{"id":854,"date":"2014-01-12T13:39:27","date_gmt":"2014-01-12T13:39:27","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/12\/stubete-am-see-2012-in-der-tonhalle-zuerich\/"},"modified":"2014-01-12T13:39:27","modified_gmt":"2014-01-12T13:39:27","slug":"stubete-am-see-2012-in-der-tonhalle-zuerich","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/12\/stubete-am-see-2012-in-der-tonhalle-zuerich\/","title":{"rendered":"Stubete am See 2012 in der Tonhalle Z\u00fcrich"},"content":{"rendered":"<table cellpadding=\"10\">\n<tbody>\n<tr>\n<td width=\"430\"><span class=\"txt-m-black\"><span class=\"txt-m-black\"><br \/> 05.09.2012 &#8212; <strong>Alle zwei Jahre treffen sich Vertreter der Neuen Volksmusik in den R\u00e4umlichkeiten der Z\u00fcrcher Tonhalle im Rahmen der \u00abStubete am See\u00bb zum Austausch, Konzertieren und Festen. Steigende Besucherzahlen zeigen, dass sie damit auf dem richtigen Weg sind.<\/strong><\/p>\n<p> Ungew\u00f6hnliche Kl\u00e4nge erf\u00fcllen den kleinen Saal der Tonhalle Z\u00fcrich: Windesrauschen, erzeugt von einem Schwirrholz, dazwischen eine Melodie, gezupft auf Bass und Psalterium \u2013 einer Urform des Hackbretts oder der Zither. Als Antwort eine jodelnde Stimme, aus dem hinteren Teil des Raumes. Das ist der Auftakt zur Plattentaufe der neuen \u00abDoppelbock\u00bb-CD unter Beteiligung der Jodlerin Christine Lauterburg, Schweizer Volksmusik, mal vertraut, mal mit \u00abkaribischem Flair\u00bb. <\/p>\n<p> Das Konzert ist Teil des Festivals f\u00fcr Neue Schweizer Volksmusik \u00abStubete am See\u00bb, das am Wochenende vom 25.\/26 August in der Tonhalle Z\u00fcrich \u00fcber die B\u00fchnen gegangen ist. Die Biennale hat mittlerweile zum dritten Mal zwei Tage lang eine breite Auswahl an Konzerten geboten und dabei versammelt, was in der Schweizer Volksmusikszene Rang und Namen hat: \u00abKlassik trifft Jodel\u00bb mit der Jodlerin Nadja R\u00e4ss und der Camerata Schweiz, das L\u00e4ndlerorchester 2012 des Schwyzer\u00f6rgelispielers Markus Fl\u00fcckiger oder das Duo Noldi Alder &amp; Charlotte Hug, um nur einige zu nennen. <\/p>\n<p> Neben dem regul\u00e4ren Konzertprogramm in den beiden Tonhallen und dem Gartensaal des Kongresshauses ist auf dem Bausch\u00e4nzli unter freiem Himmel zum Tanz aufgespielt worden. Wer nicht tanzen kann, dem wird im Tanzworkshop geholfen. Und wer keine Lust hat, ist eingeladen, bei Bier und Bratwurst einfach nur die Atmosph\u00e4re zu geniessen.<\/p>\n<p> Gelebte Volksmusik also, bei der jeder nach Belieben mitspielen und mittanzen kann. Das ist auch die urspr\u00fcngliche Bedeutung des Begriffs \u00abStubete\u00bb: ein Konzert (Jazzer nennen so etwas Jam Session), bei dem alle einfach ihr Instrument mitbringen, um zusammen zu musizieren. <\/p>\n<p><\/span><\/span><center> <\/p>\n<table style=\"width: 200px;\">\n<tbody>\n<tr>\n<td><span class=\"txt-s-black\"> <img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/2012\/120904stubete_1.jpg\" border=\"0\" \/> <\/span><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><center><span class=\"txt-s-black\"><strong>Stubete auf dem Bausch\u00e4nzli<\/strong><\/span><\/center><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center><span class=\"txt-m-black\"><br \/> Die Schweizer Volksmusik etwas von ihrem verstaubten Image zu befreien und sie dem urbanen Schweizer n\u00e4her zu bringen, ist ein zentrales Anliegen von Florian Walser und Johannes Schmid-Kunz, den Gr\u00fcndern des Festivals f\u00fcr Neue Schweizer Volksmusik. \u00abDabei ist das Wort \u2018Neu\u2019 im Begriff \u2018Neue Schweizer Volksmusik\u2019 eigentlich nicht ganz zutreffend. Es geht nicht darum, die Volksmusik neu zu erfinden, sondern darum, neue Ans\u00e4tze zu definieren und andere Perspektiven zu er\u00f6ffnen\u00bb, erkl\u00e4rt Schmid-Kunz.<\/p>\n<p> Die Str\u00f6mung \u00abNeue Schweizer Volksmusik\u00bb hat sich Anfang der 1990er Jahre zu bilden begonnen, mit dem Ziel, andere Wege der Interpretation auszuprobieren und die verkrusteten Strukturen aufzubrechen, die durch die Verb\u00e4nde und Vereine stark gepr\u00e4gt wurden. Viele suchten dabei gerade nicht das Neue, sondern wollten zur\u00fcck zu den eigentlichen Wurzeln der Volksmusik; sie gruben vergessene Instrumente und Techniken wieder aus. Es ging darum, Klischees zu hinterfragen, Tradition nicht bloss der Struktur wegen beizubehalten. <\/p>\n<p> Auch ein anderes Vorurteil will das Festival widerlegen, n\u00e4mlich dass Volksmusik lediglich auf dem Land und in den Bergen zu Hause sei. \u00abZ\u00fcrich war f\u00fcr Volksmusik ein neuralgischer Punkt in den 1930er und -50er Jahren\u00bb, so Schmid-Kunz. \u00abIm Zuge der Industrialisierung kam es zu einem Einwanderer-Sog aus der Innerschweiz, die ihre Traditionen wie auch ihre Musik nach Z\u00fcrich mitbrachten\u00bb.<\/p>\n<p> \u00c4hnlich wie New York f\u00fcr den kubanischen Salsa war Z\u00fcrich Dreh- und Angelpunkt der Schweizer Trachten- und Volksmusikszene: das Niederdorf war Geburtsort der heute bekannten L\u00e4ndlermusik. DerTrachtenumzug zur Er\u00f6ffnung des Landesmuseums 1898 war mit 1500 Personen ein Grossanlass, Austragungsort des ersten Schweizer Trachtenfests war 1896 die Tonhalle Z\u00fcrich. <\/p>\n<p> \u00abVolksmusik f\u00fcrs Volk\u00bb war bereits in der Ursprungszeit der Tonhalle ein zentrales Anliegen. Vor dem Bau des Kongresshauses wurde neben den grossen Konzerten auch eine Kultur der Kaffeehausmusik gepflegt, die sich explizit an die breite Bev\u00f6lkerung richtete; da wurde vorwiegend Volksmusik gespielt. <\/p>\n<p> \u00abWir wollten die Volksmusik zur\u00fcck nach Z\u00fcrich bringen, und haben deshalb auch ganz bewusst die Tonhalle als Veranstaltungsort gew\u00e4hlt\u00bb, erl\u00e4utert Schmid-Kunz. Mit Erfolg: Die Zahl der Besucher steigt stetig; dieses Jahr waren es rund 15 Prozentmehr als 2010. Die Mehrheit der Besucher entstammt dem klassischen Tonhalle-Publikum, vorwiegend aus Z\u00fcrich, aber auch aus anderen Schweizer St\u00e4dten \u2013 ein urbanes Publikum also, offen f\u00fcr ein ungewohntes Musikerlebnis. <\/p>\n<p> In der Schweiz ist die \u00abStubete am See\u00bb somit einzigartig: \u00abEin Festival f\u00fcr Volksmusik im Herzen einer Stadt gibt es sonst nirgends in der Schweiz\u00bb sagt Johannes Schmid-Kunz und erg\u00e4nzt: \u00abIch wage zu behaupten, dass es in der Form auch in keiner anderen Stadt m\u00f6glich w\u00e4re. Volksmusik muss nicht importiert werden \u2013 sie ist Teil der Geschichte der Stadt\u00bb. <\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>mm<\/em>)<\/span><\/p>\n<p><center> <\/p>\n<table style=\"width: 430px;\" summary=\"linie\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"9\" bgcolor=\"#666666\" height=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/grafiken\/dbrown1x1.gif\" border=\"0\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center><\/td>\n<\/tr>\n<tr>\n<td><span class=\"txt-s-black\">Stubete am See, Tonhalle Z\u00fcrich, 25.\/26 August.<\/span><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>05.09.2012 &#8212; Alle zwei Jahre treffen sich Vertreter der Neuen Volksmusik in den R\u00e4umlichkeiten der Z\u00fcrcher Tonhalle im Rahmen der&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[12],"tags":[],"class_list":["post-854","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-ereignisbesprechungen","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/854","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=854"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/854\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=854"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=854"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=854"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}