{"id":735,"date":"2014-01-12T09:24:33","date_gmt":"2014-01-12T09:24:33","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/12\/dialoge-und-resonanzen\/"},"modified":"2014-01-12T09:24:33","modified_gmt":"2014-01-12T09:24:33","slug":"dialoge-und-resonanzen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/12\/dialoge-und-resonanzen\/","title":{"rendered":"Dialoge und Resonanzen"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2011\/dial1811.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>16.09.2011 &#8212; Grenz\u00fcberschreitungen \u00f6ffnen Wege, f\u00fchren zu weitr\u00e4umigen Umblicken, zu neuen Einsichten, denken zusammen, was bislang getrennt war. Die 20 Beitr\u00e4ge im Band \u00abDialoge und Resonanzen\u00bb belegen dies; sie brechen mit abgeschlossenen Ordnungssystemen, mit der zementierten Trennung von \u00abhohen\u00bb und \u00abniederen\u00bb Regionen, mit der Beschr\u00e4nkung auf geografische Grenzen, auf einzelne Epochen, Gattungen und K\u00fcnste. <\/p>\n<p> \u00abMusikgeschichte zwischen den Kulturen\u00bb (Untertitel) sp\u00fcrt den Verflechtungen und Vernetzungen nach, widerspiegelt Rezeptionsgeschichte und zeigt in den f\u00fcnf Teilen, wie ertragreich Dialoge von Kompositionen mit Literatur und bildender Kunst, wie spannend Resonanzen zwischen Musikern untereinander und ihrem gesellschaftlichen Umfeld sein k\u00f6nnen. <\/p>\n<p> <em>Literatur und Kunst in der Musik<\/em>. Anhand der sp\u00e4ten Novelle \u00abKreutzersonate\u00bb und weiterer \u00c4usserungen Tolstois \u00fcber die Musik als <em>die<\/em> Kunstform des Gef\u00fchls stellt Hans-Joachim Hinrichsen Tolstois Hassliebe-Beziehung zur westlichen Kunstmusik dar. \u2013 Das Nachleben von Dantes \u00abG\u00f6ttlicher Kom\u00f6die\u00bb im Musiktheater (\u00fcber 60 Opern seit 1796) konkretisiert Albert Gier anhand \u00e4lterer und j\u00fcngerer Werke. \u2013 Wie Martin\u016f den radikalen Dadaismus von Georges Ribemont-Dessaignes\u2019 Einakter \u00abLarmes de couteau\u00bb in der gleichnamigen Zeitoper in Musik \u00fcberf\u00fchrt, untersucht Ivana Rentsch in ihrem Beitrag \u00abDadaistische Oper?\u00bb. <\/p>\n<p> <em>Wissenschaftstraditionen<\/em>. Unter dem Titel \u00abMozart durch Darwins Brille\u00bb er\u00f6rtert Arne Stollberg Friedrich von Hauseggers Buch \u00abDie Musik als Ausdruck\u00bb und dessen Aspekte f\u00fcr die Opernanalyse. \u2013 Amerikanische und europ\u00e4ische Perspektiven der Musikanalyse vergleicht Lukas Haselb\u00f6ck anhand von Debussys Klavier-Pr\u00e9lude \u00abBrouillards\u00bb. \u2013 Gedanken zu \u00abSchubert &#8218;ohne Erde&#8217;\u00bb \u00e4ussert Otto Kolleritsch. Er hat an der Universit\u00e4t f\u00fcr Musik und Darstellende Kunst Graz das Studium des Doktor artium eingef\u00fchrt, in dem sich Reflexion und Praxis \u00abzu einem Dritten verbinden\u00bb und neues origin\u00e4res Wissen schaffen: \u00abWissensgenerierung aus der Perspektive der Kunst pl\u00e4diert durch Dekonstruktion f\u00fcr ein Drittes, das man nicht kennt, das aber zu vermuten ist. Dieses Dritte vermag die Kunst dann zu finden, wenn sie die Logik der Zusammenh\u00e4nge kreativ durchbricht.\u00bb <\/p>\n<p> <em>Gattungstraditionen<\/em>. Anselm Gerhard widmet sich in \u00ab&#8217;Freie Musik&#8216; statt &#8218;t\u00f6dliche Langeweile&#8217;\u00bb dem mehrschichtigen Verfahren der Montage und der Stilkopien in Rimsky-Korsakows Literaturoper \u00abMozart und Salieri\u00bb. \u2013 \u00dcberlegungen zur Wagner-Kritik des franz\u00f6sischen Komponisten und Musikrezensenten Paul Dukas tr\u00e4gt Giselher Schubert bei. \u2013 Auf der Suche nach der neuen Innerlichkeit: Andreas Zurbriggen stellt Wolfgang Rihms Lied \u00abHochroth\u00bb aus dem Zyklus \u00abDas Rot\u00bb und die Klavierliedtradition nach dem Zweiten Weltkrieg ins Zentrum seines Beitrags. \u2013 Die Ikone Mozart in Erinnerung und Bild bei Helmut Lachenmann in den Kompositionen \u00abAccanto\u00bb und \u00abDas M\u00e4dchen mit den Schwefelh\u00f6lzern\u00bb thematisiert Matthias Schmidt. \u2013 Kulturtransferforschung zwischen Neuer Musik und Popmusik geht Simone Hohmaier in ihrem Artikel \u00abCrossing the Line\u00bb nach. <\/p>\n<p> <em>Paris<\/em>. Den amerikanischen Nachwuchskomponisten Ned Rorem (*1923) und seine jahrzehntelangen Zwiegespr\u00e4che mit Poulenc und Paris stellt Jens Rosteck in einem breiten Panorama der Seine-Metropole dar. \u2013 Christoph von Blumr\u00f6der steuert kompositionsgeschichtliche Momentaufnahmen nach dem Zweiten Weltkrieg im kulturellen Dialog zwischen Paris und K\u00f6ln bei (Messiaen, Boulez, Bayle, Henry, Schaeffer, Stockhausen). \u2013 Besetzung und Klangfarbendisposition in Olivier Messiaens Orchesterwerken analysiert J\u00fcrgen Maehder. \u2013 Einen \u00abweltgeschichtlichen Durchgang\u00bb unternimmt Andreas Meyer anhand einer Zusammenschau der Kulturen in G\u00e9rard Griseys \u00abQuatre Chants pour franchir le seuil\u00bb (1998). <\/p>\n<p> <em>Nationen und Kulturen<\/em>. Blicke auf China, Mexiko, Russland und \u00d6sterreich im letzten Teil. Ein Kapitel aus der Geschichte des Kulturaustausches zwischen China und Europa res\u00fcmieren Kii-Ming Lo und Li-Xing Hong in ihrem Beitrag \u00fcber die Aufzeichnungen des franz\u00f6sischen Missionars Joseph-Marie Amigot. \u2013 Klaus Pietschmann sichtet in deutschen Musikzeitschriften Berichte \u00fcber das mexikanische Musikleben im 19. Jahrhundert. \u2013 Die Rolle des Feuers und seine vielen Erscheinungen in Wagners \u00abRing des Nibelungen\u00bb durchleuchtet Harald Haslmayr (vgl. unten: Zitat aus dem Buch). \u2013 \u00abVon der Adaption zur Emanzipation\u00bb hat Walter Kl\u00e4y seinen Essay \u00fcber den ungleichen Austausch zwischen russischem und westlichem Musikschaffen betitelt. \u2013 Und Hartmut Krones befasst sich mit der Fr\u00fchzeit der Schweizer Arbeiters\u00e4nger, wie sie von \u00d6sterreich aus gesehen und begleitet wurden. <\/p>\n<p> Kurzbiografien der Autorinnen und Autoren sowie das Namenregister beschliessen den reichhaltigen, auf vielschichtige Weise anregenden Band. \u00abDialoge und Resonanzen\u00bb ist dem Berner Musikforscher Theo Hirsbrunner zu seinem 80. Geburtstag gewidmet. Wenige Monate vor der Publikation der Festgabe ist er verstorben. <\/p>\n<p> <strong><em>Zitat aus dem Buch: <\/em><\/strong><br \/> \u00abZiemlich parallel zur Entstehungszeit des &#8218;Ring des Nibelungen&#8216;, also von 1848 bis 1874, gelang es den erst im Entstehen begriffenen Vorl\u00e4ufern der modernen Brandschutztechnik, katastrophal-fl\u00e4chendeckende Feuersbr\u00fcnste zumindest aus der gesellschaftlichen Tagesordnung zu verbannen. [\u2026] Ein Vergleich bietet sich an: Wie das Motiv des &#8218;T\u00fcrken&#8216; erst dann in die mitteleurop\u00e4ischen K\u00fcnste einzudringen vermochte, als die konkrete Bedrohung von Leib und Leben durch t\u00fcrkische \u00dcberf\u00e4lle durch den Frieden von Passarowitz (1718) innerhalb der Grenzen der Habsburgermonarchie endg\u00fcltig gebannt war, so konnten die mythisch-archetypischen Schichten des Ph\u00e4nomens &#8218;Feuer&#8216; erst dann auf allgemein gesellschaftliches Interesse sto\u00dfen, als ihre konkret-t\u00f6dliche, gesamtzivilisatorische Bedrohung \u2013 im Wortsinn \u2013 nach und nach im Erl\u00f6schen begriffen war.\u00bb (aus \u00abIm Feuer leuchtend\u2026\u00bb von Harald Haslmayr, Seite 290f.) <br \/> <\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>ws<\/em>)<\/span><\/p>\n<p><\/p>\n<p> <center> <\/p>\n<table style=\"width: 430px;\" summary=\"linie\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"9\" bgcolor=\"#666666\" height=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/grafiken\/dbrown1x1.gif\" border=\"0\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-s-black\">Ivana Rentsch, Walter Kl\u00e4y, Arne Stollberg (Hrsg.): Dialoge und Resonanzen. Musikgeschichte zwischen den Kulturen. Theo Hirsbrunner zum 80. Geburtstag. Mit Abbildungen, Notenbeispielen und Tabellen. edition text + kritik im Richard Boorberg Verlag, M\u00fcnchen 2011. 365 Seiten. \u20ac 32,\u2013. Fr. 42.90. <\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>16.09.2011 &#8212; Grenz\u00fcberschreitungen \u00f6ffnen Wege, f\u00fchren zu weitr\u00e4umigen Umblicken, zu neuen Einsichten, denken zusammen, was bislang getrennt war. 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