{"id":848,"date":"2014-01-12T13:35:21","date_gmt":"2014-01-12T13:35:21","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/12\/ergonomische-aspekte-der-musikausuebung\/"},"modified":"2014-01-12T13:35:21","modified_gmt":"2014-01-12T13:35:21","slug":"ergonomische-aspekte-der-musikausuebung","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/12\/ergonomische-aspekte-der-musikausuebung\/","title":{"rendered":"Ergonomische Aspekte der Musikaus\u00fcbung"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><span class=\"txt-m-black\">05.11.2011 &#8212; Im Rahmen des 9. Symposiums der Schweizerischen Gesellschaft f\u00fcr Musikmedizin (SMM) und der Schweizerischen Interpretenstiftung (SIS) widmeten sich in den R\u00e4umlichkeiten der Hochschule der K\u00fcnste Bern (HKB) Fachleute \u00abergonomischen Aspekten der Musikaus\u00fcbung\u00bb.<\/span><\/span><\/p>\n<p>\u00a0<\/p>\n<p><span class=\"txt-m-black\"><span class=\"txt-m-black\"><span class=\"txt-m-black\"><span class=\"txt-m-black\"><strong>05.11.2011 &#8212; Im Rahmen des 9. Symposiums der Schweizerischen Gesellschaft f\u00fcr Musikmedizin (SMM) und der Schweizerischen Interpretenstiftung (SIS) widmeten sich in den R\u00e4umlichkeiten der Hochschule der K\u00fcnste Bern (HKB) Fachleute \u00abergonomischen Aspekten der Musikaus\u00fcbung\u00bb.<\/strong><br \/><\/span><\/span><\/p>\n<p> Die Veranstaltung wurde am 22. Oktober in Zusammenarbeit mit der HKB, dem Schweizerischen Musikp\u00e4dagogischen Verband (SMPV), der Schweizer Akademie f\u00fcr Musik und Musikp\u00e4dagogik (SAMP) und dem Verband der Musikschulen (VMS) durchgef\u00fchrt. Sie vereinte spezialisierte \u00c4rzte, Musikerinnen, Instumentenbauer, Therapeutinnen und weitere interessierte Kreise in der Reflektion \u00fcber Prophylaxe und Therapie h\u00e4ufiger Beschwerden des Bewegungsapparates. Durch die Tagung f\u00fchrte der in Locarno t\u00e4tige Arzt Adrian Sury als Moderator.<\/p>\n<p><\/span><\/span><\/p>\n<p> <center>&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211; <br \/><strong>Der Weblink<\/strong><br \/> <a href=\"http:\/\/www.musik-medizin.ch\" target=\"blank\" rel=\"noopener noreferrer\">www.musik-medizin.ch<\/a><br \/> <span class=\"txt-s-black\">Die SMM dient Musikerinnen und Musikern auch als erste<br \/> Anlauf- und Informationsstelle in Sachen<br \/> gesundheitliche Probleme.<\/span><br \/> &#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8212;&#8211;<\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-m-black\"><br \/> Grussworte gab es zun\u00e4chst von der SMM-Pr\u00e4sidentin Martina Berchtold-Neumann und von Ronald Dangel, dem Vertreter der SIS. Graziella Contratto begr\u00fcsste das Publikum als Leiterin des Fachbereichs Musik im Namen der HKB. Sie berichtete von ihren Erfahrungen aus ihrer eigenen Dirigierausbildung. Den Reigen der Referate er\u00f6ffnete der Belper Arzt Peter Sch\u00f6nenberger. Er gab zu bedenken, dass viele Instrumente vor einer Zeit ergonomischen Bewusstseins ihre Form gefunden haben. Es bed\u00fcrfe deshalb spezieller Techniken, um physiologische Sch\u00e4den oder Sp\u00e4tfolgen zu vermeiden.<\/p>\n<p> <strong>Aspekte der Ergonomie<\/strong><\/p>\n<p> Der in Genf praktizierende Orthop\u00e4de und Handchirurg Gontran Sennwald betonte dar\u00fcber hinaus, wie wichtig es ist, die physiologischen und anatomischen Realit\u00e4ten der menschlichen Hand zu kennen, die von der Natur ja auch nicht speziell mit Blick aufs Musizieren geformt worden ist. Dabei gelte es, vor allem auf gute Durchblutung und Integrit\u00e4t der Nervenbahnen achtzugeben.<\/p>\n<p> Der Luzerner Rheumatologe Urs Schlumpf gab zu Bedenken, dass auch Probleme mit der Wirbels\u00e4ule in hohem Mass f\u00fcr Beeintr\u00e4chtigungen beim Musizieren verantwortlich sein k\u00f6nnen. Besonders betroffen seien hohe und tiefe Streicher. Die an der gastgebenden HKB t\u00e4tige Physiotherapeutin Irene Spirgi-Gantert wiederum richtete die Aufmerksamkeit auf den K\u00f6rperbau als Ganzes. Es gelte, so Spirgi-Gantert, Instrument und Technik optimal an Konstitution und Kondition eines Sch\u00fcler oder einer Sch\u00fclerin anzupassen.<\/p>\n<p> In zwei Workshop vertieften die Tagungsteilnehmer unter Anleitung der als Psychologin t\u00e4tigen SMM-Pr\u00e4sidentin und dem Tanzp\u00e4dagogen und Choreografen Kurt Dreyer Aspekte der Praxis. Martina Berchtold-Neumann zeigte, wie mit Hilfe von Methoden der Imagination k\u00f6rperliche Haltungen und Bewegungen aus ungewohnten Blickwinkeln betrachtet werden k\u00f6nnen, Dreyer demonstrierte, wie bewusste Wahrnehmung der von der Gravitation beherrschten Vertikalen zu vertieftem Zugang zum Puls als vitalem Element der Musik f\u00fchren kann.<\/p>\n<p> <strong>Herausforderungen f\u00fcr Instrumentenbauer<\/strong><\/p>\n<p> Praktische Aspekte des Instrumentenbaus standen am Nachmittag im Zentrum. Der Suhrer Geigenbauer Mark Wilhelm wies zun\u00e4chst auf die Vielfalt an ergonomischen Hilfen f\u00fcr Streicher hin. Aus der F\u00fclle an Haltern und Kinnst\u00fctzen etwa sollte individuell die passende L\u00f6sung gew\u00e4hlt werden.<\/p>\n<p> Wilhelm erkl\u00e4rte dar\u00fcberhinaus, dass auch die Instrumentenbauer selber einiges zur Verbesserung der Situation beitragen k\u00f6nnen: Ein klug gebautes Instrument habe eine hohe Bereitschaft, in klare Bewegungsmuster gebracht zu werden und strahle bereits mit wenig Kraftaufwand eine warme Klangf\u00fclle ab.<\/p>\n<p> Der in D\u00fcdingen und Bern t\u00e4tige Blasinstrumenten-Spezialist Beat Zurkinden demonstrierte, wie Handst\u00fctzen, Tragevorrichtungen, Mundrohrumbauten und angepasste Mundst\u00fccke die Ergonomie von Bl\u00e4sern deutlich verbessern k\u00f6nnen. Er erinnerte zudem daran, dass f\u00fcr Kinder auch eine ganze Reihe von Spezialinstrumenten zur Verf\u00fcgung stehen, die den wachsenden K\u00f6rper nicht \u00fcberfordern.<\/p>\n<p> Die Angebote umfassen nicht nur Klarinetten \u2013 etwa die \u00abTigerklarinette\u00bb mit nur drei Klappen oder C-Klarinetten \u2013, sondern auch Klein-Saxophone, Fagottinos oder Querfl\u00f6ten mit speziell grossen Klappen sowie Taschentrompeten, Kinderwaldh\u00f6rner und Posaunen, ja sogar eine Kindertuba.<\/p>\n<p> Der Klavierbauer und -stimmer Andres Bangerter machte deutlich, wieviel Erfahrung und welches Geschick es braucht, um die Mechanik eines Klaviers so einzustellen, dass Kraft, Masse und Pr\u00e4zision ausgeglichen zusammenspielen. Die Klavierbegleiterin Anna de Capitani sch\u00f6pfte aus ihrem Schatz an Erfahrungen als Begleiterin und den Begegungen mit den unterschiedlichsten Klavieren an Konzertorten. <\/p>\n<p> Die Nutzung eines Elektroklaviers lehnt de Capitani nicht katgeorisch ab. Weil ein solches in Sachen Stimmung zuverl\u00e4ssiger und in der Pflege einfacher und g\u00fcnstiger ist, als ein akustisches Instrument und weil es zu jeder Tages- und Nachtzeit das \u00dcben erlaubt, kann es einen guten Zweck erf\u00fcllen. Als empfindlichsten Mangel des Digitalklaviers betrachtet die Pianistin das Fehlen eines Klangk\u00f6rpers und damit eine klangliche Bl\u00e4sse, die sein Spiel eher in die N\u00e4he des Schreibmaschinenschreibens r\u00fccke. <\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>wb<\/em>)<\/span><\/p>\n<p><span class=\"txt-m-black\">\u00a0<\/span><\/p>\n<p><span class=\"txt-m-black\"><span class=\"txt-s-black\">9. Symposium der Schweizerischen Gesellschaft f\u00fcr Musikmedizin (SMM) und der Schweizerischen Interpretenstiftung (SIS). Hochschule der K\u00fcnste Bern (HKB), 22. Oktober 2011<\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><span class=\"txt-m-black\">05.11.2011 &#8212; Im Rahmen des 9. Symposiums der Schweizerischen Gesellschaft f\u00fcr Musikmedizin (SMM) und der Schweizerischen Interpretenstiftung (SIS) widmeten sich in den R\u00e4umlichkeiten der Hochschule der K\u00fcnste Bern (HKB) Fachleute \u00abergonomischen Aspekten der Musikaus\u00fcbung\u00bb.<\/span><\/span><\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[14],"tags":[],"class_list":["post-848","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-musikmedizin-und-musiker-medizin","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/848","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=848"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/848\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=848"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=848"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=848"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}