{"id":877,"date":"2014-01-12T16:10:47","date_gmt":"2014-01-12T16:10:47","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/12\/aufbruch-auf-chateau-de-chimay\/"},"modified":"2014-01-12T16:10:47","modified_gmt":"2014-01-12T16:10:47","slug":"aufbruch-auf-chateau-de-chimay","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/12\/aufbruch-auf-chateau-de-chimay\/","title":{"rendered":"Aufbruch auf Ch\u00e2teau de Chimay"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/cherubini.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>21.09.2003 &#8212; Wohl m\u00f6glich, dass er f\u00fcr den Rest seines Lebens Botaniker, Maler und Zeichner geblieben w\u00e4re, denn Luigi Cherubini, obwohl europaweit bekannt und von Beethoven ger\u00fchmt, errang das Wohlwollen Kaiser Napoleons, des Herrschers \u00fcber Europa, nicht. Cherubini verfiel in Depression, liess das Komponieren bleiben. Eine Auftragsarbeit, die \u00abMesse de Chimay\u00bb, brachte eine Wende in seiner Biografie. Riccardo Muti hat das bedeutende Werk ausgegraben und mit erstklassigen Kr\u00e4ften im M\u00e4rz 2003 in M\u00fcnchen zur Auff\u00fchrung gebracht. Nun liegt der Live-Mitschnitt vor. <\/p>\n<p> Der Komponist Daniel Fran\u00e7ois Esprit Auber nahm den um 22 Jahre \u00e4lteren, mit seinen Ambitionen gescheiterten Freund Cherubini im Herbst 1808 mit auf Schloss Chimay zur Erholung. Das Ch\u00e2teau im S\u00fcden Belgiens, Eigentum des geigespielenden 16. Prinzen von Chimay, war bekannt als Zentrum der Freimaurerei und der K\u00fcnste und bot dem 48-j\u00e4hrigen Cherubini Erholung. Bald fand sich eine Abordnung der Pfarrgemeinde auf dem Schloss ein und bestellte bei ihm eine Vertonung des Messe-Ordinariums. Da der Kirchenchor \u00fcber keine Altistinnen verf\u00fcgte, schrieb Cherubini, der das Werk dann in Paris vollendete, die Orchester-Messe f\u00fcr dreistimmigen Chor und drei Solostimmen. 1809 kam das festliche Opus in Paris zur Urauff\u00fchrung. Wiedergaben in Berlin, Leipzig, London und Wien folgten. <\/p>\n<p> Nach Cherubinis Tod 1842 verschwand der \u00fcberwiegende Teil seines Schaffens aus dem Musikleben. Mehrheitlich ein Verlust, kein Zweifel, vor allem auch, weil Cherubini etliche Komponisten seiner Epoche in manchen Aspekten nachhaltig angeregt und beeinflusst hat (franz\u00f6sische Revolutionsmusik, Grand Op\u00e9ra, Rettungsoper, Op\u00e9ra-comique, Kirchenmusik). <\/p>\n<p> <strong>Synthese zweier Str\u00f6mungen<\/strong><\/p>\n<p> Drei Jahrzehnte lang hatte Maria Luigi Zenobio Carlo Salvatore Cherubini, 1760 in Florenz geboren, nach Anf\u00e4ngen mit Kirchenmusik ausgiebig f\u00fcr die B\u00fchne komponiert (darunter \u00abM\u00e9d\u00e9e\u00bb), ohne dass ihm der Durchbruch gelungen w\u00e4re. Mit der 18-teiligen Messe in F-Dur, der \u00abMesse de Chimay\u00bb, einem Akt der Befreiung aus der Isolation, beginnt ein neuer Abschnitt im Schaffen des Meisters; insofern kommt diesem Werk Schl\u00fcsselfunktion zu. <\/p>\n<p> Die Spontaneit\u00e4t und Frische der Inspiration sind von unwiderstehlichem Reiz, die Rhythmik und die Klangfarben in Chor und Orchester (Bl\u00e4ser!) reich differenziert, die Instrumentalstimmen weit \u00fcber reine Begleitfunktion hin ausgestaltet. Und: Cherubini vollzieht souver\u00e4n die Synthese von traditioneller vokaler Polyphonie und moderner Sonatenform. Kontrapunkt und dramatischer Stil mit sinfonischer Entwicklung schliessen sich hier nicht aus, steigern sich vielmehr zu intensiver Ausstrahlung. <\/p>\n<p> Die nicht durch Publikumsger\u00e4usche beeintr\u00e4chtigte Live-Aufnahme unter Riccardo Muti zeichnet sich aus durch Klarheit der Disposition im Detail wie in den breit angelegten Entwicklungen, durch noble Emotionalit\u00e4t, klangliche Vielfalt und beispielhafte Balance zwischen Solistentrio, Chor und Orchester. <\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>ws<\/em>)<\/span><\/p>\n<p><\/p>\n<p> <center> <\/p>\n<table style=\"width: 430px;\" summary=\"linie\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"9\" bgcolor=\"#666666\" height=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/grafiken\/dbrown1x1.gif\" border=\"0\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-s-black\"><a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/exec\/obidos\/ASIN\/B0000AISV7\/codexflores-21\">Luigi Cherubini: Messa in Fa maggiore \u00abdi Chimay\u00bb.<\/a> Ruth Ziesak (Sopran), Herbert Lippert (Tenor), Ildar Abdrazakov (Bass). Chor und Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks. Leitung: Riccardo Muti. (EMI Classics 7243 5 57558 2 7; 73\u2019)<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>21.09.2003 &#8212; Wohl m\u00f6glich, dass er f\u00fcr den Rest seines Lebens Botaniker, Maler und Zeichner geblieben w\u00e4re, denn Luigi Cherubini,&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[13],"tags":[],"class_list":["post-877","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-tontraeger-besprechungen","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/877","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=877"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/877\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=877"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=877"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=877"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}