{"id":734,"date":"2014-01-12T09:24:04","date_gmt":"2014-01-12T09:24:04","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/12\/handbuecher-brahms-bruckner-mahler\/"},"modified":"2014-01-12T09:24:04","modified_gmt":"2014-01-12T09:24:04","slug":"handbuecher-brahms-bruckner-mahler","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/12\/handbuecher-brahms-bruckner-mahler\/","title":{"rendered":"Handb\u00fccher: Brahms, Bruckner, Mahler"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\">24.08.2011 &#8212; Handbuch: eine bequem in der Hand zu haltende Buchgr\u00f6sse. Jacob und Wilhelm Grimm notierten in ihrem Deutschen W\u00f6rterbuch Mitte des 19. Jahrhunderts: \u00abbuch von m\u00e4szigem umfang, zum leichten gebrauch, entweder um hinein zu schreiben oder darin zu lesen: hantbuoch, manuale, liber qui frequenter manu portatur.\u00bb Der Sinn hat sich gewandelt: Das Digitale W\u00f6rterbuch der Deutschen Sprache (DWDS) vermerkt: \u00abBuch, das kurz gefasst den gesamten Stoff eines Wissensgebietes in wissenschaftlicher Form darstellt.\u00bb <\/p>\n<p> \u00abKurz gefasst\u00bb? Zwar hat das Handbuch trotz zugelegtem Gewicht sein handgerechtes Format bewahrt, doch wuchs das Wissen auf allen Gebieten nach und nach ins kaum \u00dcberblickbare an, damit die Notwendigkeit, es regelm\u00e4ssig kritisch zu sichten und auf den neusten Stand zu bringen. Das einzelne Handbuch vermehrte sich zur enzyklop\u00e4dischen Reihe: Das Handbuch der Deutschen Kunstdenkm\u00e4ler zum Beispiel umfasst 22 B\u00e4nde, das Handbuch der Altertumswissenschaft \u00fcber 90; einen Spitzenrang belegt das \u00abGmelin Handbook of Inorganic and Organometallic Chemistry\u00bb mit 760 B\u00e4nden, zuz\u00fcglich des Gesamtregisters von 35 B\u00e4nden. Wehe dem B\u00fcchergestell! Den Ausweg bot auch hier der Transfer auf eine Internet-Datenbank. <\/p>\n<p> Zur\u00fcck zum Handbuch. Was ehedem ein eifriger Gelehrter seines Fachs im Alleingang bew\u00e4ltigte, erfordert nun unter den gewandelten Voraussetzungen und Anspr\u00fcchen beispielsweise an die Verst\u00e4ndlichkeit f\u00fcr eine breite interessierte Leserschaft sowie die Praxisn\u00e4he ein Team von Akademikern, die unter der Leitung eines Herausgebers ihr spezialisiertes Wissen einbringen. Das erm\u00f6glicht auch einer j\u00fcngeren Forschergeneration die Mitarbeit, was sich belebend und fruchtbar auswirkt auf den wissenschaftlichen Diskurs. Dazu geh\u00f6rt, dass Institutionen und Verlage kooperieren, verschiedene, auch internationale Forschungsrichtungen zum Zuge kommen, dass offene Fragen kontrovers dargestellt, Widerspr\u00fcche in den Folgerungen und Meinungen nicht verschwiegen, strittige Aspekte nicht ausgeblendet sind. In den drei hier vorgestellten Handb\u00fcchern wird dies erfahrbar; zu verdanken ist es auch der liberalen Haltung der Herausgeber. <\/p>\n<p> <strong> Brahms-Handbuch <\/strong> <\/p>\n<p> <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2011\/brahms221209.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>Das Werk der Komponisten und dessen Rezeption \u00fcber die Jahrzehnte bis in die Gegenwart steht in den vorliegenden B\u00e4nden der Verlage Metzler und B\u00e4renreiter im Mittelpunkt. Johannes Brahms beizukommen, dem \u00abMeister der Verschleierung und Maskierung\u00bb (Herausgeber Wolfgang Sandberger im Vorwort), erweist sich als spannendes, aufschlussreiches Unterfangen, weil die 25 Autorinnen und Autoren (die j\u00fcngsten mit Jahrgang 1972) den Verbindungen und Br\u00fcchen zwischen dem Leben und dem Schaffen nachgehen, dabei die \u00e4sthetischen Voraussetzung des \u0152uvres erhellend. Das heisst auch, dass nicht einfach gesichertes Wissen aufbereitet, die Tradition fortgeschrieben wird, sondern Ergebnisse der j\u00fcngsten Forschung einbezogen, neue Zug\u00e4nge freigelegt werden. <\/p>\n<p> Den Einstieg bildet die umfangreiche Zeittafel mit Daten zur Biografie, zum Werk und zu kulturhistorischen Ereignissen, gefolgt von einem Essay \u00fcber Brahms als Figur des kollektiven Ged\u00e4chtnisses. Ausgeleuchtet wird seine Lebenswelt: Selbstinszenierung, Freunde (insbesondere Schumann), Zeitgenossen, Brahms als Briefeschreiber, Komponist, Herausgeber, Bearbeiter, Lehrer, Gutachter, als Interpret des eigenen Werks. <\/p>\n<p> Vier Beitr\u00e4ge sind unter dem Titel \u00ab\u00c4sthetische Positionen\u00bb zusammengefasst: Brahms-Kritik im 19. Jahrhundert, Brahms\u2019 Verh\u00e4ltnis zu Religion, Kunst und Musikwissenschaft, seine Beziehungen zu Literaten und bildenden K\u00fcnstlern. Der Teil mit Ausf\u00fchrungen zur kompositorischen Arbeit (Schaffensprozess, Verh\u00e4ltnis zur musikalische Tradition und zum Volkslied) leitet \u00fcber in die einl\u00e4ssliche Besprechung des \u0152uvres: Vokalmusik (Lieder, Ges\u00e4nge, Ein deutsches Requiem, sinfonische Chorwerke, geistliche und weltliche Chorwerke a cappella), Klaviermusik (inkl. Orgelwerke), Kammermusik (f\u00fcr Streicher, mit Bl\u00e4sern, mit Klavier) und Orchestermusik. <\/p>\n<p> Der abschliessende Teil \u00abInterpretation und Rezeption\u00bb behandelt die musikwissenschaftliche Auseinandersetzung mit Brahms, auff\u00fchrungs- und interpretationsgeschichtliche Aspekte, Brahms-Edition gestern und heute, Brahms im Film mit einer chronologischen Tabelle von 1911 bis 2009. \u2013 Jeweils am Ende der einzelnen Beitr\u00e4ge finden sich Listen mit den entsprechenden Literaturangaben. <\/p>\n<p> Der Anhang enth\u00e4lt das Verzeichnis der Werke nach Gattungen (mit Angaben zu Urauff\u00fchrung, Publikationsjahr, Verlag, eigenh\u00e4ndige Bearbeitung), das Werkverzeichnis nach Opuszahlen, das Verzeichnis der 55 Abbildungen (die meisten stammen aus der Sammlung des Brahms-Instituts L\u00fcbeck), die Kurzbiografien der Autorinnen und Autoren, das Namenregister und das Werkregister. <\/p>\n<p> Dank den Ann\u00e4herungen unter wesentlichen Aspekten auf direkten und indirekten Wegen an Pers\u00f6nlichkeit und Schaffen Brahms\u2019, an seine Mitwelt und den kulturellen und historischen Hintergrund, dank den gr\u00fcndlichen Analysen des \u0152uvres (etwa Formkonzept, Aufbau mit Taktangaben, gattungsspezifische Aufgabenstellung, Instrumentierung, tonale Details, klangliche Disposition) ist den Autoren des Brahms-Handbuchs ein Kompendium zu verdanken, das umfassend und auf aktuellstem Forschungsstand kritisch pr\u00fcfend, in Breite und Tiefe vernetzend neue Zug\u00e4nge freilegt und von Vorurteilen entschlackte Einsichten erm\u00f6glicht. <\/p>\n<p> <strong>Bruckner-Handbuch <\/strong> <\/p>\n<p> <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2011\/bruckner9811.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>Dass es Musikwissenschaft und -biografik im 19. Jahrhunderts in der Regel ein Anliegen war, Widerspr\u00fcche im Leben und im Schaffen eines Komponisten auszublenden, im besten Fall auszugleichen, Harmonie herzustellen zwischen Person und Werk, pr\u00e4gt auch das Bruckner-Bild. <\/p>\n<p> \u00abAn einer neuen Sicht auf Bruckner wird seit l\u00e4ngerem durchaus gearbeitet, ohne dass man freilich das Gef\u00fchl einer nachhaltigen Wirkung auf das Bruckner-Bild in der breiten \u00d6ffentlichkeit h\u00e4tte\u00bb, schreibt Herausgeber Hans-Joachim Hinrichsen im Vorwort. Im Handbuch werde der Versuch unternommen, \u00abeinerseits aus dem heute erreichten Stand der Bruckner-Forschung die Konsequenzen zu ziehen und einen sinnvollen Weg zur Besch\u00e4ftigung mit dem eigent\u00fcmlichen \u0152uvre des nach wie vor r\u00e4tselhaften Komponisten zu bahnen, andererseits aber auch neue Fragen zu stellen und offene Probleme mit Nachdruck als solche zu markieren, um der Denkfalle t\u00e4uschender Geschlossenheit vorzubeugen.\u00bb <\/p>\n<p> 14 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler n\u00e4hern sich in ihren Beitr\u00e4gen dem \u00abgrossen Unbekannten\u00bb, mit Offenheit differenzierend, traditionell \u00dcberkommenes kritisch abw\u00e4gend, neue philologische und \u00e4sthetische Erkenntnisse darlegend. Dass im Einzelnen von verschiedenen Autoren in ein und derselben Sache andere Schl\u00fcsse gezogen, kontroverse Urteile gef\u00e4llt werden, zeugt von stimulierender Auseinandersetzung innerhalb einer inspirierenden Gesamtdarstellung. <\/p>\n<p> Erste Orientierung vermittelt die Zeittafel mit Daten zur Biografie und zum Werk Anton Bruckners. Gedanken zur Konzeption des Handbuchs und zu Emil Orliks 1920 entstandenem Bruckner-Portr\u00e4t (Umschlag) leiten \u00fcber zum Teil \u00abDer Komponist und seine Musik\u00bb, in dem eingegangen wird auf Pers\u00f6nlichkeit, Lebensweg, Arbeitsweise und Schaffen. <\/p>\n<p> Rund 250 Seiten umfassen die von Notenbeispielen begleiteten Werkbesprechungen, wobei der Hauptakzent verst\u00e4ndlicherweise auf der Sinfonik und der grossbesetzten Kirchenmusik liegt; gew\u00fcrdigt werden aber auch die weltliche Vokalmusik, die Kammermusik, die Klavier- und Orgelwerke und die Musik f\u00fcr Bl\u00e4ser. Im letzten Teil werden die Etappen der Bruckner-Rezeption behandelt. <\/p>\n<p> Literaturhinweise (teils auch Werkausgaben) finden sich am Schluss der Beitr\u00e4ge. Im Anhang vereint sind Werkverzeichnisse nach Gattungen und nach WAB-Nummern, Biografien der Autorinnen und Autoren, das Namen- und das Werkregister. <\/p>\n<p> Bruckners Weg zu einem eigenen Stil widmen sich die Mitarbeitenden, nachdr\u00fccklich insbesondere einem vertrackten Problem: Sie bringen Licht in die Entstehungsgeschichte der Sinfonien samt deren Fassungen, Bearbeitungen, Umformungen, K\u00fcrzungen, Revisionen sowie Eingriffen und Erg\u00e4nzungen fremder Hand. <\/p>\n<p> Diesem Band soll \u00fcbrigens das von der Arbeitsstelle Anton Bruckner der \u00d6sterreichischen Akademie der Wissenschaften an die Hand genommene Bruckner-Lexikon zur Seite gestellt werden. Es basiert auf dem l\u00e4ngst vergriffenen Bruckner-Handbuch von 1996 (Hrsg. Uwe Harten) und wird in Abstimmung mit dem vorliegenden Handbuch erarbeitet. <\/p>\n<p> <strong>Mahler-Handbuch <\/strong> <\/p>\n<p> <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2011\/mahler9811.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>Bei keinem anderen Komponisten seines Rangs und seiner Wirkung ist der Erkl\u00e4rungsbedarf in Bezug auf die Rezeption seines Werks gr\u00f6sser. Erst seit 1960, einem halben Jahrhundert nach Gustav Mahlers Tod, und ganz wesentlich mittels Verbreitung durch die Schallplatte hat sich sein Schaffen im Konzertleben weltweit einen festen Platz gesichert. <\/p>\n<p> Im Teil \u00abInterpretation und Rezeption\u00bb des Mahler-Handbuchs werden diese Gesichtspunkte in den Fokus genommen: Mahler und die zeitgen\u00f6ssische Kritik, Grundz\u00fcge der Mahler-Rezeption seit den 1920er Jahren, die kompositorische Mahler-Rezeption, Mahler-Interpretation(en), Mahler im Film. <\/p>\n<p> Die Hindernisse und die Voraussetzungen zu Mahlers sp\u00e4t einsetzendem Erfolg durchziehen das Handbuch, werden aus diversen Blickwinkeln und kontrovers analysiert. Die 22 Autorinnen und Autoren gehen ihnen nach, interpretieren sie, ordnen die Widerspr\u00fcchlichkeiten ein, innovativ im Einzelnen, im Grossen die in den vergangenen Jahrzehnten erarbeiteten Forschungsergebnisse einbeziehend. Nach und nach formt sich ein plastisches kontrastreiches Bild des Komponisten, Dirigenten, Operndirektors, seiner Mitwelt, seiner Wirkung und Nachwirkung. <\/p>\n<p> Das Zentrum des Bandes nimmt die ausf\u00fchrliche W\u00fcrdigung aller (vollendeten) Werke ein, von den ersten Kompositionen (Klavierquartett, Das klagende Lied, fr\u00fche Lieder) \u00fcber die Orchesterlieder zu den zehn Sinfonien; den Abschluss bildet das Kapitel Mahler als Bearbeiter. Begleitet sind die detaillierten Analysen von Notenbeispielen und zwei tabellarischen Satz\u00fcbersichten in der Besprechung der Sechsten. <\/p>\n<p> Einblicke in Mahlers Leben und Welt bieten die Zeittafel, die auch Mahlers Dirigate auflistet, und eine geraffte Biografie, gefolgt von einem Teil mit \u00fcbergreifenden Themen: Mahlers geistige Welt, seine kompositorische Herkunft, die Musik der Wiener Moderne, Mahlers Orchesterklang, sein Schaffensprozess, Charakter und \u00abTon\u00bb bei Mahler, das Opernhafte seiner Musik. <\/p>\n<p> Den einzelnen Beitr\u00e4gen angef\u00fcgt sind Literaturhinweise; der Anhang enth\u00e4lt das Werkverzeichnis, das Verzeichnis der Mitarbeitenden, das Namen- und das Werkregister. <\/p>\n<p> Dieses erste deutschsprachige Werk seiner Art zu Mahlers Pers\u00f6nlichkeit und Schaffen res\u00fcmiert in vielen Perspektiven auf gut lesbare Art den Stand der Forschung, weitet und vertieft den Blick auf ein f\u00fcr manche nicht leicht zug\u00e4ngliches \u0152uvre. <\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>ws<\/em>)<\/span><\/p>\n<p><\/p>\n<p> <center> <\/p>\n<table style=\"width: 430px;\" summary=\"linie\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"9\" bgcolor=\"#666666\" height=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/grafiken\/dbrown1x1.gif\" border=\"0\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-s-black\">Brahms-Handbuch. Hrsg. Wolfgang Sandberger. Gemeinschaftsausgabe der Verlage J. B. Metzler, Stuttgart, und B\u00e4renreiter, Kassel 2009. 632 Seiten mit s\/w-Abbildungen und Notenbeispielen. \u20ac 64,95. Fr. 89.\u2013. <\/p>\n<p> Bruckner-Handbuch. Hrsg. Hans-Joachim Hinrichsen. Gemeinschaftsausgabe der Verlage J. B. Metzler, Stuttgart, und B\u00e4renreiter, Kassel 2010. 399 Seiten mit s\/w-Abbildungen und Notenbeispielen. \u20ac 64,95. Fr. 88.\u2013. <\/p>\n<p> Mahler-Handbuch. Hrsg. Bernd Sponheuer und Wolfram Steinbeck. Gemeinschaftsausgabe der Verlage J. B. Metzler, Stuttgart, und B\u00e4renreiter, Kassel 2010. 504 Seiten mit s\/w-Abbildungen und Notenbeispielen. \u20ac 64,95. Fr. 88.\u2013. <\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>24.08.2011 &#8212; Handbuch: eine bequem in der Hand zu haltende Buchgr\u00f6sse. 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