{"id":816,"date":"2014-01-12T13:16:20","date_gmt":"2014-01-12T13:16:20","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/12\/mozart-science-in-baden-bei-wien\/"},"modified":"2014-01-12T13:16:20","modified_gmt":"2014-01-12T13:16:20","slug":"mozart-science-in-baden-bei-wien","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/12\/mozart-science-in-baden-bei-wien\/","title":{"rendered":"\u00abMozart &#038; Science\u00bb in Baden bei Wien"},"content":{"rendered":"<table cellpadding=\"10\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"430\"><span class=\"txt-m-black\"><span class=\"txt-m-black\"><br \/> 12.10.2006 &#8212; <strong>Zum ersten Mal hat die International Music and Art Research Association Austria (I.M.A.R.A.A.) in Baden bei Wien den Kongress \u00abMozart &amp; Science\u00bb durchgef\u00fchrt. Wissenschaftler unterschiedlichster Fachrichtungen suchten dabei nach sinnvollen Formen des interdisziplin\u00e4ren Dialogs rund um die Musik.<\/strong><\/p>\n<p> Den \u00e4usseren Anlass des von der nieder\u00f6sterreichischen Landesakademie mitgetragenen Treffens bildete das Mozartjahr. Das Symposium kn\u00fcpfte allerdings auch an eine \u00f6sterreichische Tradition des Dialogs zwischen Musikkundlern und \u2013p\u00e4dagogen, Medizinern und Naturwissenschaftlern an: Bereits 1973 hatte der Physiker Juan G. Roederer in Ossiach im Bundesland K\u00e4rnten begonnen, Seminare zur Wechselwirkung von Gehirn und Musik zu veranstalten \u2013 noch lange vor dem sogenannten Jahrzehnt des Gehirns, das in den neunziger Jahren des 20. Jahrhunderts dank der bildgebenden Verfahren zu einem ungeahnten Boom der Neurologie gef\u00fchrt hat.<\/p>\n<p><\/span><\/span><center>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211; <br \/><strong>Die Weblinks<\/strong><br \/> I.M.A.R.A.A.:<br \/><a href=\"http:\/\/www.mensch-und-musik.at\/IMARAA\/index01.html\" target=\"blank\" rel=\"noopener noreferrer\">www.mensch-und-musik.at\/IMARAA\/index01.html<\/a><br \/> Webseite der Tagung <br \/><a href=\"http:\/\/www.mozart-science.at\" target=\"blank\" rel=\"noopener noreferrer\">www.mozart-science.at<\/a> <br \/> Wiener Mozartjahr 2006:<br \/> <a href=\"http:\/\/www.wienmozart2006.at\" target=\"blank\" rel=\"noopener noreferrer\">www.wienmozart2006.at<\/a><\/p>\n<p> <a href=\"http:\/\/212.60.37.143\/dossiers_ind9.php?art=63\">Fotoimpressionen I<\/a><br \/> <a href=\"http:\/\/212.60.37.143\/dossiers_ind9.php?art=64\">Fotoimpressionen II<\/a><br \/> &#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;<\/center><span class=\"txt-m-black\"><span class=\"txt-m-black\"><br \/> Dank der Teilnahme Roederers und des Neurologen Hellmuth Petsche, des zweiten grossen Ossiacher Pioniers der siebziger Jahre, sowie altgedienten Forschern wie dem Psychobiologen Colwyn Trevarthen geriet der Badener Kongress auch zu einer Begegnung der Generationen, an dem sich der Wandel der Methoden und Thesen auf dem Gebiet der Musikwirkungsforschung trefflich ablesen liess. <\/p>\n<p> In den Dialog mit den Altmeistern trat an dem Kongress die smarte Generation der tonangebenden Neuromusikologen \u2013 darunter Manfred Spitzer, Petr Janata, Gottfried Schlaug und Stefan Koelsch \u2013, aber auch Musikpsychologen und -p\u00e4dagogen wie Frances Rauscher, Richard Parncutt, Karl H\u00f6rmann oder Hans-G\u00fcnther Bastian. Zu ihnen gesellten sich schliesslich Chronobiologen wie Hans Ullrich Balzer, Musiktherapeuten wie Concetta Tomaino und Gerhard Tucek sowie Vertreter von Spezialf\u00e4chern \u2013 etwa der Sonifikation wissenschaftlicher Daten \u2013, Medienwissenschaftler und Kulturpolitiker.<\/p>\n<p> <strong>Interdisziplin\u00e4re Arbeit ist Knochenarbeit<\/strong><\/p>\n<p> In den Vortr\u00e4gen und Podiumdiskussionen wurde deutlich, dass die immer dringender geforderte Interdisziplinarit\u00e4t in Musikpsychologie und Musikwirkungsforschung vor mindestens drei grossen Herausforderungen steht: Nicht nur gilt es, das Gespr\u00e4ch zwischen den Disziplinen mit ihren teils sehr unterschiedlichen Methoden und Sprachspielen anzuregen. \u00dcberbr\u00fcckt werden muss ebenso die Kluft zwischen Wissenschaft und Praxis \u2013 sei diese k\u00fcnstlerisch, therapeutisch oder p\u00e4dagogisch. Die zentrale Herausforderung d\u00fcrfte aber die m\u00fchsame Kleinarbeit bieten, mit der die L\u00fccke zwischen globaler und basaler Sicht der Dinge geschlossen oder zumindest verringert werden muss: Noch allzu sehr stehen die sich zur Zeit explosionsartig vermehrenden partikularen Experimentalbefunde von Musikpsychologie und Neuromusikologie und die globalen Theorien von Musiktheoretikern, Soziologen, Psychologen, P\u00e4dagogen und Philosophen auf dem Gebiet der Musik weitgehend unverbunden nebeneinander. <\/p>\n<p> In dieser Hinsicht waren in Baden teils paradox anmutende Asymmetrien zwischen Natur- und Geisteswissenschaftlern zu beobachten. Gleich mehrmals charakterisierten sich Vertreter der \u00abharten\u00bb empirischen Naturwissenschaften \u2013 mit fast entschuldigendem Unterton \u2013 daf\u00fcr, ein \u00abreduktionistisches Weltbild\u00bb zu pflegen, eine Aussage, hinter der sich offensichtlich eine geh\u00f6rige Portion Skepsis gegen\u00fcber allzu hochfliegenden geisteswissenschaftlichen Welterkl\u00e4rungsmodellen verbarg. In der pragmatischen und im Labor- oder Klinikalltag geschulten kommunikativen Umgangston wirkten die Vertreter aus Medizin und experimentellen Disziplinen allerdings h\u00e4ufig vitaler (und unterhaltender) als die Geisteswissenschaftler, die gerne f\u00fcr sich selber den Habitus der Vor- und Querdenker in Anspruch nehmen. <\/p>\n<p><\/span><\/span> <\/p>\n<table>\n<tbody>\n<tr>\n<td align=\"right\" valign=\"bottom\" width=\"160\"><span class=\"txt-s-black\"><strong>Roland Haas, der Pr\u00e4sident der organisierenden I.M.A.R.A.A.<\/strong><br \/><\/span><\/td>\n<td><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2006\/061006BadenHaas.jpg\" border=\"0\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <span class=\"txt-m-black\"><span class=\"txt-m-black\"><\/p>\n<p> Die Vertreter der humanistischen F\u00e4cher bieten den Exponenten der experimentellen Z\u00fcnfte zur Zeit allerdings noch wenig Sch\u00fctzenhilfe, wenn es darum geht, die Daten, die in den letzten Jahren angefallen sind, zu sichten, kritisch zu hinterfragen und daf\u00fcr Erkl\u00e4rungsmodelle zu entwerfen, aus denen sich wiederum Anregungen f\u00fcr weitere experimentelle Forschungen ableiten liessen. Ein derartiger Dialog w\u00fcrde sich mit Blick auf die interessanten Befunde aufdr\u00e4ngen, die etwa Stefan Koelsch und Petr Janata an dem Badener Kongress vorstellten \u2013 darunter Experimente mit Blick auf syntaktische und semantische Aspekte der Musikverarbeitung und Beobachtungen in bezug auf auditorische Situationsanalysen. <\/p>\n<p> Dank den neuen experimentellen Ans\u00e4tzen k\u00f6nnte ein solcher Austausch Ausgangspunkt einer evolution\u00e4ren Theorie werden, welche die Beziehungen zwischen Sprache, Wahrnehmung und Emotionen kl\u00e4ren helfen k\u00f6nnte. Vielversprechende Entw\u00fcrfe, die in eine solche Richtung zielen, pr\u00e4sentierte in Baden der Musikpsychologe Richard Parncutt. Er geht davon aus, dass akustische Gestalten zu den grundlegenden Erfahrungen des mit aussergew\u00f6hnlicher Sensibilit\u00e4t begabten ungeborenen und fr\u00fchkindlichen Lebens z\u00e4hlen und bei der Konstitution eines mentalen Weltbildes eine Schl\u00fcsselrolle spielen. Dabei liessen sich laut Parncutt m\u00f6glicherweise auch R\u00fcckschl\u00fcsse auf die evolution\u00e4ren Urspr\u00fcnge der Musik ziehen. So oder so scheint immer offensichtlicher, dass die k\u00fcnftige neuropsychologische Musikforschung sich im Schnittfeld von Philosophie, Musiktheorie, Neurologie, Evolutionsbiologie und Entwicklungspychologie abspielen d\u00fcrfte.<\/p>\n<p> <strong>Neue Ans\u00e4tze im Wirkungsnachweis von Musiktherapie<\/strong><\/p>\n<p> Auch die Chronobiologie, ein von der Entourage der Veranstalter speziell gepflegtes Fach, zeigt vielversprechende Ans\u00e4tze, mit denen tieferliegende physiologische Ph\u00e4nomene f\u00fcr die experimentelle Musikologie verf\u00fcgbar gemacht werden k\u00f6nnten. Dass die Vertreter dieser Forschungsrichtung gerne von Rhythmen sprechen, in denen sich Lebenprozesse abspielen, verdeckt etwas den Blick auf die tats\u00e4chlichen Leistungen des Faches, das periodisch auftretende Vorg\u00e4nge vornehmlich im menschlichen K\u00f6rper \u2013 etwa Herzschlag, zirkadiane Strukturen, Blutdruckschwankungen \u2013 klassifiziert und ihre gegenseitigen Abh\u00e4ngigkeiten genauen Pr\u00fcfungen unterzieht. <\/p>\n<p> Um Rhythmen im musikalischen Sinn handelt es sich bei den chronobiologischen Vorg\u00e4ngen genau genommen nicht, als solche sollten bloss musikalische Strukturmuster \u00fcber einem nicht minder strukturierten metrischen Ger\u00fcst bezeichnet werden. Wie musikalisches Erleben und chronobiologische Grundlagen voneinander abh\u00e4ngen, ist sicherlich eine hochinteressante, aber kaum triviale Frage. Derartige Detailforschungen d\u00fcrften sich aber als fruchtbar erweisen. Chronobiologische Ph\u00e4nomene k\u00f6nnten n\u00e4mlich etwa den Schl\u00fcssel f\u00fcr den Nachweis der Wirksamkeit von Musiktherapie bei Patienten mit Sch\u00e4del-Hirn-Trauma oder im Wachkoma liefern, wie der Musiktherapeut Gerhard Tucek in einem hoch interessanten Vortrag darlegte. <\/p>\n<p> Tucek pr\u00e4sentierte Fallstudien, bei denen sich die Effekte von Musiktherapie bei Komapatienten physiologisch nachweisen liessen &#8211; mit der Messung von Herzschlag, Hautleitf\u00e4higkeit und weiteren chronobiologischen Indikatoren. Derartige Befunde k\u00f6nnten laut dem Kenner der altorientalischen Musiktherapie Vor\u00fcberlegungen zu einer Systematik der Wirksamkeitsnachweise f\u00fcr solche klinische Interventionen anregen. <\/p>\n<p> Wie problematisch der \u00abAufstieg\u00bb von physikalisch-physiologischen Einzel\u00fcberlegungen auf mentale und soziale Wirkungen sind, zeigte auch der Vortrag eines kommerziellen amerikanischen Anbieters von Therapiesoftware auf Basis von Musik, die mit Hoch-, Tief- und Bandpassfiltern manipuliert wird. Die Darlegungen liessen beim skeptischen Publikum etliche Fragen offen. Bem\u00e4ngelt wurde nicht zuletzt, dass eine pr\u00e4sentierte Erfolgsgeschichte nicht wirklich als Illustration der zuvor explizierten Therapieverfahren betrachtet werden konnte.<\/p>\n<p> Vielversprechende Ans\u00e4tze zu einer besseren Fundierung wirksamer Therapiemethoden beim Einsatz von Musik pr\u00e4sentierte auf der andern Seite die New Yorker Musiktherapeutin Concetta Tomaino. Der Schl\u00fcssel liegt hier in der klaren Definition begrenzter Indikationen, bei denen Musik ihre spezifischen St\u00e4rken ausspielen kann, so zum Beispiel bei der Behandlung von Patienten mit motorischer Aphasie oder der Verbesserung der Bewegungskoordination bei Parkinson-Betroffenen mit Unterst\u00fctzung rhythmischer Kl\u00e4nge. <\/p>\n<p> <strong>Macht Musik nun intelligenter oder eben doch nicht?<\/strong><\/p>\n<p> Wie weit entfernt voneinander Erkl\u00e4rungen zu Ph\u00e4nomenen auf hoher erkenntnistheoretischer Ebene und physiologische Einzelbefunde noch sind, zeigte in Baden auch die immer wieder angesprochene Frage, ob Musikmachen der allgemeinen Intelligenz f\u00f6rderlich ist. Der Frankfurter P\u00e4dagoge Hans-G\u00fcnther Bastian stellte einmal mehr seine Langzeitstudie an Berliner Sch\u00fclern zur Diskussion. Mit dieser glaubt er nachgewiesen zu haben, dass Musikunterricht den Intelligenzquotienten sehr wohl positiv beeinflusst \u2013 allerdings erst mit einer Verz\u00f6gerung von mehreren Jahren. <\/p>\n<p> Die mittlerweile zu einiger Ber\u00fchmtheit gelangten Resultate f\u00fchrten auch in Baden zu engagierten Diskussionen. So merkte ein Methodologe der Universit\u00e4t Wien in einer Publikumsdiskussion Bedenken an den methodischen Grundlagen der Studien an. Nach seiner Erfahrung tr\u00e4ten bei aussergew\u00f6hnlichen Stimulationen immer positive Wirkungen auf, und alleine die Unmengen an psychologischen Tests, welche die Sch\u00fcler offensichtlich zu absolvieren hatten, m\u00fcsse ja deren Intelligenzquotienten zum Vorteil gereicht haben, spottete der Zuh\u00f6rer (<a href=\"http:\/\/212.60.37.143\/science.php\">Leserbrief<\/a>). Juan G. Roederer wiederum \u00e4usserte die Vermutung, alleine die Tatsache, dass Kinder, die musizieren, weniger vor dem Fernseher sitzen, d\u00fcrfte deren Intelligenz zutr\u00e4glich gewesen sein. Der Klagenfurter Psychologe und Kognitionsforscher Oliver Vitouch wiederum bezweifelte in einer weiteren Podiumsdiskussion ganz pauschal, dass ein kognitiver Transfer von musikalischen zu anderen F\u00e4higkeiten stattfinden k\u00f6nne. Und Gottfried Schlaug wies darauf hin, dass die Situation in Sachen Studien zum Thema konfus sei. Es gebe, so der Neurologe, Langzzeitstudien, die Transfereffekte zeigten, aber auch solche, bei denen dies nicht der Fall sei.<\/p>\n<p><\/span><\/span> <\/p>\n<table cellpadding=\"4\">\n<tbody>\n<tr>\n<td><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2006\/061006BadenCampbell.jpg\" border=\"0\" \/><\/td>\n<td align=\"left\" valign=\"bottom\"><span class=\"txt-s-black\"><strong>Der amerikanische Komponist und Unternehmer Don Campbell animierte das Publikum zum fr\u00f6hlichen Mittun beim Musikh\u00f6ren.<\/strong><br \/><\/span><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <span class=\"txt-m-black\"><\/p>\n<p> Die dritte L\u00fccke, diejenige zwischen Theoretikern und Praktikern im klinischen und p\u00e4dagogischen Alltag, erwies sich einmal mehr als die emotionalste. Zum Auftakt der Badener Tagung bekannten sowohl Juan G. Roederer als auch Hellmut Petsche, dass sie sich mit Blick auf die Verbindung zwischen ihrer Forschungsarbeit und dem eigenen praktischen Musizieren schizophren verhielten. Beides stehe f\u00fcr sie v\u00f6llig unverbunden, ja gar kontradiktorisch nebeneinander.<\/p>\n<p> Auch die an und f\u00fcr sich sinnvolle Idee, mit einem prominenten Praktiker, dem Komponisten Luca Lombardi, in einen Dialog \u00fcber die kognitiven Grundlagen des eigenen sch\u00f6pferischen Tuns zu treten, erwies sich als Fehlschlag. Das von der Berliner Philosophin Simone Mahrenholz gef\u00fchrte Interview kam nicht \u00fcber durchaus unterhaltenden feuilletonistischen Smalltalk hinaus. Es schuf auch keinerlei Querverbindungen zu den am Kongress diskutierten wissenschaftlichen Fragen.<\/p>\n<p> Das Verh\u00e4ltnis von Forschung und Praxis thematisierte der Schnellsprecher Manfred Spitzer in gewohnt polemischer Weise. Der Neurologe, der selber auch nicht gerade an der Front des p\u00e4dagogischen Alltages k\u00e4mpft, ging mit seinen Kollegen von der p\u00e4dagogischen Wissenschaft wegen ihrer Ferne zur Praxis scharf ins Gericht. Don Campbell wiederum, der den Ausdruck \u00abMozart Effect\u00bb markenrechtlich hat sch\u00fctzen lassen und sich in den letzten Jahren auf praktische Missionst\u00e4tigkeit in Sachen Musik kapriziert hat, \u00fcberforderte vor allem die im deutschsprachigen Raum t\u00e4tigen Wissenschaftler mit seinem unersch\u00fctterlichen amerikanischen Optimismus und mit r\u00fchrend-naiven Animationen zum besseren Musikh\u00f6ren.<\/p>\n<p> <strong>K\u00fcnftig ist der Informationsbegriff entscheidend<\/strong><\/p>\n<p> Die Richtung, in die k\u00fcnftige Forschung zielen d\u00fcrfte, hatte Juan G. Roederer in seinem Einf\u00fchrungsvortrag zur Tagung bereits umrissen: Er hatte darauf hingewiesen, dass der Begriff der Information f\u00fcr Fortschritte in der Musik- und Musikwirkungsforschung eine strategische Bedeutung haben d\u00fcrfte \u2013 weil im Zentrum k\u00fcnftig die Frage stehen wird, wie das Hirn Sinneseindr\u00fccke in sinnvolle Bedeutungen und Handlungsanleitungen umwandelt. Um wirklich zu verstehen, was da geschehe, so Roederer, sei es unabdingbar, \u00fcber klassische physikalische Theorien von Ursache und Wirkung hinauszugehen und funktionierende Konzepte daf\u00fcr zu entwickeln, wie das Verh\u00e4ltnis von Informationen und von ihnen ausgel\u00f6sten Effekten zu verstehen ist. <\/p>\n<p> Gelgenheit dazu wird sich auch in Baden wieder geben. Nach dem offensichtlichen Erfolg der ersten Auflage haben sich vor Ort auch die verantwortlichen Politiker des Landes zu dem Anlass bekannt und Unterst\u00fctzung zu einer periodischen Wiederholung zugesichert. In welchen (chronobiologischen) Abst\u00e4nden \u2013 ein-, zwei- oder mehrj\u00e4hrlich \u2013 wurde dabei noch offen gelassen. <\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>wb<\/em>)<\/span><\/p>\n<p><center> <\/p>\n<table style=\"width: 430px;\" summary=\"linie\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"9\" bgcolor=\"#666666\" height=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/grafiken\/dbrown1x1.gif\" border=\"0\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><span class=\"txt-s-black\">\u00abMozart &amp; Science\u00bb, Tagung der International Music and Art Research Association Austria (I.M.A.R.A.A.) in Baden bei Wien, 1. &#8211; 4. Oktober 2006.<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>12.10.2006 &#8212; Zum ersten Mal hat die International Music and Art Research Association Austria (I.M.A.R.A.A.) in Baden bei Wien den&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[18],"tags":[],"class_list":["post-816","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-musikpsychologie-und-neuromusikologie","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/816","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=816"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/816\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=816"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=816"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=816"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}