{"id":852,"date":"2014-01-12T13:38:05","date_gmt":"2014-01-12T13:38:05","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/12\/das-philharmonia-orchestra-in-st-gallen\/"},"modified":"2014-01-12T13:38:05","modified_gmt":"2014-01-12T13:38:05","slug":"das-philharmonia-orchestra-in-st-gallen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/12\/das-philharmonia-orchestra-in-st-gallen\/","title":{"rendered":"Das Philharmonia Orchestra in St. Gallen"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\">07.05.2012 &#8212; Abend der deutschen Sinfonik, oder: Beethovens F\u00fcnfte und Zehnte. Letztere nat\u00fcrlich nicht vom Bonner Meister selber, sondern von Brahms, der sich mit dem \u00abhinter sich marschierenden Riesen\u00bb (Brahms \u00fcber seinen \u00dcbervater Beethoven) im Nacken an die K\u00f6nigsdisziplin des 19. Jahrhunderts gemacht hatte.<\/p>\n<p> Den historischen Bogen vom pochenden Schicksal in Beethovens F\u00fcnfter zu den pastoralen Alphorn-Reminiszenzen in Brahms Erster schlug das Philharmonia Orchestra unter der Leitung des jungen Schweizer Dirigenten Philippe Jordan. Er steuerte den grossen Apparat denn auch in effektvoller, zu dieser deutschen Bekenntnismusik passenden Gestik durch die kantigen bis knorrigen Klangwelten.<\/p>\n<p> Sonst ist vor allem die russische Orchesterlandschaft f\u00fcr ihre fast undurchdringliche Un\u00fcbersichtlichkeit bekannt. Aber auch mit Blick auf die Londoner Klangk\u00f6rper gilt es aufzupassen. Das Philharmonia Orchestra ist nicht zu verwechseln mit dem 1932 von Sir Thomas Beecham gegr\u00fcndeten London Philharmonic Orchestra (gegenw\u00e4rtiger Chefdirigent Wladimir Jurowski).<\/p>\n<p> Es geht vielmehr zur\u00fcck auf das von Walter Legge (dem Gatten von Elisabeth Schwarzkopf) nach dem Zweiten Weltkrieg als Aufnahmeorchester f\u00fcr EMI genutzte Philharmonia Orchestra. Nach markenrechtlichen Verwicklungen und zeitweiser Umettikettierung in \u00abNew Philharmonia Orchestra\u00bb tr\u00e4gt es erst seit dem Jahr 2000 wieder den jetzigen Namen. Zur Zeit ist Esa-Pekka Salonen sein Chefdirigent. <\/p>\n<p> Was das St. Galler Publikum im Rahmen der Migros-Kulturprozent-Classics zu h\u00f6ren bekam, war keine spektakul\u00e4re Neudeutung der Sinfonien, aber Musikantik auf sehr hohem Niveau, exzellente Bl\u00e4ser und \u2013 nach einem eher abtastenden Einstieg in Beethovens Schicksalsmotiv \u2013 druckvolle Streicher. Raumf\u00fcllend (und -\u00fcberf\u00fcllend) konnte das Ensemble sich in der Ostschweizer Tonhalle geb\u00e4rden, fast packender waren aber die hingetupften Pianissimi, etwa gegen Schluss des Brahms-Adagios und nat\u00fcrlich in den Dynamikexzessen des Bonner Meisters. <\/p>\n<p> Verbunden wurden die Sinfonien mit Carl Maria von Webers Konzertst\u00fcck f\u00fcr Klavier und Orchester op. 79, dargeboten vom zweiten Schweizer Prominenten auf dem Podium, dem exzellenten Aargauer Pianisten Oliver Schnyder. Sein Spiel liess allerdings Erinnerungen an Bemerkungen des amerikanischen Pianisten (und Bodybuilders) Tzimon Barto wach werden, der in dem wunderbaren Dokfilm \u00abMein Chopin\u00bb sich dazu bekennt, nie auswendig zu spielen, weil damit unweigerlich zahllose Details in Sachen Spielanweisungen verloren gingen. <\/p>\n<p> Schnyder bew\u00e4ltigte den Weber-Part <em>par coeur<\/em> mit Spiellust und Fantasie, gl\u00e4ttete aber doch einiges, vor allem in der Dynamik. Vollends sportlich wurde es dann in der Zugabe, dem \u00abPerpetuum mobile\u00bb aus Webers Klaviersonate Nr.1 in C-Dur. Da musste gestalterischer Hintersinn zugunsten der Fingerfertigkeit erst recht deutlich zur\u00fccktreten. <\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>wb<\/em>)<\/span><\/p>\n<p><\/p>\n<p> <center> <\/p>\n<table style=\"width: 430px;\" summary=\"linie\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"9\" bgcolor=\"#666666\" height=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/grafiken\/dbrown1x1.gif\" border=\"0\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-s-black\">Philharmonia Orchestra, Philippe Jordan (Leitung), Oliver Schnyder (Klavier). Johannes Brahms: Sinfonie Nr. 1 c-Moll op. 68; Carl Maria von Weber: Konzertst\u00fcck f\u00fcr Klavier und Orchester f-Moll op. 79; Ludwig van Beethoven: Sinfonie Nr. 5 c-Moll op. 67. Konzert im Rahmen der Migros-Kulturprozent-Classics, Tonhalle St. Gallen, 6. Mai 2012. <\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>07.05.2012 &#8212; Abend der deutschen Sinfonik, oder: Beethovens F\u00fcnfte und Zehnte. 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