{"id":749,"date":"2014-01-12T09:31:31","date_gmt":"2014-01-12T09:31:31","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/12\/kontrapunkt-in-selbststudium-und-unterricht\/"},"modified":"2014-01-12T09:31:31","modified_gmt":"2014-01-12T09:31:31","slug":"kontrapunkt-in-selbststudium-und-unterricht","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/12\/kontrapunkt-in-selbststudium-und-unterricht\/","title":{"rendered":"Kontrapunkt in Selbststudium und Unterricht"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2012\/121130kontrapunkt.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>30.11.2012 &#8212; Vieles in der Musikp\u00e4dagogik l\u00e4sst sich vers\u00fcssen. Nicht so die Unterweisung im Kontrapunkt. Da geht\u2019s ans Eingemachte. Da gibt\u2019s nichts anderes, als geduldigstes Ein\u00fcben spr\u00f6der Regeln und Gesetze. Musiker sind da in der gleichen Lage wie theoretische Physiker, die Quantenphysik b\u00fcffeln, oder Informatiker, die sich in der Maschinensprache Assembler zurechtzufinden versuchen. Zum Kontrapunkt gibt\u2019s \u2013 um ein Bonmot Euklids gegen\u00fcber dem Pharao Ptolemaios zu paraphrasieren \u2013 keinen K\u00f6nigsweg. Nur eines gibt\u2019s da: Pauken. <\/p>\n<p> Generationen haben dies mit den Klassikern von Knud Jeppesen oder Diether de la Motte (der bei aller Seriosit\u00e4t zumindest einen vergn\u00fcglichen Plauderstil pflegt) getan. Auch Thomas Kr\u00e4mer tut erst mal gar nicht so, als ob\u2019s eine kurzweilige und spassige Methode f\u00fcr Dummies g\u00e4be, sich die Grundlagen der ein- und vielstimmigen Melodik einzuverleiben. Der Band ist so solide, n\u00fcchtern und sorgf\u00e4ltig gelayoutet wie Lehrb\u00fccher aus der Zeit vor dem Zweiten Weltkrieg (oder der DDR). Deutsche Wertarbeit. Das f\u00fcnf eng beschriebene Seiten umfassende Inhaltsverzeichnis macht die M\u00fchsal des zu bew\u00e4ltigenden Weges bereits unvmissverst\u00e4ndlich klar. <\/p>\n<p> Begonnen wird denn auch ganz klassisch bei der Vokalpolyphonie der Renaissance, bei Note gegen Note, Bewegung und Gegenbewegung, Arsis und Thesis, harten Durchg\u00e4ngen, Subsemitonium Modi und allen sonstigen Verd\u00e4chtigen. \u00dcber vierhundert Seiten werden schliesslich drei-, vier-, f\u00fcnf-, sechs-, bis neunstimmige S\u00e4tze in Renaissance und Barock mit kleineren Ausfl\u00fcgen in die Romantik abgehandelt. Dazu finden sich eine Vielzahl an Aufgaben zum Selber\u00fcben und knapp 80 Seiten L\u00f6sungsvorschl\u00e4ge. <\/p>\n<p> Dass es ihm dabei nicht ums R\u00e4sonnieren und Philosophieren geht, macht Kr\u00e4mer mit dem ersten (kursiv gesetzten) Satz des Buches klar: \u00ab<em>Dies ist ein Buch f\u00fcr Musiker<\/em>\u00bb, nicht f\u00fcr Theoretiker. Es werde deshalb auch keine \u00abweitere Beweiskette am Erkenntnissen vorgelegt, dass alle bislang gelehrten Kontrapunktb\u00fccher gescheitert seien, weil sie sich auf Fux beziehen, der eine Musik idealisiert hat, die nie so geschrieben wurde\u00bb. <\/p>\n<p> Kr\u00e4mer gibt auch gleich unumwunden zu, dass die Bew\u00e4ltigung des Kontrapunktes ein steiniger und langer Weg ist. Sein akribischer, sprachlich glasklarer und unaffektierter Stil und die Tatsache, dass das Buch aus der Praxis abgeleitet worden ist (Kr\u00e4mer ist Dozent an den Hochschulen f\u00fcr Musik Detmold und Saar und an der Universit\u00e4t des Saarlandes), macht es zu einem Lehrwerk, das das Zeug zum alles Bisherige auf dem Gebiet \u00fcberragenden Standardwerk hat. <\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>wb<\/em>)<\/span><\/p>\n<p><\/p>\n<p> <center> <\/p>\n<table style=\"width: 430px;\" summary=\"linie\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"9\" bgcolor=\"#666666\" height=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/grafiken\/dbrown1x1.gif\" border=\"0\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-s-black\">Thomas Kr\u00e4mer: Kontrapunkt in Selbststudium und Unterricht. Breitkopf &amp; H\u00e4rtel, Wiesbaden 2012, 486 Seiten, ISBN 978-3-7651-0315-5. <\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>30.11.2012 &#8212; Vieles in der Musikp\u00e4dagogik l\u00e4sst sich vers\u00fcssen. Nicht so die Unterweisung im Kontrapunkt. Da geht\u2019s ans Eingemachte. 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