{"id":752,"date":"2014-01-12T09:32:53","date_gmt":"2014-01-12T09:32:53","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/12\/musik-und-gehirn\/"},"modified":"2014-01-12T09:32:53","modified_gmt":"2014-01-12T09:32:53","slug":"musik-und-gehirn","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/12\/musik-und-gehirn\/","title":{"rendered":"Musik und Gehirn"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"> <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2013\/hirn413.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>16.01.2013 &#8212; Musik wird, wie die Liebe, im Kopf gemacht. Im Zentralen Nervensystem mit seinen 100 Milliarden Neuronen, von denen jede im Schnitt mit 1000 anderen direkt verbunden ist, wird Musik gedacht und geh\u00f6rt und verarbeitet, und sie generiert eine F\u00fclle von Stimmungen, Gef\u00fchlen und Erinnerungen. Und Fragen \u00fcber Fragen, auf welche Weise dies alles zustande gekommen ist und wie es eigentlich funktioniert, dass unser Gehirn mit Gregorianik, Bach und Bart\u00f3k, Folk und Zw\u00f6lftonmusik, Amy Winehouse und Robbie Williams, mit Elvis Presley und Charlie Parker umgehen kann. <\/p>\n<p> Thomas Richter, Pianist, ausgebildet in den F\u00e4chern Medizin, Anglistik, Romanistik und heute selbst\u00e4ndiger Berater von Pharma-Unternehmen, arbeitet in seinem Buch \u00abWarum man im Auto nicht Wagner h\u00f6ren sollte\u00bb einen \u00fcppigen Fragenkatalog zum Thema Musik und Gehirn ab. <\/p>\n<p> Der Autor bewegt sich festen Schrittes auf den soliden Planken neurowissenschaftlicher Forschung und Erkenntnis, dreht indes auch leichtf\u00fcssig die eine oder andere Pirouette. Und er stellt die komplexe Materie auf eine auch dem Laien verst\u00e4ndliche Art dar, beginnend mit den theoretischen Grundlagen, morphologisch und physiologisch. Schematische Skizzen w\u00e4ren hier willkommen; doch wer mit Medulla oblongata, Metencephalon, Pons, Cortex, Gyri, wer mit Frequenzen, Amplituden und den Grundbegriffen der Musiktheorie seine M\u00fche hat, lasse sich nicht entmutigen \u2013 er wird im Folgenden mit griffigen, bilderreichen Erl\u00e4uterungen und pointierten Meinungen entsch\u00e4digt. <\/p>\n<p> Wie gesagt: Fragen \u00fcber Fragen, viele Antworten, viele Vermutungen, viele R\u00e4tsel. Wie kam der Neandertaler zur Musik? Wo im Hirn liegt das Musikzentrum? Wieso sind nicht alle Menschen musikalisch? Wie geht das Ged\u00e4chtnis mit Musik um? Was hat es mit dem inneren Geh\u00f6r auf sich? Was h\u00e4tte Beethoven nicht komponiert, wenn er kein Trinker gewesen w\u00e4re? Lindert Musik k\u00f6rperliche und seelische Leiden? Welche Art von Musik wirkt erotisch? Gibt es eine m\u00e4nnliche und eine weibliche Musik? Wieso ist das Fis lila? Wie steht es um die Zukunft des Gehirns, der Musik? Warum sollte man im Auto nicht Wagner oder Bruckner oder Mahler h\u00f6ren? <\/p>\n<p> Der Einblicke, Einsichten, Anregungen sind viele, und eine Menge davon, betreffen sie Physikalisches, die Evolution, Biologisches oder Physiologisches, ist doch \u00fcberraschend. \u00abVieles bleibt offen\u00bb, res\u00fcmiert Thomas Richter. \u00abWas wie ein pessimistischer Abschluss klingen k\u00f6nnte, ist in Wahrheit ein Dank an das Gehirn daf\u00fcr, dass es die Musik nicht ergr\u00fcnden kann, aber auch daf\u00fcr, dass es uns erm\u00f6glicht, von ihr so tief ber\u00fchrt zu werden wie sonst nur noch von der Liebe.\u00bb <\/p>\n<p> <strong><em>Zitat aus dem Buch: <\/em><\/strong><br \/> \u00abBeim Musikh\u00f6ren und -bewerten ist der h\u00f6chstentwickelte Teil unseres Gehirns direkt mit dem entwicklungsgeschichtlich primitivsten verbunden, eine r\u00e4tselhafte, nicht fassbare Konstellation; wir werden uns langfristig damit abfinden m\u00fcssen, dass auch die korrektesten neurophysiologischen Beschreibungen selten <em>Erkl\u00e4rungen<\/em> dessen sind, was die Musik in unseren K\u00f6pfen ausl\u00f6st.\u00bb (Seite 177) <br \/> <\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>ws<\/em>)<\/span><\/p>\n<p><\/p>\n<p> <center> <\/p>\n<table style=\"width: 430px;\" summary=\"linie\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"9\" bgcolor=\"#666666\" height=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/grafiken\/dbrown1x1.gif\" border=\"0\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-s-black\">Thomas Richter: Warum man im Auto nicht Wagner h\u00f6ren sollte. Musik und Gehirn. Reclam-Verlag, Stuttgart 2012. TB 20255. 200 Seiten. \u20ac 8,95. Fr. 13.40.<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>16.01.2013 &#8212; Musik wird, wie die Liebe, im Kopf gemacht. 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