{"id":886,"date":"2014-01-12T16:15:36","date_gmt":"2014-01-12T16:15:36","guid":{"rendered":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/12\/des-operettenschoepfers-totenmesse\/"},"modified":"2014-01-12T16:15:36","modified_gmt":"2014-01-12T16:15:36","slug":"des-operettenschoepfers-totenmesse","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/2014\/01\/12\/des-operettenschoepfers-totenmesse\/","title":{"rendered":"Des Operettensch\u00f6pfers Totenmesse"},"content":{"rendered":"<p><span class=\"txt-m-black\"><img decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/bilder\/suppe281103.jpg\" border=\"0\" align=\"left\" \/>28.11.2003 &#8212; Kurios: Einer der Meister des \u00abGoldenen Zeitalters\u00bb der Wiener Operette und der Unterhaltungsmusik, der Sch\u00f6pfer von B\u00fchnenerfolgen wie \u00abLeichte Kavallerie\u00bb, \u00abBanditenstreiche\u00bb, \u00abDie sch\u00f6ne Galathee\u00bb, \u00abFatinitza\u00bb und \u00abBoccaccio\u00bb, vertont den liturgischen Requiem-Text. <\/p>\n<p> Der Korrektheit halber muss allerdings sogleich erw\u00e4hnt werden, dass Franz von Supp\u00e9s popul\u00e4re Werke noch nicht vorlagen, als er 1855, im Alter von 36 Jahren, die lateinische Totenmesse komponierte. Zudem hatte Francesco Ezechiele Ermenegildo Cavaliere Supp\u00e8 Demelli (1819\u20131895) als 15-J\u00e4hriger nicht nur mit einem Operchen, sondern auch mit der \u00abMissa dalmatica\u00bb deb\u00fctiert. Lieder, Chormusik, Streichquartette, eine Sinfonie und drei Messen in seinem Werkkatalog zeugen von Supp\u00e9s Auseinandersetzung mit klassischen Gattungen; studiert hatte er in Wien bei Simon Sechter, Lehrer von Schubert und Bruckner, und Ignaz von Seyfried, einem ehemaligen Sch\u00fcler Haydns. <\/p>\n<p> Wie kam es zum Requiem? Supp\u00e9 wurde, nachdem er sein Medizinstudium aufgegeben hatte, mit 21 Jahren dritter Kapellmeister am Theater in der Josefstadt. Er fand in Franz Pokorny, dem Direktor des Theaters an der Wien, einen Freund und F\u00f6rderer, der ihn 1845 als Kapellmeister an sein Haus verpflichtete. 1850 verstarb Pokorny, und zu dessen Ged\u00e4chtnis schuf Supp\u00e9 f\u00fcnf Jahre sp\u00e4ter das Requiem f\u00fcr vier Solostimmen, Chor und Orchester. <\/p>\n<p> Nach seiner Urauff\u00fchrung 1855 in einem Gedenkgottesdienst in der Wiener Piaristenkirche und einigen ebenso erfolgreichen Wiedergaben wurde es still um das Werk. Vor einiger Zeit hat man es wieder entdeckt. <\/p>\n<p> Was weiland einige Rezensenten als allzu grosse Munterkeit und als Mangel an religi\u00f6sem Ernst empfanden, nehmen wir heute als aparte Komponente in diesem Requiem wahr. Nat\u00fcrlich bedient sich Supp\u00e9 traditioneller Muster der Vertonung des Officium Defunctorum, setzt seine szenische Phantasie effektvoll ein, doch zu ebenso beeindruckender Wirkung kommen die oft \u00fcberraschend erhellende Textinterpretation, die differenzierten Aufgaben und Kombinationen der Solostimmen, die meisterliche Behandlung des Chors und die originelle, nie kompakte Instrumentation, in der die Bl\u00e4ser regelm\u00e4ssig solistisch hervortreten. <\/p>\n<p> Der Rarit\u00e4t angenommen hat sich der 1934 geborene Westschweizer Michel Corboz, Gr\u00fcnder (1961) und Leiter des renommierten Ensemble Vocal et Instrumental de Lausanne. Seit 1969 ist er auch Chef des Chors der Calouste Gulbenkian Foundation Lissabon. Mit Chor und Orchester der Stiftung sowie vier Vokalsolisten hat Corboz eine die Sch\u00f6nheiten und die Eigenheiten der Partitur auslotende Interpretation von Supp\u00e9s Requiem realisiert, die nun als Live-Mitschnitt des \u00f6ffentlichen Konzerts vorliegt. <\/span> <span class=\"txt-m-black\">(<em>ws<\/em>)<\/span><\/p>\n<p><\/p>\n<p> <center> <\/p>\n<table style=\"width: 430px;\" summary=\"linie\" border=\"0\" cellspacing=\"0\" cellpadding=\"0\">\n<tbody>\n<tr>\n<td colspan=\"9\" bgcolor=\"#666666\" height=\"1\"><img loading=\"lazy\" decoding=\"async\" src=\"http:\/\/212.60.37.143\/grafiken\/dbrown1x1.gif\" border=\"0\" width=\"1\" height=\"1\" \/><\/td>\n<\/tr>\n<\/tbody>\n<\/table>\n<p> <\/center> <\/p>\n<p><span class=\"txt-s-black\"><a href=\"http:\/\/www.amazon.de\/exec\/obidos\/ASIN\/B0000AKO6U\/codexflores-21\">Franz von Supp\u00e9: Requiem<\/a> . Elizabete Matos (Sopran), Mirjam Kalin (Alt), Aquiles Machado (Tenor), Luis Rodrigues (Bass). Chor und Orchester der Calouste Gulbenkian Foundation, Lissabon. Leitung: Michel Corboz. (Virgin Classics 7243 5 45614 2 9; 66\u2019)<\/span><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>28.11.2003 &#8212; Kurios: Einer der Meister des \u00abGoldenen Zeitalters\u00bb der Wiener Operette und der Unterhaltungsmusik, der Sch\u00f6pfer von B\u00fchnenerfolgen wie&#8230;<\/p>\n","protected":false},"author":1,"featured_media":0,"comment_status":"open","ping_status":"open","sticky":false,"template":"","format":"standard","meta":{"footnotes":""},"categories":[13],"tags":[],"class_list":["post-886","post","type-post","status-publish","format-standard","hentry","category-tontraeger-besprechungen","entry"],"_links":{"self":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/886","targetHints":{"allow":["GET"]}}],"collection":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts"}],"about":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/types\/post"}],"author":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/users\/1"}],"replies":[{"embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/comments?post=886"}],"version-history":[{"count":0,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/posts\/886\/revisions"}],"wp:attachment":[{"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/media?parent=886"}],"wp:term":[{"taxonomy":"category","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/categories?post=886"},{"taxonomy":"post_tag","embeddable":true,"href":"https:\/\/codexflores.ch\/index.php\/wp-json\/wp\/v2\/tags?post=886"}],"curies":[{"name":"wp","href":"https:\/\/api.w.org\/{rel}","templated":true}]}}