{"id":722,"date":"2014-01-12T09:16:57","date_gmt":"2014-01-12T09:16:57","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/12\/mythen-und-sagen-der-germanen\/"},"modified":"2014-01-12T09:16:57","modified_gmt":"2014-01-12T09:16:57","slug":"mythen-und-sagen-der-germanen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/12\/mythen-und-sagen-der-germanen\/","title":{"rendered":"Mythen und Sagen der Germanen"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2010\/german261210.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>30.12.2010 &#8212; Oberon, Isis und Frau Holle, Matronen und Berserker, Beowulf, Werwolf und die Wilde Jagd. Die Nibelungen und Dietrich von Bern, die Edda und die Skalden, Odin, Odoaker und Freyja. Zauberspr\u00fcche, Orakel, Magie. \u2013 Die Welt der Germanen. <\/p>\n<p> Was im n\u00f6rdlichen Deutschland und im s\u00fcdlichen Skandinavien zwischen der Mitte des letzten vorchristlichen Jahrtausends bis zum Abschluss der Christianisierung aller Germanenv\u00f6lker um 1100 n. Chr. arch\u00e4ologisch und historisch greifbar geblieben ist, entfaltet bis heute Wert und Wirkung. <\/p>\n<p> Wie reich der durch Artefakte, Mythensammlungen und Heldensagen \u00fcberlieferte geistige Kosmos der Germanen ist, widerspiegelt sich in Reclams Lexikon der germanischen Mythologie und Heldensage. Arnulf Krause, Professor f\u00fcr \u00c4ltere Germanistik und Skandinavistik an der Universit\u00e4t Bonn, hat mit diesem etwa 1900 Artikel umfassenden Kompendium \u2013 dem bisher umfangreichsten zu dieser Materie \u2013 ein Nachschlage- und Studienwerk geschaffen, das die wesentlichsten Fragen einl\u00e4sslich und auch f\u00fcr interessierte Laien klar und verst\u00e4ndlich beantwortet. Die F\u00fclle des Materials und den Grad der Ausf\u00fchrlichkeit des Erl\u00e4uterns gewichtet der Autor mit Blick auf Belang und Niederschlag in der Gegenwart. <\/p>\n<p> Das Tor zur Welt der Germanen \u2013 einer Vielzahl von St\u00e4mmen \u2013 \u00f6ffnet sich in erster Linie mit Hilfe ihrer Heldensagen und -lieder, von isl\u00e4ndischen Gelehrten und christlich-h\u00f6fischen Autoren zwischen dem 13. und dem 16. Jahrhundert aufgezeichnet. Da treten aus dem Dunkel der Geschichte in helles Licht: G\u00f6ttinnen und G\u00f6tter, Riesen, Helden und Wichte (\u00fcber 120 nordgermanische Zwergennamen samt Bedeutung sind aufgef\u00fchrt), V\u00f6lkerschaften, Tiere (so Adler, B\u00e4r, Drache, Rabe, Stier), B\u00e4ume, Fr\u00fcchte, Objekte (Altar, Helm, Schwert, Axt, Ring, Tarnkappe), Orte, Berge, Fl\u00fcsse. Im weiteren sind, um einige wenige Stichw\u00f6rter zu nennen, dargestellt: Bestattungsbr\u00e4uche, Totenkult, Menschenopfer, Kultgegenst\u00e4nde, G\u00f6tterwohnungen, Gestaltwechsel, Christianisierung, Traum, M\u00e4rchenmotive, heidnische und christliche Rituale. <\/p>\n<p> Zum Durchforschen des Lexikons animieren das zweispaltige Layout, die Schwarzweiss-Abbildungen, die vier Karten (Fr\u00e4nkisches Reich im 9. Jh.; Germanenreiche um 526; Schaupl\u00e4tze des Nibelungenlieds; Germanische St\u00e4mme im 2. Jh. n. Chr.). Die \u00abeingedeutschten\u00bb Eigennamen samt originalsprachlicher Form, die vielen Verweise, so auf andere Quellen, auf Bildzeugnisse, Interpretationen und Forschungsans\u00e4tze und \u2013 im Anhang \u2013 auf Literatur zu den behandelten Themenkreisen erleichtern Verst\u00e4ndnis und Zugriff. Die ausf\u00fchrliche Zeittafel umfasst mit wesentlichen historischen und kulturellen Daten die Epoche zwischen der Bronzezeit (nach 1700 v.Chr.) und dem Beginn des 16. Jahrhunderts. <\/p>\n<p> Die Heldendichtungen und Lieder, deren Inhalt Arnulf Krause detailliert wiedergibt und interpretiert, erz\u00e4hlen von gefahrvollen Reisen, von Liebe und Verrat, List und T\u00e4uschung, Beschw\u00f6rung und Zauberei, von opulenten Bildern diesseitiger und anderer Welten. Dergestalt bietet die Lekt\u00fcre des Lexikons nicht nur pr\u00e4gnante Information, sondern auch dramatische Berichte \u00fcber Kreat\u00fcrliches und \u00dcbernat\u00fcrliches, Triumph und Scheitern, Untergang und Erl\u00f6sung. <\/p>\n<p> <strong><em>Zitat aus dem Buch: <\/em><\/strong><br \/> \u00abNamentlich greifbar und damit im historischen Sinn relevant sind die Germanen erst seit dem 1. Jahrhundert v.Chr. Herkunft und Bedeutung des Namens sind ungekl\u00e4rt. [\u2026] Die betreffenden St\u00e4mme selbst bezeichneten sich allerdings nicht als Germanen: Sie kannten gar keine einheitliche Selbstbezeichnung und hatten kein Bewusstsein einer ethnisch bestimmten politischen Zusammengeh\u00f6rigkeit. Aber in sprachlicher und kultureller Hinsicht bildeten sich trotz zahlreicher Stammesunterschiede Gemeinsamkeiten heraus. Diese bestanden in erster Linie in den verwandten Sprachen, im Fehlen einer urbanen Kultur mit st\u00e4dtischen Zentren und M\u00fcnzwesen, in einer vom Adel und seinen Kriegergefolgschaften gepr\u00e4gten Stammesgesellschaft, in \u00e4hnlichen religi\u00f6sen Vorstellungen und Gottheiten, in der wahrscheinlich um die Zeitenwende nach dem Vorbild italischer Alphabete entstandenen Runenschrift, in einer sich in den nachchristlichen Jahrhunderten entwickelnden Kunst (bezeichnend der \u201aGermanische Tierstil\u2019) und letztlich in den Heldensagen, die erst sp\u00e4ter bezeugt sind.\u00bb (Vorwort, Seite 7\/8) <br \/> <\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>ws<\/em>)<\/span><\/p>\n<p><\/p>\n<p> <center> <\/p>\n<table style=\"width: 430px;\" summary=\"linie\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"9\" bgcolor=\"#666666\" height=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/grafiken\/dbrown1x1.gif\" border=\"0\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-s-black\">Arnulf Krause: Reclams Lexikon der germanischen Mythologie und Heldensage. Mit 64 Abbildungen und 4 Karten. Verlag Philipp Reclam, Stuttgart 2010. 342 Seiten. \u20ac 29,95. Fr. 43.50. <\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>30.12.2010 &#8212; Oberon, Isis und Frau Holle, Matronen und Berserker, Beowulf, Werwolf und die Wilde Jagd. 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