{"id":750,"date":"2014-01-12T09:31:58","date_gmt":"2014-01-12T09:31:58","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/12\/johann-michael-haydn-leben-werk-zeit\/"},"modified":"2014-01-12T09:31:58","modified_gmt":"2014-01-12T09:31:58","slug":"johann-michael-haydn-leben-werk-zeit","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/12\/johann-michael-haydn-leben-werk-zeit\/","title":{"rendered":"Johann Michael Haydn: Leben, Werk, Zeit"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"> <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2012\/hay161112.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>08.12.2012 &#8212; W\u00e4hrend sein Bruder Joseph fast drei Jahrzehnte lang am Hof von Esterh\u00e1zy wirkte, war Salzburg der Lebensmittelpunkt des um f\u00fcnf Jahre j\u00fcngeren Johann Michael Haydn (1737\u20131806). Nach Stationen in Grosswardein, Pressburg und Wien trat der 26-j\u00e4hrige Michael als Hofmusicus und Concertmeister in den Dienst des F\u00fcrsterzbischofs Sigismund Graf Schrattenbach. <\/p>\n<p> W\u00e4hrend Joseph Haydn seine Kompositionen in Druck geben und so seine Bekanntheit zielbewusst f\u00f6rdern konnte, zirkulierten Michaels Werke fast ausschliesslich in Abschriften unter Kl\u00f6stern, blieben dergestalt einem beschr\u00e4nkten Kennerkreis vorbehalten. <\/p>\n<p> Daraus zu schliessen, dass der j\u00fcngere Haydn seinerzeit in Josephs Schatten stand, ist falsch. Denn die Kompositionen des als Virtuose auf der Violine und der Orgel renommierten Michael \u2013 Sinfonien, Serenaden, Konzerte, Kammermusik, vor allem aber liturgische Werke und S\u00e4tze f\u00fcr M\u00e4nnerchor \u2013 fanden weit \u00fcber seine Heimat hinaus Anerkennung und Wertsch\u00e4tzung. Respektvoll sprach Mozart von Michaels Leistungen; mit Vater und Sohn Mozart wirkte Michael in der Hofmusikkapelle, die bis zu neunzig angestellte Musiker umfasste. Einige Kompositionen Michael Haydns wurden fr\u00fcher Wolfgang Amad\u00e9 Mozart zugeschrieben \u2013 und umgekehrt; zwischen dem Stil Haydns und seinem jungen Freund Mozart gibt es manche Parallelen. <\/p>\n<p> Zum 275. Geburtstag Johann Michael Haydns legen Sabine Krohn und Gerhard Walterskirchen eine konzentriert gefasste Monografie vor, ein reich und farbig illustriertes B\u00e4ndchen, das den aktuellen Wissensstand \u00fcber Leben, Werk und Umwelt des Salzburger Haydns zusammenfasst. <\/p>\n<p> Den Leifaden bildet die unspektakul\u00e4re Lebenslinie des dem Reisen abholden Haydn; weit ergiebiger ist das Wirken dieses Musikers in der Sp\u00e4taufkl\u00e4rung, wie er reagierte auf den Zeitgeist, auf die neuen Anforderungen in der \u00c4ra des F\u00fcrsterzbischofs Hieronymus von Colloredo, einem weltm\u00e4nnischen Reformer im Sinn des Josephinismus. Colloredos Anordnungen zur musikalischen Gestaltung des Gottesdienstes f\u00fchrten zur Missa brevis (und zu Auswirkungen auf den Kompositionsstil Michael Haydns und Mozarts) und zur Einf\u00fchrung des deutschsprachigen Kirchengesangs. <\/p>\n<p> Sakrale Kompositionen standen nun im Vordergrund. Haydn schrieb Messevertonungen, Oratorien, Kantaten, Gradualien, Motetten, Litaneien, Vespern, unterrichtete die Kapellknaben und erteilte Privatunterricht (zu seinen Sch\u00fclern geh\u00f6ren der elfj\u00e4hrige Carl Maria von Weber, Anton Diabelli und Sigismund von Neukomm). <\/p>\n<p> Von grosser Auswirkung waren Michael Haydns Pionierleistungen auf dem Gebiet des geselligen Liedes in Form des M\u00e4nnerquartetts (je zwei Ten\u00f6re und B\u00e4sse) und des M\u00e4nnerchors, wichtige fr\u00fche Beitr\u00e4ge zur b\u00fcrgerlichen Gesangskultur, die Schubert, der den Salzburger Haydn verehrte, inspirierten. <\/p>\n<p> Eingebettet ist die Vita in die Schilderung der \u00e4usseren Umst\u00e4nde, in das Musik- und Kulturleben in Salzburg, in die durch die Aufkl\u00e4rung bewirkte geistige \u00d6ffnung und Liberalisierung. \u2013 Alles in allem eine facettenreihe Hommage an einen der Grossen jener Epoche, der in seiner Zeit und weit \u00fcber sie hinaus anregend gewirkt hat. <\/p>\n<p> <strong><em>Zitat aus dem Buch: <\/em><\/strong><br \/> \u00abIn meinem Leben bin ich nicht so zerstreut nach Hause gereist als diesmal; nur ein paar Proben davon: in Schwanenstadt habe ich die Schachtel mit meinen Peruquen vergessen; in V\u00f6klbruck hab ich mein Parapluie und Stock zur\u00fcckgelassen; und w\u00e4r ich nicht in meinen Mantel eingewickelt gewesen, so wei\u00df der Himmel, wo ich ihn h\u00e4tte suchen m\u00fcssen.\u00bb (Seite 30. Aus einem Brief Michael Haydns an den Wiener Hofkapellmeister Joseph Eybler \u00fcber die Wien-Reise 1798) <br \/> <\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>ws<\/em>)<\/span><\/p>\n<p><\/p>\n<p> <center> <\/p>\n<table style=\"width: 430px;\" summary=\"linie\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"9\" bgcolor=\"#666666\" height=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/grafiken\/dbrown1x1.gif\" border=\"0\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-s-black\">Au\u00dferordentlich beliebt und bekannt\u2026 Johann Michael Haydn (1737\u20131806). Leben. Werk. Zeit. Vorgelegt von Sabine Krohn und Gerhard Walterskirchen. Carus-Verlag, Stuttgart 2012. 64 Seiten. \u20ac 12,90. Fr. 17.40. <\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>08.12.2012 &#8212; W\u00e4hrend sein Bruder Joseph fast drei Jahrzehnte lang am Hof von Esterh\u00e1zy wirkte, war Salzburg der Lebensmittelpunkt des&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[11],"tags":[],"class_list":["post-750","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-buchbesprechungen","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/750","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=750"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/750\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=750"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=750"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=750"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}