{"id":75,"date":"2014-01-06T10:56:05","date_gmt":"2014-01-06T10:56:05","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/06\/lange-wege-zur-anerkennung-der-musiktherapie\/"},"modified":"2014-01-06T10:56:05","modified_gmt":"2014-01-06T10:56:05","slug":"lange-wege-zur-anerkennung-der-musiktherapie","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/06\/lange-wege-zur-anerkennung-der-musiktherapie\/","title":{"rendered":"Lange Wege zur Anerkennung der Musiktherapie"},"content":{"rendered":"<p>07.11.2006<\/p>\n<p><span class=\"txt-m-black\"><strong>Das Berufsbegleitende Aufbaustudium Musiktherapie (BAM), das seit neuestem unter dem Dach der Z\u00fcrcher Fachhochschulen eine Heimat gefunden hat, blickte an der Hochschule f\u00fcr Musik und Theater Z\u00fcrich auf zwanzig Jahre Aufbauarbeit und einen schliesslich erfolgreichen Kampf um Anerkennung zur\u00fcck.<\/strong><\/p>\n<p> An der Feier hat Sandra Lutz-Hochreutener, eine der Begr\u00fcnderinnen des BAM offiziell mitteilen k\u00f6nnen, dass der Studiengang als ausserordentliches Mitglied in die Schweizer Charta f\u00fcr Psychotherapie-Ausbildungen aufgenommen worden ist. Dies ist der bislang letzte Schritt eines langen Weges hin zur breiten Anerkennung der Musiktherapie in der Schweiz als ernstzunehmendes hochschulgest\u00fctztes Therapieangebot.<\/p>\n<p> Die wichtigsten Etappen waren in den letzten Jahren die Vorbereitungen zu einem Ausbildungsgang, der im Rahmen des Bologna-Systems bef\u00e4higt ist, den europ\u00e4isch anerkannten Titel \u00abMaster of Advanced Studies\u00bb zu verleihen. Eingef\u00fchrt wird die vier- bis f\u00fcnfj\u00e4hrige Ausbildung im Jahr 2008. Ein nicht minder bedeutender Schritt bildete 2004 die Eingliederung des BAM in die Lehrg\u00e4nge der Z\u00fcrcher Hochschule f\u00fcr Musik und Theater (HMT) und damit die Aufnahme ins Schweizer System der Fachhochschulen, das sich zur Zeit in Reformation befindet.<\/p>\n<p> Bis hierhin musste das BAM allerdings einen weiten Weg zur\u00fccklegen. Die ersten Schritte erfolgten vor beinahe einem Vierteljahrhundert mit der Gr\u00fcndung des Schweizerischen Fachverbandes f\u00fcr Musiktherapie (SFMT). Ein erster Einf\u00fchrungskurs ins Fach wurde 1984 am Konservatorium Schaffhausen realisiert, 1988 formierte sich eine erste Leitung f\u00fcr den Ausbildungsgang, bestehend aus Randi Coray, Fritz Hegi, Walter Kl\u00e4y \u2013 heute Musikredaktor von DRS2 \u2013 Sandra Lutz Hochreutener, Maja R\u00fcdis\u00fcli-Voerkel und Urs Voerkel. <\/p>\n<p> In den neunziger Jahren wurde die Ausbildung mit dem Diplomstudiengang Musiktherapie der Hochschule f\u00fcr Musik und Theater Hamburg und der Berufsbegleitenden Weiterbildung Musiktherapie in M\u00fcnchen vernetzt. Allerdings waren in dem Jahrzehnt auch R\u00fcckschl\u00e4ge zu verbuchen. So scheiterte der Versuch, die Musiktherapie mit Angeboten aus den Bereichen Rhythmik und Psychomotorik zu vereinen, und 1998 weigerte sich die Konferenz der Gesundheitsdirektoren vorerst, die Musiktherapie als Berufsbild anzuerkennen. 2002 begannen dann aber die Verhandlungen, die letztlich zu der Verankerung der Ausbildung an der Fachhochschule und zur Aufnahme in die Charta f\u00fchrten.<\/p>\n<p> Gefeiert wurden diese zwanzig Jahre Einsatz f\u00fcr die Heilkraft der Musik mit einer Feier in den R\u00e4umlichkeiten der HMT, der Pr\u00e4sentation aktueller Projekte von Sch\u00fclerinnen des gegenw\u00e4rtig laufenden sechsten Ausbildungsganges und der Urauff\u00fchrung der Chorkomposition \u00abDas herzwarme Braun der Erde \u2013 Novembrig\u00bb von Peter Roth. Der BAM-Dozent brachte darin Texte von Robert Walser und der Lyrikerin Elsbeth Maag in recht konventionell klingende Vokals\u00e4tze. Die Wiedergabe durch ein Instrumentaltrio, eine Solostimme und dem Chorprojekt St. Gallen wurde vom Publikum allerdings mit viel Applaus bedacht. <\/p>\n<p> Eines der von den gegenw\u00e4rtigen Absolventinnen pr\u00e4sentierten Projekte nahm das BAM-Jubil\u00e4um als Anlass zu einem Blick zur\u00fcck \u2013 mit einem Film zu dessen wechselvollen Geschichte, andere boten eine \u00dcberblick \u00fcber typische Anwendungsfelder: die Arbeit in der Schule, mit kranken Kindern, in der Heilp\u00e4dagogik und in der rezeptiven sinnes\u00fcbergreifenden Arbeit mit Bildern und Musik.<\/p>\n<p> Die Integration der Musiktherapie in den Kreis der Lehrg\u00e4nge der Psychotherapie, die bereit sind, sich Qualit\u00e4tskontrollen zu stellen, bedeutet, dass sich auch das BAM mit den in letzter Zeit immer mehr in den Vordergrund dr\u00e4ngenden Fragen zu Wissenschaftlichkeit und Wirksamkeitsnachweisen des eigenen Tuns besch\u00e4ftigen muss. Die drei Pioniere Fritz Hegi-Portmann, Sandra Lutz-Hochreutener und Maja R\u00fcdis\u00fcli-Voerkel haben dies mit einer 120 Seiten umfassenden Schrift getan, die an dem Jubil\u00e4umsanlass ebenfalls vorgestellt werden konnte: \u00abMusiktherapie als Wissenschaft &#8211; Grundlagen, Praxis, Forschung und Ausbildung\u00bb bietet einen knappen und gut verst\u00e4ndlichen \u00dcberblick \u00fcber den Stand der Diskussion und die wichtigsten akademischen Publikationen. Wer sich in der wissenschaftlichen und gesellschaftlichen Diskussion zur Musiktherapie auf den letzten Stand bringen m\u00f6chte, dem sei der sorgf\u00e4ltig editierte und ansprechend gelayoutete Band, der im Selbstverlag herausgeben wird, ans Herz gelegt. Bezogen werden kann er bei den Autoren. <\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>wb<\/em>)<\/span><\/p>\n<p><span class=\"txt-m-black\"><span class=\"txt-s-black\"><em>\u00ab20 Jahre bam\u00bb &#8211; Festanlass und Konzert zur Feier des 20-j\u00e4hrigen Bestehens des Berufsbegleitenden Aufbaustudiums Musiktherapie (BAM) vom 4. November 2006 in der Hochschule f\u00fcr Musik und Theater Z\u00fcrich.<\/em> <a href=\"http:\/\/www.musiktherapie-schweiz.ch\" target=\"blank\" rel=\"noopener noreferrer\">www.musiktherapie-schweiz.ch<\/a> <\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>07.11.2006 Das Berufsbegleitende Aufbaustudium Musiktherapie (BAM), das seit neuestem unter dem Dach der Z\u00fcrcher Fachhochschulen eine Heimat gefunden hat, blickte&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[9],"tags":[],"class_list":["post-75","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-musiktherapie","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/75","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=75"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/75\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=75"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=75"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=75"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}