{"id":743,"date":"2014-01-12T09:28:40","date_gmt":"2014-01-12T09:28:40","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/12\/musik-konzepte-paul-dukas\/"},"modified":"2014-01-12T09:28:40","modified_gmt":"2014-01-12T09:28:40","slug":"musik-konzepte-paul-dukas","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/12\/musik-konzepte-paul-dukas\/","title":{"rendered":"Musik-Konzepte: Paul Dukas"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2012\/dukas4712.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>23.07.2012 &#8212; Nennt man seinen Namen, f\u00e4llt sogleich der Titel seines weltweit bekannten Werks: \u00abL\u2019Apprenti sorcier\u00bb, das 1897 uraufgef\u00fchrte Orchester-Scherzo nach Goethes Ballade \u00abDer Zauberlehrling\u00bb. Allerdings verstellt die popul\u00e4re Programmmusik die Sicht auf ein Schaffen, das trotz seiner Qualit\u00e4t und Originalit\u00e4t ausserhalb Frankreichs kaum bekannt ist. <\/p>\n<p> Paul Dukas (1865\u20131935) schuf weitere Orchesterwerke, darunter die Sinfonie in C-Dur, dann die Oper \u00abAriane et Barbe-Bleue\u00bb, das Ballett \u00abLa P\u00e9ri\u00bb und die gewichtige Klaviersonate. Er war ein skrupul\u00f6ser Komponist, und man geht nicht fehl in der Annahme, dass etliche vollendete Kompositionen seiner strengen Selbstkritik zum Opfer fielen. <\/p>\n<p> Der neue Doppelband der Musik-Konzepte leuchtet in acht tiefgr\u00fcndigen Einzelstudien bzw. im werk- oder gattungsgeschichtlichen Zusammenhang Pers\u00f6nlichkeit und Schaffen des Pariser Meisters aus, der sich eminente Verdienste auch als Musikschriftsteller sowie als Professor f\u00fcr Orchesterleitung und Komposition am Konservatorium erwarb; zu seinen Studenten z\u00e4hlen Joaqu\u00edn Rodrigo, Manuel Ponce, Jehan Alain, Maurice Durufl\u00e9, Jean Langlais und Olivier Messiaen. <\/p>\n<p> Grundlegendes breitet Giselher Schuberts Beitrag zu Dukas\u2019 Leben und Werk, Wirkung und Nachwirkung aus. Dominik Rahmer r\u00fcckt die Verdienste des Rezensenten Dukas in den Fokus, dessen Schriften \u00abeinen substantiellen Beitrag zur Musikkritik der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert\u00bb darstellen. <\/p>\n<p> Unter dem Titel \u00abZwischen &#8218;musique traductrice&#8216; und &#8218;musique pure&#8217;\u00bb geht Arne Stollberg Dukas\u2019 Konzeptionen poetischer Orchesterwerke nach, von \u00abLe Roi Lear\u00bb \u00fcber \u00abGoetz de Berlichingen\u00bb und \u00abPolyeucte\u00bb zum \u00abApprenti sorcier\u00bb, welches er mit Notenbeispielen analysiert. In der ebenfalls mit Partiturbeispielen und mit Form\u00fcbersichten gest\u00fctzten Untersuchung widmet sich Fabian Kolb der C-Dur-Sinfonie im Kontext der franz\u00f6sischen Sinfonik um 1900. <\/p>\n<p> Zwei Klavierwerke Dukas\u2019 stehen im Zentrum der Besprechungen von Stefan Keym \u00abL\u2019Art de distribuer l\u2019\u00e9motion\u00bb (es-Moll-Sonate) und von Inga Mai Groote \u00abVariation als Entwicklung\u00bb (Variations, interlude et finale sur un th\u00e8me de Rameau). <\/p>\n<p> Nach Orchester- und Klavierwerken noch zwei Opera f\u00fcr die B\u00fchne: Manuela Schwartz interpretiert die nachwagnerianische Oper \u00abAriane et Barbe-Bleue\u00bb aus feministischer Perspektive samt einem Ausblick auf Kreneks Oper \u00abJonny spielt auf\u00bb; Monika Woitas untersucht das Verh\u00e4ltnis von Musik und Choreografie im Po\u00e8me dans\u00e9 \u00abLa P\u00e9ri\u00bb, einer Synthese aus Sinfonie und Ballett. <\/p>\n<p> Den illustrierten Band beschliessen die Abstracts, bibliografische Hinweise, die Zeittafel zu Leben und Werk von Paul Dukas und die Kurzbiografien der Autorinnen und Autoren. <\/p>\n<p> <strong><em>Zitat aus dem Buch: <\/em><\/strong><br \/> \u00abDukas z\u00e4hlt mit d\u2019Indy, Chausson, Debussy, Magnard, Ropartz oder Roussel zur Generation franz\u00f6sischer Komponisten, die eine in Frankreich als &#8218;goldene Epoche&#8216; eingesch\u00e4tzte Musikentwicklung einleiteten und das Programm der &#8218;ars gallica&#8216; eindrucksvoll verwirklichten. [\u2026] Dabei war Dukas ein Einzelg\u00e4nger, ein Musiker zwischen allen Schulen, dem es gelang, seine Unabh\u00e4ngigkeit zu bewahren und dennoch enge und freundschaftliche Kontakte zu den bedeutendsten, oft mit g\u00e4nzlich unterschiedlichen musikalischen Richtungen identifizierten Komponisten zu halten. Auf diese Weise und durch seine vielf\u00e4ltigen T\u00e4tigkeiten gewann er geradezu den Status einer Instanz des franz\u00f6sischen Musiklebens der Zeit, das er wie nur wenige andere schlechthin zu repr\u00e4sentieren schien.\u00bb (Giselher Schubert, Seite 14)<br \/> <\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>ws<\/em>)<\/span><\/p>\n<p><\/p>\n<p> <center> <\/p>\n<table style=\"width: 430px;\" summary=\"linie\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"9\" bgcolor=\"#666666\" height=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/grafiken\/dbrown1x1.gif\" border=\"0\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-s-black\">Paul Dukas. Reihe Musik-Konzepte. Neue Folge, herausgegeben von Ulrich Tadday. V\/2012, Band 156\/157. edition text + kritik im Richard Boorberg Verlag, M\u00fcnchen. 189 Seiten mit s\/w-Abbildungen und Notenbeispielen. \u20ac 26,\u2013. Fr. 34.90. <\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>23.07.2012 &#8212; Nennt man seinen Namen, f\u00e4llt sogleich der Titel seines weltweit bekannten Werks: \u00abL\u2019Apprenti sorcier\u00bb, das 1897 uraufgef\u00fchrte Orchester-Scherzo&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[11],"tags":[],"class_list":["post-743","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-buchbesprechungen","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/743","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=743"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/743\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=743"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=743"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=743"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}