{"id":811,"date":"2014-01-12T13:13:10","date_gmt":"2014-01-12T13:13:10","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/12\/musikmesse-zwischen-tradition-und-innovation\/"},"modified":"2014-01-12T13:13:10","modified_gmt":"2014-01-12T13:13:10","slug":"musikmesse-zwischen-tradition-und-innovation","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/12\/musikmesse-zwischen-tradition-und-innovation\/","title":{"rendered":"Musikmesse zwischen Tradition und Innovation"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><span class=\"txt-m-black\"><strong>04.04.2006 &#8212; Die Frankfurter Musikmesse 2006 hat mit mehr als 100&#8217;000 Besuchern einen Rekord erzielt. Auch mit 1591 Ausstellern &#8211; davon 48 aus der Schweiz &#8211; sind alle bisherigen Zahlen \u00fcbertroffen worden. Neben den traditionellen Instrumenten gab es auch interessante Innovationen in Sachen elektronische Klangerzeuger zu bestaunen.<\/strong><\/p>\n<p> In einfachem Rahmen ging in der Halle der Anbieter von Streichinstrumenten die Verleihung des Deutschen Musikinstrumentenpreises \u00fcber die B\u00fchne, diesmal f\u00fcr Bratschen und Fl\u00f6ten. Bei der Pr\u00fcfung am <a href=\"http:\/\/212.60.37.143\/dossiers_ind9.php?art=43\">Institut f\u00fcr Musikinstrumentenbau<\/a> im s\u00e4chsischen Zwota belegten zwei Bratschen praktisch punktegleich den Spitzenplatz, weshalb in dieser Kategorie zwei erste Preise ausgelobt wurden. Das Modell \u00abGofriller\u00bb der Meisterwerkst\u00e4tte f\u00fcr Geigenbau Georg Gerl aus Bichl ist laut Jury \u00abangenehm zu spielen\u00bb. Es \u00abweist einen sch\u00f6nen Ton auf und ist im Klang ausgewogen und vielseitig in der Klangvariabilit\u00e4t\u00bb. Auch das Aussehen fand besonderes Gefallen. Die akustisch sehr gute Bewertung basierte vor allem auf \u00abder tiefen Abstimmung der Hohlraumresonanz, der Ausgeglichenheit des Klanges, der geringen Nasalit\u00e4t und dem insgesamt sehr hohen Wirkungsgrad\u00bb.<\/p>\n<p><\/span><\/span><\/p>\n<table cellpadding=\"4\">\n<tbody>\n<tr>\n<td align=\"right\" valign=\"bottom\" width=\"220\"><span class=\"txt-s-black\"><strong>Der Bratschist Bernhard Oll mit den beiden pr\u00e4mierten Instrumenten \u00abGofriller\u00bb und \u00abViola asymmetrisch Modell aK\u00bb, die er an der Preisverleihung auch erklingen liess.<\/strong><br \/><\/span><\/td>\n<td><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2006\/060401mume1.jpg\" border=\"0\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><span class=\"txt-m-black\"><span class=\"txt-m-black\"><\/p>\n<p> Die Bratsche \u00abViola asymmetrisch Modell aK\u00bb des Geigenbaumeisters Gerhard Klier aus Neunkirchen a. Brand wiederum \u00fcberzeugte die Jury vor allem durch die asymmetrische Bauweise, die sie \u00abvom Spielgef\u00fchl als kleines Instrument mit grossem Klang erscheinen l\u00e4sst\u00bb. Die hohen Lagen lassen sich wie bei einem kleinen Instrument gut greifen, ohne dass beim Klangvolumen Abstriche gemacht werden m\u00fcssten. Trotz der Asymmetrie, so die Jury, sei das Erscheinungsbild des Instrumentes sehr ansprechend. Hinsichtlich der akustischen Bewertung zeichne das Instrument neben einer vorteilhaft tiefen Abstimmung insbesondere die Ausgeglichenheit und eine kr\u00e4ftige Schallabstrahlung aus. <\/p>\n<p> Die pr\u00e4mierte Querfl\u00f6te der Firma Bernhard Hammig aus Lahr belegte in allen drei Bewertungskategorien den ersten Rang, wobei der Abstand in der subjektiven und objektiven Beurteilung zu dem jeweils folgendem Instrument sehr deutlich ausfiel. Der Jury gefiel, dass das Instrument, das gut und schnell anspricht und insgesamt sehr leicht spielbar ist, Ringklappen aufweist. Als sehr gelungen wurde \u00fcberdies die Intonation bezeichnet, insbesondere auch im Problembereich c\u2013c# und in der dritten Oktave. Das Instrument weise eine gute, schnelle Ansprache auf und sei insgesamt sehr leicht spielbar, so die Bewertung der Jury. <\/p>\n<p> <strong>Ein neuartiges Midi-Instrument aus dem Ircam<\/strong><\/p>\n<p> Ganz andere T\u00f6ne als bei der Verleihung des Preises f\u00fcr Traditionsinstrumente wurden an der Vorstellung von \u00abCarl\u00bb angeschlagen. Das neuartige elektronische Instrument ist eine Entwicklung des franz\u00f6sischen Unternehmens <a href=\"http:\/\/www.dafact.com\" target=\"blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Da Fact<\/a> in Zusammenarbeit mit dem Pariser Ircam. Das von Pierre Boulez gegr\u00fcndete Institut war an der Messe zudem selber vertreten und warb f\u00fcr seine Eigenentwicklungen wie die Raumklangsoftware Spat oder das Morphing-Programm Diphone Studio.<\/p>\n<p><\/span><\/span><\/p>\n<table cellpadding=\"4\">\n<tbody>\n<tr>\n<td><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2006\/060401mume2.jpg\" border=\"0\" \/><\/td>\n<td align=\"left\" valign=\"bottom\"><span class=\"txt-s-black\"><strong>Die Neuentwicklung \u00abCarl\u00bb der franz\u00f6sischen Firma Da Fact erlaubt eine differenzierte, intuitive und gestische Kontrolle von Midi-Instrumenten.<\/strong><br \/><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><span class=\"txt-m-black\"><span class=\"txt-m-black\"><br \/> Carl, das vorerst nur in Form eines Prototyps vorliegt, sieht aus wie ein Blasinstrument, ist aber ein Midi-Controller, der dem Benutzer ein m\u00f6glichst intuitives und gestisch bestimmtes Spiel erlauben soll. Die Kontrollsignale k\u00f6nnen mit einer Aufl\u00f6sung von bis zu 12 Bit (der normale Midi-Standard nutzt 7) \u00fcber eine Drahtlosverbindung zum kontrollierten Instrument \u00fcbermittelt werden. Strategisch platziert sind sechs Switches, die H\u00e4nde liegen \u00fcber Steuerungen, eine klappen- und eine direkt davor liegende knopfartige, die es m\u00f6glich machen, simultan zwei Parameter pro Finger zu kontrollieren. Zudem ist Carl in der Mitte mit einem Drehmechanismus versehen, der ein weiteres Steuerelement darstellt.<\/p>\n<p> <strong>Zunehmend intuitives Arbeiten mit Soft- und Hardware<\/strong><\/p>\n<p> Damit liegt Da Fact sicherlich im Trend, denn die Zeiten, in denen die Musiker von Computer und Software an sich fasziniert waren und alles m\u00f6glichst technisch daherkommen musste, sind vorbei. Nun scheint sich vielmehr das Bed\u00fcrfnis durchzusetzen, sich aufs Musizieren und die schnelle und effiziente Produktion konzentrieren zu k\u00f6nnen.<\/p>\n<p><\/span><\/span><\/p>\n<table cellpadding=\"4\">\n<tbody>\n<tr>\n<td><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2006\/060401mume3.jpg\" border=\"0\" \/><\/td>\n<td align=\"left\" valign=\"bottom\"><span class=\"txt-s-black\"><strong>An Stand von Native Instruments demonstrierten Livemusiker den Umgang mit der neuen Softwareplattform Kore.<\/strong><br \/><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p><span class=\"txt-m-black\"><span class=\"txt-m-black\"><br \/> Dem tragen auch die Softwarehersteller Rechnung, die ganz auf den Massenmarkt zielen (soweit man in Sachen Musikproduktion von einem solchen sprechen kann).<\/p>\n<p> Ein Beispiel daf\u00fcr ist die integrierte Hardware- und Software-Plattform <a href=\"http:\/\/www.native-instruments.com\/index.php?kore_de\" target=\"blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Kore<\/a>, welche die deutsche Softwareschmiede Native Instruments erstmals pr\u00e4sentierte. Dabei handelt es sich um eine Art logistisches Zentrum f\u00fcr Studio und Liveauftritte auf Basis der VST-Schnittstelle, das Instrumente und Effekte verwaltet und eine umfangreiche Sounddatenbank sowie einen Hardware-Controller intergriert. Kore ist ab Anfang Mai erh\u00e4ltlich. <\/p>\n<p><\/span><\/span><\/p>\n<p> <center> <\/p>\n<table style=\"width: 300px;\">\n<tbody>\n<tr>\n<td><span class=\"txt-s-black\"> <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2006\/060401mume4.jpg\" border=\"0\" \/> <\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><center><span class=\"txt-s-black\"><strong>Auch die Schweizer Verlage stellten eine spezielle Instrumentengattung in der Vordergrund: Am Suisa-Empfang sorgten Alphorn und Panfl\u00f6te f\u00fcr musikalische Abwechslung.<\/strong><\/span><\/center><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-m-black\"><br \/> Auch in Sachen virtueller Sinfonik dr\u00e4ngt alles in Richtung des nat\u00fcrlicheren Ausdrucks. Dies zeigte etwa die Pr\u00e4sentation der Sample-Bibliothek <a href=\"http:\/\/www.vsl.co.at\" target=\"blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Vienna Symphonic Library<\/a>, deren Instrumente mit Hilfe von Breath-Controllern, schnellen Switches zwischen verschiedenen Spielarten und individuellen Samples f\u00fcr schnelles und langsames Spiel mittlerweile so fl\u00fcssig gespielt werden k\u00f6nnen, dass tats\u00e4chlich ein verbl\u00fcffend nat\u00fcrlicher Eindruck entsteht. <\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>wb<\/em>)<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>04.04.2006 &#8212; Die Frankfurter Musikmesse 2006 hat mit mehr als 100&#8217;000 Besuchern einen Rekord erzielt. 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