{"id":804,"date":"2014-01-12T13:07:41","date_gmt":"2014-01-12T13:07:41","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/12\/frankfurter-musikmesse-2005\/"},"modified":"2014-01-12T13:07:41","modified_gmt":"2014-01-12T13:07:41","slug":"frankfurter-musikmesse-2005","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/12\/frankfurter-musikmesse-2005\/","title":{"rendered":"Frankfurter Musikmesse 2005"},"content":{"rendered":"<table cellpadding=\"10\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"430\"><span class=\"txt-m-black\"><span class=\"txt-m-black\"><strong>11.04.2005 &#8212; Eine weitere Frankfurter Musikmesse ist Vergangenheit. Auch die Ausgabe 2005 war ein Anlass der Superlative: Wer auch nur einen kursorischen \u00dcberblick gewinnen wollte, musste vor allem \u00fcber etwas verf\u00fcgen: gutes Schuhwerk.<\/strong><\/p>\n<p> Laut Schlussmeldung der Veranstalter verzeichneten die eigentliche Musikmesse und die angeschlossene Fachausstellung \u00abProlight + Sound\u00bb \u00fcber die vier Tage der offenen T\u00fcren 92\u2019720 Besucher aus rund 100 L\u00e4ndern. Dies entspricht einer leichten Steigerung von einem Prozent gegen\u00fcber dem Vorjahr. Auf Ausstellerseite gab es eine Rekordbeteiligung: Insgesamt stellten 2\u2019250 Firmen aus 53 L\u00e4ndern aus.<\/p>\n<p> Damit der Anlass auch Eventcharakter erhielt, wurden mehrere Preisverleihungen integriert: So die Zuerkennung des Frankfurter Musikpreises an Gy\u00f6rgy Ligeti oder die \u00dcbergabe des Deutschen Musikinstrumentenpreises f\u00fcr Mandoline und F\/B Doppelhorn. Auch der Deutsche Musikverleger-Verband (DMV) nutzte die Gunst der Stunde zur \u00dcberreichung seiner Branchenauszeichnungen, die unter dem Etikett \u00abBest Edition 2005\u00bb segeln. Nach der Begr\u00fcssung durch die DMV-Pr\u00e4sidentin Dagmar Sikorski hielt Manfred Trojahn, Pr\u00e4sident des Deutschen Komponisten-Verbandes, eine pointierte Rede, in der er den Abbau der Kompetenz in Sachen Hochkultur in Medien und Verlagswelt geisselte. Wohlbewusst, dass auch die Musikverleger mehr und mehr dem materiellen Diktat des Marktes ausgeliefert sind, wies er darauf hin, dass diese es nicht mehr verm\u00f6gen, \u00abKomponisten aufzubauen, wie sie es noch in der Generation der heute 70- bis 80-J\u00e4hrigen vermocht haben.\u00bb Es komme darauf an, meinte er, \u00abdurchzuhalten, nicht nur f\u00fcr die Autoren, auch f\u00fcr die Verleger, vor allem f\u00fcr die, die noch nicht in den Schoss eines Mutterkonzerns gefl\u00fcchtet sind.\u00bb Das Zusammenspiel von Autor und Verleger werde nie frei werden von der Pr\u00e4gung unterschiedlicher Interessen, f\u00fcgte er hinzu. Beider Interessen liessen sich aber nur erfolgreich durchsetzen, wenn der Blick auf das k\u00fcnstlerische Produkt gerichtet bleibe. <\/p>\n<p><\/span><\/span><center> <\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td align=\"right\" valign=\"bottom\" width=\"230\"><span class=\"txt-s-black\"><strong>Dagmar Sikorski und Peter Hanser-Strecker folgen den Ausf\u00fchrungen Trojahns.<\/strong><\/span><\/td>\n<td width=\"150\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/050409mume2.jpg\" border=\"0\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center><span class=\"txt-m-black\"><span class=\"txt-m-black\"><\/p>\n<p> Im Anschluss an Trojahns Mahnworte erinnerte Peter Hanser-Strecker, der Vorsitzende des Fachausschusses f\u00fcr Ernste Musik im DMV, daran, dass die von Trojahn artikulierte Kritik in einem gemeinsamen Gef\u00e4ss Platz gefunden habe, n\u00e4mlich in der Initiative \u00abPro Klassik\u00bb, in der Komponisten und Verleger gemeinsam das, was vom Komponisten mit Recht kritisch aufgenommen worden sei, aufgriffen und zu \u00e4ndern versucht werde.<\/p>\n<p> Preise gingen an die Verlage Furore, Schott (3), Stockhausen, Universal Edition, B\u00e4renreiter, Carus (4), Gustav Bosse, Breitkopf&amp;H\u00e4rtel (2), Edition Dux, AMA und G. Henle. In der Kategorie Musikb\u00fccher wurde keine Auszeichnung vergeben.<\/p>\n<p><\/span><\/span><center> <\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/050409mume3.jpg\" border=\"0\" width=\"400\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"400\"><center><span class=\"txt-s-black\"><strong>Die Preistr\u00e4ger der \u00abBest Edition 2005\u00bb (Die vollst\u00e4ndige Liste findet sich unter <a href=\"http:\/\/www.musikhandel-online.de\" target=\"\u201cblank\u201c\" rel=\"noopener noreferrer\"> www.musikhandel-online.de<\/a>)<\/strong><br \/><\/span><\/center><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center><span class=\"txt-m-black\"><span class=\"txt-m-black\"><\/p>\n<p> An einer weiteren Veranstaltung beleuchteten Wolfgang Sandner, Musikredaktor bei der \u00abFAZ\u00bb, Andreas Keller und Norbert Bolin von der Internationalen Bachakademie Stuttgart (IBS) sowie Johannes Graulich vom Carus Verlag Stuttgart die Entstehungsgeschichte und das Konzept der Vervollst\u00e4ndigung der c-Moll-Messe Mozarts durch den amerikanischen Musikwissenschaftler und Mozart-Kenner Robert Levin. <\/p>\n<p> Laut Bolin geht die Idee schon ins Jahr 1991 zur\u00fcck, als Robert Levin im Auftrag der IBS das Requiem des Wiener Meisters neu vervollst\u00e4ndigt und den Urtext freigelegt hatte. Die vorz\u00fcgliche Arbeit, die heute zur Referenzfassung des Werkes geworden ist, lag mit Blick auf das Mozartjahr 2006 die Idee nahe, Levin auch mit der Vervollst\u00e4ndigung der c-Moll-Messe zu beauftragen.<\/p>\n<p> Zwei Anfragen in der Sache durch Franz Xaver Ohnesorg von der damaligen K\u00f6lner Philharmonie und der Carnegie Hall New York lehnte Levin zun\u00e4chst ab. Beide Male erkl\u00e4rte er, dass er sich ein derartiges Unternehmen nicht zutraue. Erst nach der weiteren Anfrage des IBS entschied er sich, den Auftrag doch zu \u00fcbernehmen. Die Initiative der Carnegie Hall ist auch der Grund daf\u00fcr, dass die Erstauff\u00fchrung letztlich in New York stattfand.<\/p>\n<p> Einen Blick in die Werkstatt Levins bot Wolfgang Sandner. Er erkl\u00e4rte, dass Levin \u00abmit der fr\u00fcher selbstverst\u00e4ndlichen F\u00e4higkeit der Organisten zum Improvisieren\u00bb gearbeitet habe: So sei etwa aus einem Kontrasubjekt des Kyrie ein Satz aus 128 Takten, eine Fuge, entstanden. Levin habe dabei \u00fcber Mozarts Musik improvisiert, wie dies unter Umst\u00e4nden Mozart selbst getan h\u00e4tte. Daraus sei etwa das Agnus Dei entstanden. Beim Credo und dem Sanctus habe Levin \u00fcberdies etwas gemacht, was man die Kontrafaktur der Kontrafaktur nennen k\u00f6nne: Mozart verwendete in seiner Kantate \u00abDavide penitente\u00bb das Kyrie und das Gloria der c-Moll-Messe mit anderem Text. Levin wiederum habe aus zwei S\u00e4tzen des \u00abDavide penitente\u00bb Material f\u00fcr die Komplettierung der c-Moll-Messe herausgebrochen.<\/p>\n<p><\/span><\/span><center> <\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/050409mume4.jpg\" border=\"0\" width=\"300\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td width=\"300\"><center><span class=\"txt-s-black\"><strong>Erkl\u00e4rungen zur Komplettierung von Mozarts c-Moll-Messe durch Robert Levin (v.l.n.r): Wolfgang Sandner (FAZ), Andreas Keller (Internationale Bachakademie Stuttgart, IBS), Norbert Bolin (IBS), Johannes Graulich (Carus Verlag Stuttgart).<\/strong><br \/><\/span><\/center><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center><span class=\"txt-m-black\"><\/p>\n<p> Angesichts der Aussteller- und Besucherzahlen und der Vielfalt des Gebotenen an der Musikmesse ein globales Fazit zu ziehen, ist eine unm\u00f6gliche Aufgabe. Aufgefallen sein mag dem einen oder andern die starke Pr\u00e4senz chinesischer Anbieter, vor allem in der Instrumentenfabrikation, und der starke Zuspruch aus den neuen EU-L\u00e4ndern, die ein ungew\u00f6hnlich hohes Besucherkontingent zu stellen schienen. Unter den Anbietern war aber in kritischen Bereichen wie dem Verlagswesen oder den mit Aufwand verbundenen Produktionsbereichen wie dem Klavierbau auch der fortgesetzte Trend zur Gr\u00f6sse mit Hilfe von Fusionen und \u00dcbernahmen un\u00fcbersehbar. <\/p>\n<p> Auf der andern Seite fehlten auch heuer die findigen K\u00f6pfe und cleveren Erfinder unter den Kleinanbietern nicht, etwa \u2013 um willlk\u00fcrlich einige herauszugreifen \u2013 der italienische Hersteller Pari.e elektromagnetischer Orgeln (<a href=\"http:\/\/www.parieorgan.it\" target=\"blank\" rel=\"noopener noreferrer\">www.parieorgan.it <\/a>), Musebook, ein koreanische Anbieter von intelligenten Partituren f\u00fcrs Notenpult in Form eines Tablet-PC (<a href=\"http:\/\/www.musebook.com\" target=\"blank\" rel=\"noopener noreferrer\"> www.musebook.com <\/a>) oder Phecda Enterprise, ein tawianisches Unternehmen, das eine einrollbare Klaviertastatur mit integriertem Midiabspielger\u00e4t anbietet (<a href=\"http:\/\/www.phecda.com.tw\" target=\"blank\" rel=\"noopener noreferrer\">http:\/\/www.phecda.com.tw<\/a>). Der zun\u00e4chst skeptische Referent \u00fcberzeugte sich im Selbstversuch von der Funktionst\u00fcchtigkeit des \u00abelektronischen Schals\u00bb, der Arrangeuren, Komponisten und andern im Hotel oder auf Reisen gute Dienste leisten d\u00fcrfte. Hao Lee von Phecda war allerdings nicht in der Lage, f\u00fcr das Gadget einen Preis zu nennen; man sei, erkl\u00e4rte er gegen\u00fcber Codex flores, in Europa noch auf der Suche nach Distributoren oder H\u00e4ndlern. <\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>wb<\/em>)<\/span><\/p>\n<p><center> <\/p>\n<table style=\"width: 430px;\" summary=\"linie\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"9\" bgcolor=\"#666666\" height=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/grafiken\/dbrown1x1.gif\" border=\"0\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><span class=\"txt-s-black\">Musikmesse Frankfurt 2005, 6. bis 9. April 2005, <a href=\"http:\/\/www.musikmesse.de\" target=\"blank\" rel=\"noopener noreferrer\">www.musikmesse.de<\/a> <\/span><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>11.04.2005 &#8212; Eine weitere Frankfurter Musikmesse ist Vergangenheit. 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