{"id":767,"date":"2014-01-12T09:40:29","date_gmt":"2014-01-12T09:40:29","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/12\/pierre-boulez-und-das-klavier\/"},"modified":"2014-01-12T09:40:29","modified_gmt":"2014-01-12T09:40:29","slug":"pierre-boulez-und-das-klavier","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/12\/pierre-boulez-und-das-klavier\/","title":{"rendered":"Pierre Boulez und das Klavier"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2013\/boul21013.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>02.10.2013 &#8212; L\u00e4ngst vorbei die Zeiten, in denen er die Opernh\u00e4user in die Luft sprengen wollte. Pierre Boulez\u2019 kompositorisches \u0152uvre dagegen hat in all den Jahrzehnten kaum eingeb\u00fcsst an Brisanz und Provokation. Im Rahmen der Reihe \u00abK\u00fcnstler im Gespr\u00e4ch\u00bb des 1994 gegr\u00fcndeten Labels Cybele, D\u00fcsseldorf, kommt Boulez nun doppelt zu Ehren: in einem 45-min\u00fctigen Interview und in der Gesamtaufnahme seines Klavierwerks. <\/p>\n<p> In seinem B\u00fcro im Pariser Ircam (Institut de recherche et coordination acoustique\/musique), das auf seine Initiative zur\u00fcckgeht, beantwortet der 1925 geborene Pierre Boulez in differenziertem Deutsch und altersmild einen umfangreichen Katalog an Fragen, die Mirjam Wiesemann vorbereitet hat. <\/p>\n<p> \u00abIch bin nur f\u00fcr Musik begabt\u00bb, h\u00e4lt er fest. Zur Sprache kommen unter anderem Boulez\u2019 Biografie, sein k\u00fcnstlerischer Werdegang als Komponist, Dirigent und vielseitiger Initiator, das Komponieren, die Freiheit in der seriellen Musik, Kontrolle und Zufall, der Klang der Instrumente und deren Kombination, Jugend und Alter, Musikerkollegen, das Theater, die Zusammenarbeit mit Dichtern, Schauspielern, Regisseuren. Einen Schwerpunkt bilden Boulez\u2019 erhellende Ausf\u00fchrungen zu seinen Klavierkompositionen (\u00abDas Klavier ist mein Instrument\u00bb), von den fr\u00fchesten aus den Vierzigerjahren bis zum j\u00fcngsten Opus von 2005. <\/p>\n<p> Der 1967 in Athen geborene Dimitri Vassilakis geh\u00f6rt zur Handvoll Pianisten, die den exorbitanten technischen und gestalterischen Schwierigkeiten von Boulez\u2019 Klaviermusik gewachsen sind. Zusammen mit dem Komponisten hat er im Laufe vieler Jahre die Werke erarbeitet, sodass die vorliegenden Einspielungen exemplarischen Charakter beanspruchen d\u00fcrfen. <\/p>\n<p> Seine Vertrautheit mit den k\u00fcnstlerischen Absichten von Pierre Boulez beweist Vassilakis, der auch in dessen Ensemble InterContemporain mitwirkt, als Interpret von \u00abDouze Notations\u00bb (1945), den drei Sonaten (1946, 1948, 1963), den \u00abIncises\u00bb von 1994 in der erstmals aufgenommenen erweiterten Fassung von 2001 und \u00abUnd page d\u2019\u00e9ph\u00e9m\u00e9ride\u00bb (2005) sowie als spontaner und humorvoller Gespr\u00e4chspartner Mirjam Wiesemanns. <\/p>\n<p> Dimitri Vassilakis erz\u00e4hlt (ebenfalls in deutscher Sprache) anregend von seiner Kindheit und Jugend, seiner Liebe zum Klavier und zu Chopin, von Talent, Arbeit und Selbstzweifeln, seiner Entdeckung der neuen Musik, von seinen Begegnungen mit Boulez und dessen Klavierwerk, dem Umgang mit Partituren und Manuskripten, vom idealen H\u00f6rer und der Zukunft der neuen Musik. <\/p>\n<p> Die drei CDs im Digipak sind begleitet von einem knapp 100-seitigen illustrierten Booklet mit einl\u00e4sslichen Beitr\u00e4gen (dt., engl., frz.) zum Komponisten, seinem Klavierschaffen und seinem Interpreten. Diese vierte Publikation der Reihe \u00abK\u00fcnstler im Gespr\u00e4ch\u00bb erweist sich als bedeutsames und vielseitiges Dokument eines herausragenden Komponisten und eines exzellenten Pianisten. <\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>ws<\/em>)<\/span><\/p>\n<p><\/p>\n<p> <center> <\/p>\n<table style=\"width: 430px;\" summary=\"linie\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"9\" bgcolor=\"#666666\" height=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/grafiken\/dbrown1x1.gif\" border=\"0\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-s-black\">Pierre Boulez und das Klavier. Interviews von Mirjam Wiesemann mit Pierre Boulez und dem Pianisten Dimitri Vassilakis. Einspielungen s\u00e4mtlicher Klavierwerke von Boulez. Koproduktion mit Deutschlandfunk. (Reihe \u00abK\u00fcnstler im Gespr\u00e4ch\u00bb KiG 004. Cybele, 3 SACDs; 178\u2019) <\/p>\n<p> siehe auch: <br \/> <a href=\"http:\/\/212.60.37.143\/rezensionen_ind2.php?art=688\">Henze und sein Requiem<br \/> <\/a><a href=\"http:\/\/212.60.37.143\/rezensionen_ind2.php?art=638\">Hans Erich Apostel und das Streichquartett <\/a><br \/> <a href=\"http:\/\/212.60.37.143\/rezensionen_ind2.php?art=606\">Karl Amadeus Hartmann (1905\u20131963)<\/a><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>02.10.2013 &#8212; L\u00e4ngst vorbei die Zeiten, in denen er die Opernh\u00e4user in die Luft sprengen wollte. 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