u00bb in der Schweizer Rehaklinik Bellikon im Mittelpunkt. <\/strong><\/p>\n<p> Der Musiktherapie kann beim Umgang mit solchen St\u00f6rungen, die h\u00e4ufig keinen k\u00f6rperlichen Befund erm\u00f6glichen, Hilfe bieten. Ihre Vertreter befassen sich heute denn auch vertieft mit Fragen zur Differenzierung von entsprechenden Methoden und der Ableitung n\u00fctzlicher Therapiekonzepte. Diese wurden an der Tagung mit Workshops von Dietrich Petersen, Rosemarie T\u00fcpker, Katarina G\u00e4hler und Maja R\u00fcdis\u00fcli-Voerkel sowie drei Referaten aufgearbeitet.<\/p>\n<p> <strong>Heinz R\u00fcegg: Eine kurze Geschichte der Psychosomatik <\/strong><\/p>\n<p> Heinz R\u00fcegg, der Leiter Psychosomatik der Rehaklinik, wies darauf hin, dass die modernen Vorstellungen zum Wechselspiel von K\u00f6rper und Psyche im Lauf der Medizingeschichte immer wieder unter neuen Blickwinkeln er\u00f6rtert wurden. Als Grundstein der Disziplin gilt heute in erster Linie die Schrift \u00abPsychische Bedingtheit und Psychoanalytische Behandlung organischer Leiden\u00bb die der in der Kurstadt Baden-Baden t\u00e4tige Arzt Georg Groddeck 1917 ver\u00f6ffentlichte. Wichtige Einfl\u00fcsse \u00fcbte aber auch der als Ungare 1939 in die USA emigrierte \u00abVater der psychoanalytischen Psychosomatik\u00bb Franz Alexander (\u00abPsychosomatic Medicine\u00bb) aus. Er ging von der Voraussetzung aus, dass sich psychische Leiden immer auch vegetativ \u00e4ussern. Die Integration dieser Denkweise in die Medizin f\u00fchrte dazu, dass Mitte des zwanzigsten Jahrhunderts Versuche unternommen wurden, typische psychosomatische Krankheiten zu definieren.<\/p>\n<p><\/span><\/span><\/p>\n<p> <center> <\/p>\n<table style=\"width: 340px;\" border=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td align=\"right\" valign=\"bottom\"><span class=\"txt-s-black\"><strong>Heinz R\u00fcegg<br \/> Leiter Psychosomatik<br \/> Rehaklinik Bellikon<\/strong><\/span><\/td>\n<td width=\"204\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.codexflores.ch\/bilder\/2009\/090603bellikon2.jpg\" border=\"0\" align=\"right\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-m-black\"><span class=\"txt-m-black\"><\/p>\n<p> Eine zweite wichtige Entwicklungslinie sieht R\u00fcegg ausgehend von der sogenannten \u00abHeidelberger Internistenschule\u00bb, namentlich deren bedeutendem, heute aber weitgehend in Vergessenheit geratenen Vertreter Viktor von Weizs\u00e4cker. Aus dieser Schule stammt der Begriff des Gestaltkreises, der die Wechselwirkungen zwischen Mensch und Umwelt systematisiert. Eine rein physiologische Beschreibung, die Tun und Leiden des menschlichen Subjekts nicht enth\u00e4lt, so von Weiz\u00e4cker, enthalte bereits einen Fehler. Es gelte deshalb, einer naturwissenschaftlichen Psychosomatik eine anthropologische gegen\u00fcberzustellen und in der Diagnose die menschliche Subjektivit\u00e4t zu ber\u00fccksichtigen.<\/p>\n<p> Im gegenw\u00e4rtigen Zeitalter des Gehirns erg\u00e4nzen neuropsychosomatische Ans\u00e4tze die traditionellen Vorstellungen. Richtungweisend ist laut R\u00fcegg das Buch \u00abNeuro-Psychosomatik: Grundlagen und Klinik neurologischer Psychosomatik\u00bb von Peter Henningsen, Harald Gr\u00fcndel und Andres Ceballos-Baumann, einem Team, das in M\u00fcnchen und Hannover aktiv ist. Es geht davon aus, dass ein St\u00f6rungsph\u00e4nomen immer psychologisch oder neurophysiologisch betrachtet werden kann.<\/p>\n<p> Musik kann, so R\u00fcegg weiter, die Arbeit mit psychosomatischen Ph\u00e4nomenen beeinflussen. Gesichert ist etwa, dass &#8211; via zentralnerv\u00f6se Neuronennetze &#8211; vor allem der Rhythmus direkten Einfluss auf den Menschen hat. Die klingende Kunst kann aber auch auf einer andern Ebene wirksam werden: dort, wo es darum geht, eine alternative Sprache zu finden, wenn die verbale nicht in einem gen\u00fcgenden Mass zur Verf\u00fcgung steht, eine Kommunikationsform, die das Spiel zum Ausgangspunkt nimmt. Musiktherapie wird dann zum besonders definierten \u00ab\u00dcbergangsraum\u00bb innerhalb dessen eigene Symbolisierungsm\u00f6glichkeiten genutzt werden k\u00f6nnen. Voraussetzung dazu, dass der Therapeut diesen Raum nutzen kann, ist allerdings, meint R\u00fcegg, dass er selber sich aufs Spielen im umfassenden Sinne des Wortes einlassen kann. Dasselbe gelte f\u00fcr den Patienten. Wenn dieser nicht spielen k\u00f6nne, m\u00fcsse etwas unternommen werden, um ihm diese F\u00e4higkeit zu geben. Erst danach k\u00f6nne die Psychotherapie beginnen. <\/p>\n<p> In der Rehaklinik werde sie deshalb unter anderem in der Arbeit mit aus dem Leben gerissenen schwerverletzten Patienten eingesetzt. F\u00fcr diese kann sie einen Raum schaffen, in dem dann \u00abvielleicht mit der Zeit Spielen m\u00f6glich ist.\u00bb <\/p>\n<p> <strong>Dietrich Petersen: Arbeit mit Kindern und Jugendlichen<\/strong><\/p>\n<p> Den M\u00f6glichkeiten der musiktherapeutischen Arbeit mit Kindern und Jugendlichen bei bestehenden depressiven St\u00f6rungen und Angstst\u00f6rungen wandte sich der norddeutsche Jugendpsychiater Dietrich Petersen zu. Er wies darauf hin, dass derartige Ph\u00e4nomene keineswegs selten sind. So weiss man heute, dass die Chance eines Menschen, im Laufe seines Lebens psychisch auff\u00e4llig zu werden, bei vierzig Prozent liegt. Depressionen und Angsterkrankungen sind die h\u00e4ufigsten psychischen St\u00f6rungen.<\/p>\n<p> Welche Ursachen Depressionen haben, ist trotz ihrer weiten Verbreitung allerdings keineswegs gekl\u00e4rt. Einige Experten postulieren einen Vererbungsfaktor, aber auch fr\u00fch erworbene Traumatisierungen liefern Erkl\u00e4rungsmodelle, ebenso chronische Belastungen oder Gewalt- und Verlusterlebnisse. Auch Medikamente oder Drogen k\u00f6nnen depressive Episoden ausl\u00f6sen. Der fr\u00fcher gerne gemachte Unterschied zwischen endogenen und reaktiven Depressionen wiederum ist heute eher in den Hintergund ger\u00fcckt. Man verzichte, erkl\u00e4rte Petersen, mittlerweile eher auf Erkl\u00e4rungsmodelle und beschreibe einfach bloss die Krankheit.<\/p>\n<p> Physiologisch verortet wird die Erkrankung haupts\u00e4chlich im limbischen System und in einer Gleichgewichtsst\u00f6rung auf der Neurotransmitterebene &#8211; vor allem im Zusammenspiel von Serotonin und Noradrenalin. Depressive f\u00fchlten sich, so Petersen, h\u00e4ufig wie in einem \u00abHamsterrad\u00bb, sie seien ersch\u00f6pft und f\u00e4nden keinen Ausgang aus ihrem inneren Gef\u00e4ngnis. In der Depression entstehe ein dynamisches Ungleichgewicht: Betroffene w\u00fcrden schlapp, schwunglos, interesselos und f\u00fchlten eine innere Leere. Sie seien wie festgemauert, das Sprechen falle ihnen schwer, alles mache f\u00fcr sie keinen Sinn mehr. Ihre Gedanken kreisten immer wieder um dieselben Themen.<\/p>\n<p><\/span><\/span><\/p>\n<p> <center> <\/p>\n<table style=\"width: 340px;\" border=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"204\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.codexflores.ch\/bilder\/2009\/090603bellikon3.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/><\/td>\n<td align=\"left\" valign=\"bottom\"><span class=\"txt-s-black\"><strong>Dietrich Petersen<br \/> Prof. Dr. med.<br \/> Debstedt, Cuxhafen<\/strong><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-m-black\"><span class=\"txt-m-black\"><\/p>\n<p> Heranwachsende sind in der stressbesetzten Pubert\u00e4t besonders depressionsanf\u00e4llig. Oft leiden sie \u00fcberdies daran, dass ihr Leiden als solches nicht erkannt oder akzeptiert wird. Ihr Umfeld diagnostiziert Leistungsverweigerung oder Aggressivit\u00e4t, wo in Tat und Wahrheit eine depressive Episode vorliegt und erh\u00f6ht damit den Druck, anstatt ihn abzubauen. <\/p>\n<p> F\u00fcr die musiktherapeutische Arbeit mit Jugendlichen unterscheidet Petersen drei Ebenen, die er Konnektivit\u00e4tslevel, dynamischen Level und Selbstkonzeptlevel nennt. Die erste Ebene umschreibt fehlende M\u00f6glichkeiten des Jugendlichen, \u00fcberhaupt Kontakte zu schaffen. Da geht es darum, Kontaktlosigkeit oder subjektiv erlebte Sinnlosigkeit \u00fcberwinden. Bei Heranwachsenden \u00e4ussern sich diese Defizite in stereotypem Handeln und beziehungslosem Agieren in der Gruppe. Auch ein Einlassen auf musikalische Aktivit\u00e4ten und damit die Musiktherapie f\u00e4llt ihnen deshalb schwer. Da gilt es, \u00fcber positive Situationsgestaltung und Sicherheit vermittelnde Beziehungserfahrungen Strukturen zu schaffen, die es dem Jugendlichen erlauben, sich auf ein Gegen\u00fcber einzulassen.<\/p>\n<p> Den dynamischen Level charakterisiert Petersen als ein gr\u00fcbelndes Verharren in Zwangsgedanken, als Denkhemmungen, die keine produktive Fantasiet\u00e4tigkeit mehr zulassen, sonden sich vielmehr in Antriebslosigkeit und Spielunlust \u00e4ussern. Da k\u00f6nne, erkl\u00e4rt der Jugendpsychiater, die Musiktherapie helfen, Differenzierungen einzu\u00fcben, etwa mit dem Aufbauen dynamisch differenzierter Strukturen (laut\/leise, schnell\/Langsam), die letztlich einen organisch-expressiven Fluss von Ausdruck erm\u00f6glichen. Ansatzpunkte k\u00f6nnen da unter anderem Lieder und Kl\u00e4nge bieten, die im Leben des Betroffenen emotional eine wichtige Rolle spielen.<\/p>\n<p> Auf dem Selbskonzeptlevel \u00e4ussert sich laut Petersen ein Mangel an Selbstwertgef\u00fchl in Versagensempfindlichkeit, Schuldgef\u00fchlen und suizidalen Ankl\u00e4ngen. Das freie Improvisieren kann hier helfen, den Druck, etwas leisten zu m\u00fcssen, zu relativieren. Durchbrochen werden kann der selbstauferlegte oder fremdbestimmte Druck, abstrakten Anforderungen gen\u00fcgen zu m\u00fcssen, auch mit Zweckentfremdungen von Instrumenten, die keiner wertm\u00e4ssigen Beurteilung mehr unterliegen, oder mit Experimenten mit Rollen, die Entwertungen offenlegen oder ironisieren. <\/p>\n<p> <strong>Rosemarie T\u00fcpker: Therapie somatoformer Schmerzst\u00f6rungen<\/strong><\/p>\n<p> Die Steinfurter Musiktherapeutin Rosemarie T\u00fcpker wies zu Beginn ihrer Ausf\u00fchrungen zur \u00abMusiktherapie f\u00fcr Menschen mit somatoformen Schmerzst\u00f6rungen\u00bb darauf hin, dass Psyche und Soma Konstrukte sind, die im Laufe der Geschichte mehrmals anders definiert worden sind. Heute bestehe, erkl\u00e4rte sie, vor allem unter jungen Menschen die Tendenz, Leiden, die fr\u00fcher psychisch verstanden wurden, auf den K\u00f6rper zu verschieben. Vieles, was fr\u00fcher k\u00f6rperlich einfach gegeben war, wird dank der M\u00f6glichkeiten der modernen Medizin als beeinflussbar erlebt, nicht zuletzt im Lifestyle-Bereich. Der K\u00f6rper werde so zur physischen Existenz, die gestaltet und \u00abrepariert\u00bb werden k\u00f6nne. Damit seien es heute eher K\u00f6rperm\u00e4ngel, die Leiden zu verursachen scheinen und nicht mehr seelische Befindlichkeiten. Psychische Leiden w\u00fcrden so zur doppelten Belastung; Betroffene empf\u00e4nden sie als zus\u00e4tzlich mit dem Vorwurf beschwerte Last, selber daran schuld sein. <\/p>\n<p><\/span><\/span><\/p>\n<p> <center> <\/p>\n<table style=\"width: 340px;\" border=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td align=\"right\" valign=\"bottom\"><span class=\"txt-s-black\"><strong>Rosemarie T\u00fcpker<br \/> Privatdozentin f\u00fcr Musiktherapie<br \/> Steinfurt<\/strong><\/span><\/td>\n<td width=\"204\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/www.codexflores.ch\/bilder\/2009\/090603bellikon4.jpg\" border=\"0\" align=\"right\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-m-black\"><\/p>\n<p> F\u00fcr die Musiktherapie stellt sich angesichts der unscharfen Konzepte die Frage, ob \u00fcberhaupt eine Typisierung von Verhalten und damit eine Standardisierung von Behandlungsm\u00f6glichkeiten erreichbar ist, oder ob Patienten mit somatoformen St\u00f6rungen in der Therapie nicht vielmehr individuell reagieren und deshalb auch individuell behandelt werden m\u00fcssen. Letzteres ist f\u00fcr T\u00fcpker unbestreitbar der Fall. Im klinischen Alltag r\u00fcckt die Vergleichbarkeit von Verhaltensweisen in den Hintergund. Die Arbeit mit dem Einzelnen muss immer im Vordergrund stehen. <\/p>\n<p> Erschwert wird diese Arbeit durch Charakteristiken der Patienten, wie sie schon von Petersen f\u00fcr den Fall depressiver Jugendlicher aufgezeigt wurden. Die Betroffenen zeigen h\u00e4ufig einen gest\u00f6rten Zugang zum Spiel, \u00abbedienen\u00bb Instrumente so, als seien sie einfach unpers\u00f6nliche Ger\u00e4te. Ihr Spiel wirkt ausdrucksschwach, ungestaltet, nichtssagend und klingt nicht wirklich nach Musik. Es ereignet sich kein \u00abIneinandergreifen von Innen und Aussen\u00bb und es kommt nichts in Gang. Wenn das Spiel mit Variationen angereichert wird, dann nicht mit wirklich neuen Motive, sondern bloss mit Ver\u00e4nderungen in der Art von Minimal-Music-Kompositionen. Die Musik von Schmerzpatienten wirkt in der Regel entweder hart und unerbittlich, maschinenhaft und unorganisch, oder im andern Extrem verschwimmend und fliessend, ohne Formen, die dem Gespielten Tiefenwirkung und Lebendigkeit verleihen w\u00fcrden. Die Undifferenziertheit spiegelt sich auch im Gespr\u00e4ch \u00fcber die gespielte Musik. Sie wird von den Patienten pauschal und nicht prozesshaft charakterisiert.<\/p>\n<p> Diese typischen Charakteristika k\u00f6nnen in einer Gruppensituation dazu f\u00fchren, dass Betroffene \u00fcbersehen werden, weil sie einfach mittun, ohne sich als eigene Pers\u00f6nlichkeit bemerkbar zu machen. Das kann so weit f\u00fchren, dass der Therapeut den (falschen) Eindruck erh\u00e4lt, er habe es mit unmusikalischen Menschen zu tun, denen andere Therapieformen m\u00f6glicherweise angemessenere Hilfen bieten k\u00f6nnten. Dabei kann es ironischerweise der Fall sein, dass gerade sie bereits von andern Therapeuten an die Musik verwiesen wurden, weil auch diese zum ihrem inneren Drama keinen Zugang zu finden vermochten. <\/p>\n<p> Letzteres darf nicht untersch\u00e4tzt werden. Wenn das prim\u00e4re Leiden dieser Patienten nicht fr\u00fchzeitig behandelt werden kann, was sehr h\u00e4ufig der Fall ist, entwickeln sie ein sekund\u00e4res, soziales Leiden. Ihre Lebensbereiche reduzieren sich, die Arbeitsf\u00e4higkeit sinkt und die sozialen Kontakte gehen verloren. Oder sie st\u00fcrzen sich in Aktivit\u00e4ten, sind f\u00fcr jede Aufgabe zu haben, finden aber keinen innerlichen Zugang mehr zu ihren T\u00e4tigkeiten, blockieren mehr und mehr und bringen Aussen und Innen nicht mehr zusammen.<\/p>\n<p> Die Musiktherapie kann die Aufgabe \u00fcbernehmen, an diesem verh\u00e4ngnisvollen Mangel seelischer Ausdrucksm\u00f6glichkeiten zu arbeiten, um seelische Differenzierungs- und Entwicklungsm\u00f6glichkeiten wieder in Gang zu bringen. Zum einen sollten dabei Methodiken aufgebaut werden, die an der musikalischen Ausr\u00fcstung ansetzen. Dazu k\u00f6nnen musikalische Polarit\u00e4ten genutzt, der Austausch von Musik und Sprache gesucht oder zus\u00e4tzlich mit narrativen Elementen wie M\u00e4rchen oder Geschichten gearbeitet werden.<\/p>\n<p> Prozesse kommen in Gang, wenn der Patient beginnt, eigene individuelle Gewichtungen von Elementen auszudifferenzieren, eine eigene Erlebensgeschichte zu entwickeln und sich dabei als wirksamer Akteur des eigenen Schicksals zu erleben. Entdeckt der Patient dabei mehr und mehr Eigenes, kann und muss der Therapeut wiederum mehr und mehr zur\u00fccktreten. <\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>wb<\/em>)<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>06.06.2009 Immer mehr Menschen leiden an Symptomen, bei denen psychische und soziale Belastungen eine Rolle spielen. Sie standen an der&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[9],"tags":[],"class_list":["post-72","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-musiktherapie","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/72","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=72"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/72\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=72"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=72"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=72"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}